funny banking

Der heutige Beitrag zeigt zwei Dinge: 1. Lachen ist gesund und 2. Manchmal reicht eine kleine Änderung, um den Dingen eine ganz andere Richtung zu geben.

Der indische Arzt Madan Kataria entwickelte im Jahr 1995 das „Hasya-Yoga“, das Yoga des Lachens, und gründete in Bombay den ersten Lachclub. Drei Jahre später rief er den ersten Weltlachtag ins Leben. Mittlerweile wird der 1. Mai als sogenannter Weltlachtag begangen. Die Teilnehmer der Clubs treffen sich in aller Frühe und beginnen einfach mit Lachen. Dies wird etliche Minuten durchgehalten. Soll sehr gesund sein! Wenn du magst, schaue dieses Video.

Vor einigen Jahren sah ich eine Werbung einer bekannten Bank. Die getroffenen Aussagen erschienen mir übertrieben seriös. Banken stellen sich gerne in einem besondern Licht dar, letztendlich ist das Betreiben einer Bank ein Geschäftsmodell und dient weniger dem Wohl des einzelnen Menschen, als vielmehr der Vermehrung des Einkommens der Bank. Banken haben auf das Weltgeschehen einen riesigen Einfluß. Kryptowährungen wurden mit dem Ansatz gegründet, den Banken das Kapitalmonopol zu nehmen. Inzwischen sind sie selber zum Spielball kapitalistischer Agitatoren geworden und verfehlen die Ziele, die ursprünglich gedacht waren. Kurzum hatte ich die einfache Idee, die Audiospur der Werbung zu manipulieren, indem ich diese um weitere Klänge – dreimal dürft ihr raten um welche – ergänzt habe. Die veränderte Werbung entfaltet eine völlig andere Wirkung als das Original.

funny banking

Die Fotografie des Geldes entstand, weil ich ausnahmsweise wegen einer besonderen Anschaffung einmal besonders viel Bargeld brauchte. Ich habe daher diesen Moment festgehalten, um auch mal meinen Kinder zu zeigen, wie eine Menge Bargeld ausschaut.

lost in the cavern

Wie ich durch einen Dialog in einer interessanten Fernsehserie – undone – erfahren habe, pflegen die Kogi Indianer aus Kolumbien eine uns zunächst sehr befremdlich vorkommende Tradition. Wenn man mehr über dieses uralte Volk erfahren hat, kann man es einordnen. Die Weisheitshüter der Kogi heißen Mamos und Sakas. Einige ihrer Babys kommen in eine dunkle Höhle, erhalten besondere Nahrung und werden bestens versorgt und ausgebildet. Erst im Alter von 9 bzw. 18 Jahren erblicken Sie zum ersten Mal das Licht der Welt. Bevor sie aus der Höhle gelassen werden erzählt man ihnen von der Natur mit Pflanzen, Tieren und Geistern. Ihre Sinne werden unglaublich gestärkt. Wenn sie dann in die Außenwelt entlassen werden, sind sie in der Lage, die Umwelt und Natur regelrecht zu spüren, ihre Lebendigkeit zu erkennen und wahrzunehmen. Danach handeln sie. Die Kogi beanspruchen für sich das uralte Wissen der Welt im Gegensatz zu allen anderen Völkern bewahrt zu haben und öffneten sich erst 1990 ein wenig anderen Völkern. Sie prophezeien eine baldige und düstere Zukunft. Wer jetzt darüber mehr wissen möchte, liest bitte diesen Artikel. Vielleicht muss die Menschheit erst wieder durch eine Zeit der dunklen Höhle gehen, damit sie erkennt, wie es gelingen kann, die Welt zu retten.

Und dies spüre ich in der letzten Zeit immer mal wieder. Jahrzehntelang gehörte ich zu den Menschen, die immer an eine besserer Zukunft geglaubt haben und sah in diese sehr optimistisch. Die Ereignisse in den letzten Jahren und die Häufigkeit von katastrophalen Ereignissen betrüben meine inneren Gefühle. Das heutige Beitragsstück ist im Grunde der Ausdruck meiner inneren Welt, die ich versuche durch das Musizieren „derational“ zu ergründen. Es verwundert nicht, dass hier ein relativ düsteres Klangstück herausgekommen ist, was diese Stimmung wiedergibt. Immerhin habe ich meine Gitarre mal wieder zur Hand genommen.

Interessanterweise lautet der Name eines Klanges, der in diesem Stück Verwendung findet „lost in the cavern“ und dies passt zu den Kogi Indianern und deren Geschichte.

lost in the cavern


Das Beitragsbild wurde 2019 in der Burgruine Hanstein in Thüringen aufgenommen. Sie gilt als eine der schönsten Burgruinen Deutschlands.

a soft murmur

Soft murmur könnte man mit „ein sanftes Murmeln“ übersetzen, wenn man dies denn so möchte. Wenn ich in meiner Tätigkeit als Medienberater Elternabende zu Jugendmedienschutzthemen organisiere, plane ich gerne Phasen für sogenannte „Murmelgruppen“ ein. Eltern bekommen Gelegenheit sich für einige Minuten in kleinen Gruppen zu einer bestimmten Fragestellung auszutauschen. Es entsteht ein leichtes „Murmeln“ im Raum.

Der Name soft murmur entstammt einer Webseite, die es interaktiv ermöglicht sogenannte Ambient-Sounds zu Entspannungszwecken miteinander zu mischen. Ich stieß neulich zufällig bei der Durchsicht von Nachrichten auf einer bekannten Internetseite – vielleicht war es der Spiegel oder die Süddeutsche-Zeitung – auf einen sogenannten Ambient-Sound-Generator. Ich konnte die Seite zunächst nicht wieder finden und habe dann mal versuchsweise „ambient sound generator“ eingeben und wurde daraufhin fündig. Ich war erstaunt, wie viele Seiten es gibt, die es ermöglichen aus einer Auswahl von verschiedenen Klängen, sogenannte soundscapes zu erstellen.

Dank dieser Linkliste könnt ihr dies mal selber ausprobieren, eure eigenen soundscapes zu mischen und zusammenzubauen.

