tama

Ich habe in der letzten Zeit selten einen „Wow-Effekt“ erlebt, wenn ein Hersteller von virtuellen Instrumenten ein neues Produkt auf den Markt bringt. Diese Woche war es aber wieder soweit. Ich habe mir die Testversion von Friktion heruntergeladen, die neuste Rackextension der Firma reason studios (ehemals propellerheads) aus Schweden und der Klang hat mich regelrecht umgehauen. Sofort habe ich ein kleines Stück aufgenommen und es Tama getauft.

tama


Bei Friktion handelt es sich um ein Instrument, welches auf der Physical Modeling Technologie (PM Synthese) basiert. Im Gegensatz zu der weiterverbreiteten Sampling Technik – und dies meint Klänge komplett digital aufzunehmen und wiederzugeben, um wirkliche Instrumente abzubilden, – wird hier eine kurze Trägerwelle durch Berechnungen so manipuliert, dass der Eindruck eines authentischen Instruments entsteht. Diese Technik ist nicht neu und wurde schon 1993 erfunden, aber erst in den letzten beiden Jahren kamen virtuelle Instrumente mit Physical Modeling auf den Markt, die zu überzeugen wissen. Dieser Artikel führt das Gesagte weiter aus.

Tama ist eine Form von Taman und wird als Name verwendet. Im Slowenischen bedeutet es „dunkel“ bzw. „schwarz“. In Japan erlangte eine Katze Namens Tama Berühmtheit, weil Sie jahrelang an einem Bahnhof ausharrte. Vor einigen Wochen schlug mir Spotify ein Stück namens Tara vor. Tara findet sich auf dem neusten Album des Musikers John McLaughlin, der sich abermals mit indischen Musikern versammelt hat, um dieses ausgezeichnete Album aufzunehmen. Insbesondere fasziniert mich an diesem Album das Tuning des indischen Sängers. Inder wachsen in einer Hörtradition mit 22 Tönen (Shrutis) auf, während wir in der westlichen Welt mit 12 Tönen auskommen.

Das Beitragsbild habe ich 2014 bei einem Besuch der Türkei in der Nähe von Izmir bei einer antiken Ausgrabungsstätte aufgenommen. Es handelt sich dabei um die Ruinen der antiken Stadt Teos. Die Nähe zum arabischen Raum passt gut zu der leicht orientalisch klingenden Musik.

always on advanced (steve jobs edit)

Als Steve Jobs im Jahr 2007 bei einer seiner berühmtesten Keynote auf der Macworld 2007 Convention im Moscone Center in San Francisco das erste iPhone vorstellte, löste dies eine regelrechte Medienrevolution aus. Schon 10 Jahre später konnte sich die reiche westliche Welt nicht mehr vorstellen, dass es eine Zeit ohne Smartphones gegeben hat, so stark hatte dieses kleine Gerät die Medienlandschaft und die Gewohnheiten der Nutzer verändert. Nicht das es nicht vor 2007 schon Versuche gegeben hätte ein solches Gerät mit Touchscreen zu bauen und auf den Markt zu bringen. Allerdings hatte es Apple mal wieder als erste Firma verstanden, das Gerät so bedienerfreundlich und funktionell zu gestalten, dass fortan alle anderen Hersteller – die mittlerweile durchaus auch bessere Geräte zu freundlicheren Preisen auf den Markt bringen – auf diesen Zug aufsprangen. Apple zählt aufgrund dieses Erfolges bekanntermaßen zu den reichsten Firmen der Welt.

Über Steve Jobs ist viel geschrieben worden und man kann über ihn viel nachlesen. Es gibt eine offizielle Biographie, die auch verfilmt worden ist. Diese Verfilmung habe ich noch nicht gesehen, freue mich aber schon darauf. Ich habe einen anderen Film (Jobs) über Steve Jobs – gespielt von Ashton Kutcher – gesehen, der den Rauswurf aus der Apple-Firma und seine erneute Einstellung thematisiert. Ich fand diesen Film trotz schlechter Kritiken gar nicht schlecht. Auch Ashton Kutcher hat seine Rolle meiner Meinung nach gut gespielt. Der besondere Genius von Steve Jobs bestand – so sehe ich das – darin, dass er 1. starke Visionen hatte, 2. in der Lage war vortreffliche Leute in sein Team zu holen, die seine Visionen unter Zeitdruck und Stress umsetzten konnten und 3. er ohne Rücksicht auf Verluste diese Leute bis zur Erschöpfung antrieb. Es ist immer wieder darüber zu lesen, welch unangenehmer Zeitgenosse Stehe Jobs zuweilen gewesen ist, insbesondere wenn es darum ging, die Firmeninteressen zu gewährleisten.

In seiner berühmten Rede in der Stanford Universität 2005 – wenn ich mich nicht täusche, hatte die Universität ihm eine Ehrendoktorwürde zukommen lassen – kommt Steve auf seinen Rauswurf zu sprechen. Dies kann man auch bei dem heutigen Stück hören, denn es beinhaltet Ausschnitte dieser Rede. Aus dieser Rede stammt folgendes Zitat:

Eure Arbeit wird einen großen Teil eures Lebens ausmachen und der einzige Weg, wirklich zufrieden zu sein, ist etwas zu tun, das ihr für großartiges Schaffen haltet. Und der einzige Weg, Großartiges zu leisten, ist, wenn ihr liebt, was ihr tut. Und falls ihr es noch nicht gefunden habt, haltet Ausschau. Gebt euch nicht zufrieden. Genau wie bei allen Herzensangelegenheiten werdet ihr merken, wenn ihr es gefunden habt.

