morse song

Eigentlich wollte ich nur zwei neue virtuelle Klangquellen testen, heraus kam dieser kleine Song. Das aufdringliche Thema erinnert stark an einen Morsecode, auch wenn ich hier keinen Morsecode bewusst benutzt habe. Ich nahm dies zum Anlass ein bisschen über den Morsecode nachzulesen. Der Morsecode ist einer der bekanntesten Codes und ist immer noch in Verwendung. Im Grunde besteht er aus zwei Zeichen, die sich in ihrer Länge unterscheiden. Das Morsecodealphabet benutzt für verschiedene Buchstaben eine unterschiedliche Anzahl von diesen zwei Zeichen – lang oder kurz. Das „E“ hat nur ein Zeichen, nämlich „kurz“, während das „J“ beispielsweise aus vier Zeichen besteht: kurz lang lang lang. Ob ein Buchstabe durch ein oder bis zu vier Zeichen codiert wird, bestimmt sich aus der Häufigkeit der Verwendung im englischen Alphabet. Einzelne Buchstaben und Wörter werden durch bestimmte Pausenlänge abgegrenzt. Der Morsecode lässt sich vielfältig mit unterschiedlichen Medien verwenden: Beispielsweise als Ton, als Strom wie z.B. Licht an/aus, als Rauchzeichen, als Klopfzeichen und als Rufzeichen. Das Netzt hat zeigt einige Morse-Songs, auf ein Beispiel verweise ich hier.

Ich begann meinen Song mit einem Klavier-Ostinato. Ich probierte hier einen Klavierklang aus, der nicht als speicherfressende Samplebibliothek daherkommt, sondern aufgrund einer Rechnenvorschritt errechnet wird (Algorithmus) und viel weniger Speicherplatz braucht. Dies nennt man dann Physical-Modelling. Hinzukommt ein Schlagzeugklangset, welches sich auf Klänge mit Besen spezialisiert hat. Den Morseklang übernimmt ein von mir selber geflöteter Sound, der über einen Sampler abgerufen werden kann. Dieser Klang ist auch bei dem Solo zu hören. Ein Rap ergänzt die Musik.

morse song


Ich habe diesmal mal wieder von der KI MidJourney ein Bild errechnen lassen. Gezeigt wird ein virtueller Morsetelegraph.

possible words

Einer meiner größten Wünsche für das Jahr 2023 – und ich hoffe sehr, dass er in Erfüllung geht – ist die Beendigung des Ukraine Krieges, für den ich kein Verständnis aufbringe. Der ganze Schrecken und die Zerstörung müssen ein Ende haben. Die Frage ist nur, wie kann das erreicht werden? Diplomatische Bemühungen sind an den Forderungen der Kriegsparteien bisher gescheitert, ein militärisches Eingreifen anderer Parteien wird zur Zeit noch vermieden, zu gefährlich wären die Folgen eines solchen Eingreifens. In den letzten Tagen ist von einer anderen Taktik berichtet worden: Das ukrainische Militär hat eine Hotline für russische Soldaten eingerichtet, um russischen Soldaten die Möglichkeit einzuräumen sich zu ergeben. Diese Hotline wird gut angenommen. Und es gibt eine weitere Initiative. Litauer rufen russische Mitbürger in Russland an, um in einen Dialog mit der Bevölkerung Russlands zu kommen, was sie eigentlich von dem Krieg halten. Anfangs wurde schnell aufgelegt, aber inzwischen stellt sich heraus, dass die russische Bevölkerung reden will. Ich halte die Taktik mit der russischen Bevölkerung, die unter der Propaganda der russischen Regierung zu leiden hat, in einen Dialog zu treten für sehr sinnvoll. Daher hat auch das Beitragsstück den Titel possible words bekommen. Wörter als Möglichkeit in einem Diskurs etwas verändern zu können. Dazu passend habe ich ein Foto der Dokumente 15 des letzten Jahres aus dem Hübner Areal ausgewählt, wo ein afrikanische Puppenspieler ihre Figuren ausstellten.

Das heutige Beitragsstück schlummert schon seit 2018 unvollendet auf meiner Festplatte und nun habe ich es endlich fertig stellen können. Die Idee war es musikalisch an den Trompeter Jon Hassel zu erinnern. Jon Hassel ist letztes Jahr verstorben. Aufmerksam wurde ich auf Jon durch seine Zusammenarbeit mit Brian Eno und des Albums  Fourth World Vol. 1 – Possible Musics aus dem Jahre 1980, was mich seinerzeit und auch noch heute sehr beeindruckt hat. Durch die Verwendung verschiedener Effektgeräte schafft Jon einen luftigen Trompetenklang, der einzigartig ist. Ich habe versucht den Trompetensound ein bisschen nachzuahmen, was mir nur entfernt gelungen ist. Ich hatte das Album schon einmal in dem Beitrag dune • opening angesprochen. Das Stück mündet zweimal jeweils nach einem etwas freieren Teil in eine wunderschöne, fast versöhnliche Melodie, die möglicherweise einen Ohrwurmcharkter aufweist.

possible words


between the years

Alle Jahre wieder gibt es die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, die wir als „Zwischen den Jahren“ bezeichnen. Ich persönlich finde dies sehr passend, hat man doch das Gefühl, dass man nach Weihnachten und vor Neujahr sich einfach mal treiben lassen darf. Man bildet sich ein, dass die Welt ein bisschen ruht, was sie natürlich nicht wirklich macht, allein die Vegetation hat sich deutlich zurückgezogen.

Der Begriff „Zwischen den Jahren“ kommt daher, dass seitens der Kirche bis ins 16. Jahrhundert hinein mal der 25.12 und mal der 06.01. als Jahresanfang ausgerufen wurde, bis man sich schließlich auf den 01.01. festgelegt hatte. Weil es auch in machen Gegenden unterschiedlich gehandhabt wurde, verbreitete sich der Begriff „zwischen den Jahren“. Überlegungen zu dem Thema hatte ich 2019 schon einmal in dem Beitrag twelfth night veröffentlicht.

Ich wünsche euch Allen ein gutes neues Jahr! In machen Punkten kann es ja nur besser werden, so will man meinen. Für viele sind die Aussichten nicht nur rosig! Daher sind die guten Wünsche für das nächste Jahr besonders wichtig!

