zingaro requiem

Vor einigen Wochen schenke mir ein guter Freund zum Geburtstag ein Buch mit dem Titel „Der Mensch im Tier – Warum Tiere uns im Denken, Fühlen und Verhalten oft so ähnlich sind“ von Norbert Sachser. Dem Klappentext ist zu entnehmen, dass uns der Autor eine Revolution in der menschlichen Betrachtung der Verhaltensweise der Tiere verspricht. Ehrlich gesagt, kann ich die Aufregung nicht verstehen: Auf einmal gilt es als etwas Besonderes, wenn dem Tier Persönlichkeit und Individualität zugesprochen wird. Jeder Haustierbesitzer weiß dies doch schon längst, lediglich die Wissenschaft hatte sich lange gegen ein Bild des Tieres gewehrt, das vielleicht als zu stark anthromorphisiert daher kam. Ich persönlich war schon immer der Meinung, Tiere habe eine Persönlichkeit und Individualität, aber man darf – auch meine Meinung – nicht den Fehler machen, diese Persönlichkeit zu stark mit der menschlichen Persönlichkeit gleich zu setzten. So haben ein Hund oder eine Katze durchaus ganz individuelle Geisteszüge, dies heißt aber noch lange nicht, dass er oder sie sich wie ein Mensch verhalten. Das Faß, ob es sich um Geist oder Seele handelt, will ich heute an dieser Stelle nicht aufmachen. [Vielleicht ist es sogar manchmal eher andersherum: Der Mensch verhält sich manchmal wie eine Katze oder wie ein Hund, oder?]

In den 80er Jahren habe ich mal Biologie studiert. Die Ethologie damals hatte ein stark mechanistisches Bild des Verhaltens der Tiere: Tiere haben keine Gefühle und nur eingeschränkte Schmerzempfindlichkeit; Instinkte beherrschen das Tier und Verhaltensreaktion sind weitestgehend angeboren; ausgelöst werden Sie durch Schlüsselreize. Das Reiz- Reaktionskonzept hat in der modellhaften Betrachtung durchaus seine Berechtigung, darf aber nicht überbewertet werden. Fische galten lange als dumm und stumm. Heute weiß man, dass es durchaus soziale, lernfähige Tiere sind, die stark miteinander kommunizieren. Vögel sind noch lernfähiger und haben darüber hinaus sogar erstaunliche kognitive Fähigkeiten.

Wenn an der Evolutionstheorie etwas „dran“ ist, dann kann ja der menschliche Geist auch nicht vom Himmel gefallen sein, sondern muss sich gemäß der Evolution entwickelt haben, demnach hat der menschliche Geist und die Verarbeitung von Gefühlen ihren biologischen Vorläufer bei den Tieren gefunden. Und klar muss dann auch sein, dass Tiere wie Katzen und Hunde auch in ihrer Persönlichkeit und Individualität weiter entwickelt sind, als eine Ameise oder ein Frosch.

In unserem Haushalt lebten zuletzt zwei Katzen. Ein Kater namens Zingaro ist vor einigen Tagen tödlich verunglückt, hat er sich doch in einem Schäferzaun verfangen und ist daran gestorben. Unsere familiäre Trauer war bzw. ist groß. Zingaro, was übrigens mit „Zigeuner“ übersetzt werden kann, war ein hochgeschätztes Mitglied der Familie. Wir und insbesondere meine Kinder und Frau hatten ein sehr enges Verhältnis zu diesem Tier. Keiner von uns in der Familie wäre auf die Idee gekommen, dass Zingaro keine eigene Persönlichkeit und Individualität (hätte) und keiner wäre auf die Idee gekommen, dass er keine Gefühle hätte.

zingaro requiem

Die Trauer war so groß, dass ich ein kleines Stück komponiert habe, was ich Zingaro in Gedenken widmen möchte und mir geholfen hat, meine Gefühle zu verarbeiten. Ich habe es Requiem genannt, obwohl es im strengen musikalischen Sinne kein Requiem ist, weil dafür weder die musikalische noch die religiöse Form stimmt. In der weiteren Bedeutung kann das Stück allerdings als Requiem durchgehen, weil es wahrhaftig eine Trauermusik ist. Die Partitur von Zingaro Requiem kann hier heruntergeladen werden. Es ist ein minimalistisches Stück mit einer ostinaten Pianostimme, die die gleiche Figur durch verschiedene Akkorde beibehält. Hinzu kommen einfache Streicher- und Hornstimmen, später ein Chor, die sich allmählich verdichten. Kurz vor dem Ende des Stückes begleitet eine Flöte im hohen Register das Ostinato. Als Soundquelle diente mir u.a. abermals die Klänge der Lab-Serie von Spitfire Audio.

Das Beitragsbild stammt von meiner Tochter und zeigt natürlich Zingaro.

i dont want this groove to ever ends (soundalike)

Als ich vor einigen Wochen mit unseren Kindern eine Kletterhalle in Nordhessen besuchte, fand ich Gelegenheit, während die Kinder kletterten, einen Kaffee zu trinken. Zunächst merkte ich nicht, dass ich leicht zu wippen begann, dann allmählich brachte ich diese kleine ideomotorische Ertüchtigung in Zusammenhang mit Musik, die im Aufenthaltsraum zu hören war. Ich bin sofort zum freundlichen Mitarbeiter der Kletterhalle vorgedrungen und habe mir den Link zur Quelle der Musik mit dem Titel I Dont Want This Groove To Ever Ends von LTJ Xperience mit immerhin mehr als 6 Millionen Klicks aushändigen lassen, der sich in einer YouTube Playlist befand.