Einen Beispielmix möchte ich hier wiedergeben. Dabei kommen die Klänge Rain, Thunder, Waves, Wind, Fire Birds, Crickets und Singing Bowl zum Einsatz:

a soft murmur


Das Beitragsbild wurde bei einer kleinen Fahrradtour in der Umgebung aufgenommen. Es handelt sich nicht um eine Montage, sondern der Rahmen steht wahrhaftig in der Landschaft.

the forestmaker

Ich wurde diese Woche spontan zu einem Dokumentarfilm in einem Programmkino eingeladen. Der dargebotene Film unter Regie keines geringeren als Volker Schlöndorff wirft einen facettenreichen Blick auf das Afrika der Sahelzone. Der junge australische Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo kommt mit seiner Familie 1981 in den Niger und hilft etlichen LandwirtInnen bei der Aufforstung der verkarsteten Landschaften. Nach vielen Jahren des Misserfolgs kann er endlich Afrikaner für seine natürlichen Beschattungsprojekte gewinnen und hilft die Lebensgrundlage vieler Menschen deutlich zu verbessern. Für sein Engagement erhält er 2018 den alternativen Nobelpreis. Er kehrt dann Jahre später zurück in den Niger und in die Sahelzone. Dort trifft er alte Bekannte und Freunde wieder. Darüber berichtet der Film. Der Film DER WALDMACHER hat mich sehr beeindruckt und ich möchte hier eine Empfehlung aussprechen.

Ganz unter dem Eindruck des Filmes habe ein kleines Stückchen komponiert, welches verschiedene afrikanische Instrumente, wie Kora, Bolon, Balafon, Dunun und Calabash verwendet. Vorletzte Woche habe ich mit einem befreundeten Musiker einen sogenannten Sampleday veranstaltet. Ein Sampleday ist ein Tag, bei dem man gemeinsam Klänge aufnimmt und diese dann weiterverarbeitet. Dazu in Zukunft in einem anderen Beitrag mehr. Der Klang eines afrikanischen Instrumentes, eine Art Harfe, man nennt diese Adungu , dient in diesem Stück als Bassklang und eine Abbildung dieses Instrumentes liefert auch das Beitragsbild.

Gleichzeitig wurde in dieser Woche ein neues Instrument meiner Musiksoftware reasonstudio eingeführt. Es handelt sich um einen sogenannten Vocoder, der Stimmen mit einer Trägerfrequenz vereint und interessante vokale Spielarten zulässt. Dieser Vocoder kommt für verschiedene afrikanische Gesänge bei dem Stück zum Einsatz und ich widme natürlich das Stück dem bemerkenswerten Mann Tony Rinaudo, auch bekannt als der Waldmacher.

the forestmaker


bladerunner mournful heart

Mit schwermütigem Herz – wie der Titel verrät – beende ich die Bladerunner Serie, die nunmehr aus neun Titel besteht. In den nächsten Wochen werde ich die Stücke zu einem neuen Album zusammengefasst auf den gängigen Streamingdiensten veröffentlichen. Der Titel beschreibt einerseits den leichten Schwermut, den ich bei der Beendigung dieser Konzeptarbeit habe und andererseits auch wieder einem Soundnamen eines virtuellen Instrumentes, welches letztendlich namengebend war. Andererseits gibt der Titel die Stimmung des Stückes ziemlich gut wieder und dies passt wiederum zu der Idee der fiktiven Filmmusik zu einer Bladerunner Fortsetzung, die noch nicht produziert wurde.

Das Stück beginnt mit nichttonalen Klangspuren, die von Flächenklängen abgelöst und dann von einer perkussiven Sequenz untermalt werden. Gelegentlich deuten sich Motive an, die ihrerseits durch einen Chor eine klangliche Tiefe erlangen. Das Stück endet mit den gleichen Sounds, die auch den Anfang bildeten.

bladerunner mournful heart


Das Beitragsbild basiert auch auch diesmal wieder auf einer Aufnahme innerhalb des Erfurter Danakils, wo eine Wüstenlandschaft museal abgebildet wurde.

when dark turns light

Das Osterfest gilt als das höchste Fest der Christen. Wie auch zum Weihnachtsfest vermischen sich nichtchristliche mit christlichen Bräuchen. (Letztes Jahr habe ich auch zur Osterzeit dazu einige Gedanke in dem Blogbeitrag go east[er] dargelegt.) In mancher Hinsicht wird allerdings ein gemeinsamer Gedanke gepflegt. Der Gedanke der möglichen Transformation. Im Christentum stirbt zunächst der Sohn Gottes am Karfreitag und wird dann am Ostersonntag als unsterbliche Seele wiedergeboren. Das Beispiel Jesu Christus soll die Möglichkeit aufzeigen, dass sich der Mensch in einen höheren Zustand verwandeln kann. Dieser Gedanke der Transformation wohnt vielen Religionen und anderen Geschichten inne. Vor ein paar Tagen stieß ich auf einen Artikel im Internet bei ntv, der sich mit der Bedeutung und den kulturellen Bräuchen des Osterfestes beschäftigt. Interessant war in diesem Zusammenhang zu lesen, dass der Brauch des Osterhasens erst im 17. Jahrhundert aufkam und demnach relativ jung ist, hingegen die Eiersymbolik schon bis auf das Urchristentum zurückgeht bzw. in nichtchristlichen Traditionen schon sehr lange eine bestimmte Bedeutung hatte.

Musik kann bisweilen auch spirituelle Gefühle bedienen oder sogar spirituelle Beschäftigungen unterstützen bzw. begleiten. Insbesondere die indische Musiktraditionen haben eine besondere Wirkung auf mich. Musikalische Schnittstellen zwischen indischer und westlicher Musik haben mich schon immer sehr fasziniert und ich möchte diesmal auf das Stück des letzten Mahavishnu Orchestras when blue turns gold aus dem Jahre 1984 verweisen, was diesmal als Referenzstück fungiert. Referenzstücke sind für mich Stücke, auf die sich manche meiner Kompositionen beziehen, die ich sozusagen im Hinterkopf habe, wenn ich an bestimmten Ideen arbeite oder mich während der Entdeckung von Motiven an ganz bestimmte Stimmungen erinnern. Referenzstücke begleiten mich mit großem Anteil bei meinem kreativen Prozess, der oft intuitiv funktioniert.

when dark turns light


Das Beitragsbild zeiht eine Dämmerungssituation am frühen Morgen an meinem Wohnungsort.

colored market

Dem geneigte Leser dieses Blogs ist es nicht entgangen, dass ich eine Vorliebe für Wheather Reports Stück black market habe. Von Zeit zu Zeit versuche ich mich der Stimmung dieses Stück ein wenig musikalisch zu nähern. Black market beginnt mit einem Soundscape eines afrikanischen Marktes. Ich habe bei meinem heutigen Beitragsstück die Nebelhörner des in Soundscape-Kreisen berühmten Stückes Horns & Whistles der Vancouver Soundmark-Reihe als Einleitung und am Ende benutzt, um der Form gerecht zu werden.