Ich beschließe mein musikalisches Jahr mit einem kleinen „Kling-Klang“-Stück aus der Mambial Reihe. Ich habe dieses Jahr 44 Stücke herausgebracht, ich kann also sagen, was dies betrifft, dass ich recht fleißig war. Ich habe das Bladerunner Album herausgebracht und unter anderem die DuneTune Serie gut voran gebracht.

between the years


Ich verwende diesmal das Beitragsbild einer lieben Freundin, die es mir dankenswerterweise hier für mein blog zur Verfügung gestellt hat. Das Bild symbolisiert so wunderbar das heutige Thema. Die beiden Jahre, einmal als Spiegelbild und dazwischen der sanfte Nebel.

moyen market

Vor vielen Jahren kaufte ich aus den Beständen des Versenders Zweitausendeins eine CD Sammlung mit dem Namen Moyen Age, was das Mittelalter meint und normalerweise Englisch mit Medieval übersetzt wird. Moyen kommt aus dem französischen Sprachraum.

Das Mittelalter beschreibt eine sehr lange Epoche und über die genaue Datierung des Beginns und des Endes wird immer ein wenig gestritten. Im Mittelalter war sehr viel los und wegen des langen Zeitraumes verwundert es auch nicht, dass wir hier ganz unterschiedliche Erscheinungsformen der Kulturlandschaft wiederfinden. Im Bereich der Musik kann man sagen, dass sich in Europa die kunstvolle Mehrstimmigkeit aus den einstimmigen Gesängen in kirchlichem Zusammenhang entwickelt haben. Viele Komponisten haben sich an dieser Entwicklung beteiligt und weil es immer einige Regelwerke zu beachten gab, wurde um die Weiterentwicklung der Harmonielandschaft sehr vortrefflich gerungen. Natürlich kann man nur Spuren der musikalischen Vergangenheit nachweisen, wenn es irgendwelche Aufzeichnung gibt und die sind zumindest aus dem 12. Jahrhundert relativ dürftig. Aber, immerhin, einiges konnte gefunden werden wie zum Beispiel eine Version des Viderunt Omnes – ein gregorianisches Graduale – des genialen Komponisten Perutin, über den man leider nicht viel weiß. Perutin hat die Zweistimmigkeit zu einer Vierstimmigkeit ausgebaut. Wenn man seine Musik hört wird einem die Kühnheit seines Schaffens bewusst und wie ich finde hat diese Musik aus dem 12. und 13. Jahrhundert nichts Staubiges, ganz im Gegenteil, ich für meinen Teil meine die Kühnheit Perutins Schaffens herauszuhören und auch seine Genialität.

Ich habe eine Youtubeaufnahme dieses Chorals als Sample – der Link zeigt eine besonders schön gemachte Version – in meinem neuen Stück verwendet und ordne es meiner Market Serie zu, die ich in Zukunft gesammelt veröffentlichen möchte. Durch die Verwendung von Gregorianischen Chorälen hat das Stück dann direkt wieder ein bisschen Ähnlichkeit mit Michael Cretus (Enigma) Sadeness aus dem Album MCMXC a.D. Mein Stück wird von einem Bassostinato und einer Synthesizerlinie geprägt und kommt in dem von mir ungeliebten Tempo 120 daher. Dazu hatte ich mich schon einmal ausgelassen.

moyen market


Das Bild habe ich 2021 im Hessenpark aufgenommen. Die Farben sind leicht verfälscht. Eine windgetriebene Getreidemühle mit einem Esel finde ich passend zum Thema Mittelalter.

quiet operation

Ich staunte nicht schlecht, als ich unlängst abends in der Magdeburger Uni-Klinik einen Roboter – ein autonom fahrender Wagen – bemerkte, der mir entgegenkam und Essenwagen selbständig in einen Aufzug transportierte und sich dabei ausbat, man möge seine Kreise bitte nicht stören. Ganz nach Beat Döbeli Honegger (2016) in seinem lesenswertem Buch „Mehr als 1 und 0“ als eine Konsequenz auf den Leitmedienwechsel mit „Automatisierung des Automatisierbaren“ beschrieben, wurde mir direkt vor Augen geführt, wie das erlebbar wird. Und sogleich kam mir einen Erinnerung des Filmes mit dem deutschen Titel „Lautlos im Weltraum“ und im Original „Silent Running“, den ich als Kind 1974 in der ARD gesehen und der mich sehr beeindruckt hatte in den Sinn, weil der Film damit endet, dass eine große Kuppel mit den letzten Pflanzen und ein paar Tieren der Erde, die zu einem Wiederaufforstungsprogramm zur Erde zurückgeschickt werden sollten, menschenleer in den Weltraum entlassen und lediglich die Pflege des Biotops zwei niedlichen Robotern überlassen wurde. Hintergrund dabei war der Zustand der Erde, die durch Umweltverseuchung und Kriege fast sämtliches Leben verloren hatte.

Die Thematik des Films ist gerade insofern aktuell, als dass vor ein paar Tagen die Weltnaturkonferenz in Montreal gestartet ist, mit dem Ziel einen weltweiten gültigen Vertrag zu unterzeichnen, der besagt, dass 30% des Lebensraumes der Erde unter sofortigen Naturschutz zu stellen sei. Es verwundert allerdings auch nicht, dass die Unterhändler, die ja immer vor Beginn der eigentlichen Konferenz die Papiere vorbereiten sich schon wieder nicht alle einig werden konnten: Also, wie immer bei solchen Konferenzen. Irgendwie haben die Staaten immer noch nicht begriffen, dass wir schon lange nicht mehr „fünf vor zwölf“, sondern schon längst „fünfzehn nach zwölf“ haben.

Zu dem Film steuerte im Zusammenarbeit mit den Komponisten der Filmmusik Peter Schickele keine geringere als Joan Baez zwei Songs bei, die mich damals ungemein beeindruckt hatten. Daher dachte ich mir einen kleinen Song diesmal mit Gesang zu kreieren, der für diesen Beitrag in Frage kommen könnte. Das bemerkenswerte bei diesem Song ist, dass die Grenzen zwischen Strophe und Refrain praktisch aufgehoben sind und sich nur schwer eine klassische Songstruktur fest machen lassen kann. Aus dem englischen Originaltitel „silent running“ habe ich „quiet operation“ gemacht. Die Gesangssamples habe ich bei Loopcloud eingekauft.

quiet operation


Das Beitragsbild zeigt den oben beschriebenen Roboter in Aktion.

who knows who wrote this melody?

