the gleam of hope

Es ist mal wieder Zeit die Gitarre auszupacken. Herausgekommen ist eine Hymne, ein kleines, meditatives Stück. Man muss es sich unbedingt über eine richtige Anlage, zumindest über einen Kopfhörer, anhören. Mir ist es nicht gelungen den Mix so einzustellen, dass es sich über einen Smartphonelautsprecher einigermaßen vernünftig anhört. Es hängt mit den Frequenzen der Begleitung zusammen, die anscheinend einen kleinen Smartphonelautsprecher überfordern. Über eine Anlage hört sich das Stück sehr schön an.

Gerade als ich dabei war dieses Stück zu komponieren, erfuhr ich vom Tod eines guten alten Freundes, der unerwartet und plötzlich verstorben ist. In der Hoffnung, dass er jetzt an einem friedlicheren Ort aufhält, widme ich ihm dieses Stück, um die Erinnerung an ihn zu ehren. Daher auch der Titel des Stückes.

the gleam of hope


Die Fotografie stammt vom Singliser See in Borken (Hessen). Mein Freund besuchte den See, wenn immer er dazu Zeit fand die letzten Wochen seines Lebens.

onko mark

Und wir bleiben direkt beim Thema „sound challenge“, ein Format , welches ich ja bekanntlich sehr liebe. Wiederum hat die niederländische Klangschmiede Oekenstein aufgerufen ein Stück zu kreieren, welches ihren neu erschienenen Klangerzeuger mit einem Mark Roads E-Piano-Klang verwendet. Oenkenstein schreibt bezeichnenderweise „roads“. Das Fender Rhodes Piano ist legendär und prägte außerordentlich die Klangwelt der Popmusik – besonders der 70er Jahre. Jazzgrößen, die sich in den 70er Jahren der Jazz-Rock-Musik bzw. Fusion-Musik widmeten, haben fantastische klangliche Zeugnisse dieser Zeit abgegeben. Denken wir beispielsweise an das Stück Red Baron von Billy Cobham mit dem unvergleichlichen E-Piano Spieler Jan Hammer, oder an Chick Corea mit seinem legendären Stück Spain. Weitere Vertreter sind Herbie Hancock und George Duke, aber auch die Pianistin Patrice Rushen mit ihrem langen E-Piano Solo in dem Stück Before the Dawn möchte ich hier anführen. Und alle spielten das Fender Rhodes.

Die Regeln der Challenge sehen lediglich vor, das mindestens eine Tonspur von dem erwähnten Klangerzeuger stammt. Ein Forums-User wünschte sich ein jazziges Stück, dies wollte ich beachten. Alles andere ist erlaubt, was mit der Software reasonstudio möglich ist. Ich habe mich entschieden den Klang des E-Pianos in den Vordergrund zu stellen und ein 70er Jahre „Feeling“ zu erzeugen.

onko mark


Das heutige Beitragsbild wurde im Herbst im Freilichtmuseum Hessenpark fotografiert und zeigt den Arbeitsplatz einer Druckerei, die in den 80er Jahren geschlossen wurde. Weil das Stück „onko mark“ ja auch „retro“ ist, passt das.

tako hammer

Der Name dieses Beitragstückes „Tako Hammer“ habe ich einer Soundpatchsammlung aus dem reasonstudio Forum übernommen. Der User loopeydoug war so freundlich eine Klangsammlung für den virtuellen FM-Synthesizer Algoritm mit den Forumsmenschen zu teilen. Wer dieses blog regelmäßig liest, weiß ja, dass ich gerne bei sogenannten Challenges mitmische. Ich finde es motivierend eine musikalische Aufgabe in Form von sogenannten Regeln zu bekommen, die man dann umsetzen mag. Im heutigen Fall habe ich mir meine persönliche Challenge gesucht, indem die Aufgabe darin bestand, einen Song zu komponieren, der ausschließlich bestimmte Klänge einens Instruments verwendet. Herausgekommen ist mal wieder ein fast meditatives „mambial“ Stück mit asiatischen Anklängen, welches durchaus auch zu meinem letzten Album go east gepasst hätte. [Hinweis des Schreiberlings: mambial ist eine Neuschöpfung für einen Musikstil bzw. ein Genre. mambial setzt sich zusammen aus „ambient“ und „minimal“.]