Der Soundscape ist ein akustisches Zeitzeugnis längst vergangener auditiver Eindrücke, denn durch moderne Navigationsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Verwendung von GPS Systemen, braucht es keine Nebelhörner mehr, um Schiffe durch Nebelbänke zu navigieren.

Das Stück hat ein variantenreiches Hauptthema, welches durch verschiedenen Synchronläufe umrahmt wird. Die Motivlinien werden durch die Mischung von Saxophon-Klängen und einer vocoderartigen Spur organisch. Bei Interesse sind weitere „Market“-Stücke nachzuhören: yellow market und grey market. Das Stück erinnert ein wenig an Stücke des Soloalbums von Joe Zawinul Dialects.

colored market


Das Betragsbild wurde 2012 während eines Besuches eines mallorquinischen Marktes aufgenommen und mit einen Sketchprogramm analogisiert.

feel the funk

Als ich kürzlich bei einem Ebaykleinanzeiger-Verkäufer aufkreuzte, um einen Kauf abzuschließen, fotografierte ich einen verrosteten Oldtimer, der laut Angaben des Verkäufers eigens zu Deko-Zwecken in dem Vorgarten platziert wurde. Ich kann nicht sagen, um welche Automarke es sich handelt, aber man wird direkt an ältere Zeiten erinnert, wenn man dieses Ausstellungsstück betrachtet.

Musik aus früheren Zeiten werden gerne heute als Retro bezeichnet. Als ich einen guten alten Freund vor zwei Wochen besuchte, erzählte er mir von dem dänischen Film Der Rausch, der einige Aufmerksamkeit erregt hat. Mehrere abgehalfterte Lehrer erklimmen pädagogische Höhenflüge, indem sie sich bewusst mit kontrollierten Dosen von Alkohol in dienliche Stimmungen versetzten und ernten mit dieser Methode vor allen Dingen auch bei ihren Schülern erstaunliche Erfolge. Teilweise wird während des Films die Musik der Funk-Fusion Band The Meters verwendet. Mein Freund spielte mir aus einer CD Kompilation mehrere Stücke der Gruppe vor und ich bin extrem begeistert von dieser Musik. Das Stück Cissy Strut ist wohl sehr bekannt und ist auf ihrem ersten Album 1969 erschienen. Wie ich finde ein extrem wegweisendes Werk, was für seine Zeit als unglaublich innovativ einzustufen ist. Irgendwie ist diese Gruppe bisher weitestgehend unter meinem Radar geblieben und ich habe mich dank meines Freundes sehr gefreut, diese Gruppe finden zu dürfen.

Wenige Tage später fand ich auf meiner Festplatte eine Aufnahmesession mit mir selbst aus dem Jahr 2018, die eigentlich auch ein Retrofunk-Stück ist. Ergänzt mit ein paar Gesangslinien habe ich es fertig gemischt und diesem Beitrag zugeordnet. Viel Spass beim Hören!

feel the funk


silent djembe • quiet africa

Ich war sehr erstaunt als ich vor einigen Wochen im Flur eines Freundes dieses ungewöhnliche Instrument entdeckte. Eine „silent djembe“ war mir noch nicht untergekommen. Normalerweise ist das Ziegen-Fell einer Djembe Trommel an der Spielfläche rasiert, damit der klare Trommelklang besser wirken kann. Hier war es anders. Schnell entwickelte sich der Gedanke ein Stück zu diesem Thema zu komponieren und in Form des Albums „quiet africa“ auszubauen. Dabei kamen dann doch aber Djembe mit dem gewohnten Fell zum Einsatz.

Drum & Hand Free Stock Photo - Public Domain Pictures

Africa ist natürlich gar nicht „ruhig“ und „still“, wenn man die afrikanische Zivilisation betrachtet. Besonders was ist die Entwicklung des Rhythmus allgemein betrifft, hat es afrikanische Musik zu besonderer Ausprägung gebracht. Wie auf keinen anderen Kontinent ist afrikanische Musik sehr oft ohne Bewegung und Tanz für die Afrikaner schlichtweg nicht vorstellbar. Wenn ich mit meinen Schülern über die Elemente der Musik spreche, verdeutlichte ich gerne die Verbindung des Elements Rhythmus mit dem afrikanischen Kontinent, obwohl ich mir natürlich klar darüber bin, dass es sich hier nur um ein vereinfachtes Stereotyp handelt, an dem allerdings ein bisschen etwas dran ist. Gleichwohl könnte man die kunstvolle Melodik dem asiatischen Raum und die meisterschaftliche Verwendung der Harmonie dem europäischen Kontinent zuordnen.

silent djembe • quiet africa

chicken song

Neulich verirrte sich abermals ein Huhn auf die Straße. Beheimatet beim unmittelbaren Nachbarn, gelingt es vereinzelten Tieren ihren Hof zu verlassen und ihre Neugierde und Neigung zur Futtersuche auf die nähere Umgebung auszuweiten. Wir haben auch schon gelegte Eier in unserem Vorgarten gefunden. Sie schmeckten köstlich.

Hühner geben interessante Geräusche bzw. Gesänge von sich. Die Mär vom dummen Huhn ist weit verbreitet, sollte aber längst Geschichte sein. Hühner können zum Beispiel auf die Entfernung bis zu hundert Menschen unterscheiden und sich an sie erinnern. Ich konnte dies selber erleben, als meine Kinder im Rahmen eines Schulprojektes drei kleine Küken zur Aufzucht mit nach Hause brachten. Nachdem die Tiere erwachsen waren und sie woanders untergebracht werden mussten, erkannten sie meine Tochter noch nach vielen Monaten, wenn sie besucht wurden.

Das Huhn des Beitragsbildes veranlasste mich aus Hühnergesängen ein kleines Stück zu basteln. Bei manchen Samples, die ich verwendet habe, bin ich mir nicht sicher, ob es sich wirklich um eine Originalaufnahme handelt, am Anfang und am Ende des Stückes hören wir auf jeden Fall eine solche.

