forlon window

Forlon window ist zugegebenermaßen ein eigenartiger Titel. Das Stück erhält seinen Titel, weil es im Grunde ein soundalike – zumindest aber eine starke Inspiration – des Stückes abandon window des Electronic Künstlers Jon Hopkins ist. Ich habe ein anderes Wort für „abandon“ gesucht und meine mit „forlon“ fündig geworden zu sein. Hopkins bedient hier einen echten Flügel, sonst kennt man ihn mehr als DJ, wie er seine Controller und Sampler bedient. Jon Hopkins kannte ich vor zwei Wochen noch nicht, bin aber auf ihn gestoßen, weil ich einer Radio Playlist des von mir sehr geschätzten DJ Bonobo auf Spotify lauschte und Jon Hopkins plötzlich darin auftauchte.

Spotify wird von mir normalerweise auch selten angestellt, weil unser Haushalt aber neuerdings einen Spotify Familienzugang hat, habe ich mal geschaut, was man bei Spotify so alles findet. Und es kommt noch etwas Zweites hinzu: Nachdem ich in den letzten Wochen ja meine CD „ein bisschen hören“ als digital/analoges Produkt veröffentlicht habe, wird seit einigen Tagen meine CD „opia“ – die in einem Stück zur CD „ein bisschen hören“ und dem Cover verändert ist – bei sämtlichen Streamingdiensten, wie Spotify, Apple Music, iTunes, Google Play, Amazon, Napster als digital/gigitales Produkt gelistet. Dies ist durch einen Interdienst namens distrokid möglich, der für eine Gebühr die Anmeldung bei den Streamingdiensten übernimmt. Wer möchte kann mich also jetzt auch bei den Streamingdiensten unter dem Artist-Name falkbossa finden. Bei Spotify gab es innerhalb einer Woche 9 Hörer. Ich hätte gerne meinen Namen „falk“ verwendet, aber es gibt so viel Künstler, die unter diesem Namen firmieren, dass ich davon abgesehen habe, um etwas mehr Eigenständigkeit zu haben. Also, bitte nehmt mich in eure Playlist auf!

forlon window


Nun aber zurück zu dem Stück „forlon window“. Wie gesagt ist es eine Art Soundalike. Jon Hopkins erzeugt mit einfachen Akkorden eine wundervolle Stimmung. Ein Hörer hat sich die Mühe gemacht das Stück „abandon window“ zu trankripieren und das Ergebnis zu teilen. Die Voicings der Akkorde bestehen aus einer Quinte und einer Dezime. Dieses Voicing habe ich in meinem soundalike benutzt, indem ich einen Player so programmierte, dass das gewünschte Voicing zu hören ist. Das Notenbeispiel zeigt die gehörten Klänge eine Oktave höher, damit man es besser lesen kann. Gespielt wird dies von einem sehr unaufdringlichen Klavierklang (Spitfire Audio Soft Piano Labs), der durch starke Kompression und einem Delay (Echo) stark verlängert wird. Unterstützt werden die Akkorde durch sehr tiefe Bässe, die man unbedingt mit einer richtigen Anlage anhören sollte, auf dem Smartphone sind sie leider nicht zu hören.

Das Beitragsbild zeigt ein Schaufenster eines Lebensmittelladens in Fladungen und wurde 2017 aufgenommen. Es passt ja ausgezeichnet zu dem Titel „verlassenes Fenster“. Mir ist bis heute nicht klar, was ich da fotografiert habe: Ist es eine Momentaufnahme längst vergangener Tage, handelt es sich um ein Museum und/oder haben die ehemaligen Besitzer schlagartig das Geschäft verlassen und damit ein Bild wie vor 15 Jahren (oder noch früher?) konserviert. Ich weiß es nicht!

opia

Opia bedeutet „die zweideutige Intensität, jemandem in die Augen zu schauen“, so das Dictionary of Obscure Sorrows von John Koenig. Wie ich auf diesen Titel gekommen bin? Die britische Soundschmiede Spitfire Audio hat mal wieder eine kleine Soundkollektion innerhalb ihrer Labs Serie veröffentlicht. Diesmal hat der Komponist und Interpret Olafur Arnalds Künstler für ein Festival zusammengebracht, die Gruppe oder Aktion als „Opia“ bezeichnet und gleichzeitig genauso auch eine Zusammenstellung von Klängen benannt, die fast ausschließlich in meinem Stück „Opia“ Verwendung finden. Hinzu kommt noch ein spezieller Schlagzeugbeat aus der Moonkits Serie und den ich deswegen in das Stück einfließen ließ, weil ich damit wiederum an einer Competition teilnehmen konnte. (Competitions machen mir im Moment sehr viel Freude, wie man auch schon im Beitrag really now fest. reptile rooms nachlesen kann.)

Das Stück hat diesmal die von mir sehr ungeliebten 120 bpm (beats per minute). 120 bpm sind bei mir deshalb so unbeliebt, weil sie sich sehr schnell einschleichen. Die meisten digitalen Musikprogramme starten einen neuen Song immer mit 120 bpm. So gibt es sehr viele Stücke mit diesem Tempo und dies macht doch das Leben langweilig, oder nicht? Dabei ist die Wahl des richtigen Tempos für ein Stück von herausragender Bedeutung, damit eine Stück seine individuelle Wirkung erzielen kann. Im großen Netz werden bezüglich elektronischer Musik ganze Genres aufgrund ihres Tempos unterschieden. Den Zusammenhang zwischen Tempo und EDM Genre kann man beispielsweise in diesem Artikel nachlesen. Die folgende Tabelle habe auf einer Seite der Audiosoftwarefirma izotope gefunden und gibt einen möglichen Zusammenhang von Tempo (Beat) und Genre wieder. Andere Autoren ordnen anders zu. In diesem Zusammenhang möchte ich an den Beitrag cinematic sign erinnern. Hier hatte ich eine Flow-Chart zu den verschiedenen Genres veröffentlicht.