Zu Beginn des Stückes breiten sich flächenartige Quinten aus, welche in der Wiederholung dann mit einigen Sequenzen unterstützt werden, die der Komposition einen gewissen Rhythmus verleihen. Ein Kommentar auf Youtube lautete: lovely rich sound!

Die verwendeten Töne sind einer einzigen Tonleiter (scale) entnommen, je nachdem in welchen Kontext man sie stellt – hier: auf welchen Grundton sie bezogen werden – ergibt sich eine andere musikalische Relation und Stimmung. Die erste Scala wird als Hindu bezeichnet (es gibt noch viele andere Namen für diese Tonleiter), die zweite als Lydian Dominant Scale. Es ist im Grunde eine melodische Molltonleiter, nur jeweils mit einer anderen Tonstufe beginnend.

tako hammer


Das Betragsbild habe ich im Sommer bei Sonnenaufgang beim Blick aus dem Schlafzimmer aufgenommen. Durch das digitale Rauschen sieht es fast wie ein Aquarellgemälde aus.

no one knows what the future holds

Eigentlich dachte ich ja, wir würden doch allmählich von der Coronathematik Abschied nehmen können, doch wie uns die Medien spiegeln, ist die Bundesrepublik weit davon entfernt. Die Diskussionen nehmen kein Ende und die Frequenz der streithaften Auseinandersetzungen steigt sogar. Die täglich produzierten Zahlen verheißen kein schnelles Ende der Pandemie.

Ein Lockdown-Szenario soll unter allen Umständen vermieden werden, und jetzt spaltet sich die Gesellschaft in Geimpfte und Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. Diese beiden Gruppen finden immer weniger zusammen. Zwar soll es keine staatlich verordnete Impfpflicht geben, aber man wird den Eindruck nicht los, dass es eine Impfpflicht durch die „Hintertür“ gibt, dass die Nichtgeimpften immer mehr ausgeschlossen werden. Allerdings kann ab heute wieder kostenlos ein Schnelltest-Zertifikat erworben werden.

Die Impfgegner werden von Geimpften immer mehr angefeindet, und schließlich und endlich weiß ich persönlich manchmal nicht mehr, was ich eigentlich zu der ganzen Gemengelage denken soll. Ich merke, wie dies meine Stimmung beeinflusst und ich mich am liebsten mit der ganzen Thematik nicht mehr auseinanderzusetzen müsste. Hinzukommt, dass die Zukunft ungewiss bleibt und natürlich – wie schon immer – nicht vorhersagbar ist, wie auch der Titel des heutigen Stückes beschreibt.

Ein Licht am Ende des Tunnels verspricht die sofortige Booster-Aktion. Dazu bitte das Foto ausdrucken, auf den Boden legen und links unten auf den Fußschalter treten. Fertig!

Das heutige Beitragsstück ist eine gelungene Mischung von klassischer Minimalmusik à la Phil Glas und Steve Reich: Die anfängliche Piano-Sequenz, die das ganze Stück begleitet und die Pattern des Synthesizers ergänzt mit den Kalimbas gepaart mit einem Xylophon-Klang sowie der Piano-Melodie, die klangliche Anleihen an Harold Budds und Brian Enos Piano-Klänge in der Ambient Serie erkennen lassen; letztgenannte sind absolute Schätze der klassischen Ambientmusik. Demnach könnte man bei dem heutigen Stück von „mambial music“ sprechen, wenn man denn ein neues Genre eröffnen möchte.

download

no one knows what the future holds


Das Beitragsbild ist zufällig entstanden, steht aber symbolisch für die zwei angesprochenen Gruppen, die sich gegenüber stehen.

klankologie one

Die Firma Oenkenstein Audio beendet heute ihre klank-challange. Es wurde dazu aufgerufen mit ausschließlichen Klängen des neuen virtuellen Instruments Klank (singing bowls) einen track einzuschicken und vielleicht einen kleinen Preis zu gewinnen. Mit Klank kann man diverse metallische und gläserne Klangerzeuger abrufen und für die eigenen Stücke verwenden.