Als mir eines schönen Morgens im Sommer diese Melodie in den Sinn kam, habe ich sie direkt in mein Smartphone gesungen. Kurz danach setzte ich mich an den Rechner, um die Melodie aufzunehmen. Ich fragte mich die ganze Zeit, wo ich die Melodie her kenne. Sie kommt mir sehr bekannt vor. Dann habe ich lange gesucht und auch ein paar Freunde gebeten mir bei der Suche des Urhebers der Melodie behilflich zu sein. Dies blieb ohne Erfolg. Der Titel des Stückes ist durchaus als Aufforderung gedacht. Wer den Urheber dieser Melodie kennt, der lasse es mich bitte wissen. So lange in dieser Richtung nichts passiert, werde ich mich als Komponist dieser Melodie fühlen.

In Deutschland verhält es sich rechtlich so, dass mit der Aufnahme oder Niederschrift einer noch nicht bekannten Melodie automatisch die Urheberschaft besteht. Eine Melodie hat meistens eine sogenannte Schöpfungshöhe. Allerdings lässt sich grundsätzlich die Schöpfungshöhe eines Werkes nicht objektiv festlegen und somit müssen sich oft Gerichte damit beschäftigen, ob ein Werk bzw. Erzeugnis jeglicher Art nun überhaupt urheberrechtlich geschützt werden kann bzw. geschützt ist.

Das Urheberrecht bleibt in Deutschland immer beim ursprünglichen Urheber. Es kann nicht verkauft bzw. vermietet werden. Lediglich die Vertriebs- und Aufführungsrechte können abgegeben werden. In Amerika verhält es sich allerdings anders. Da kann ein Künstler die Rechte seiner Urheberschaft durchaus für Geld verkaufen.

Ich bin jetzt gespannt, ob sich jemand meldet und die Urheberschaft des heutigen Beitragstückes beansprucht. Spannend wird es, wenn dieser jemand mir dann verbieten will, das Stück weiterhin auf meinem Blog zu veröffentlichen. Ich habe wenig zu befürchten, da ich keine kommerzielle Webseite betreibe. Außerdem ist es erlaubt ohne zu fragen sogenannte Coverversionen von Stücken zu veröffentlichen, wenn grundsätzlich die Melodie nicht verändert wird. Auch hier wurden in der Vergangenheit schon oft Gerichte zu Rate gezogen, um individuelle Sachverhalte zu klären.

who knows who wrote this melody?


Das Beitragsbild zeigt eine Gänseblümchenwiese, die ich vor ein paar Jahren bei der Durchfahrt durch das Sauerland fotografiert habe.

magic of autumn

Kommt jetzt doch etwas überraschend, der klare Kälteeinbruch, oder? Vor ein paar Wochen erlebte man noch einen besonders warmen Oktober und nun das plötzliche Gegenteil, starke Nachfröste sind zu verzeichnen. Dies hängt mit den jeweiligen Wetterlagen zusammen und welche Luftströmungen aufgrund von welchen Tief- bzw. Hochdruckgebieten zu uns wandern. Freute man sich eben noch darüber, dass die Heizung nur wenig fossile Energie verbrauchen muss, umso stärker verbraucht sie jetzt das Heizgut und wir wissen, dass dies ausgelöst durch die sogenannte Energiekrise für die meisten eine enorme wirtschaftliche Belastung bedeutet. Vom Staat wird erwartet, dass er für Hilfe sorgt, dies hat aber seine ökonomischen Grenzen. Es zeigt sich, dass im Grunde viele Jahre versäumt wurde in die Zukunft zu schauen um die richtigen energiepolitischen Weichen zu stellen.

Dabei wären nachhaltige Heizsysteme schon lange möglich, denn die die eigentliche Energie ist durch die Sommerwärme im Übermaß reichlich vorhanden, man müsste lediglich diese Energie verlustfrei speichern können, um sie dann im Winter wieder gezielt abzugeben. Vor zwanzig Jahren hatte ich eine Bericht gesehen, wie Architekten ein Haus mit einer riesigen Isolierkanne ausstatteten und diese mit Solarthermie den Sommer lang aufheizten. Diese gespeicherte Wärme reichte aus, um das Haus die ganzen Wintermonate mit Heizungs- und Warmwasserwärme zu versorgen, sogar ein Außenpool konnte mit Wärme geheizt werden. Warum dieses einfache und geniale Konzept nicht weiter verfolgt wurde leuchtet mir bis heute nicht ein. Letzte Woche erfuhr ich von einer Firma, die dieses Prinzip wieder aufgreift: Die Wärme des Sommers zu speichern und im Winter wieder abzugeben. Als Speicher dient hier nicht Wasser, sondern ein nicht näher bekannter Speicherstoff. Eine Forschergruppe um eine Karlsruher Professorin verfolgt ähnliche Ziele, indem ein Granulat als Wärmespeicher zu Grunde liegt. Hier ist aber noch keine industrielle Verarbeitung geplant. Ich hoffe, dass dieses Prinzip schnell Anwendung in den Haushalten findet. Im Grunde würde dies in vielen Haushalten das Energieproblem lösen können.

Das heute minimalistisch Stück der Mabial-Reihe hat nach einem kleinen Intro eine klassische A A´B Form.

magic of autumn


Das Beitragsbild zeigt eine winterliche Impression nach einer sehr frostigen Nacht, wie wir es gerade erleben. Diese Aufnahme stammt aus dem letzten Jahr.

dunetune • playing

Ob ich mir die Spiele der in Kürze beginnenden Fußballweltmeisterschaft der Herren anschaue? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht! Normalerweise interessiere ich mich schon etwas für den internationalen Fußballzirkus und verfolge die Ereignisse Europa- und Weltmeisterschaft. Aber diesmal ist einiges anders, was einem die Freude regelrecht sehr trüben kann.

  1. Die Weltmeisterschaft findet im November und Dezember statt. Das gab es noch nie und ist daher schon ein bisschen befremdlich. Weihnachten steht schon fast wieder vor der Tür, gestern liefen die Kinder mit ihren Laternen anlässlich des St. Martinfestest durchs Dorf, es werden von mir schon Spekulatius verzehrt und es fängt an nachts empfindlich kalt zu werden. Irgendwie will da keine Fußballweltmeisterschaftsstimmung aufkommen, weil man gewöhnt ist, dass dies in den Sommer gehört.
  2. Der zweite Grund ist aber viel schwerwiegender. Diesmal findet ja die WM in dem Golfstaat Katar statt. Diese Land ist nicht gerade für eine herausragende Fußballmannschaft bekannt. Demzufolge gab es auch kaum irgendwelche Stadien. Die mussten alle neu errichtet werden und zwar praktisch in der Wüste. In der Wüste ist es tagsüber im Sommer besonders warm, daher die Verlegung in die Spätherbstmonate. Man kann sich ausmalen, dass die Stadien nach der Weltmeisterschaft eigentlich in Katar nicht mehr gebraucht werden. Man weiß auch unter welchen Umständen die Stadien errichtet wurden, wie viel Arbeitskräfte fast sklavenartig beschäftigt wurden, um dies Mammutprojekt zu bewerkstelligen. Und dann hat man das Gefühl, man wird zum Mittäter, wenn man sich die Spiele dieser WM anschaut.
  3. Es gab erhebliche Korruptionsvorwürfe bei der Vergabe dieser WM. Jeder weiß, dass es so war, aber letztendlich wurde keiner zur Rechenschaft gezogen. Man könnte fast sagen, wie immer, bei solchen Geschichten, wo viel Geld fließt.