GENREBPM
Hip Hop85–95 BPM
Glitch Hop105–115 BPM
Techno120–125 BPM
House115–130 BPM
Electro128 BPM
Dubstep140 BPM (with a half time, 70 BPM feel)
Drum and Bass174 BPM

opia


Das Beitragsbild habe ich im Herning Museum of Contemporary Art während einer Exkursion in die dänische Stadt Herning aufgenommen, um zu erkunden, wie die Dänen mit der Digitalisierung in ihren Schulen umgehen, und stellt ein Zufallsprodukt dar. Ich wollte einen Kinosaal innerhalb des Museums ablichten und habe erst später gemerkt, wie stark verwackelt das Bild ist. In diesem Fall gefällt mir allerdings das Ergebnis, fast wie richtige moderne Kunst.

halloween

Jetzt war es wieder soweit. Die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November wird vielerorts als Halloween gefeiert und erfreut sich insbesonders bei den Kindern großer Beliebtheit, allein einige Erwachsene auch an diesem Fest Gefallen finden. Die Kinder haben nunmal Spaß an der Verkleidung, Süßigkeiten springen auch heraus, wenn sie von Haus zu Haus ziehen und der Mensch ansich nimmt gerne offensichtliche Gründe her, um ein Fest zu feiern. Ich selber habe kein Spaß an Halloween, nicht weil ich ein humorloser Mensch bin, sondern weil ich immer der Meinung war, bei Halloween handelt es sich um ein amerikanisches Fest. Und amerikanische Festbräuche brauche ich eigentlich nicht. Man spricht von einem sogenannten kulturellen Re-Import. Schaut man sich allerdings im großen Netz zu dem Thema um, merkt man schnell, dass die ganze Geschichte so einfach auch mal wieder nicht ist. Eine große Gruppe meint, dass das Halloweenfest auf sehr alte keltische Gebräuche zurück geht (‚Samhain‘ heißt der Tag zum Abschied von der hellen Jahreszeit und das Fest des Erntedanks.), andere sehen mitteleuropäische Feste als ursprünglich an. Manche andere können Zusammenhänge mit der Christianisierung herstellen. Die Christen waren ja stets bemüht ihre Feste – in diesem Fall Allerheiligen – mit heidnischen Festen zu verschmelzen, um der Bevölkerung die Akzeptanz der christlichen Feste zu erleichtern. Petra vom Atelier Tetebrec in Frankreich schreibt dazu interessante Dinge, auch beim Weserkurier lohnt es sich nachzulesen und ein teilweise anderes Bild wirft Timo innerhalb seines Blog(s) auf das Thema Halloween.

Auch gefällt mir die Nähe Halloweens zu dem Genre des Horrorfilms fast gar nicht, alldieweil ich überhaupt kein Horrorfilm Zuschauer bin. Was allerdings auf mein Interesse stößt, sind die Sounddesigns in Horrorfilmen oder Psychothrillern. Da finde ich sehr spannend, wie die skurrilen Klänge gemacht und erzeugt werden und welche Wirkung sie entfalten.

Daher war ich auch sofort wieder von einer erneuten Competition zum Anlass Halloweens begeistert – das Wort passt ja gerade gut in den Zusammenhang – und habe einen auditiven Beitrag „zusammengeschraubt“. Gesucht wird eine Stück, dass Schauer bei den Zuhörern erzeugt. Erlaubt war alles unter der Bedingung, dass man aus einem Ordner mit bestimmten Klängen mindestens einen dieser Klänge verwendet. Ich habe mehrere dieser Klänge in das Stück einfließen lassen. Herausgekommen ist eine Komposition mit einer speziellen Atmosphäre. Einige der zu hörenden Melodien werden durch Zufallsgeneratoren errechnet.

halloween


Das Beitragsbild ist abermals ein Foto meines Lieblingsmotives, allerdings diesmal in einer sehr dunklen Ausführung. Hast du es erkannt? Schreibe mir, die richtige Antwort erhält einen Preis!

the sound of silence

Compose 1 minute of sound about „Silence“, and describe your choices/idea. Ich interessieren mich momentan sehr für die vielfältigen und netten Competitions bei metapop. Anlässlich des Eufonia Festivals, welches just an diesem Wochenende in Berlin stattfindet, begegnet man auf der Seite eine Einladung zur producer competion mit dem Thema the sound of silence. Nun würde man ja direkt denken, eine Minute „sound“ und gleichzeitig „silence“, ein Widerspruch in sich, ein nicht lösbares Rätsel. [Mein Nachbar klärte mich darüber auf, dass man so etwas ein conundrum nennt, aber dies nur sei nur nebenbei erwähnt.] Wenn wir uns aber erinnern, wie in einem Film Stille dargestellt wird, müssen wir feststellen, dass Stille dort niemals mit NICHT-KLANG einhergeht, also es die totale Stille meistens nicht gibt. Vielmehr begegnet man einem Klang von Wassertropfen, den Sound von Wind, sehr tiefe lange Töne oder sogenannte UKOs (Zur Klärung dieses Begriffs bitte den Beitrag always on nachlesen), um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Milosz Jeziorski hat sich in dem ausgezeichneten Beitrag music vs. silence mit dieser Thematik beschäftigt und gibt einige sehr interessante Gedanken dazu preis.

Ich fand die Idee auf jeden Fall sehr spannend und habe selbst eine Minute Stille erzeugt, die keine Stille ist, sondern doch deutlich ein sounddesign im Sinne Jeziorski. Ich bin sehr erstaunt wie vielfältig die Beiträge der Einsender sind und mit welchen Worten sie die Einsendungen beschreiben. Schaut bitte mal selbst bei dieser Seite von metapop nach. Ich habe als Ausgangsmaterial eine soundscape Aufnahme verwendet (sonntagmorgen) und diese mit dem schon mehrfach erwähnten Grain-Sampler verändert. Dazu gesellt sich u.a. auch eine Aufnahme mit Eiswürfeln in einem Weinglas (Beitrag holiday on ice). Die Klänge wurden mehrfach in ihrer zeitlichen Ausdehnung sowie in ihrer Tonhöhe verändert und erneut hinzugenommen (resample).