Das Stück klankologie one ist eine Fortsetzung der „Ologie-Reihe“, die ja z.B. bei den Stücken pianologie one, pianologie two, pianologie three und stringologie one zu hören war und sich sehr ähnlicher Kompositionsweise bedient. Dabei hört sich das Ergebnis immer stark nach klassischer minimal music an. Pianologie one zählt unerwarteterweise zu den meist „gestreamten“ Stücken meiner Musik. Rhythmische Pattern als Grundlage für einen Arpeggiator werden nacheinander gehalten und aufeinander gestapelt, während im Laufe des Stückes die Töne zyklisch ausgetauscht werden.

klankologie one


Eine Klangschale wird normalerweise kurz angeschlagen, dann hat sie einen sehr hohen glockenartigen Ton, sie wird aber auch überlichweise mit einem Holzstab am Rand „gerührt“ bis ein stetiger Grundton zu hören ist, der ein wenig weicher klingt. Ein Kissen verhindert, dass der Reibeton abgedämpft wird und frei zur Entfaltung kommen kann. Ich habe früher eine Zeit lang die abgebildete Klangschale benutzt, um einen bewussten Unterrichtsstundenbeginn zu setzten und als akustischen Trigger, um wieder an ruhige Phasen des Unterrichtens zu erinnern.

glockenton


reibeton


Das Beitragsbild zeigt diesmal meine Klangschale in einem Herbstlaubambiente.

panda randa surfing

Japanische Gärten sollen dem wandelnden Besucher Kontemplation und wohlmöglich Meditation ermöglichen, dazu haben sie einige typische gartenarchitektonische Merkmale ausgebildet. Auffällig zum Beispiel ist der besondere Heckenschnitt, die Verwendung von Steinen, sowie die Strenge eines japanischen Gartens, der meist mit einer bestimmten Art von Bescheidenheit gepaart ist. Eine spezielle Ausprägung ist der japanische Zengarten, der geharkte Kiesflächen als Gestaltungselement verwendet.

Eine kleine Zwischenbemerkung: Ich wage mal die These, dass die neuerdings sehr beliebten Grauskies- bzw. Schotter-Vorgärten aus dem Baummarkt eine zumindest entfernte und unbewusste Anlehnung an die Zengärten sind um das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung befriedigen sollen, nicht zuletzt, weil dann weniger gegärtnert werden muss. In vielen Gemeinden wird gerade überlegt, diese Art von Vorgärten grundsätzlich zu verbieten, obwohl dies eigentlich schon der Fall ist; zumindest in Bayern: Es wurde darauf hingewiesen, dass man nicht verbieten muss, was eigentlich schon verboten ist, denn 1. besteht die Pflicht Vorgärten grün zu gestalten und 2. dürfen keine Vorgärten versiegelt sein, was unweigerlich durch Folienunterbringung unter den grauen Kies oder Schotter geschieht.

panda randa surfing


Das heutige Stück – auch irgendwie meditativ – hätte es eigentlich noch in das go east Album schaffen können, allein, das Album wurde schon vorher herausgegeben. Ich werkelte mit einem PlugIn herum, welches Teile der Kompositionen generativ erzeugt und dabei verschiedenste Parameter dem Zufall überlassen werden dürfen. Eine Grundeinstellung dazu, die namentlich abgerufen werden können, lieferte den Namen des heutigen Stückes. Dieses PlugIn kombinierte ich mit Klangerzeugern, die sich auf belebte und unbelebte Natursounds spezialisiert haben, hier: Wasser und Vögel.

Schnell wurden dazu weitere Linien und eine sich wiederholende Basssequenz gefunden und mit einer Solovioline und gepaart am Ende des Stückes mit einem sogenannten Plugsound, der gitarrenähnlich daherkommt.

Ein wenig passend zur Stimmung des Stückes habe ich ein Bild im japanischen Garten in Erfurt aufgenommen, der unlängst zum Teil der diesjährigen Bundesgartenschau wurde. Er ist im Egapark zu finden, den es schon lange vor der Bindesgartenschau gab.

arab freesound

Heute gibt es mal wieder ein richtig schönes sounddesign. Diesmal mit Klängen, die ich auf einer meiner Lieblingsseiten gefunden habe: freesound.org. Hierbei bin ich wieder in schon bekannter Manier vorgegangen:

Man öffne die Seite freesound.org und gebe einen Suchbegriff ein. Hier gab ich den Begriff „arab“ ein. Die Klänge, die dann angezeigt werden, klicke man nach Gutdünken und Intuition an, so dass ein Geflecht von Klängen entsteht. Gleichzeitig nimmt man mit Möglichkeiten eines digital loopback das Audio auf, will meinen, man speichert das Ergebnis auf der Festplatte seines Computers.

arab freesound


Ich habe mich vor einigen Jahren ausführlicher mit dieser Vorgehensweise beschäftigt und hatte auch schon mal eine Arbeit mit dem Titel chant on the beach hier veröffentlicht.