Wow, was für ein groove! Und schnell merkte ich: Hier hat jemand konsequent den groove in den Vordergrund gestellt, es gibt keine Songstruktur, wie Verse und Chorus oder Ähnliches, sondern eine viertaktige Sequenz ist mit kleinen Variationen über sechs Minuten einfach durchgehend zu hören. Viele Musiker oder DJ bzw. Komponisten der elektronischen Popmusik kämpfen mit der sogenannten 4 or 8 bar loop hell. Zeugnis davon geben z.B. diese Forumsdiskussion, oder diese Diskussion und dieser Artikel ab. Bei dem Entkommen der „loop hell“ geht es darum nicht in der Schleife von 4 bis 8 Takten gefangen zu bleiben, sondern eine „groovige“ Idee im Sinne einer künstlerischen Weiterverarbeitung des musikalischen Material entwickelnd weiter zu spinnen. Der DJ des oben verlinkten Stückes machte sich aber darum keine Sorgen. Und genau dies habe ich aufgegriffen. Befreit von der Sorge habe ich es gewagt und selber im Sinne eines soundalike eine eigene Schleife im gleichen Tempo des Referenzstückes (bpm 102) mit leichten Variationen anzubieten und gänzlich auf Strukturen wie Verse, Chorus, Bridge und Soli zu verzichten. Es hat einen riesigen Spaß gemacht und ich werde nach dem gleichen Prinzip bestimmt noch den einen oder anderen „groove“, der nicht mehr enden soll, hier veröffentlichen.

i dont want this groove to ever ends (soundalike)

Das Beitragsbild zeigt ein funktionierendes Klein-Grammophon, welches ich vor etlichen Jahren in Duisburg bei einer lieben Verwandten fand. Leider kann ich die passende Soundaufnahme dazu nicht mehr finden. Das Grammophon passt zum house Sound, spielte doch zu Beginn der housemusic der Plattenteller eine entscheidende Rolle.

Ich habe mit diesem Song begonnen meine Songs auch auf Youtube unter Mr.Falkbossa zu distribuieren, um meine digitale Skalierung zu erweitern. Die Anzahl der Klicks macht mir dazu Mut.

sometime summertime

Jetzt ist es – endlich – wieder so weit. Die Sommerferien haben begonnen. Passend dazu zeigt das Beitragsbild eine Abendimpression eines fast erntereifen Feldes, während der leichte laue Abendwind darüber streicht. Gut vorstellbar wäre ein Ausritt mit dem Pferd. Dies Bild schafft die Verbindung zum Song, den ich fast in das Genre world country einordnen würde. Ich habe einige Spuren mit der Gitarre eingespielt und der Klang erinnert mich ein bisschen an Country Music. In einem speziellen Forum poste ich auch meine Stücke. Dort wünscht man sich die jeweilige Zuordnung des präsentierten Stückes zu einem Genre.

Aber das schöne, friedliche Bild trübt. So schön ein warmer, sonnenreicher Sommer auch bisweilen ist, so unheimlich sind die Dürremeldungen der letzten beiden Jahre. Bekannt ist die aktuelle Dürrekarte der Republik, die das dramatische Ausmaß zeigt. In vielen Gebieten der Landes haben die Regenmengen bei weitem nicht ausgereicht, den Grundwasserspiegel wieder annähernd zu füllen. Schnell wird der Klimawandel für dieses Phänomen ausgemacht. Wir bleiben genau wie letzte Woche noch ein bisschen beim Thema. Meine Meinung dazu: Natürlich gibt es Klimawandel. Klimawandel aber hat es schon immer gegeben. Die Frage ist nur: Wie groß ist der anthropogene Anteil daran? Was den Menschen seitens der Politik dazu angeboten wird, erscheint mir in vielen Teilen viel zu undifferenziert und unwissenschaftlich und „veräppelt“ nur wieder den normalen Bürger. Als Stichwort möchte ich dazu nur mal den weltweiten CO2 Emmisionshandel mit Zertifikaten nennen. Das ganze wird uns als Klimaziele verkauft und verändert letztendlich nur die Geldströme der Wirtschaft. Neue Märkte für noch mehr Konsum werden künstlich geschaffen und gehen an dem Problem komplett vorbei. Wo der menschliche Einfluß viel direkter nachweisbar ist – und dies treibt mich eigentlich mehr um – ist die Vergiftung der Welt. Zum Beispiel werden Felder regelmäßig mit Gift besprüht und wenige Woche danach werden Erzeugnisse dieser Felder als Lebensmittel verkauft. Ein Außerirdischer, der dies betrachten würde, müsste zu dem Schluß kommen, dass der Mensch völlig verrückt sei. Ein weiteres Stichwort zur Vergiftung der Welt ist das Thema Mikroplastik. Doch dazu werde ich mich mit einem zukünftigen Beitrag beschäftigen.

sometime summertime