the sound of silence


Das Beitragsbild wurde vorletztes Jahr im Januar an einem Sonntagvormittag aufgenommen. An einem Sonntagmorgen stellt sich manchmal eine besondere Stille ein.

really now feat. reptile room

Beim vorletzten Beitrag war ja zu lesen, dass über die Seite metapop eine Reihe von Remixes und Competition angestoßen werden. Das Format gefällt mir: Man bekommt als Musiker, Komponist und Sounddesigner eine konkrete Aufgabe und Klangmaterial (sample und sounds) gestellt, um daraus einen Song zu kreieren. Manchmal macht gerade das sehr viel Freude, sich in einem gesteckten Rahmen des kreativen Raumes bewegen zu müssen, weil es die Anzahl an Entscheidungsmöglichkeiten eingrenzt. Mein schon öfters erwähnter Freund P. schickte mir – wie schon einmal geschehen (vgl. das Stück whats ap P.) über WhatsApp eine Gitarren Loop, die ich als Ausgangslage für das Stück zurechtschnitt. Die Stimme der Sängerin der Gruppe Reptile Room aus Atlanta mit ihrem Stück Games und Teile des Schlagzeugtracks des Stückes, ergänzten mein Arrangement. Vor zwanzig Jahren startete u.a. die Audiosoftwarefirma Steinberg erste Versuche, Musikern über das Internet Kollaborationsmöglichkeiten zu verschaffen. Bei einer Session müssen die Musiker nicht mehr zwingend an einem Ort zugegen sein. Mittlerweile hat sich die Technik und damit verbundenen Brandbreite so weiterentwickelt, dass kollaborative Musikprojekte am Rechner in Echtzeit möglich sind.

really now fest. reptile room


Und hier die ursprüngliche Gitarren-Loop meines Freundes P. Das ursprüngliche Stück wurde mit „echt jetzt“ betitelt.

echt jetzt


Das Beitragsbild wurde im Sommer 2019 beim Rundgang der Kunsthochschule in Kassel aufgenommen und stellt ein sogenanntes ready made dar. Bei dem jährlichen Rundgang der Kunsthochschulen stellen die Studenten ihre Arbeiten aus und öffnen dazu ihre Ateliers.

cd „ein bisschen hören“

Diesmal gibt es keinen gesonderten Audiobeitrag, sondern ich kündige an, dass ich seit langer Zeit mal wieder eine CD veröffentlicht habe. Dabei geht es darum, den Menschen, die Musik nicht über Youtube, den Browser oder anderen Streamingdiensten hören wollen, die Möglichkeit zu geben meine Musik zu hören. Die CD falk • ein bisschen hören hat 18 Tracks und ich hoffe, die Auswahl und Reihenfolge ist mir gelungen. Folgt man dem Link, wird die Trackliste angezeigt. Die Titel sind zu den jeweiligen Beiträgen des Stückes verlinkt und man kann die kleinen Geschichten nachlesen, die zu den Stücken gehören.

Man darf die CD direkt bei mir abholen oder bestellen oder sich die Audiodateien herunterladen, um diese zu brennen.

Das Beitragsbild setzt sich aus Bildern älterer Beiträge zusammen, die jeweils für ein Stück stehen.

metropolis

Vorgestern flatterte eine Email ins Haus mit der freundlichen Aufforderung sich bei einer filmscore competion der Firma metapop zu beteiligen. Mit Unterstützung der Firma Native Instruments, die ja bekannt ist für ihre umfangreichen Sample Libraries, wurde ein einminütiger Filmtrailer des Films Metropolis aus dem Jahre 1927 sowie ein Ordner mit ein paar Sounds zur Verfügung gestellt . Die Aufgabe des Wettbewerbs besteht darin eine neue Filmmusik zum Trailer zu schreiben und mindestens einen Sound des Ordners zu verwenden. Ich persönlich habe sogar einige der angebotenen Klänge verwendet und mit meiner DAW Reason 11 Studio verarbeitet. Das Ergebnis zeigt der Youtube Film.

Der Film Metropolis ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Man kann ihn sogar auf Youtube anschauen, denn er wird mittlerweile als public domain (gemeinfrei) gelistet. Ich empfehle allen Interessierten sich dazu den Wikieintrag durchzulesen. Der Film ist der erste Film, der einen Eintrag in das Welterbe der UNESCO geschafft hat, noch bevor verloren gegangene Teile des Filmes 2008 in Argentinien gefunden wurden und die Rekonstruktion des Materials vollständig machten. Metropolis gilt als erster großer Science Fiction Film in Spielfilmlänge, beschränkt sich aber nicht auf Actionfilm Inhalte, sondern ist ein expressionistisches Werk zur Gesellschaftskritik möglicherweise aus einer marxistischen Sicht. Die Filmmusik des Komponisten Gottfried Huppertz gilt als legendär, es wird behauptet, dass Richard Wagner eine große Inspirationsquelle war. Hier kann man sich den originalen Klavierauszug anschauen. Die folgende Audiodatei ist etwas länger, als die Youtubeversion und daher hat sie das gelungenere Ende, da sie nicht – nicht wie in der Videoversion – abgeschnitten ist.

metropolis trailer


Das Beitragsbild zeigt ein Kunstwerk zu einer möglichen Maschine und passt daher ausgezeichnet zum Film Metropolis. Ich habe es 2018 beim Computer Communication Congress des Chaos Computer Clubs CCC (35C3) im sogenannten Sachsenpark aufgenommen. Da der Film Metropolis ja in S/W aufgenommen ist, muss das Beitragsbild natürlich auch in einer S/W Version gezeigt werden.

way to death II

Bleiben wir noch einmal bei der Ausstellungseröffnung, die ich im vorherigen Beitrag angekündigt habe. Bevor die Ausstellung offiziell eröffnet wurde, gab es in der Nähe der Ausstellungsräume eine Einführung zum Thema. Die Besucher trafen erst danach nach und nach ein und ich hatte mir zur Aufgabe gemacht, die Räume in eine unaufdringliche, hindoch nicht unbedingt unbeschwerte Klangtapete zu tauchen, um der Stimmung eine akustische Note zu verleihen. Dabei habe ich mich sogenannter generativer Klänge des im vorletzten Beitrags erwähnten modularen Klangerzeugers complex bedient, die ich mit verschiedenen Lautstärken ineinanderfließen ließ, um so eine klangliche Textur zu erzeugen.

way to death II


Das Beitragsbild zeigt Arbeiten der Künstlerin Christine Reinckens, die auch ausstellende Künstlerin der Ausstellung war.

angel fly

Ich ließ meinen Engel lange nicht los … , so dichtete Rainer Maria Rilke beginnend eines seiner bekanntesten Gedichte. Der Künstler Stephan Küster widmete diesem Gedicht eine Arbeit mit dem Titel „Engel flieg …“, wie weiter unten zu sehen ist.