Das heutige Beitragsbild wurde 2014 im Herbst in Izmir in der Türkei aufgenommen. Ich finde es ganz passend zum heutigen sounddesign.

bladerunner city night

Am nächtsen Album bladerunner wird weiterhin „schwer“ gearbeitet. Diesmal gilt es seine Audioanlage ein bisschen aufzudrehen, das Telefon abzuschalten, sich zurückzulehnen, die Augen zu schließen, entspannen, ruhig einzuatmen und dem neusten Audiobeitrag der bladerunner series zu lauschen. Um so mehr du dich darauf einlassen kannst, um so tiefer kannst du abtauchen in die geheimnisvolle Welt der sibyllinischen Klangskulpturen und stenotopen Kometenklänge. Ein Hörerlebnis erster Güte ist garantiert, so meine ich es zumindest.

Das Stück ist diesmal ungewöhnlich lang geraten, sehr lang, nicht zu lang, angemessen halt. Es besteht auch sechs Teilen, die jeweils durch eine kurze Pause getrennt sind. Grundlage bietet die sogenannte keynote, bestehend aus einem rhythmischen swellsound, der durchgehend zu hören ist und die minimalistisch rhythmische Grundlage liefert. In jedem Teil kommt eine Textur dazu mit Ausnahme des fünften Abschnittes, der etwas ausgedünnt gestaltet ist. Die Klänge lieferten diesmal weitesgehend die neuen Combinator 2 Klänge der Reason Studio Musiksoftware Version 12.

bladerunner city night


Das Beitragsbild zeigt einen Ansicht aus Frankfurt am Main in der Nähe des Bahnhofviertels, die in ein surreales Nachtambiente mit Hilfe des Programms Pixelmator Pro umgewandelt wurde.

find butterfly

Vor ein paar Wochen fragten wir uns, ob es denn eigentlich noch Schmetterlinge gibt. Es waren keine zu sehen. Ich sagte, man müsse noch etwas abwarten, das Frühjahr hat dieses Jahr fast mit einer Verzögerung von drei bis vier Wochen eingesetzt und der Lebenszyklus der Schmetterlinge ist stark von den Durchnittstemperaturen abhängig.

Und wahrhaftig, dann ungefähr Mitte August, der Sommer zeigte sich langsam, tauchten sie auf. Es waren an einem speziellen Ort hier im Dorf auffällig viele, die sich unter anderem an einem sogenannten Schmetterlingsstrauch weideten. Wie man ja weiß, brauchen bestimmte Arten auch bestimmte Pflanzen ums sich ernähren. Auch die Schmetterlingsraupen haben sich auf bestimmte Pflanzen als Nahrungsgrundlage spezialisiert.

Der Eindruck zur Zeit ist, dass es weniger Schmetterlinge werden. Und dies ist ja auch kein Wunder, nimmt doch die Landversiegelung unaufhaltsam zu und die Artendiversität ab. Die Schmetterlingsarten, die man dann sieht, sind im Wesentlichen die häufigen Arten: Tagpfauenauge, kleiner Fuchs, Admiral, Diestelfalter und der Rapsweißling, manchmal noch einen Zitrusfalter, obwohl es weltweit ungefähr 150.000 Arten gibt. Andere Arten habe ich die letzten Jahre nur wenige gesehen. Der Schwalbenschwanz ist mir nur ganz selten begegnet.

Wenn man den Flug dieser wunderbaren Tiere beobachtet, fällt einem die Schönheit dieser Tiere auf. Bemerkenswert ist ihr sanfter, lautloser Flug. Ich habe mich schon immer gefragt, wo der Name „Butterfly“ herkommen mag. Ich denke, es ist der Flug, so sanft wie Butter? Eine andere Erklärung besagt, Schmetterlinge haben früher gerne Gefäße im Zusammenhang mit Sahne und Butterherstellung angeflogen und bekamen daher den Namen Butterfliege.