Das heutige Stück brachte ich ursprünglich mit spielenden Kindern in einer Oase in Verbindung. Diese Assoziation wird durch das mit der KI Midjourney errechnete Beitragsbild unterstützt. Musikalisch handelt es sich von der Form her um eine Art Mini-Rondo mit der Abfolge der Teile A B A B C A D E B A. Es ist das sechste Stück der dunetune Serie.

dunetune • playing


thera´s mine

Neulich bekam ich überraschenderweise von einer Freundin Besuch. Sie erzählte mir, dass Sie neuerdings ein Theremin geliehen hat und seit einiger Zeit mit diesem Instrument übt. Ich habe dies zum Anlass genommen ein Stück zu komponieren, bei dem ein Thereminklang zum Einsatz kommt.

Das Theremin ist ein außergwöhnliches Instrument, denn die Bewegung der Hände im Raum werden in Tonhöhe und Modulation übersetzt. Damit ist es das einzige Instrument, was berührungslos gespielt wird. Dies gelingt durch den Einsatz von Antennen, die einen elektronischen Schwingkreis aufspannen, welcher dann durch die Bewegung der Hände beeinflusst wird. Mir diesen Veränderungen produziert dann ein Soundgenerator der Ergebnis. Berühmtheit erlangte das schon 1920 erbaute Gerät, weil Alfred Hitchcock in seinem oscarprämiertem Film Spellbound von 1945 ein Theremin durch den Komponisten Miklós Rózsa einsetzten ließ. Für viele Jahre war das Theremin fast in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren treten aber einige Künstler wieder vermehrt mit diesem Instrumentent auf und dies kann man dank YouTube auch ausgiebig erkunden. Theremine werden (wieder) gebaut und sind im Handel erhältlich.

Mit dem heutigen Beitragsstück setzte ich die mambial Reihe fort. Der Titel des Stückes ist eine Art Wortspiel.

thera´s mine


Das Beitragsbild zeigt eine Quarzformation aus dem Besucherbergwerk Merkers in Thüringen und schien mir passend für den Titel des heutigen Stückes.

dunetune • drumming

Jetzt geht es mit dem nunmehr fünften Stück der Dunetune Reihe weiter. Wie der Titel schon verrät, spielen diesmal diverse Trommeln und Percussioninstrumente aus dem afrikanischen Raum wie Djembe und Darbuka eine größerer Rolle. Über den dichten Rhythmus in einem eher gemächlichen Tempo spannen sich sage und schreibe sechs verschiedene melodische Ideen.

Das Beitragsbild ist eine Fotografie von der Documenta 15 im Hübner Areal , die unlängst zu Ende ging. Zu sehen ist ein Wandteppich oder Tuch aus Mali, welches im Rahmen des Fondation Festival sur le Niger ausgestellt wurde. Die verwendeten Farben erinnerte mich an mein Sanddünenthema und aufgrund des Herkunftslandes ist es auch eine passende Wahl.

Ein Schweizer Kunstphilosoph dessen Namen ich nicht mehr parat habe, äußerte sich mit dem Satz, die Documenta 15 wäre gleichzeitig die schlechteste und beste Documenta, die bisher stattgefunden hätte. In gewisser Weise kann ich dies nachvollziehen.

Ich möchte nicht über die meiner Meinung nach unnötigen sogenannten Skandale um angeblich antisemitische Kunstwerke reden, die die Documenta 15 ausgelöst hat, denn für mich waren dies übertriebene Meinungen, die in den Medien zu stark hochgekocht wurden. Was mir sympathisch war, ist die Tatsache, dass diesmal wahrhaftig Ausschnitte aus der Kunst der Welt einen Raum bekamen, von der man sonst nicht viel mitbekommt, weil die Kunst gerade der Südhalbkugel im kommerziellen westlichen Kunstgerangel oft gar keine Rolle spielt. Ja, es wurden Kunstwerke gezeigt, die vielleicht nicht einem professionellen Anspruch genügten, ja, es wurden auch eine Menge Dokumentationen gezeigt, die nicht den Anspruch auf ein Kunstwerk hatten, allerdings bekamen Künstler aus Ländern eine Stimme, die wir westlichen Kunstbetrachter sonst wenig bis gar nicht wahrnehmen und wir Westeuropäer dürfen uns wirklich auch mal mehr Gedanken über das Kulturleben gerade in ärmeren Ländern machen.

dunetune • drumming


darth maul

Irgendwie bin ich auf die Idee gekommen ein Stück mit einem Maultrommelsound zu schreiben. Schnell wurde ich bei der Sample-Bude loopcloud, bei denen ich ein Abo habe, fündig und habe eine Sequenz gefunden. Da ich jetzt ausprobierte, habe ich einfach weitere Rhythmen und Klänge heruntergeladen. Loopcloud macht es einem dabei einfach, denn die Sequenzen passen sich automatisch an das Songtempo an und auch die Tonhöhen sind veränderbar.

Die Sequenz mit dem Cinematic-Choir bringt das Stück in eine bestimmte Richtung und für mich mutet sich das Stück fast wie ein 80er Jahre Klassiker an, den ich gerne im Musikunterricht benutzte, um einen Bogen vom Beginn der Mehrstimmigkeit zur Popmusik zu spannen: Enigma • Sadeness.