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte in meinen Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm seinen Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt …

link

Am 19.09.2019 wird die Ausstellung Sehenden Auges • Künstler und der Tod in Melsungen um 18:00h eröffnet und ich habe die Ehre zusammen mit Sanne für musikalische Beträge zu sorgen. Eine Gedichtsvertonung des besagten Gedichts gesprochen von Stephan wird auch zum Besten gegeben. Da mir keine Aufnahme vorliegt, habe ich mir die Gedichtsrezitation von YouTube besorgt. Zu dieser Ausstellungseröffnung sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

angel fly …


Bei Besichtigung der Ausstellungsräume begegnete mir eine in den Boden eingelassene Panzerglasplatte, die darunter eine Installation um einen Schädel beherbergt.

the birthday complex

Das Stück „the birthday complex“ ergab sich aus einer Spielerei. Der eingesetzte Akkordionklang veranlasste meinen Nachbarn das Genre des Stückes als Cajun Musik, eine Spielart der Countrymusik aus Louisiana, zu bezeichnen. Ich persönlich finde, dass das Stück mehr wie ein Stück von Josef Zawinul, der Keyboarder von Weather Report und von Syndicat, klingt, der gerne Akkordionsounds eingesetzt hatte. Anläßlich meines nun schon einige Monate zurückliegenden Geburtstages, gönnte ich mir den Erwerb eines neuen Softwaresynthesizers für mein Musikprogramm (DAW) – man ahnt es schon – mit dem Namen complex. Dieser ist einem sogenannten Modularen Synthesizer nachempfunden. Modulare Synthesizer bestehen – wie der Name schon andeutet – aus unterschiedlichen Modulen, die zusammengeschaltet und verkabelt unterschiedliche Klänge erzeugen. In den letzten Jahren erfreuen sich analoge modulare Synthesizer wieder recht großer Beliebtheit, fast täglich werden neue Module herausgebracht, die in einem Rack zu komplexen Strukturen zusammengeschaltet werden können. Modulare Synthesizer werden auch als Software angeboten. Wer das mal ausprobieren möchte, lädt sich das VCV Rack herunter.

Hier sieht man Steve Pocaro der Gruppe Toto auf der Suche nach neuen Klängen im Jahre 1982.

Als ein Komplex wird in der Psychologie auch eine assoziative und psychoenergetische Einheit von Bildern und Vorstellungen, Gefühlen und Gedanken verstanden und dies kann man ja auch auf ein Musikstück übertragen, was mit einer Idee beginnend, sich zu einem komplexen Gebilde entwickelt.

the birthday complex


Das Beitragsbild zeigt die damals noch unverputzte Verkabelung unseres Hausflures und erinnert an die Strippen eines modularen Synthesizer.

mr. room

Hans Zimmer gehört mittlerweile zu den bekanntesten Komponisten des letzten Jahrzehnts. Er hat seine Musik mit zahlreichen Filmmusiken bekannt gemacht. Wie schon der berühmte klassische Komponist Joseph Haydn hat er einen Mitarbeiterstab aus bis zu zwanzig Musikern, die ihm bei der Ausarbeitung seiner Kompostion zur Seite stehen. Die Anzahl der Aufträge, die er zu bearbeiten hat, ließen sich alleine auch gar nicht stemmen. Eine der bekanntesten Zusammenarbeiten ist die Musik zu Fluch der Karibik, die inzwischen von fast alle Schulorchestern in ganz Deutschland gespielt wurde und die Eltern bei Schulkonzerten fragen lässt, ob es auch noch andere Musik gibt, die gespielt werden könnte. Als Komponist von Fluch der Karibik liest man immer den Namen Klaus Badelt. Klaus Badelt gehörte dem Mitarbeiterstab Hans Zimmers an. Hans Zimmer war während der Kompostion zu Fluch der Karibik durch Verträge rechtlich an andere Aufträge gebunden und durfte seinen Namen nicht als Hauptkomponist nennen. Stattdessen wurde Klaus Badelt, der zusammen mit Hans Zimmer an Fluch der Karibik arbeitete, als Hauptkomponist eingesetzt.

mr. room


Das vorliegende ninimalistische Stück (Kategorie simple) Stück „mr. room“ – in Anspielung an „Zimmer“ – startete als Idee als ein sogenanntes soundalike, was es dann aber nur in Ansätzen wurde. Zimmer verwendet gerne für seine Komposition die“ Four Chord Technik“, d.h. 4 Akkorde sind wiederholend zu hören und werden durch geschickte Instrumentation zu einem Stück verdichtet. [Vergleiche bitte den Beitrag 4 chords dazu.] Man höre dazu gerne das Stück Time aus dem Film Inception, wo Zimmer diese Technik mit Bravour anwendet. Zimmer gelingt es mit profanen kompositorischen Mitteln einen eigenen Sound zu kreieren, der als sogenannter Zimmersound bekannt ist, nicht zuletzt deswegen, weil er Klangfarben eines digitalen Film-Orchesters unvergleichlich zusammenstellen kann. Eine schöne Betrachtung und warum Zimmer die Hollywoodfilmusik verändert hat, findet man hier auf Youtube [ab 06:13].