Das heutige Stück ist auch zuckersüß wie Nektar und sanft wie Butter. Es ist in einer kürzeren Version auf meinem letzten Album go east erschienen. Nun habe ich das Ende nochmal etwas verändert. Das besondere an dem Stück ist die Klangquelle des Rhythmus. Ich habe meine geliebte Campingmetalltasse, die mir seit über 25 Jahren täglich meinen Kaffee zuführt mit ein bisschen Wasser gefüllt und mit meinen Fingern bearbeitet, dies aufgenommen und gesampelt und dann zu einem Rhythmus weiterverarbeitet.

find butterfly


Das Beitragsbild zeigt ein Tagpfauenauge auf einer bevorzugten Nektarpflanze hier in meinem Dorf.

sanaa

Wie bereits angekündigt möchte noch jeweils einen Beitrag zu den zwei Stücken schreiben, die zwar auf dem Album go east veröffentlicht wurden, aber bisher noch nicht in das blog geschafft haben. Ja richtig, es muss heißen das blog und nicht der blog, denn es ist ja DAS Tagebuch, sozusagen.

2004 hatten wir das große Glück in den Jemen reisen zu dürfen. Ein Freundin hatte einen Job für die Entwicklungshilfe in der Hauptstadt des Jemen Sanaa beim Waterresearch-Programm angenommen, ihr Lebensgefährte wanderte mit aus und wir wurden eingeladen, sie besuchen zu kommen. Es war eine hoffnungsvolle Zeit für den Jemen. Das Land war gerade dabei sich zu öffnen und es wurden Versuche unternommen Demokratisierungsprozesse einzuleiten. Wie sich herausstellte, betraf dies aber eigentlich nur die Hauptstadt, denn die Strukturen auf dem Lande ließen sich auf keinen Fall von heute auf morgen verändern, auch wenn der Westen dies gerne gesehen hätte.

Wir wurden herzlich willkommen geheißen, denn weil die rot-grüne Schröder-Fischer Regierung die Beteiligung beim zweiten Irakkrieg (auch dritter Golfkrieg genannt) – vielleicht auch aus wahlpolitischen Gründen – verweigerte, wurden deutsche Touristen hoch angesehen und wir hatten unsere damaligen einjährige Tochter mit einer sehr blonden Haarpracht dabei, was die Einheimischen bewunderten.

Es ist zwar aus den Medien verschwunden, aber dem Jemen geht es in vielerlei Hinsicht sehr schlecht, ist er seit vielen Jahren der Schauplatz eines gräßlichen Stellvertreterkrieges Saudi-Arabiens mit dem Iran. Die ohnehin schon schlechten Bedingungen haben sich noch weiter verschlechtert, dem Jemen geht dramatisch das Wasser aus, Lebensmittel werden nicht produziert, außer der Volksdroge Kat, was die letzten Wasserreserven aufbraucht. Die Bevölkerung stirbt an Hunger und entsetzlichen Krankheiten. Erstaunlich ist, dass die Medien eine zeitlang von weltpolitischen Brennpunkten berichten und dann erlischt das mediale Interesse. Zur Zeit liest man nur Nachrichten aus Afghanistan, der Jemen kommt in der Berichterstattung nicht mehr vor.

2004 war wie gesagt eine Zeit, wo man noch einigermaßen beruhigt in das Land einreisen konnte und durch unsere Freunde von Ort, konnte wir das Land natürlich auf andere Art und Weise bereisen, als wenn wir ohne Kontakte einfach nur einen „normalen“ Urlaub versucht hätten. Der Jemen erlangte mal kurzfristig mehr westliche Aufmerksamkeit, als z.B. Günter Grass z.B. auf Einladung der Regierung einer Kulturaustauschtagung beiwohnte und die berühmte Stadt Shibam mit ihren mehrstöckigen Lehmbauten besuchte.

Nach wie vor bekommt das Land Jemen von der Bundesrepublik Deutschland viel Geld überwiesen. Es war mal Schwerpunktland der Entwicklungshilfe.

sanaa


Die Audiodatei dieses Beitrags verwendet die Originalaufnahme eines Muezzins, die ich damals mit einem Minidisc (MD) Recorder aufnahm. MD Recorder erlaubten in Gegensatz zu aufnahmefähigen Walkmans auf Kompaktkasettenbasis erstmals für den interessierten Laien digitale Aufnahmen auf einer kleinen Scheibe (Minidisk), die viel weniger rauschten, als die analogen Aufnahmegeräte.

