winterdance

Noch immer beschäftigt uns die Pandemie und wenn man eine realistische Prognose wagen darf, so behaupte ich, dass sich erst frühestens Ende des Jahres die Lage beruhigen wird. Die Pandemie hat gewichtige Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen: Es gibt die „ansichige“ pandemiolgogische, die logistisch medizinische, die wirtschaftlich gesellschaftliche und nicht zuletzt die menschlich psychologische Ebene. Bisweilen fühlen sich manche Menschen vereinsamt und unberührt. Grund genug, auch mal ein wenig Freude und Beschwingtheit in das tägliche Leben zu mischen.

Dazu mag der kleine musikalische Snapshot dieses Artikels beitragen. Mich persönlich lädt er sofort zum Tanzen und Mitschwingen ein. Die kess vorgetragene Flötenmelodie wird durch ein fetziges Gitarrensolo unterbrochen. Ich habe seit langer Zeit mal wieder viele Stücke des mexikanischen Gitarristen Carlos Santana gehört und fühlte mich dadurch direkt angeregt auch mal wieder in die Saiten zu greifen. Carlos darf als Gitarrengott bei fast allen seiner Songs immer Solo spielen und ich war erstaunt, als ich aufgrund der Spotify Diskographie bemerkte, dass er fast JEDES Jahr seit 1969 eine LP bzw. CD auf den Markt gebracht hat.

Vor über zwei Jahren habe ich den Titel Dancing in the Snow veröffentlicht, der mich ein bisschen – zumindest was die Winterthematik angeht – an das heutige Stück erinnert.

winterdance


Das Beitragsbild entstand bei einem kleinen Winterausflug in der Nähe des Kellerwaldturms im Wüstegarten und besticht durch seine kontrastreiche Ornamentik.

bladerunner oseney

Das dritte Stück aus der Bladerunner Fortsetzungsreihe. Das Stück erinnert ein wenig an den 1980 Jahre Technosound des distopischen Filmes die Klapperschlange (englischer Originaltitel = Escape from New York) aus dem Jahre 1981 von John Carpenter, der nicht nur Regie führte, sondern auch die Filmmusik beisteuerte. In der Hauptrolle war Kurt Russel zu sehen. Ich war damals von der Musik so begeistert, dass ich mir sofort die LP kaufen musste. Die Ähnlichkeiten meines Stückes sind unter anderem dem durchgehenden rhythmischen Synthibeat und der Verwendung analoger Synthesizerklänge geschuldet.

bladerunner oseney


Das Stück besteht aus einer großen Kadenz, die dreimal wiederholt wird. Bei jeder Wiederholung kommen andere Diskantklänge hinzu. Die letzte Wiederholung schließt mit einer fast orchestralen Klangverdichtung. Einer der verwendeten Klänge aus dem Spitfireaudio Labs Universum trägt den Namen oseney, der dann namensgebend wurde.

Das Betragsbild wurde in einer Baugrube aufgenommen und farblich wiederum ins Orange verschoben und erinnert ein bisschen an eine Marslandschaft. Auch dazu sollte man wieder die Bildsprache des Filmes Bladerunner 2049 vergleichen.

panta rhei

panta rhei

Eigentlich sollte dieses Stück eine Fortsetzung der Bladerunner Serie werden, doch ich merkte schnell, dass das Stück zu wenig distopisch klingt und wie der Zufall so wollte, flatterte gerade ein Newsletter von der Seite neueswort.de ins Haus. Neueswort.de schickt alle paar Tage Fremdwörter des Tages und erklärt ihre Herkunft. Einige Wörter sind mir bekannt, andere sind wahrhaftig neu für mich und panta rhei kannte ich noch gar nicht. Allerdings passt dieser Name wunderbar zu dem heutigen Stück, denn es bedeutet so viel wie „alles fließt“. Ich zitiere jetzt mal aus dem Newsletter wörtlich:

  • Der aus dem Griechischen stammende Aphorismus panta rhei bedeutet wörtlich „alles fließt“ und beschreibt, dass alles in unaufhörlicher Bewegung ist. Die Welt steht also nicht still, alles ist im Werden. Dinge, Wesen und Zustände entstehen und vergehen unablässig.
  • Die Formel geht auf den vorsokratischen Philosophen Heraklit zurück, der damit die grundlegende Struktur der Realität als prozesshafte Einheit aus Sein und Werden beschreibt. Er vergleicht die Realität dabei mit einem Fluss, der als Ding begrenzt und erkennbar ist, sich aber gleichzeitig (durch das Fließen des Wassers) in stetigem Wandel befindet. Er sagt: „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen“.

pantha rhei


Das Beitragsbild entstand auf einem Spaziergang im hessischen Kellerwald leicht oberhalb der Schneegrenze unlängst zwischen den Jahren – wie man so schönt sagt – und symbolisiert das Fließen der Natur im Wechsel der Jahreszeiten.