Das vorliegende Beitragsstück verwendet Klänge von Handglocken, die spitfire audio in ihrer Labs Serie neuerdings zur Verfügung stellen. Sie passten gut zu der Melodie, die jeweils in der Wiederholung des ersten Teils in der Solo Violine auftaucht und die Grundidee des Stückes lieferte. Das Beitragsbild zeigt ein Gebäude an einem kleinen Havelnebenarm in Rathenow in Brandenburg, der die Altstadt umfließt. Ich habe mich gefragt, was in dieser Räumlichkeit wohl früher gemacht wurde. Wer hat darin gelebt, gearbeitet, gedacht und geschwitzt oder gefroren?

we are dancer (we create the dream)

Bevor ich mich jetzt für zwei Wochen verabschiede und einen kleinen Sommerurlaub im Kreise der Familie antrete, möchte ich gerne noch ein Stückchen mit euch teilen.

Manchmal ist es witzig selber zu beobachten wie der kreative Prozess von statten geht. Ursprünglich war das folgende Stück ganz anders geplant und dann sah ich in der Mediathek des ZDF einen Film eines jungen Filmemachers mit dem Titel Smile. Da geht es um eine junge weibliche Protagonistin, die unbedingt auf einer EDM Location einen DJ treffen möchte, den sie zuvor auf einem anderen Event kenngelernt hatte. Die Location nennt sich „Heimat“. Schon zu Beginn des Filmes wird eine Stimme eingeblendet, die anscheinend zu der jungen Frau spricht und ihr Versprechungen für ihre weitere Entwicklung offenbart.

Diese Stimme faszinierte mich sofort und kurzerhand fand sie Eingang in mein neues Stück und war dann auch namensgebend. Verwendung findet ein neuer Softwaresyntheziser, der auf physical modeling beruht und den elektronischen Klängen etwas natürlich Akustisches verleiht, daher auch der Name des Synthis Akoustic. Unterlegt wird die Sequenz mit sehr harmonischen Geigenakkorden.

Hier nochmal der Hinweis, dass einige meiner Stücke auch bei youtube unter dem Namen Mr.Falkbossa zu finden sind.

we are dancer (we create the dream)


Das Beitragsbild steuerte abermals meine Tochter bei, der ich dieses Motiv in Auftrag gegeben hatte. Es zeigt eine Heckenrose im Abendlicht nahe der Autobahn A49.

zingaro requiem

Vor einigen Wochen schenke mir ein guter Freund zum Geburtstag ein Buch mit dem Titel „Der Mensch im Tier – Warum Tiere uns im Denken, Fühlen und Verhalten oft so ähnlich sind“ von Norbert Sachser. Dem Klappentext ist zu entnehmen, dass uns der Autor eine Revolution in der menschlichen Betrachtung der Verhaltensweise der Tiere verspricht. Ehrlich gesagt, kann ich die Aufregung nicht verstehen: Auf einmal gilt es als etwas Besonderes, wenn dem Tier Persönlichkeit und Individualität zugesprochen wird. Jeder Haustierbesitzer weiß dies doch schon längst, lediglich die Wissenschaft hatte sich lange gegen ein Bild des Tieres gewehrt, das vielleicht als zu stark anthromorphisiert daher kam. Ich persönlich war schon immer der Meinung, Tiere habe eine Persönlichkeit und Individualität, aber man darf – auch meine Meinung – nicht den Fehler machen, diese Persönlichkeit zu stark mit der menschlichen Persönlichkeit gleich zu setzten. So haben ein Hund oder eine Katze durchaus ganz individuelle Geisteszüge, dies heißt aber noch lange nicht, dass er oder sie sich wie ein Mensch verhalten. Das Faß, ob es sich um Geist oder Seele handelt, will ich heute an dieser Stelle nicht aufmachen. [Vielleicht ist es sogar manchmal eher andersherum: Der Mensch verhält sich manchmal wie eine Katze oder wie ein Hund, oder?]

In den 80er Jahren habe ich mal Biologie studiert. Die Ethologie damals hatte ein stark mechanistisches Bild des Verhaltens der Tiere: Tiere haben keine Gefühle und nur eingeschränkte Schmerzempfindlichkeit; Instinkte beherrschen das Tier und Verhaltensreaktion sind weitestgehend angeboren; ausgelöst werden Sie durch Schlüsselreize. Das Reiz- Reaktionskonzept hat in der modellhaften Betrachtung durchaus seine Berechtigung, darf aber nicht überbewertet werden. Fische galten lange als dumm und stumm. Heute weiß man, dass es durchaus soziale, lernfähige Tiere sind, die stark miteinander kommunizieren. Vögel sind noch lernfähiger und haben darüber hinaus sogar erstaunliche kognitive Fähigkeiten.

Wenn an der Evolutionstheorie etwas „dran“ ist, dann kann ja der menschliche Geist auch nicht vom Himmel gefallen sein, sondern muss sich gemäß der Evolution entwickelt haben, demnach hat der menschliche Geist und die Verarbeitung von Gefühlen ihren biologischen Vorläufer bei den Tieren gefunden. Und klar muss dann auch sein, dass Tiere wie Katzen und Hunde auch in ihrer Persönlichkeit und Individualität weiter entwickelt sind, als eine Ameise oder ein Frosch.

In unserem Haushalt lebten zuletzt zwei Katzen. Ein Kater namens Zingaro ist vor einigen Tagen tödlich verunglückt, hat er sich doch in einem Schäferzaun verfangen und ist daran gestorben. Unsere familiäre Trauer war bzw. ist groß. Zingaro, was übrigens mit „Zigeuner“ übersetzt werden kann, war ein hochgeschätztes Mitglied der Familie. Wir und insbesondere meine Kinder und Frau hatten ein sehr enges Verhältnis zu diesem Tier. Keiner von uns in der Familie wäre auf die Idee gekommen, dass Zingaro keine eigene Persönlichkeit und Individualität (hätte) und keiner wäre auf die Idee gekommen, dass er keine Gefühle hätte.

zingaro requiem

Die Trauer war so groß, dass ich ein kleines Stück komponiert habe, was ich Zingaro in Gedenken widmen möchte und mir geholfen hat, meine Gefühle zu verarbeiten. Ich habe es Requiem genannt, obwohl es im strengen musikalischen Sinne kein Requiem ist, weil dafür weder die musikalische noch die religiöse Form stimmt. In der weiteren Bedeutung kann das Stück allerdings als Requiem durchgehen, weil es wahrhaftig eine Trauermusik ist. Die Partitur von Zingaro Requiem kann hier heruntergeladen werden. Es ist ein minimalistisches Stück mit einer ostinaten Pianostimme, die die gleiche Figur durch verschiedene Akkorde beibehält. Hinzu kommen einfache Streicher- und Hornstimmen, später ein Chor, die sich allmählich verdichten. Kurz vor dem Ende des Stückes begleitet eine Flöte im hohen Register das Ostinato. Als Soundquelle diente mir u.a. abermals die Klänge der Lab-Serie von Spitfire Audio.