Das Thema Hühner findet sich auch im Bereich der klassischen Musik wieder. Viele kennen die geniale Komposition von Modest Mussorgsky in seinem Werk Bilder einer Ausstellung mit dem Titel Ballett der Küchlein (Küken) in ihren Eierschalen und Camille Saint-Saëns Hühner und Hähne aus dem Karneval der Tiere.

Im Netz findet man schnell bei Youtube auch andere Stücke, die mit Hühnerklängen arbeiten und sich großer Beliebtheit erfreuen. Es handelt sich bei meinem Stück nicht um eine Coverversionen des von Pee Wee Ellis komponierten und von Jaco Pastorius gecoverte Stück the chicken, was durch die Coverversionen große Berühmtheit erlangt hat.

chicken song


do you hear me?

Ich glaubte eigentlich Präsident Putin rasselt nur mit dem Säbel und würde niemals einfach in die Ukraine einmarschieren. Ich wollte gerne glauben, was Frau Wagenknecht kürzlich noch zum Besten gegeben hatte, aber auch sie wurde eines Besseren belehrt, wie sie allerdings selber einräumte. Ich kann mich noch an die Rede von Putin im deutschen Bundestag im September 2001 erinnern und hätte es gut gefunden, Putin die Hand zu reichen. Ich weiß auch noch wie ich mir wünschte mit Russland zu einer umfassenden Versöhnung und Zusammenarbeit zu kommen. Aus vielerlei Gründen ist es ja anders gekommen – es ist Geschichte – und man weiß nicht, ob sich Putin möglicherweise durch Hass- und Rachegefühle in den letzten Jahren stark in Richtung eines Despoten verändert, oder ob er schon lange an seinem Expansionsplan gearbeitet hat. Der Einmarsch der Russen in die Ukraine stellt jedenfalls eine enorme Zäsur in der Nachkriegszeit für Europa dar. Plötzlich ist das militärische Kriegsdenken und alles was damit zusammenhängt wieder in den Köpfen. Deutschland wird über Nacht zu einer Miltitärmacht bzw. möchte jetzt schlagartig wieder dahin kommen. Schlimmer noch, ein Atomkrieg scheint wieder wahrscheinlicher zu werden.

In Großstätten hat man Bunkeranlagen errichtet, die das Überleben von nach einem atomaren Schlag mindestens für 20 Tage sichern sollen. Wenn aber alles für zehntausende von Jahren verstrahlt und zerstört ist, nützt dies reichlich wenig. Daher fehlt mir in diesem Zusammenhang das logische Verständnis für die Prepper-Bewegung. 2016 konnten wir die Bunkeranlage unter dem Kuhdamm in Berlin besichtigen. Von diesem Besuch stammt die Aufnahme eines Lichtschalters, die erstaunlicherweise den Nationalfarben der Ukraine entspricht und hier als Beitragsbild fungiert. Der besuchte Bunker dient nur noch musealen Zwecken.

Zu Recht nimmt ein beachtenswerter Anteil der europäischen Bevölkerung Anteil an dem Schicksal und solidarisiert sich mir der Ukraine. Dabei kommt heraus, dass anscheinend die Ukrainer den Europäer näher sind, als es die Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan waren bzw. sind. Ich gehöre zu den Menschen, die noch immer glauben wollen, dass es auch eine nichtmilitärische Kraft gibt, die Kriegshandlungen beeinflussen können und finde es durchaus nützlich und notwendig, wenn Menschen ihre Stimmen erheben, demonstrieren und für den Frieden werben, um geistig zu wirken. Die Ukrainer haben sich entschieden mit Waffen zu kämpfen und sich nicht kampflos dem Feind zu ergeben. Diese Entscheidung kann man nachvollziehen. Ich hätte aber einen waffenlosen Widerstand für sinnvoller gehalten, um die Tötung von Menschenleben und die Zerstörung von Städten zu vermeiden. Die Ukraine wird sowieso in absehbarer Zeit und möglicherweise zeitlich begrenzt an die Russen fallen, ob bis dahin die zahllosen Opfer und die grauenvollen Zerstörungen etwas ändern, wage ich zu bezweifeln.

Das Stück „do you hear me?“ solidarisiert sich mit allen, die ihre Stimme erheben und sich für Lösung der Konflikte mit nichtmilitärischen Mitteln einsetzen. Diese Stimmen sollen in Russland, im Kreml und in der ganzen Welt gehört werden.

do you hear me?


klüngelskerl

Wer kennt sie nicht, die Melodie, die ertönt, wenn Schrotthändler mit älteren Lieferwagen durch das Dorf fahren? Dann hört man schon von Ferne immer eine bestimmte Melodie, die als Klüngelskerl-Melodie bezeichnet wird und landbekannt ist. Gerade die letzten Tage hörte ich die Wagen fast täglich. Vornehmlich in Nordrhein-Westfalen wird ein fahrender Schrotthändler als Klüngelskerl bezeichnet.

Wer die Melodie komponierte, ist unklar. Da die Händler bisweilen sehr häufig durch die Ortschaften kurven, werden sie lokal als Plage empfunden und mancherorts Verbote ausgesprochen. Der Schrotthändler braucht einen Gewerbeschein und eine Betriebserlaubnis für seinen Lautsprecher. Verschiedene Zeitungsberichte geben darüber Auskunft.

Um der Melodie einen klanglich metallenen Anstrich zu verleihen, habe ich die Melodie mit rhythmisierten Samples der Schülerkomposition „metal dreams“ unterlegt, die 1994 den ersten Preis des Kompositionswettbewerbs zu Neuer Musik „ear sinn“ des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit der DAK in der Kategorie Kompostion gewonnen hatte. Damals zogen wir zu einem Schrottplatz aus und fertigten aus den mitgebrachten Metallteilen verschiedenste Instrumente. Aus Aufnahmen der erzeugten Klänge arrangierten wir in einem der ersten Sampler der Marke Akai S612, die im Heimbereich erschwinglich waren, unser Teilnahmestück.

klüngelskerl


Hier die ursprüngliche Komposition „metal dreams“.

metal dreams


Das Beitragsbild zeigt einen Klüngelskerl-Lieferwagen, wie er bei uns im Sommer zu sehen und zu hören war.

the last speculoos

Es gibt immer diesen einen bestimmten Tag im Jahr, der bis zur Vorweihnachtszeit eine betrübliche Zensur hinterlässt. Ich lege mir einen ordentlichen Vorrat an Spekulatius einer ganz speziellen Sorte an, der dann natürlich irgendwann verbraucht ist. Der Tag definiert sich durch den Verzehr des letzten verfügbaren Spekulatius und löst bei mir eine betrübliche Stimmung aus. Die Komposition dieses Beitrags drückt diese Stimmung in Ansätzen aus.