Der mit flächigen Klangbildern ergänzte Soundscape zeichnet ein düsteres Bild, was zur aktuellen Lage im Jemen passt und dazu beitragen soll, den Jemen nicht zu vergessen.

Das Beitragsbild wurde 2004 in Sanaa aufgenommen und zeigt eine bizarre einzigartige Wolkenformation.

interview

Ende Juli diesen Jahres hatte ich die große Ehre ein Interview den Machern vom Fischer & Co Radio aus Bad Wildungen geben zu dürfen. Ich hatte Gelegenheit über eine Stunde einschließlich von Musiktiteln über meine Arbeit als Audioblogger, mein blog und über meine Arbeit als Musiker zu berichten. Christiane und Marvin, die beiden Radiomoderatoren haben mir Fragen gestellt und die Sendung ging am 07.08.2021 über den Äther. Diese Sendung liegt mittlerweile auch als Podcast vor.

Jeder der ein bisschen mehr über „falkbossa“ und elektronische Musik erfahren möchte ist herzlich eingeladen die Sendung zu hören. Und, schaut doch mal beim Fischer & Co Radio aus Bad Wildungen vorbei.

go east

Das aktuelle Album go east ist soeben erschienen und kann praktisch bei allen bekannten Streamingdiensten wie youtube music, spotify, apple music, amazon und deezer usw. gehört werden. Ihr müsst einfach nur falkbossa eingeben und ihr werdet fündig. Bei dem Album handelt es sich vor allen Dingen um Arbeiten des letzen Jahres, die einen Anklang zur asiatischen Musik haben, sei es Japan, der vordere Orient, China und Indien. Viele von den Stücken sind sehr ruhig gehalten und gehen in Richtung meditativer Ambientklänge. Lasst euch überraschen und mitnehmen auf eine erstaunliche Reise.

Das Album beinhaltet zwei bisher noch unveröffentlichte Stücke (sanaa und find butterfly), die ich die nächsten Wochen in einem Beitrag vorstellen werde.

Das Betragsbild zeigt das aktuelle Albumcover. Es handelt sich um die Aufnahme einer japanischen Zierkirsche. Leider musste dieser Baum im letzten Jahr gefällt werden, da er erkrankt war. Ich werde ihn vermissen. Das Bild hatte schon bei dem Beitrag mahavishnu is coming Verwendung gefunden.

stargirl

Die Klangbibliotheksschmiede Spitfireaudio hat abermals zu einer Filmscore Competition aufgerufen. Da wurde ich doch heute glatt gefragt, „wat denn dat?“ Spitfireaudio hat dazu aufgerufen eine zweiminütige Filmszene aus der neuen DC Comic Serie Stargirl mit Musik zu unterlegen. Die Resonanz ist gigantisch. Ca. 1000 Arbeiten zu dieser Aufgabe werden eingesendet werden, so vermute ich, über 700 sind es schon.

Ich habe diesmal im Gegensatz zu einer früheren Arbeit die Filmszene in bekannter Filmmusikmanier gestaltet und habe ziemlich viele klassische Orchesterklänge verwendet. Ähnliche Aufgaben könnt ihr euch hier ansehen und anhören: westworld und metropolis. Doch hier nun meine aktuelle Filmmusik:

mystargirl

Für das Beitragsbild habe ich die Aufnahme einiger Sonnenblumen auf einem Feld in Nordhessen, passend zum Titel, ausgesucht.

worldplug

Die aktuelle Flutwasser Katastrophe hat mich an das Hochwasser Ereignisse vergangener Jahre erinnert. Vor vielen Jahren besuchte ich einen alten Studienfreund in Bonn, der inzwischen Vater geworden war. Als wir mit seiner vierjährigen Tochter am Rhein spazieren gingen und uns den Hochwasserstand ansahen, sagte das kleine Mädchen: „Da hat einer den Weltstöpsel gezogen!“ Ich konnte da nur beipflichten und war von dieser Aussage oder sollte ich besser sagen Einsicht begeistert!

Wenn enorme Wassermassen wie im Westen und Süden Deutschlands herunterkommen, hat man auch den Eindruck, dass jemand einen Stöpsel entfernt hat. Man kann von Glück sprechen, wenn man gerade in einer Gegend wohnt, die nicht betroffen ist. Die Betroffenen brauchen jede Hilfe und Unterstützung.