Bei der Titelsuche fiel mir die Namensübereinstimmung von Maultrommel und Darth Maul, der Oberschurke aus dem Star Wars Universum, ein, obwohl der ja nichts außer der gleichen Buchstabenfolge mit einer Maultrommel gemeinsam hat. Maul kann man wohl mit Streithammer übersetzten, was ja auf den Sith absolut zutreffend ist. Er wird auch gerne als Erzfeind des Jedi-Ritters Obi-Wan Kenobi bezeichnet. Bei Jedipedia gibt es eine Menge Informationen zu diesen Rollen. Nichtsdestotrotz habe ich ein paar Zitate von seiner englischen Synchronstimme eingearbeitet und herausgekommen ist ein stellenweise recht düsteres Stückchen im 80er Charme.

darth maul


Das Beitragsbild habe ich von MidJourney errechnen lassen unter der Angabe des Namens Darth Maul.

physical

Es gibt verschiedene Arten einen künstlichen Klang zu erzeugen. Künstlich meint, nicht mit einem natürlichen Instrument wie Flöte, Geige oder Gitarre erzeugte Klänge. Eine Art nutzt Spannungen von Oszillatoren um Wellen zu erzeugen. Diese Grundfrequenzen werden durch sogenannte Filter innerhalb ihres Frequenzspektrums beschnitten und in ihrer Dauer manipuliert. Man stelle sich einen Bildhauer vor, der aus einem Klotz die Dinge wegschlägt, die er nicht mehr braucht. Dann erfand man die sogenannte FM Synthese. Eine Trägerwelle wird mit weiteren Wellen zusammengebracht und es ergeben sich dadurch neue Wellen mit erstaunlichen klanglichen Ergebnissen. Man stelle sich eine Seeoberfläche vor, in die man einen Stein wirft, der Wellen schlägt. Noch während diese Wellen zu sehen sind, wird ein weiterer Stein hereingeworfen. Dieser verändert das Wellenspiel. Schließlich erfand man das Physical-Modeling. Eine natürliche Welle wird durch einen Algorithmus errechnet und nachgestellt. Dies ist viel weniger speicherintensiv, als wenn man natürliche Instrumente digital aufnimmt und diese wiedergibt.

Das heutige Beitragsstück verwendet prominent einen von diesen Physical-Modeling Klangerzeugern, die sich vor allem für auch für metallische, perkussive Klänge eignen. Sie sind zu Beginn des Stückes und im Ausklang zu hören, aber auch das ganze Stück fortwähren begleitend.

physical


Das Beitragsbild habe 2020 bei einer Sandgrube aufgenommen, wo die Betreiberfirma eine Menge interessanter Objekte aus dem Schrotbereich lagert.

thus spoke

Die inspirierenden Klänge der Foghorn Labserie von Spitfireaudio habe ich zum Anlass genommen, mich mit dem weltbekannten Opening der sinfonischen Dichtung Also sprach Zarathustra komponiert 1896 von Richard Strauss zu beschäftigen. Man könnte das heutige Beitragsstück sozusagen als Coverversion bezeichnen, habe ich doch nichts substantielles Neues hinzugefügt, allerdings sind nicht alle Noten des Originals verwendet worden. Die teilweise brachialen Klänge der Nebelhornsammlung eignen sich meiner Meinung nach das Stück nachzubilden. Ich habe ausschließlich Klänge dieser Sammlung verwendet und mit dem virtuellen Echogerät Flowbrush verändert.

Die Einleitung des Stückes erlangte spätestens auch für Nichtkenner der klassischen Musik weltweite Berühmtheit, weil in einer Schlüsselszene zu Beginn des Filmes 2001: Odyssee im Weltraum aus dem Jahre 1968 des Regisseurs Stanley Kubrick mit dem Untertitel „Aufbruch der Menschheit“ die Musik von Richard Strauss erklingt. Viele werden bestätigen, dass die Auswahl sehr passend ist. Eigentlich sollte die fertig komponierte und aufgenommen Filmmusik von Alex North verwendet werden, Stanley Kubrick entschied sich aber die für Testzwecke verwendeten Temp-Tracks in der fertigen Fassung einzuspielen. Temp-Tracks, also schon vorhandene Stücke, werden verwendet, bevor die Filmmusik fertiggestellt ist, um die Wirkung von Szenen zu prüfen. Man kann sich vorstellen, dass Alex North sehr enttäuscht war.

Also sprach Zarathustra übernimmt den Titel des Werkes von Friedrich Nitzsche aus den Jahren 1883 – 1886. Es ist ein dichterisch-philosophisches Werk, welches sich unter anderem mit der Entwicklung des Menschen zum möglichen Übermenschen beschäftigt. Über die geschichtliche Gestalt Zarathustras hat man nicht viele gesicherte Erkenntnisse. Man ist sich einig, dass es sich um einen weisen und spirituellen bzw. religiösen Menschen um vielleicht 1000 bis 300 vor Christi Geburt gehandelt haben muss, der im persischen Raum wirkte und als Religionsstifter der zoroastischen Religion gilt und für einige kleine religiösen Gruppen innerhalb der Parsen und Irani, noch heute eine Bedeutung hat.

thus spoke


Das Beitragsbild entstand 2012 an der Weser in der Nähe von Brake in Niedersachen. Einige Leuchttürme waren früher mit Nebelhörnern bestückt, um den Schiffe auch bei undurchsichtigen Wetterverhältnisse Durchfahrten zu ermöglichen. Die Navigation der Schiffe wird heute durch GPS ermöglicht und hat dadurch die akustische Landschaft in Seenähe sicherlich verändert.

tape piano

Ein leicht elegisches Piano Stückchen bezieht abermals seinen Namen von einem verwendeten Sound. Auch diesmal hat die Softwareschmiede spitfire audio für mich sehr inspirierende Klänge zur Verfügung gestellt. Eine Sammlung modifizierter Pianoklänge, die sich durch Mattigkeit und Verzerrung charakterisieren und dabei höchst geschmackvoll ineinanderfließen, vielleicht gerade, weil sie aufgeregte Diskanten vermeiden. Insgesamt hat das Stück vier Motive auf einem ostinaten Bass., die sich abwechseln oder ineinanderfließen.

Zusammengenommen drückt dieses Stück auch mal wieder eine meiner Stimmungen aus, die Stimmung, die ich bekomme, wenn ich mir die Geschehnisse auf unserem Globus betrachte und Nachrichten lese. Aber dies möchte ich heute nicht weiter beleuchten. Nichtsdestotrotz bin ich frohdass ich dieses Stück „finden“ durfte. Mit Sicherheit ein Beitrag zur Mambial Serie.