Das Stück bringt eine kleine minimalistische Klavierkomposition in zwei Varianten. Einmal der reine Klavierklang und die zweite Version hat noch eine sogenannte Soundscape bzw. Ambient-Spur dazu gemischt, wodurch die Musik auf einmal in einer Yoga & Mediation Playlist auftauchen könnte. Wenn es um den reinen Klavierklang geht, dann wäre dies ein klassisches Instrumentalstück. Mische ich Ambient Klänge dazu, dann verwandelt sich das ganze in etwas Meditatives und es wird sozusagen funktionale Gebrauchsmusik. Ähnliche Überlegungen wurden schon in dem Beitrag water therapy vorgebracht. Wo bei wir bei der Frage währen, was denn die Einteilung in sogenannte Ernste-Musik und Unterhaltungs-Musik rechtfertigt, die die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), vornimmt. Man könnte sagen, dies ist eine dämliche Einteilung. Wirtschaftlich ist dies aber von großer Bedeutung für die KomponistInnen, denn für ernste Musik bekommt der Künstler viel mehr Ausschüttung, als für Unterhaltungsmusik. Einerseits würde eine Aufführung einer ernsten Komposition z.B. im Radio eine größere Ausschüttung nach sich ziehen, andererseits wird ernste Musik viel weniger als Unterhaltungsmusik im Radio gespielt.

Das Stück „the last speculoos“ basiert auf einer simplen Akkordfolge, die Jonny May in einer seiner Klavier Instruktionen vorgeschlagen hat. Interessanterweise kategorisiert er die Akkordfolge der Tonart C zugehörig und beziffert die Akkordfolge basierend auf dem Dreiklang C in sogenannter Stufenschreibweise. Dabei würde der Gm Dreiklang auf der V Stufe in C Dur normalerweise gar nicht auftauchen, ganz zu schweigen von einem Bb Dreiklang. Hier müsste man schon etwas mehr ausholen, um die Verwandtschaft dieser Klänge in Beziehung zu der Tonart C Dur zu setzen. Die Jazzer bezeichnen so etwas als modal interchange. Bezieht man allerdings die Klänge auf die Tonart F Dur, ergibt sich eine übliche Zuordnung zu den Stufen der Tonart.

the last speculoos (classic edit)

the last speculoos (yoga edit)


Das Beitragsbild zeigt wahrhaftig den letzten von mir mit Genuss verspeisten Spekulatius dieses Winters, allerdings ins All befördert …

chipstuned

Kartoffelchips sind die beliebtesten salzigen Knabberartikel der Deutschen. Im Jahr 2021 wurden ca. 125.000 Tonnen Chips produziert. Im Durchschnitt werden ca. 900g Knabberartikel pro Kopf der Bevölkerung konsumiert, dies wären dann fast fünf Tüten Chips im Jahr. Klingt erstmal wenig. Da man aber bedenken muss, dass manche gar keine Chips zu sich nehmen, sieht die Statistik für einzelne Personen schon wieder ganz anders aus.

Der Titel des heutigen Beitrages ist ein kleines Wortspiel: Aus „chiptune“ wurde „chipstuned“. Chiptune steht ja bekanntermaßen für eine Musikrichtung, ein Genre, welches 8-bit Klänge älterer Spielhöllenautomaten und längst totgeglaubter Heimcomputer als Klangideal verwendet. Chiptune Musik hat weltweit eine große Fangemeinde vor allen Dingen in Japan und USA sowie in der Gamer-Szene. Ich möchte an dieser Stelle gerne an meinen ersten Ausflug zu diesem Genre erinnern: little chiptune.

Das Stück chipstuned bedient sich solcher Klänge und erinnert auch an die oben angesprochene Musikszene. Geholfen hat mir dabei der neue Bassline Generator meiner Musiksoftware reasonstudio, mit dem man spielerisch schnell zu bestimmten Effekten und Linien kommt. Fehlen darf auch nicht der Klang von gerade verzehrten Chips, der hier als Intro und Outro dient. Ganze Sounddesigner-Mannschaften werden von großen Lebensmittelfirmen beauftragt, den passenden Klang beim Öffnen von Chipspackungen und beim Verzehren von Chips zu erzeugen. Dazu gibt es einen schönen Beitrag vom Deutschlandfunk Nova.

chipstuned


Passend zum Thema heute ein paar Kartoffelchips drapiert auf einem Keyboard.

indian horns

Neulich bin ich in der SZ-Rubrik Bester Dinge auf einen bemerkenswerten Artikel gestoßen. Der indische Verkehrsminister hat verkündet, dass die Autohupen in seinem Land mit Klängen indischer Instrumente ersetzt werden sollen. Dies würde das Klangbild indischer Großstätte erheblich verändern. Bekannterweise wird in asiatischen Ländern erheblich mehr gehupt, als es bei uns üblich ist.

Ganz abwegig ist dieser Gadankie wirklich nicht. Namhafte europäische Autohersteller sind aktuell dabei ihre soundbrandings der wachsenden Elektroautoflotten auditiv völlig neu aufzustellen. BMW hat sich dabei sogar die kompetente Unterstützung eines Hans Zimmer eingekauft, der mit vollem Einsatz an dieser Idee mitarbeitet.

Ich biete heute zwei Soundscapes im Vergleich an. Das erste Stück lässt eine Zufallswahl von Hupenklängen diverser Autos über einer Verkehrstextur erklingen. Beim zweiten Soundscape werden die Hupenklänge von Klängen indischer Instrumente ersetzt. Vielleicht erhält man eine Idee der Vision des indischen Verkehrsministers.

indian horns (horn version)

indian horns (instrument version)


Das Beitragsbild ist eine verfremdete Aufnahme von verschiedenen Spielzeugsautos mit einem Hintergrund eines Straßenspielteppichs. Leider war ich noch nie in Indien und hatte noch keine Gelegenheit, dort den Verkehr zu fotografieren.

water therapy

Die Musikwissenschaftler beschäftigen sich unter anderem damit Musik zu kategorisieren. Je nach Betrachtungswinkel gibt es unterschiedliche Systeme mit denen man unterschiedliche Aussagen treffen kann. Zu Zeiten der sogenannten Wiener Klassik im 19. Jahrhundert wurde gerne zwischen absoluter und programmatischer Musik unterschieden, später kam die Kategorie der funktionalen Musik dazu.