Das Beitragsbild stammt von meiner Tochter und zeigt natürlich Zingaro.

i dont want this groove to ever ends (soundalike)

Als ich vor einigen Wochen mit unseren Kindern eine Kletterhalle in Nordhessen besuchte, fand ich Gelegenheit, während die Kinder kletterten, einen Kaffee zu trinken. Zunächst merkte ich nicht, dass ich leicht zu wippen begann, dann allmählich brachte ich diese kleine ideomotorische Ertüchtigung in Zusammenhang mit Musik, die im Aufenthaltsraum zu hören war. Ich bin sofort zum freundlichen Mitarbeiter der Kletterhalle vorgedrungen und habe mir den Link zur Quelle der Musik mit dem Titel I Dont Want This Groove To Ever Ends von LTJ Xperience mit immerhin mehr als 6 Millionen Klicks aushändigen lassen, der sich in einer YouTube Playlist befand.

Wow, was für ein groove! Und schnell merkte ich: Hier hat jemand konsequent den groove in den Vordergrund gestellt, es gibt keine Songstruktur, wie Verse und Chorus oder Ähnliches, sondern eine viertaktige Sequenz ist mit kleinen Variationen über sechs Minuten einfach durchgehend zu hören. Viele Musiker oder DJ bzw. Komponisten der elektronischen Popmusik kämpfen mit der sogenannten 4 or 8 bar loop hell. Zeugnis davon geben z.B. diese Forumsdiskussion, oder diese Diskussion und dieser Artikel ab. Bei dem Entkommen der „loop hell“ geht es darum nicht in der Schleife von 4 bis 8 Takten gefangen zu bleiben, sondern eine „groovige“ Idee im Sinne einer künstlerischen Weiterverarbeitung des musikalischen Material entwickelnd weiter zu spinnen. Der DJ des oben verlinkten Stückes machte sich aber darum keine Sorgen. Und genau dies habe ich aufgegriffen. Befreit von der Sorge habe ich es gewagt und selber im Sinne eines soundalike eine eigene Schleife im gleichen Tempo des Referenzstückes (bpm 102) mit leichten Variationen anzubieten und gänzlich auf Strukturen wie Verse, Chorus, Bridge und Soli zu verzichten. Es hat einen riesigen Spaß gemacht und ich werde nach dem gleichen Prinzip bestimmt noch den einen oder anderen „groove“, der nicht mehr enden soll, hier veröffentlichen.

i dont want this groove to ever ends (soundalike)

Das Beitragsbild zeigt ein funktionierendes Klein-Grammophon, welches ich vor etlichen Jahren in Duisburg bei einer lieben Verwandten fand. Leider kann ich die passende Soundaufnahme dazu nicht mehr finden. Das Grammophon passt zum house Sound, spielte doch zu Beginn der housemusic der Plattenteller eine entscheidende Rolle.

Ich habe mit diesem Song begonnen meine Songs auch auf Youtube unter Mr.Falkbossa zu distribuieren, um meine digitale Skalierung zu erweitern. Die Anzahl der Klicks macht mir dazu Mut.

sometime summertime

Jetzt ist es – endlich – wieder so weit. Die Sommerferien haben begonnen. Passend dazu zeigt das Beitragsbild eine Abendimpression eines fast erntereifen Feldes, während der leichte laue Abendwind darüber streicht. Gut vorstellbar wäre ein Ausritt mit dem Pferd. Dies Bild schafft die Verbindung zum Song, den ich fast in das Genre world country einordnen würde. Ich habe einige Spuren mit der Gitarre eingespielt und der Klang erinnert mich ein bisschen an Country Music. In einem speziellen Forum poste ich auch meine Stücke. Dort wünscht man sich die jeweilige Zuordnung des präsentierten Stückes zu einem Genre.

Aber das schöne, friedliche Bild trübt. So schön ein warmer, sonnenreicher Sommer auch bisweilen ist, so unheimlich sind die Dürremeldungen der letzten beiden Jahre. Bekannt ist die aktuelle Dürrekarte der Republik, die das dramatische Ausmaß zeigt. In vielen Gebieten der Landes haben die Regenmengen bei weitem nicht ausgereicht, den Grundwasserspiegel wieder annähernd zu füllen. Schnell wird der Klimawandel für dieses Phänomen ausgemacht. Wir bleiben genau wie letzte Woche noch ein bisschen beim Thema. Meine Meinung dazu: Natürlich gibt es Klimawandel. Klimawandel aber hat es schon immer gegeben. Die Frage ist nur: Wie groß ist der anthropogene Anteil daran? Was den Menschen seitens der Politik dazu angeboten wird, erscheint mir in vielen Teilen viel zu undifferenziert und unwissenschaftlich und „veräppelt“ nur wieder den normalen Bürger. Als Stichwort möchte ich dazu nur mal den weltweiten CO2 Emmisionshandel mit Zertifikaten nennen. Das ganze wird uns als Klimaziele verkauft und verändert letztendlich nur die Geldströme der Wirtschaft. Neue Märkte für noch mehr Konsum werden künstlich geschaffen und gehen an dem Problem komplett vorbei. Wo der menschliche Einfluß viel direkter nachweisbar ist – und dies treibt mich eigentlich mehr um – ist die Vergiftung der Welt. Zum Beispiel werden Felder regelmäßig mit Gift besprüht und wenige Woche danach werden Erzeugnisse dieser Felder als Lebensmittel verkauft. Ein Außerirdischer, der dies betrachten würde, müsste zu dem Schluß kommen, dass der Mensch völlig verrückt sei. Ein weiteres Stichwort zur Vergiftung der Welt ist das Thema Mikroplastik. Doch dazu werde ich mich mit einem zukünftigen Beitrag beschäftigen.