Jeden Morgen, wenn ich meinen Kaffee koche und Wasser in den Abfluss läuft, macht dieser aufwendige Geräusche und ich denke an die Geschichte über den Weltstöpsel zurück. Anlass genug, um mal wieder für die Reihe „from Soundscape to Sounddesign“ ein Stück beizutragen.

worldplug

In der Vergangenheit liegende Beiträge beschäftigten sich auch mit veränderten Soundscape Aufnahmen. An erster Stelle möchte ich den Beitrag door arrival in Erinnerung rufen und man kann auch nochmal bei holiday on ice schauen. Grundsätzlich kann man auch die Eingrenzung mittels der Kategorien in der Seitenleiste vornehmen um gezielter eine bestimmte Art von Beiträgen zu finden. Die Kategorien in diesem Fall wären soundscape und sounddesign.

sink drain original


Dreimal darf geraten werden, um welches Objekt es sich beim dem Beitragsbild handelt!

crazy blues

Manchmal ist es überraschend, wenn man sich Dateien auf der Festplatte anschaut, die deutlich in der Vergangenheit liegen und deren Inhalt man fast vergessen hat. Nach dem Öffnen derselben dämmert die Erinnerung. So ist es mir ergangen beim heutigen Beitragsstück. Im Grunde eine Session mit mir selber, ohne großen kompositorischen Plan, aber mit einer ganz persönlichen Stimmung. Von der Songstruktur lässt es vielleicht mit der Hilfe einer Übersicht von John Atkinson einordnen. Überhaupt lohnt es sich seine Seite aufzusuchen!

Mein Bruder forderte mehr authentische Instrumente, in Form von Gitarre und einem Basssample ohne elektronische Schnörkel, versuche ich dieser Bitte nachzukommen. Außerdem wurde die Gitarre auch streckenweise mit einem Bottleneck gespielt. Dazu rufe man sich bitte das Stück indian waterdrops in Erinnerung; ich habe vor ein paar Monaten mit einem Bottleneck experimentiert.

Das Gitarrensolo ist einem älteren Stück entnommen. Preisrätsel: Wer herausbekommt, bei welchem Stück – dieses blogs – dieses Solo schon einmal verwendet wurde, der erhält kostenlos ein CD zugeschickt. Also, wenn das kein Anreiz ist!

crazy blues


Das Bild habe ich unlängst mal wieder beim selbsternannten Kulturgutrecycling – eher ein Schrotthandel – in Niedenstein aufgenommen. Es ist immer wieder kurios, was man da alles findet. Ich sehe hier einen alten Projektor, so eine Art Epidiaskop. Siehe dazu auch den Beitrag after the before, dessen Beitragsbild ein anderes Bild aus dem Handel zeigt.

little chiptune

Wo wir doch schon beim letzten Beitrag beim Commodore 64 waren, schließt sich der heutige Beitrag wunderbar an. Unlängst bat mich ein Kollegenfreund bei einem Online Meeting dabei zu sein. Er wolle mal hören, was ich davon halte. Er stellte ein kleines Onlineprogramm zum Musikmachen vor, welches die Welt der Sounds rund um die ersten Computerspiele wiederbeleben lässt. Die Musik, die bei den früheren Computerspielen zu Gehör kamen, wie zum Beispiel bei sogenannten jump & run Spielen, werden liebevoll chiptunes genannt, denn ein 8bit auflösender Soundchip generierte herrliche eigenartige Beepsounds.

Der Programmierer des Programms hat es dann auch passenderweise beepbox.co genannt. Diese Programm ist mit jedem Browser sofort zu öffnen, braucht kaum Rechenleistung, man legt einfach los und hat seinen Spass.

Ich wollte mal schauen wie meine kleinen Schüler aus der 5. Klasse darauf reagieren. Sie bekamen die Aufgabe mit iPads zu einem ausgedachten Jump & Run Spiel eine Musik zu programmieren. Ich war erstaunt festzustellen zu welchen gut klingenden Ergebnissen die Schüler in einer Doppelstunde kamen.