Die absolute Musik lebt in sich selbst und dient keinem Zweck. Die Musik spricht für sich, wie beispielsweise Sinfonien Mozarts. Der programmatischen Musik unterstellt man ein Programm, ein Bild oder eine Geschichte an der die Musik angelehnt ist. Man denke da zum Beispiel an Edvard Griegs Peer Gynt Suite. Die funktionale Musik dient einem bestimmten Zweck. Filmmusik gehört in großen Teilen bestimmt zu dieser Gruppe, auch wenn Grenzen fließend sind. Suche ich Musik bei bestimmten Streaming-Diensten, kann ich zum Beispiel die Kategorie „Yoga & Meditation“ auswählen. Es gibt Musiker, die ganz genau für solche Zwecke ihre Musik produzieren. Dies gibt es schon seit den 30er Jahren, als sogenannte MUZAK Musik für bestimmte Zwecke produziert wurde; beispielsweise für Aufzüge und Supermärkte.

Das Stück „water therapy“ würde auch in die Kategorie „Yoga & Mediation“ passen, zumindest fast, und bedient wieder meine sogenannte mambial-music.

water therapy


Das Beitragsbild zeigt ein selbstgemaltes Bild meiner Tochter, welches gut zum Stücke-Titel passt.

the number is not available

Es gibt bestimmte Entwicklungen, die werden als sogenannte Sprunginnovationen bezeichnet. Sprunginnovationen sind meistens bestimmte Erfindungen, die einen enormen Wandel in der Gesellschaft hervorbringen können. Die Erfindung des Buchdrucks ist eine der bekanntesten aus dieser Liste und es wird auch keiner bezweifeln, dass die Erfindung des Telefons mit dem Vorläufer des Telegraphen eine solche Innovation darstellte, konnten die Menschen sozusagen nunmehr mit ihrer Stimme auf Reisen gehen. Vorher war die Infomationsvermittlung nicht schneller als das schnellste Pferd mit Reiter, wenn man mal von Rauchzeichen, Brieftauben, Lichtzeichen und der Kommunikation mittels der Pfeifsprache El Silbo auf Gomera absieht. Die Integration des Telefons in einen Hosentaschen großen Mikrocomputer in Forms eines Smartphones stellt eine weitere Sprunginnovation dar.

Rafael Laguna, der Chef der relativ neuen Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND verrät in einem sehr lesenswertem Interview, warum die Gesellschaft die liebevoll bezeichneten HIPOS – was für „High Potentials“ steht – braucht und welche Anreize diese bekommen müssen. Dabei entlarvt er die selbstverliebten Eigenansichten der Hipster aus dem Silicon Valley – denn nicht jede gepriesene Innovation ist auch gleichzeitig eine Sprunginnovation – und berichtet über eine Liste des „The Atlantic“ der 100 wichtigsten Sprunginnovationen, die aufgrund von Befragungen zusammen getragen wurde.

Das heutige sounddesign stellt die wunderbaren Geräusche des Telefons in den Mittelpunkt, die mit der Benutzung die auditive Welt in diesem Bereich maßgeblich geprägt haben. Es sind Geräusche, die das Telefon beim Wählen von sich gibt bzw. gab und die wundervollen Signale, die uns akustisch anzeigen, ob wir auf den Verbindungsaufbau warten oder der Teilnehmer als besetzt markiert wird bis hin zu automatisierten Ansagen. Die Geräusche wurden auch diesmal wieder auf der Seite freesound.org mit einer einfachen Suche nach telephon ring zusammengetragen und mittels generativen Prozessen und Zufallsgeneratoren miteinander verknüpft. Hierzu die Wortwolke auf der freesound.org Seite.

the number is not available


Das heutige passende Beitragsbild habe ich abermals im Freilichtmuseum Hessenpark in einem Gewächshaus „gefunden“.

bladerunner quadragrainic world

In einem Forum tauchte neulich die Frage auf, wie man denn für einen neuen Song einen geeigneten Namen finden könnte. Über einen Titel-Generator hatten wir ja schonmal gesprochen. Dies kann man bei dem Beitrag sad will lead the way nachlesen. Für einige der letzten Songs habe ich einfach den Namen eines Sounds, den ich verwendet habe, ausgewählt. Und man muss wirklich konstatieren, dass die Sound-Bastler in dieser Hinsicht sehr kreativ sind. Auch für das heutige Stück habe ich den Namen eines Sounds benutzt, der für das vorliegende Stück charakteristisch ist.

Den heutige musikalische Beitrag zu meinem in baldiger Zukunft zu veröffentlichen Bladerunner Album würde in der aktuellen Jugendsprache als „episch“ bezeichnet werden. Viele Jugendliche sind sich der eigentlichen Bedeutung des Wortes nicht bewusst, sondern bei ihnen wird das Wort eher für „dramatisch“ oder „opulent“ benutzt. Dabei bezeichnet episch mehr die ausführliche Länge eines erzählenden Werkes und grenzt ursprünglich gegen das Drama, also eine Handlung auf einer Bühne, ab, wobei der ausschweifende Charakter durchaus gemeint sein kann.

Mein Stück heute ist auch eher episch im eigentlichen Sinne und unterstreicht durch die schleppende Akkordfolge mit sphärischen Stringsounds und einer klassischen erweiterten Kadenzform durch die Folge C D Em | Am G F#m Em | G F#m Em | diesen Charakter. Ich kann mir das Stück sehr gut als finalen Song meines virtuellen Bladerunner Nachfolgefilms vorstellen, der bis in den Abspann hineinreicht.

bladerunner quadragrainic world


Auch diesmal habe ich den Ausflug ins Erfurter Danakil benutzt und aus dem Wüsten-Abschnitt der Stätte ein passendes Bild für das heutige Stück und die Bladerunner Thematik ausgewählt.

mercury voyager

Im Jahr 1977 startete die NASA zwei Voyager Sonden, um weit von der Erde entfernte Planeten unseres Sonnensystems wie Saturn, Jupiter (die beiden Riesen), Uranus und Neptun zu erkunden. Es sollte eine der erfolgreichsten Missionen der NASA werden. Noch heute besteht Kontakt zu den Sonden, die faktisch unser Sonnensystem verlassen haben. Dabei muss man bedenken, dass die Grenze, wo unserer Sonnensystem eigentlich endet, natürlich reine Abmachungssache ist. Man kann aber zumindest sagen, dass die Sonden über die Umlaufbahn des Planeten Pluto, der ja gemäß des bestehenden Protokolls eigentlich nicht mehr als Planet eingestuft wird, hinaus geflogen sind und neben einer anderen Sonde damit zwei Objekte sind , die von Menschenhand geschaffen sich am weitesten von der Erde entfernt haben. Wer mehr darüber erfahren möchte, schaut sich diesen sehr gut gemachten Artikel vom Wissenschaftsjounalisten Friedrich List an. Hier sieht man auch eine Reihe von Aufnahmen, die die beiden Sonden zur Erde gefunkt haben.