Steve Jobs: Stanford commencement speech (2005)

always on advanced (steve jobs edit)


Bei dem heutigen Beitragstück handelt es sich um einen eigenen Remix. Ich habe das Stück always on (simply) mit Rhythmen, Bass und der Stimme Steve Jobs erweitert und dadurch in ein EDM Gewand gegossen.

Das Beitragsbild entstand 2017 im Zeppelin Bunker in Wünsdorf (Brandenburg), wo die Nationalsozialisten während des 2. Weltkrieges eine riesige Bunkeranlage als Nachrichtenzentrale errichtet hatten. Diese Bunkeranlage kann man besichtigen. Keiner hätte sich in den 40er-Jahren erträumen können, wie sich 50 Jahre später die Handhabung von Telefonen ändern würde.

mother of the nation

Zur Zeit erfreut sich „Mutti“ – noch Bundeskanzlerin Angela Merkel – laut ARD Deutschlandtrend sehr hoher Zustimmungswerte von 71% und liegt damit an erster Stelle vor Gesundheitsminister Jens Spahn, der sich bis zum zweiten Platz vorgearbeitet hat. Frau Merkel hat sich nicht zuletzt durch ihr Entscheidungsverhalten in Coronazeiten und durch den aktuellen Europavorsitz wieder die Spitze der Beliebtheit zurückerobert.

Zwar polarisiert Merkel die Nation, doch kenne ich etliche Menschen aus den verschiedensten politischen Lagern, die behaupten, Merkel hätte mit ihrer stets ruhigen unaufgeregten eigentlich stoischen Art ohne übertriebenen Narzissmus einen sehr guten Job gemacht und uns durch mehrere politische Krisen geführt. Ich behaupte sogar Frau Merkel ist der beste SPD Kanzler, den wir je hatten, obwohl sie ja der CDU angehört. Dadurch wurde ihr der Titel Mutti der Nation verliehen. Den Titel Mutter der Nation hatte zuvor die schon lange verstorbene Schauspielerin Inge Meysel inne.

Grund genug „Mutti“ (Angela) heute zu Wort kommen zu lassen. Die einzelnen und im Grunde unzusammenhängenden Zitate entstammen einem sogenannten soundboard. Soundboards zu Persönlichkeiten finden sich zahlreich im Internet. Sie dienen dazu, sozusagen auf Knopfdruck bestimmte Klangschnipsel – hier Zitate – auditiv abzurufen und erfreuen sich großer Beliebtheit.

mother of the nation


Das Stück reiht sich ein in die Reihe der Stücke mit sogenanntem voiceover. Vielleicht kann ich bei Gelegenheit die VoiceOver Stücke der Kategorie spoken zusammenfassen.

Das Beitragsbild zeigt passenderweise die Glaskuppel des deutschen Bundestagsgebäudes bei einem Besuch im Jahr 2019 in Berlin.

the dawn of a new era

Der Titel dieses sinfonischen Stückes ist zugegebenermaßen etwas pathetisch, entspricht aber vielleicht doch ein bisschen dem Ausdruck des Stückes, welches mit Orchesterinstrumenten arrangiert ist und etwas – wie junge Menschen heutzutage sagen würden – episch klingt. Frei übersetzt komme ich auf den deutschen Titel: Aufbruch in eine neue Zeit. Manch ein Hörer würde sofort fragen, um welchen Fantasy-Film es sich denn handelt, der diese Musik erklingen lässt.

Auf die Idee mal wieder etwas klassisches bzw. mal wieder ein fiktive Filmmusik zu komponieren, brachte mich das schöne Instruktionsvideo von Arn Anderson, der sich auch – schon wieder – mit dem Thema der 4 Chord Progression auseinandergesetzt hat. Hier regt er seine Zuhörer an, sich mit einer von 6 möglichen Akkordverbindungen zu beschäftigen und zeigt Möglichkeiten auf, diese als Grundlage für melodische Experimente zu verwenden. Und siehe da: Es funktioniert, wie man hören kann! Auf Schlaginstrumente habe ich ganz bewusst verzichtet!

the dawn of a new era


Arn Anderson schlägt aus der riesengroßen Menge der 4 chord progressions 6 Akkordverbindungen vor. Die Buchstaben geben den Namen des Akkords in der C Dur Tonart an, die römischen Ziffern die Stufenbezeichnung des Akkords in einer Tonart.

Am • VImF • IVC • IG • V
Am • VImG • VF • IVG • V
Dm • IImAm • VImC • IG • V
C • IF • IVAm • VImG • V
C • IG • VAm • VImF • IV
Dm • IImF • IVAm • VImG • V
4 chord progressions • Arn Andersson • https://arnandersson.com

Für das vorliegende Stück habe ich die erste Variante verwendet und noch eine kleine Modulation ergänzt. Am Anfang werden die Akkordwechsel doppelt so lange gehalten. Die Instrumente des Orchesters sind allesamt der BBC Symphony Orchestra Bibliothek von Spitfireaudio entnommen, welches auch für „free“ heruntergeladen werden kann, wenn man einen Fragebogen ausfüllt.

Das Bild zeigt natürlich ein Bild von einer Dämmerung, was ja aufgrund des Titels zu vermuten war. Ich habe dieses Bild im Frühjahr dieses Jahres in der Emsaue – südlich von Gudensberg in Nordhessen – aufgenommen.