Für das Beitragsbild habe ich schon wieder (!) die künstliche Intelligenz Midjourney rechnen lassen, um ein passendes Bild zum Stück tape piano zu erhalten, gab ich folgenden Text in die Konsole ein:

old man sitting near a grand piano and see an tape recorder, 8k, ultrarealistic, extremly detailed

Auf der einen Seite fasziniert mich zur Zeit sehr, wie die KI arbeitet und finde es total spannend, welche Ergebnisse ich bekomme, wenn ich die Eingabe modifiziere. Auf der anderen Seite frage ich mich, wo soll denn die Reise (noch) hingehen, wenn uns KI immer mehr das kreative Schaffen abnehmen? Unlängst gewann sogar ein Ergebnis einer Rechenleistung von einer KI einen seriösen Wettbewerb. Und es gibt nicht nur KI im Bereich der bildenden Kunst, sondern es gibt schon lange einige Projekte im Bereich der darstellenden Kunst, die erstaunliche Ergebnisse hervorbringen. Ihr könnt hier bei MuseNet mal herein hören und wenn ihr Interesse an dem Thema habt, dann empfehle ich diese Seite von Music Transformation zum weiteren Stöbern. Es taucht unter den Künstlern natürlich selbstredend immer wieder die Frage auf: Wird der Künstler bald überflüssig sein? Ich werde diese Frage heute nicht beantworten, bleibe aber gedanklich beim Thema. Inzwischen mag man sich diesen Videocast von Adam Neely zum Thema gönnen: Will AI replace human musicians? Nun aber ganz viel Freude mit tape piano!

tape piano


frog market

Ein neues Stück aus der Market-Serie. Gleichzeitig hat dieses Stück, wie auch schon das Beitragsstück der letzten Woche, bei einem Contest teilgenommen. Diesmal ging es um die Verwendung eines digitalen Delay-PlugIns (Echo) namens Flowbrush, welches sehr viele Möglichkeiten bietet. Das Demo dieser Effekt-Software kam mit einer Reihe von Beispielklängen daher. Ein Beispielklang hat den Namen Frog-Sax, so kam ich auf den Namen des Stückes. Ich habe davon einige ausprobiert und schon eröffnete sich ein Stück, welches mich sehr an Soloarbeiten von Joe Zawinul erinnert und an Stücke, die er in seiner letzten Band Syndicate gespielt hat. Ich denke speziell an das Album Dialects aus dem Jahre 1986, welches als eines der ersten World-Fusion Alben gilt. Als Gast mit von der Partie der Vokalist Bobby McFerrin. Zu hören bei meinem Stück sind noch zwei Gitarren und durch einen Vocoder verfremdete Vocals mit folgendem Phantasietext:

magaju • iloija • mabubuju • 
agata • mmombo • 
majuju • agaraha • mabimuuja

frog market


Das Beitragsbild ist abermals von der KI Midjourney errechnet worden. Midjourney nimmt Befehle im Textformat als Grundlage für seine Berechnungen. Man muss doch einige Zeit Herumprobieren, um herauszubekommen wie man bestimmte Ergebnisse erreichen kann. Ich habe diese Textzeile eingegeben: Singing frogs in front of a little city, Brushwork. Beim heutigen Beitragsbild war ich doch sehr überrascht, dass Midjourney bei Fröschen eine Vorliebe für einäugige Tiere zeigt.

beatmagazin „contest #200“

Das Beat-Magazin der Falkemediaverlagsgruppe feiert seine Jubiläumsausgabe Nr. 200 mit der Ausschreibung eines Song-Contests. Vorgegeben sind Sounds, die beim Öffnen und Einschenken einer Sektflasche aufgenommen wurden. Drei Klänge sind mindestens zu verwenden, diese dürfen aber auch mit anderen Klängen gemischt werden; man darf aber die Dauer von fünfzehn Sekunden nicht überschreiten. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas.

Ich habe einige der vorgegebenen Klänge verwendet und kräftig manipuliert, aus dem Klang angestoßener Gläser habe ich in Version 1 eine Melodie komponiert, die mich an eine bekannte Melodie erinnert.

Ich habe zwei Versionen gebastelt, da ich aber nur eine Version einschicken durfte, musste ich mich entscheiden. Welche Version hättet ihr eingeschickt?

beatmagazin contest version 01


beatmagazin contest version 02


Das Beitragsbild hat die KI Midjourney errechnet, nachdem ich passende Wörter zum Contest eingeben hatte. Zu Midjourney werde ich demnächst etwas ausführlicher berichten.

cello moods

Nach dem etwas turbulenten Stück der letzten Woche diesmal ein ganz anderes geartetes Stück: Nachdenklich, ätherisch, fast zart. Es regt zu besinnlichen Minuten ein. Zeit über das Leben und der Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken. Einfach mal zurücklehnen und nur mal Musik hören. Sich darauf einlassen!

Erreicht wird dieser sehr unaufdringliche Mood durch die Verwendung verschiedener Klangebenen. Die Softwareschmiede Spitfire Audio hat zu ihrer kostenfreien LAB Serie zwei fantastische Klangbiblotheken hinzugefügt. Das namensgebende Cello Moods PlugIn, sowie eine Sammlung von Nebelhornklängen, die beide Eingang in das vorliegende Stück fanden und eine inspirierende Wirkung hinterließen. Untermalt wird das Ganze von Klängen der Nachtigall, die durch die Softwareschmiede loops de la creme aus Frankreich mit ihrem Paket Songbird Virtuoso abgerufen werden kann.

Das Stück besteht aus vier Teilen. Nach einer kurzen Einleitung erhebt sich eine zunächst einstimmige Cello-Linie, die dann um eine zweite Stimme, eine dritte Stimme ergänzt wird, um wieder einstimmig zu enden. Begleitend wirken das Nebelhorn und die Nachtigall.

cello moods


Das Beitragsbild zeigt einen Ausschnitt auf die Landschaft aus meinem Turmzimmer. Die Nebelstimmung des Morgens erschien mir passend. Da ich den Ausschnitt stark vergrößert habe, erscheint durch das digitale Rauschen das Bild fast wie gemalt. Das Bild wurde nicht weiter verfremdet. (Das hatten wir doch schon mal?!)

bigfoot

Kürzlich kam meine Ibanezgitarre vom Pleking zurück. Pleking ist eine maschinengestützte Technik, die Bünde einer Gitarre optimal abzurichten, mit dem Ziel hinsichtlich grifftechnischer als auch klanglicher Aspekte ein möglichst optimales Spielergebnis zu erzielen. Ich war so gespannt das Ergebnis des Ausflugs meiner Gitarre zu erkunden, dass ich spontan ein kleines Stück aufgenommen habe. Die Firma, die bei mir das Pleking durchgeführt hat, heisst Bigfoot-Guitars und dient hier gleichzeitig als namengebend für das heutige Beitragsstück. Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden, die Gitarre lässt sich jetzt einfacher spielen, denn die unterschiedlichen Saiten haben jetzt den gleichen Abstand zu den Bünden.