Die Voyager Sonden erlangten Berühmtheit, weil sie jeweils eine goldene Schallplatte – golden record – dabei haben, die Zeugnis von der Existenz und Kultur der Menschheit geben soll, falls diese jemals mal von intelligenten außerirdischen Bewohner gefunden würde. Dazu wurde von einem schlauen Team ein einfach zu entschlüsselnder Code erfunden und damit Musik, Bilder, Texte und gesprochene Textnachrichten in mannigfaltigen Sprachen codiert. Man hat seitens der Musik unter anderem Bach, Beethoven, Mozart, sowie eine Aufnahme von Chuck Berry beigelegt, neben einer Reihe von Volksmusik verschiedenster Völker der Erde. Mich wundert, dass keine Jazzmusik in der Auswahl zu finden ist.

Die Audiobotschaften – Grußworte in 55 Sprachen, die frei gewählt werden durften, hat das Duo Falkfest 2002 bei dem Stück mercury vojager im Stil eines 4 to the floor beats verwendet und an die Mission erinnert. Der Name mercury voyager stammt von einem amerikanischem Auto, welches die für die damalige Zeit typischen „Raketen-Flügel“ hatte. Übrigens hieß das erste Weltraumprogramm der NASA auch mercury. Mercury war ursprünglich ein beliebter Name für große Segelschiffe verschiedenster Flotten.

mercury voyager


Das Beitragsbild ist diesmal ausnahmsweise keine eigene Fotografie, sondern eine zur freien Verwendung herausgegebene Abbildung der erwähnten goldenen Scheibe (golden record).

appearance of disappearance

Neulich stieß ich auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung mit einem für mich interessanten Inhalt: Ein Album mit australischen Vogelstimmen mit dem Namen Songs of Disappearance verdrängte namhafte Interpreten, unter anderem ABBA von den ersten Plätzen der australischen Charts. Dies ist ungewöhnlich, bemerkenswert und als Liebhaber diverser Soundscapes für mich eine große Freude. Es geht hier um Aufnahmen von Vogelstimmen, die über einen Zeitraum von 40 Jahren gesammelt wurden. Darunter sind etliche Klänge von Vögeln zu finden, die im Begriff sind auszusterben bzw. schon ausgestorben sind. So erklärt sich auch der Titel des Albums. Die Klänge sind sehr ungewöhnlich und bizarr und erinnern teilweise eher an Affen oder Hunde.

Ich habe mir erlaubt einige der Stimmen zu montieren und über einen Klangteppich, den ich aus verschiedenen australischen Grillenarten zusammengestellt habe, die ich abermals bei freesound.org gefunden habe, zu legen. Ich möchte durch diesen Soundscape der Aktion eine zusätzliche Aufmerksamkeit geben und allen denjenigen, die sich für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzten, Nachdruck verleihen.

appearance of disappearance


Das Beitragsbild erinnert entfernt an den australische Dschungel. Ich habe es in diesem Sommer im Regenwaldhaus der BUGA Erfurt – dem sogenannten Danakil – aufgenommen und leicht verfremdet.

windy christmas

Auch dieses Jahr gibt es zur Weihnachtszeit eine passende Klanglandschaft in Form eines soundscapes bzw. sounddesignes, sozusagen ein Xmasscape, wenn man es so nennen darf. Dieses kleine Stück suggeriert eine raue Winterlandschaft mit ordentlich frostigem Wind und Schnee, oder zumindest Raureif, wie das Beitragsbild zeigt. Ein Foto, das ich aktuell heute aufgenommen habe, denn wir hatten heute morgen eine verzauberte Winterlandschaft pünktlich zum Winteranfang, der heute mit der längsten Nacht des Jahres – die sogenannte Wintersonnenwende -eingeläutet wurde. Womit wir wieder beim Thema sind. Die Windgeräusche werden durch allerlei Glocken und sogenannte Chimes ergänzt, die uns an eine weihnachtliche Kulisse erinnern.

windy christmas


screenshot windy christmas

Gleichzeitig möchte ich mich für eure Treue beim Verfolgen dieses blogs bedanken und hoffe, dass ihr auch nächstes Jahr wieder zahlreich dabei sein werdet. Ich wünsche Allen eine gesegnete Weihnachtszeit, einen guten Rutsch und ein schönes Fest gepaart mit ein paar Erholungstagen, trotz aller Herausforderungen, die diese Zeit so bietet.

bladerunner ominaus forest

Der Titel aus der beliebten bladerunner Serie „ominaus forest“ passt durchaus in diese außergewöhnliche Zeit. „Ominaus“ lässt sich mit „unheilvoll“ übersetzen. Sollten wir nicht gerade jetzt eher eine „heilvolle“ Zeit erleben? Eine Zeit der Besinnung und des adventlichen Frohlockens? Irgendwie ist die Stimmung aber leicht getrübt. Ich persönlich darf mich nicht beschweren, vielmehr merke ich kraft meiner sensorischen Fähigkeiten, manche würden dies als Gespür bezeichnen, dass dieses Weihnachten irgendwie auch nicht mit einer Leichtigkeit daher kommt und sich ein bisschen schwerer anfühlt als sonst.

Freude macht es mir allerdings immer Musik machen zu können und zu dürfen. Mir fällt gerade auf, dass Musik machen einen hohen Grad der persönlichen Freiheit ausmacht. Wir haben ja gerade auch das Freiheitsthema in unserer Gesellschaft. Hier wird viel diskutiert. Musik zu spielen und zu kreieren – ich sage ja, man erfindet keine Musik, man findet sie nur – ist eine fantastische Ausdrucksform. Ich kann sozusagen machen, was ich will, nur meine Fähigkeiten und meine Phantasie begrenzen mich. Die Fähigkeiten kann man schärfen, indem man übt. Die Phantasie braucht Inspiration. Dazu muss man mit offenen Sinnen durchs Leben gehen, auch wenn der Zeitgeist manchmal betrüblich wirken kann.

