instinct

Schweinen wird ein besonders guter Geruchsinn nachgesagt. Sie wühlen im Boden, erschnüffeln sich Leckereien und graben dabei in kurzer Zeit eine abgesteckte Weide um. So auch die ungarischen Wollschweine, die im Beitragsbild zu sehen sind. Die Grasnarbe der Wiese war binnen zwei Wochen vollständig abgetragen.

Wenn jemand ein besonderes Gespür für bestimmte Situationen hat, attestiert der Volksmund diesem einen „guten Riecher“. Manche sprechen auch von einem guten Instinkt. Dem Hauptdarsteller – Dr. Dylan Reinhart – der amerikanischen Fernsehserie Instinct wird auch dieser Spürsinn nachgesagt, löst er doch Kriminalfälle auf geniale Weise. Ich frage mich allerdings, ob nicht der Begriff Instinkt mit Intuition verwechselt wird. Zum Beispiel vielleicht wie hier in dieser Aufnahme einer Kriminalserie zu hören ist:

Intuition ist eine kognitive Fähigkeit, die auf Erfahrungen beruht und unbewusst und manchmal schnell abgerufen werden kann, Instinkt hingegen ist eine angeborene Verhaltensweise, die uns zu automatischen Reaktionen verhilft.  Beim Menschen ist möglicherweise  der „gute Riecher“ eine gelungene Mischung von beidem, von Instinkt und Intuition. Sogenannte Experten im Netz sehen den Unterschied ähnlich wie ich.

instinct

Der kleine „Snapshot“ des heutigen Beitrages ist ein „Soundalike“ des TV Serien Musik Themas und versucht das Original etwas verändert nachzustellen. Ich glaube, es ist bis jetzt der kürzeste auditive Beitrag dieses blogs. Das Original kann natürlich aus urheberrechtlichen Gründen nicht wiedergeben werden. Ich habe das Original auch im weiten Netz nicht isoliert finden können. Hier der Score zum Audiobeitrag:

selinas spiegel

Der Titel des Beitragsstückes leitet sich von dem Stück Spiegel im Spiegel des estnischen Komponisten Arvo Pärt ab, der auf 1978 auf dem Album Alina veröffentlichte. Pärt erlangte mit seinen mutig einfach gehaltenen Stücken, die nur einen Teil seines Schaffens ausmachen, Berühmtheit in der Klassik-Szene. Ich bin froh, das es solche Komponisten gibt. Zu dem Stück „Spiegel im Spiegel“ habe ich eine besondere persönliche Beziehung, daher widme ich mein „soundalike“ dazu meiner jüngsten Tochter. Das Stück „Selinas Spiegel“ darf man getrost als „soundalike“ betrachten, bedient es sich der gleichen Mittel, sowohl in Auswahl der Instrumente, des Klanges und der musikalischen Strukturen, die weitestgehend auf Dreiklangsbrechungen beruhen.

selinas spiegel

Selinas Spiegel – Partitur

Das Beitragsbild anstand vor zwei Wochen in der Nähe des Ortes Wega in den Morgenstunden, als der Nebel noch über dem Land lag. Das Rauschen des Digitalbildes wirkt hier fast wie ein guter Analogeffekt.

how it works

Kürzlich fand ich eine Datei auf meinem Computer, die ich 2013 erstellt hatte und die mich zu dem heutigen Beitragsstück brachte. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr daran erinnern, unter welchen Umständen diese musikalische Skizze entstanden ist, geschweige denn wie der Titel zustande kam. Ich glaube, ich wollte etwas ausprobieren und mir mit dem Titel selber signalisieren, wie eine bestimmte Technik in der DAW zu bewerkstelligen ist. Trotzdem freute ich mich diese Vorlage gefunden zu haben. Ich habe der Rohfassung einen „break“, ein Gitarrensolo und eine Chromaphone Sequenz hinzugefügt. Chromaphone ist ein virtuelles Instrument, welches durch physical modeling Klänge erzeugt, die wie Röhreninstrumente, wie zum Beispiel Boomwhackers oder auch alle möglichen Arten von Malletinstrumenten, wie Xylophone oder Vibraphone, klingen. Dabei werden diese Klänge nicht wie sonst üblich bei virtuellen Instrumenten  zunächst digital aufgenommen, sondern durch einen Algorithmus erzeugt, was einerseits den Speicherbedarf der Klänge drastisch senkt, andererseits die Manipulationsmöglichkeiten der Klänge enorm erhöht. Das ganze Stück erinnert ein wenig an Joe Zawinuls Band Syndikat.