sometime summertime

we live in a strange world feat. greta thunberg

We live in a strange world, so prononcierte Greta Thunberg bei der Goldenen Kamera Verleihung 2019. Es ist schon verwunderlich, dass gerade die Wesen unserer Erde, die nachweislich in der Lage sind in einer metareflexiven Weise über den den Untergang der Welt nachdenken zu können, auch diejenigen sind, die den Untergang höchstwahrscheinlich auslösen oder zumindest gewaltig beschleunigen werden.

Vielleicht habe ich das Glück den Untergang nicht mehr zu erleben, aber um das Leben meiner Kinder mache ich mir echte große Sorgen. Ein Lichtschein am Horizont ist die Tatsache, dass sich – auch meine – Kinder durchaus bewusst sind, dass Ihnen die Zukunft gehört und sie haben begonnen ihre Politiklustlosigkeit des letzten Jahrzehnts abzulegen und Initiativen gegründet, die in den letzten Monaten in der Republik schon Erstaunliches bewirkt haben. Sie beteiligen sich auch an einer Regionalgruppe der europaweiten friday for future Bewegung, die ja von Greta angestoßen wurde. Erst heute, fand wieder eine Freitagsdemonstration statt. Plötzlich ist das Thema Klimawandel und Umweltzerstörung, Nachhaltigkeit und Müllvermeidung ein Thema aller Strömungen und Parteien. Jutta Ditfurth, eine ehemalige Politikerin der Grünen und im damaligen sogenannten Fundi-Flügel verortet, hat einmal in einem Interview gesagt, dass letztendlich alle maßgeblichen politischen Veränderungen in der Bundesrepublik durch die APO (Außerparlamentarische Opposition) bewirkt wurden. Auch konnte ich beobachten, dass Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung anfangen Dinge in ihrem Alltag zu ändern, denn sie haben erkannt, dass man nur dann etwas ändern kann, wenn man persönlich handelt. Gut so! Das heutige Stück möchte diese Gedanken musikalisch unterstreichen.

we live in a strange world feat. greta thunberg

Das Stück „we live in a strange world“ bedient sich der Worte Greta Thunbergs, die durch ihr hartnäckiges Handel zum Thema Klimawandel eine ganze Generation wachgerüttelt hat.

Das Beitragsbild zeigt eine Sammlung von Elektroschrott in einem Container einer Kasseler Berufsschule. Es ist erschreckend, was alles weggeschmissen wird und dann irgendwo in Afrika landet. Jeder ist aufgerufen etwas zur Nachhaltigkeit beizutragen. Muss es jedes Jahr ein neues Smartphone sein? Wie lange kann ich mein „altes“ Gerät noch nutzen? Wann muss ich wirklich Dinge neu kaufen und Altes in den Müll schmeißen?

signaltower of hope

Als 1992 anlässlich der dokumenta IX der afrikanische Künstlers Mo Edoga seinen Signalturm der Hoffnung aus Schwemmhölzern auf dem Friederichplatz in Kassel errichtete, ahnte keiner, dass das letzte Stück Holz dieses vergänglichen Kunstwerkes seit 1992 hier in unserem Dorf vor dem Hause steht und uns in den warmen Monaten des Jahres als ausgezeichnete Bank dienlich ist. Die Kinder entdeckten das Kunstwerk in Kassel schnell als außergewöhnliche Klettergelegenheit, was den Veranstaltern und der Stadt Kassel nicht gefiel. Der Signalturm wurde zunächst wegen der Sicherheit abgesperrt und sollte dann abtransportiert werden. Unsere damalige WG durfte sich bedienen und wir konnten mit dem Holz des Kunstwerkes einen Winter lang die Öfen des Fachwerkhauses heizen. Ein ganz großer Holzblock aus Eichenholz, blieb übrig. Ich finde, es wurde jetzt mal Zeit diesem außergewöhnlichen Stück Eichenholz ein Musikstück zu widmen. Dabei habe ich überwiegend Klänge benutzt, die an Xylophone, also an Selbsttöner (Idiophone), die mittels Holz Klänge erzeugen, erinnern.

signaltower of hope

Das Beitragsbild zeigt das erwähnte Stück Eichenholz vor dem Haus. Da es der alljährlichen Witterung ausgesetzt ist, hat der Zahn der Zeit am unbehandelten Holz teilweise schon erhebliche Spuren hinterlassen.

sonntagmorgen

Heute mal wieder seit langem ein klassischer Soundscape. [Wenn man die Kategorien benutzt, kann man alle soundscapes dieses blogs schnell finden.] Ich saß letzten Sonntagmorgen ein paar Minuten an der Bushaltestelle, weil mir aufgefallen war, dass es im Dorf außerordentlich ruhig war. Die in der nähe gelegene Autobahn verhielt sich einigermaßen zurückhaltend, obwohl man das Grundrauschen der Autobahn immer noch heraushört. Dies kommt bevorzugt an Sonntagvormittagen vor, wenn die Menschen noch nicht mit ihren KFZ in der Gegend herum fahren. Die Vögel waren gut zu hören. Ich bin leider kein Vogelstimmenexperte und kann nicht sagen, um welche Vogelarten es sich handelt. Aber vielleicht erkennst du ja sofort eine Art und teilst mir das mit?