Dieser bladerunner Beitrag – man lese bitte hier nach: Bladerunner Serie – bekommt seinen Titel auch wieder aufgrund eines Sound-Namens und ist absolut passend. Das Klangstück ist eine Reise, bei der es viel zu entdecken gibt. Klänge einer unbekannten Welt mit einem geheimnisvollen Wald, der durchschritten wird.

ominaus forest


Das Bild entstand zufällig bei einem Spaziergang in Erfurt diesen Jahres. Rein farblich passt es wunderbar zur Serie.

the gleam of hope

Es ist mal wieder Zeit die Gitarre auszupacken. Herausgekommen ist eine Hymne, ein kleines, meditatives Stück. Man muss es sich unbedingt über eine richtige Anlage, zumindest über einen Kopfhörer, anhören. Mir ist es nicht gelungen den Mix so einzustellen, dass es sich über einen Smartphone-Lautsprecher einigermaßen vernünftig anhört. Es hängt mit den Frequenzen der Begleitung zusammen, die anscheinend einen kleinen Smartphone-Lautsprecher überfordern. Über eine Anlage hört sich das Stück sehr schön an.

Gerade als ich dabei war dieses Stück zu komponieren, erfuhr ich vom Tod eines guten alten Freundes, der unerwartet und plötzlich verstorben ist. In der Hoffnung, dass er sich jetzt an einem friedlicheren Ort aufhält, widme ich ihm dieses Stück, um die Erinnerung an ihn zu ehren. Daher ist auch der Titel des Stückes entsprechend gewählt.

the gleam of hope


Die Fotografie stammt vom Singliser See in Borken (Hessen). Mein Freund besuchte den See, wann immer er dazu die letzten Wochen seines Lebens Zeit hatte.

onko mark

Und wir bleiben direkt beim Thema „sound challenge“, ein Format , welches ich ja bekanntlich sehr liebe. Wiederum hat die niederländische Klangschmiede Oenkenstein aufgerufen ein Stück zu kreieren, welches ihren neu erschienenen Klangerzeuger mit einem Mark Roads E-Piano-Klang verwendet. Oenkenstein schreibt bezeichnenderweise „roads“. Das Fender Rhodes Piano ist legendär und prägte außerordentlich die Klangwelt der Popmusik – besonders der 70er Jahre. Jazzgrößen, die sich in den 70er Jahren der Jazz-Rock-Musik bzw. Fusion-Musik widmeten, haben fantastische klangliche Zeugnisse dieser Zeit abgegeben. Denken wir beispielsweise an das Stück Red Baron von Billy Cobham mit dem unvergleichlichen E-Piano Spieler Jan Hammer, oder an Chick Corea mit seinem legendären Stück Spain. Weitere Vertreter sind Herbie Hancock und George Duke, aber auch die Pianistin Patrice Rushen mit ihrem langen E-Piano Solo in dem Stück Before the Dawn möchte ich hier anführen. Und alle spielten das Fender Rhodes.

Die Regeln der Challenge sehen lediglich vor, das mindestens eine Tonspur von dem erwähnten Klangerzeuger stammt. Ein Forums-User wünschte sich ein jazziges Stück, dies wollte ich beachten. Alles andere ist erlaubt, was mit der Software reasonstudio möglich ist. Ich habe mich entschieden den Klang des E-Pianos in den Vordergrund zu stellen und ein 70er Jahre „Feeling“ zu erzeugen.

UPDATE: Erstaunlicherweise hat das Stück „onko mark“ den 1. Platz bei der competition belegt! Ich freue mich sehr. Man sollte allerdings auch dazu sagen, dass es nur sehr wenig Einsendungen gab!

onko mark


Das heutige Beitragsbild wurde im Herbst im Freilichtmuseum Hessenpark fotografiert und zeigt den Arbeitsplatz einer Druckerei, die in den 80er Jahren geschlossen wurde. Weil das Stück „onko mark“ ja auch „retro“ ist, passt das.

tako hammer

Der Name dieses Beitragstückes „Tako Hammer“ habe ich einer Soundpatchsammlung aus dem reasonstudio Forum übernommen. Der User loopeydoug war so freundlich eine Klangsammlung für den virtuellen FM-Synthesizer Algoritm mit den Forumsmenschen zu teilen. Wer dieses blog regelmäßig liest, weiß ja, dass ich gerne bei sogenannten Challenges mitmische. Ich finde es motivierend eine musikalische Aufgabe in Form von sogenannten Regeln zu bekommen, die man dann umsetzen mag. Im heutigen Fall habe ich mir meine persönliche Challenge gesucht, indem die Aufgabe darin bestand, einen Song zu komponieren, der ausschließlich bestimmte Klänge einens Instruments verwendet. Herausgekommen ist mal wieder ein fast meditatives „mambial“ Stück mit asiatischen Anklängen, welches durchaus auch zu meinem letzten Album go east gepasst hätte. [Hinweis des Schreiberlings: mambial ist eine Neuschöpfung für einen Musikstil bzw. ein Genre. mambial setzt sich zusammen aus „ambient“ und „minimal“.]

Zu Beginn des Stückes breiten sich flächenartige Quinten aus, welche in der Wiederholung dann mit einigen Sequenzen unterstützt werden, die der Komposition einen gewissen Rhythmus verleihen. Ein Kommentar auf Youtube lautete: lovely rich sound!

Die verwendeten Töne sind einer einzigen Tonleiter (scale) entnommen, je nachdem in welchen Kontext man sie stellt – hier: auf welchen Grundton sie bezogen werden – ergibt sich eine andere musikalische Relation und Stimmung. Die erste Scala wird als Hindu bezeichnet (es gibt noch viele andere Namen für diese Tonleiter), die zweite als Lydian Dominant Scale. Es ist im Grunde eine melodische Molltonleiter, nur jeweils mit einer anderen Tonstufe beginnend.

tako hammer


Das Betragsbild habe ich im Sommer bei Sonnenaufgang beim Blick aus dem Schlafzimmer aufgenommen. Durch das digitale Rauschen sieht es fast wie ein Aquarellgemälde aus.