Für das Beitragsbild habe ich ein Bild aus dem Jahr 2013 herausgesucht. Ich fand die Farbe des Abendliches in Nordhessen beeindruckend.

lotus eat

Ich habe für diesen Beitrag ein Beitragsbild meiner Nachbarin Conny ausgewählt, welches sie an ihrem Gartenteich vor ein paar Jahren fotografierte. Zu sehen ist eine Seerose, die der indischen Lotusblume phänotypisch sehr ähnlich, botanisch aber nicht verwandt ist; trotzdem, bringt uns die Lotusblume zu dem Stück „lotus eat“. Das Stück „lotus eat“ erinnert mich an das Stück Lotus Feet des großen Gitarristen John McLaughlin. Ich habe in mein Stück auch brav zwei musikalische Zitate eingearbeitet. Er nahm es in den 1970er Jahren gleich zweimal auf. Weil noch ein Vertrag mit der Plattenfirma CBS zu erfüllen war, musste Johns Mahavishnu Orchestra zumindest unter dem Namen noch eine Platte veröffentlichen, obwohl er künstlerisch und spirituell schon bei der indisch/britischen Fusionband Shakti angekommen war, für die er das Stück komponierte. Gleichwohl gefällt mir die Mahavishnu Version, auf der LP Inner Worlds ausgezeichnet, denn ich liebe den Gitarrensound, den John McLaughlin erstmalig mit einem Prototyp eines Oberheim Gitarrensynthesizers erzeugte gerade bei dem Stück „Lotus Feet“.

Lotus Feet steht in der hinduistischen Tradition für einen devoten Zustand sich dem Göttlichen zu nähern. Bisweilen wird „Lotus Feet“ aber auch für die chinesische Tradition der Fußschnürung, die jahrhundertelang ein Symbol für die Unterdrückung der Frauen im hinterasiatischen Raum stand. Der Titel „lotus eat“ erinnert an sogenannte  Lotophagen (Lotuseater) in der Odyssee von Homer der griechischen Mythologie, denen zur Betäubung ein Trunk aus Lotuspflanzenknollen serviert wurde.

Das Stück basiert auf eine als Zufallspattern generierte Playersequenz mit einem Idiophonklang (Selbstklinger wie z.B. Glocken). Darum gesellen sich allerlei Perkussionsinstrumente unterlegt mit einem Padsound (Liegeklang). Das melodische Element ließ mich auf Grund des flötenartigen Klanges – wie anfangs erwähnt – an das Stück Lotus Feet denken.

lotus eat

stringologie one

Das Stück „stringologie one“ arbeitet mit Hilfe von Arpeggiatoren, also auch wieder musikalische Automaten,  die jeweils Stringsounds (Geigenklänge) ansteuern. Aus dem Zusammenklang  von drei Violinen ergibt sich eine Stimmung, die mich an Steve Reichs Different Trains erinnert. Stringologie One ist eine „Live-Aufnahme“, die nicht „durchprogrammiert“ bzw. „sequenziert“ ist, sondern wurde „einmalig“ aufgenommen und stellt somit ein Unikat dar.

stringologie one

Das Beitragsbild bringt den Schreibtisch meiner Tochter. Die Aufnahme wurde mit der App Prisma verfremdet. In der Mitte zeigt es eine Art Flächenmuster. Flächenmuster werden manchmal herangezogen, um Minimal Music zu visualisieren. In genialer Art und Weise wurden Flächenmuster von M.C. Escher illustriert.

streich

Ich bin ein großer Fan sogenannter minimal music, eine spezielle Richtung zeitgenössischer klassischer Musik mit Mut zu durchgehenden Rhythmen und einfachen Harmonien. Die bekanntesten Vertreter sind: Steve Reich, Phil Glas und John Adams. Schon als Schüler habe ich Steve Reichs „Music For 18 Musicians“ rauf und runter gehört. Während des Studiums wurde von Dr. Ulli Götte aus Kassel In Prozess, das erste Minimal-Orchester Deutschlands in den achtziger Jahren gegründet. Ich durfte als Gründungsmitglied die ersten Jahre mitspielen, was mir sehr gut gefallen hat. Alle zehn Jahre werde ich zum Jubiläumskonzert eingeladen und spiele dann auch manchmal bei einem Stück mit; das Orchester existiert noch immer und tritt auf. Regelmäßig wird in Kassel ein internationales Minimal-Festival veranstaltet.

Meine Schüler kommen an meiner Vorliebe zur Minimal Music auch nicht vorbei und sie müssen z.B. beim Kurs „Form in der Musik“ so manches Minimalstück im Unterricht spielen und ergründen. Daher lasse ich mir manchmal auch selber etwas einfallen. Herausgekommen ist zum Beispiel das Stück „Streich“, ein Steve Reich „soundalike“ für Piano, Mallet, Flöte und Posaune.

streich

Das Bild wurde im Herbst im Hochmoor der hessischen Rhön aufgenommen und erinnert mich mit seinen Strukturen an minimalistische Musik.

tubular bells

Auf der Suche nach Youtube Videos zu „tubular bells“, was ja die alten Hasinnen und Hasen noch von früher kennen, mit der Überlegung dieses Stück mal zu arrangieren, stieß ich auf dieses fantastische Video wundervoller New Yorker Keyboaderinnen des Brooklyn Synth Orchestras. Ein lohnender Spaß und auch ein gut gemachter Remix.

Dieses Video inspirierte mich zu einem eigenen Remix. Diese Stück nimmt auch an der Reason 10 Challenge teil.

tubular bells soundalike

 

Das Bild zeigt die dorlarer Version der „Tubular Bells“. Wir haben die Rohre unserer Spüle fotografiert, damit wir nach der Reinigung der Einzelteile auch die ursprüngliche Form wieder zusammensetzten konnten.