Das Beitragsbild zeigt die wirklich großen Füße meines Sohnes. Um einen Größenvergleich zu ermöglichen, haben wir ein iPhone SE 2020 hinzugezogen. [Anmerkung: Die freundliche Person auf dem Bildschirm des Smartphones ist NICHT mein Sohn].

bigfoot


new album „bladerunner“ released

Nun ist es endlich soweit. Mein neues Album „bladerunner“ ist veröffentlich worden! Es vielleicht das mit Abstand geschlossenste Album der letzten vier Jahre. Kein Wunder ist es doch die Filmmusik für einen noch nicht erschienen dritten Teil der Bladerunner Film Serie. Ihr könnt das neue Album überall „streamen“ oder herunterladen, wo heutzutage Musik im Internet angeboten wird. Wer eine CD haben möchte, meldet sich bitte!

Jetzt fehlt nur noch der passende Film zum dritten Teil der „bladerunner“ Serie. Viel Spaß beim Hören! Über Rückmeldung freue ich mich natürlich sehr!

order

Als im Oktober 2019 der langjährige britische Parlamentspräsident John Bercow aus familiären Gründen seinen Rücktritt vollzog, hat das britische Unterhaus einen seiner schillerndsten Persönlichkeiten verloren, die es zu bieten hatte. Berühmt wurde Bercow mit seinen überschwenglichen „Order-Rufen“ in hitzigsten Brexit Debatten, die ihm große Medienresonanz einbrachten. Damit gab er ein Zeugnis der sehr belebten Streitkultur britischer Parlamentarier ab, die, vergleicht man es mit Debatten im deutschen Bundestag, viel emotionaler geführt werden. Bercow hatte nicht nur Anhänger in den eigenen Reihen, denn mit seinen speziellen Einlagen sorgte er dafür, dass die Brexitverhandlungen zumindest ein wenig geordneter abliefen, als zu befürchten war, denn der Premierminister Johnson wollte einen gänzlich ungeordneten Brexit durchführen.

Ich habe einige Samples aus Beitragen Bercows aufgegriffen und mit einem Vocoder manipuliert. Als musikalische Grundlage dient ein Groove aus mehrer Gitarrenrhythmen, die mal wieder aus der Feder meines Freundes P. beigesteuert wurden. P. hatte sich beispielsweise auch wunderbar bei dem Stück discreet und bladerunner planetary anomaly beteiligt. Weiterhin habe ich zwei „Uhren-Samples“ verwendet, die ich im Rahmen einer Theateraufführung aufgenommen hatte. Dies kann man hier nachlesen: Zeitspiel – Spielzeit.

Das Beitragsbild zeigt eine ausgemusterte englische Telefonzelle, die mal eine zeitlang bei der Ölmühle Chattengau stand. Sie passt zum Klang der manipulierten Stimme Bercows.

order


will be back soon

Nach zweieinhalb Jahren habe ich mich nun doch mit Corona angesteckt. Daher gibt es diese Woche nur einen sogenannten „Not-Beitrag“. Zu hören ist ein Testton mit 1000Hz in Art einer Dreieckswelle. Achtung: Klingt vielleicht etwas unangenehm! Dieser Ton wurde zum sogenannten Sendeschluss gelegentlich mitgesendet. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, dass es mal einen Sendeschluss der Fernsehanstalten geben hat, da ja rund um die Uhr ausgestrahlt bzw. gesendet wird. Der letzte Sendeschluss im ZDF war im Jahr 1996.

testtone 1000Hz


Das Beitragsbild zeigt ein Testbild, welches um einen persönlichen Text ergänzt wurde, was auch benutzt wurde, um die analogen Bildschirme auf Basis von Röhrentechnologie einzustellen bzw. zu entzerren.

dunetune • villageing

Als ich abermals mit meiner geliebten Campingtasse, die ich vor über fünfundzwanzig Jahren von meinem Freund G. aus B. geschenkt bekommen hatte, akustisch herumspielte, kam ein interessanter Rhythmus heraus, der sich als 5/4 Takt entpuppte, nachdem ich diesen aufgenommen und analysiert hatte; abermals, da ich einen anderen Campingtassen-Rhythmus schon mal bei dem Betrag find butterfly einsetzte. Da experimentiere ich seit vielen Jahren 4/4 Takten herum und dann stellen sich innerhalb von zwei Woche gleich zwei Stücke im 5er Beat ein.

Ich stand noch unter dem Einfluß der Eindrücke eines interessanten vor kurzem stattgefunden Konzerts in unserer kleinen Stadt in Nordhessen: Der palästinesische Künstler Aeham Ahmad gab zusammen mit dem sehr versierten Schlagzeuger von Triosence Tobias Schulte ein Konzert mit Lesung aus Ahmads Autobiografie. Bekannt wurde Aeham Ahmad durch ein viral gegangenes beindruckendes Youtubevideo, was ihn mitten im Syrienkrieg mit seinem auf die Straße transportierten Klavier zeigt. Beim letzten Stück des Konzerts in unserer Stadt beteiligte sich eine Freundin mit ihrem Berimbau, ein brasilianisches rhythmisch eingesetztes Saiteninstrument, für mich Anlass genug auch einen Berimbau-Rhythmus in das Stück einzubauen. Ergänzt um „meinen“ Dudukklang (dunetune • opening) entwickelte sich ein Stück für die neue Dunetune-Serie, welches vielleicht im urbanen Umfeld eines kleines Dorfes im arabischen Raum erklingen könnte.

dunetune • villageing


Das Beitragsbild entstand 2004 im Jemen. Wer mehr zu dieser Reise erfahren möchte, schaut sich nochmal den Beitrag Sanaa an.

the flight from the clouds [soundalike]

Vor einigen Tagen meldete ein Google Mitarbeiter, er hätte ein Gespräch mit einer künstlichen Intelligenz geführt, die seines Erachtens ein Bewusstsein entwickelt hätte. Google war diese Einschätzung nicht recht und die Meldung wurde seitens des Konzerns negiert. Der Mitarbeiter wurde beurlaubt. Ich frage mich nun, ob der entscheidende Punkt bei der Entwicklung von KI-Systemen erreicht ist, der vor vielen Jahren bei der Kino Serie Terminator skizziert wurde, als das fiktive Netzwerk skynet künstliches Bewusstsein erreichte und die Maschinen begannen, die Menschheit auszurotten. Ganz so weit sind die Entwicklungen noch nicht, aber die Intelligenz der Maschinen bzw. Rechner nimmt deutlich zu. Oft wird ja KI mit einfachen Algorithmen verwechselt, allerdings nehmen die Programme, die durch sogenanntes machine learning sich selbst trainieren können, deutlich zu.