Ich habe zwei Aufnahmen durchgeführt: 1. Mit einem iPhone SE und 2. mit einem ZOOM H2n Handy Recorder. Grundsätzlich ist es unglaublich, mit welcher Aufnahmequalität Aufnahmen heutzutage möglich sind. Ich kann mich noch gut an Zeiten in meiner Jugend erinnern, da zogen wir mit SONY Walkmans – also auf Compact-Kassette basierende Systeme – los, die aufgrund ihrer Technik natürlich noch enorm viel mit dem Thema „Rauschen“ zu tun hatten. Ein UHER Tonband hätten wir gerne benutzten wollen und die digitalen Aufnahmesysteme standen noch nicht zur Verfügung. Einige Jahre später kamen die ersten MD Recorder mit Aufnahmefunktion heraus. Diese eigneten sich hervorragend um rauschfreie Aufnahmen zu machen, waren aber empfindlich und zunächst natürlich auch sehr kostspielig.

Das iPhone nimmt ohne ein zusätzliches Ansteckmikrofon nicht in Stereo auf. Die Aufnahme wurde manipuliert, so dass wir hier ein Pseudostereo hören. Beide Aufnahmen wurden leicht mit einem Equalizer behandelt und mit ein bisschen zusätzlichem Raumklang versehen.

sonntagmorgen 1

sonntagmorgen 2

Das Beitragsbild zeigt eine Heckenrosenknospe nah des Aufnahmeplatzes.

old time funk

Funk ist ursprünglich eine Musik afroamerikanischer Musiker. Dabei handelt es sich um eine Spielart der Soulmusik, die wiederum Einflüsse aus Jazz, Rhythm & Blues und Rock ´n´Roll verarbeitete. Funk beeinflusste stark auch moderne Spielarten wie HipHop und House. Funk und Fusion bzw. JazzRock liegen teilweise eng beieinander.

Über Funk lässt sich nachlesen:

Die Bedeutung des Begriffes „Funk“ geht auf afroamerikanischen Slang der 1950er Jahre zurück, in dem „funky“ ein Synonym für „erdig“, „schmutzig“ oder auch „erregt“ war. Die anfängliche Bedeutung des Wortes war Rauch, schlechter Geruch. Erstmals im Zusammenhang mit afroamerikanischer Musik erscheint der Begriff um 1900 in einem (in Aufnahmen nicht überlieferten) Proto-Jazz-Stück von Buddy Bolden, das, der Überlieferung nach, entweder den Titel „Funky Butt“ oder aber „Buddy Bolden’s Blues“ hatte (von einem festen Titel ist für diese Zeit nicht auszugehen), wobei sich das „funky butt“ (stinkiger Hintern) im Text auf die schweißgetränke Atmosphäre in den Tanzlokalen bezog, in denen Boldens Band aufspielte.

wörtlich zitiert aus dem Wikipediaeintrag zu Funk

Der heutige „snapshot“ ist rhythmisch auch nicht „ganz sauber“, zwar schön synkopisch und rhythmisch treibend, aber nicht 100% exakt gespielt und daher ein wenig „dreckig“, ganz nach der Wortbedeutung des Wortes „funky“. Tipp: Das Stückchen direkt mehrmals hintereinander hören, denn der bald einsetzende Sologitarrenpart entpuppt sich dann als echte Melodie und dies hört man dann auch, wenn sie wiederholt wird.

Wer jetzt ein bisschen mehr über Funkmusik erfahren möchte, dem sei dieses aufschlußreiche Youtubevideo über die Geschichte der Funkmusik empfohlen.

Das Beitragsbild habe ich letztes Jahr bei der Terasse des Pfannkuchenhauses in Hüddingen aufgenommen. Das von zwei Niederländern betriebene Pfannkuchenhaus erinnert mit seiner Ausstattung an einen Setzkasten, wie sie in früheren Zeiten als Möbelstücke verbreitet waren, nur in groß. Der Clown kommt auch ein wenig „oldschool“ rüber.

rostnomo

Rostnomo ist der Name eine Synthesizers, der zufällig Klänge erzeugt. Man drückt einen Knopf und schon zaubert das Gerät einen neuen Klang. Drei von diesen Instanzen habe ich benutzt um wiederum mit einer zufällig erzeugten Tonhöhenspur gefüttert, die Grundlage für den heutigen Beitrag zu erzeugen. Das ganze wurde dann resampelt, – also das sample nochmals gesampelt – mit Celloklängen ergänzt und erneut „resampelt“, wobei eine Spur in umgekehrter Reihenfolge zu hören ist. Hier wurde jetzt mein geliebter Spitfireaudio Labs Chor dazugekommen. Das ganze habe ich dann nochmals vom Webdienst Schnalz mastern lassen.

Wer seit einigen Monaten mein blog aufmerksam verfolgt, dem ist nicht verborgen geblieben, dass ich Sounds liebe, die eigentlich gar nicht den Gepflogenheiten der Musik Folge leisten. Musik im herkömmlichen Sinne hat in verschiedenen großen Anteilen Melodie, Harmonie, Rhythmus und Form, die nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten wie Tonart und Zusammenklang funktionieren. Aber auch Gewohnheiten können bestimmte Formmodelle wie zum Beispiel Verse-Chorus-Strukturen (Strophe & Refrain) ausbilden und gelten dann gemeinhin als Musik. Hierzu gibt es einen lesenswerten Artikel von dem Musipsychologen Karsten Schäfer, der die gleiche Auffassung vertritt.

Diese Stück hier besteht eigentlich nur aus Klang bzw. sogenannten Klangtrauben, die in der modernen klassischen Musik auch gerne als Cluster oder Texturen bezeichnet werden. Hört selber einmal hin und fragt euch: Ist dies Musik? Und wenn ihr zu einem Ergebnis gekommen seit, dann bitte, teilt mir das mit!

Das Beitragsbild zeigt die Zuckerfabrik in Wabern. Es handelt sich, wie ihr ja schon herausbekommen habt, um eines meiner Lieblingsmotive. Auch diesmal wurde es grafisch leicht verändert. Ich habe diese Motiv, was hier allerdings zu einer anderen Zeit an einem anderen Datum aufgenommen wurde, in einer anderen Form schon mal für den Beitrag a swell to help you sleep benutzt und lege euch diesen erneut warm ans Herz.