Als Spotify User bin ich erstaunt über die Güte der Algorithmen, die aufgerufen werden, wenn es darum geht bestimmte Playlist vorzuschlagen, die dem User gefallen könnten. Ich persönlich bin immer ganz positiv überrascht, wie viel Titel mir zum Beispiel in einer Jon Hopkins Radio Playlist von anderen Künstlern angeboten werden, die ich noch nicht kenne, aber durchaus meinen Geschmack treffen. Auch hier handelt es sich um eine Art künstliche Intelligenz bzw. um geschickt programmierte Algorithmen, die man für KI halten könnte. Dieses Thema werde ich bestimmt irgendwann wieder aufgreifen.

Bei einer dieser mir vorgeschlagenen Playlists bin ich auf das Stück the flight from the city des leider schon verstorbenen von mir geschätzten isländischen Komponisten Johann Johannsson gestoßen, was mich sofort fasziniert hat. Im Grunde handelt es sich um ein simples doch schönes Piano-Pattern, welches durch sparsame Streicher und am Ende durch Glockenklänge unterstützt wird. Am Anfang des Stückes tauchen sogenannte UKOs (unidentifierzte Klangobjekte) auf. Das besondere bei diesem Stück ist die ständige Tempoverzögerung in viertaktiken Abschnitten, die sich das komplett Stück hindurchzieht und bei mir einen ganz besonderen Effekt auslöst. Normalerweise komponiere ich fast ausschließlich im 4/4 Takt und mit durchgehend konstanten Tempi. Ich habe Johannssons Stück zum Anlass genommen ein soundalike im 5/8 Takt zusammenzustellen, welches die beschriebene Tempoverzögerung erstmalig für meine Stücke übernimmt und auch ansonsten dem Original in gewisser Weise nicht unähnlich ist.

the flight from the clouds


Das Beitragsbild zeigt passend zum Titel eine Wolkenformation über dem ehemaligen Kraftwerk Borkens.

dunetune • nighting

Man stelle sich vor die Nomaden oder wer auch immer haben ihr Zeltlager in der Nähe einer Oase errichtet und die Nacht herrscht. Mystische Klänge erklingen in arabischen Nächten. Vor ein paar Tagen begann der astronomische Sommer auf der Nordhalbkugel der Erde. Damit wird der höchste Stand der Sonne senkrecht über dem Wendekreis der eigenen Erdhälfte gekennzeichnet. Dieser Tag markiert gleichzeitig den längsten Tag im Jahr, die sogenannte Sommersonnenwende. Die Tage werden jetzt wieder kürzer. In einem Podcast mit der Unterrubrik Sternzeit erfuhr ich neulich, dass im Jahresmittel die Nordhalbkugel der Erde mehr Sonnenstunden hat, als die Südhalbkugel. Dies hängt mit der Neigung der Erdachse und der elliptischen Bahn der Erde um die Sonne zusammen. In den Sandwüsten der Erde – nicht nur da – , die in der Nähe des Äquators eher zu finden sind, gibt es ein bekanntes Phänomen: Je mehr man sich dem Äquator nähert, desto kürzer ist die Dämmerung. Innerhalb von wenigen Minuten wechselt der Tag in die Nacht und dies geschieht für uns Nordeuropäer unglaublich plötzlich. Da es in Sandwüstengegenden weniger große Städte gibt, sind wesentlich weniger Lichter vorhanden, so dass der Sternenhimmel deutlich strahlender herauskommt. Das heutige Beitragbild ist eine Montage aus einem Sand- bzw. Kieshaufen und einer Aufnahme des Nachthimmels, die ich dem Internet entnommen habe. Ein Sichelmond hat es auch noch in das Bild geschafft.

Heute stelle ich das dritte Stück der noch neuen DuneTune-Serie, welches sehr meditativ daherkommt, vor. An Bord wieder dabei der schon bekannte Duduk Sound, ein Grillen-Klang der zufallsgesteuert in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Tonhöhen abgespielt wird und ein ursprünglich mit der Laufzeitumgebung sonic pi erzeugte „Kling-Klong-Sound“. (Hier alle Stücke, die mit sonic pi etwas zu tun haben). Alle Klänge werden von einem tiefen Flöten-Klang untermalt, der bezeichnenderweise „cheesy-flute“ getauft wurde. Auf einen taktgebenden Rhythmusklang wurde diesmal komplett verzichtet.

dunetune • nighting


dunetune • caravaning

Die Karawane zieht weiter. Das zweite Stück der DuneTune-Serie wird veröffentlicht. Ich habe mich immer gefragt, wie sich die Nomaden bei ihren Wüstenreisen ernährt haben. Datteln spielten wohl eine große Rolle. Datteln gelten als sehr gesund und bieten, so sagt man, alles, was man zur Ernährung braucht. Ich persönlich mag Datteln allerdings leider nicht gerne. Vor einigen Wochen bekam ich Salz-Käse-Gebäck in einer lustigen Dattel-Verpackung geschenkt, die hier auch als Titelbild fungiert. Ob man allerdings in der Sandwüste zur Ernährung Salz-Käse-Gebäck auf die Karawane nimmt, sei dahingestellt. Satzgebäck selber ist aber schnell gebacken und kann nach Belieben variiert werden.

Das heute Stück verbindet zwei verschiedenen Melodien mit einem durchgehenden Udu-Rhythmus und wird von sphärischen Sounds umrahmt, die eine gleißende Wüstenhitze symbolisieren. Die Udu ist ein altes afrikanisches Perkussionsinstrument und hat sich aus Tontöpfen entwickelt, die beim Wassertragen Verwendung fanden.

Wir haben heute in Deutschland den bisher heißesten Tag just zu dem Moment, an dem ich dieses Stück fertigstelle. In Südfrankreich und Spanien werden gerade erschreckende Hitzerekorde eingefahren. Man kann hoffen, dass es bald wieder Zeiten mit Niederschlägen gibt, die dann hoffentlich nicht direkt als Unwetterkatastrophen daherkommen.

dunetune • caravaning