Um hier mal den Sound zu demonstrieren, habe ich eine kleine Sequenz eingegeben, im Netz findet man wesentlich gelungenere Komposition. Mir geht es hier nur um den Eindruck, den der Sound vermittelt.

little chiptune


Das Betragsbild zeigt ein aus Netz „geholter“ Gaminbackround, der für Programmierer zur Verfügung gestellt wird, ergänzt um ein Motorrad, um die Illusion eines Jump & Run Spieles zu schaffen. Natürlich fehlt hier die Bewegung.

the earl of midi

Als ich ein paar alte Aufnahmen einer meiner ersten Popgruppe Funktaxi (dazu in einem weiteren Betrag in Zukunft mehr) in meinem Archiv suchte, stieß ich auf eine längst verschollene gedachte Masterkompaktkasette mit Aufnahmen meiner ersten mit einem Softwaresequenzer aufgenommenen Stücke. Der Computer – wir schreiben das Jahr 1983 – war der zur dieser Zeit berühmte und weit verbreitete Commodore 64, der erste richtige Homecomputer. Dieser Computer erhielt seine Bezeichnung aufgrund der Tatsache, dass er lediglich 64 KB RAM Arbeitsspeicher hatte. Aus heutiger Sicht eine verschwindend geringe Kapazität. Um so erstaunlicher war die Tatsache, dass findige Programmierer trotz des sehr begrenzten Speicherplatzes erstaunlich gut funktionierende Programme zu Wege brachten.

Zusammen mit einem Mitbewohner aus einer Studenten-WG kauften wir uns das erste in Deutschland erhältliche MIDI Interface für den Commodore 64 aus dem Hause des Synthesizerstudios Bonn. Dieses Midi Interface ermöglichte erstmals den legendären und zur damaligen Zeit total zukunftsweisenden Yamaha DX7 Synthesizer an den Computer anzuschließen und mit Schaltsignalen zur Erzeugung von Musik zu versorgen. MIDI wurde zum führenden Standart um elektronische Musikgeräte miteinander zu verbinden und existiert immer noch. Im Bundle des Interfaces wurde eine Sequenzersoftware mitgeliefert, die es ermöglichte gespielte Tonfolgen aufzunehmen und zu quantisieren. Das Edieren der Aufnahmen war möglich. Zu sehen waren Zahlenkolonnen mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund – für den VC 64 benötigte man als Monitor einen damaligen Fernseher, die an die frühen Computer erinnerten. Was heute längst als selbstverständlich gilt, war vor 35 Jahren enorm innovativ. Das Bild zeigt vertretend für die angesprochene Software eine Software, die für den Commodore 64 Vorläufer – ein CBM 8032 – programmiert war.

the earl of midi • minimal 1


the earl of midi • minimal 2

Ich durfte mir den DX7 ausleihen und spielte meine allerersten Stücke mit einer MIDI Sequenzersoftware ein. Weil zu damaligen Zeit noch kein Computer, CD Recorder oder sonstiges digitales Gerät zur Klangaufnahme zur Verfügung stand, nahmen wir die sogenannten Masterstücke auf teuren Kompaktkasetten auf. Zu dieser Zeit gab es für uns noch keine Möglichkeit bestimmte Stücke im Computer abzuspeichern. Die Möglichkeit der Datenspeicherung sollte für uns erst im darauffolgenden Jahr ermöglicht werden.

Das Beitragsbild habe ich bei einem Besuch im Wortreich Museum in Bad Hersfeld mitgenommen. Das Museum ist ein sogenanntes „Mitmachen-Museum“. Man darf anfassen und ausprobieren. Im Prinzip handelt es sich um einen analogen Sequenzer, ähnlich der Funktionalität einer Spieluhr, nur viel größer dimensioniert und aus Holz.

bladerunner planetary anomaly

Mein Nachbar machte mich darauf aufmerksam, dass unlängst eine Dokumentation mit dem Titel Auf den Spuren von Blade Runner auf Arte TV zu sehen war. Die sehenswerte Dokumentation beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, ob die mögliche Zukunft des Jahres 2021 im Entstehungsjahres des Filmes (1982) vorausgesehen wurde. Erschreckender Weise war die dystopische Sichtweise der Zukunft in vielerlei Hinsicht zutreffend, schaut man sich beispielsweise das heutige Stadtbild von Los Angeles an. Viele Arbeitslose in LA kampieren auf den Bürgersteigen der Straßen inmitten von Hochhäusern mit Eigentumswohnungen der reichen Bevölkerungsteile.

Außerdem geht die Dokumentation der Frage auf den Grund, wie sich der Film Blade Runner von Ridley Scott, der sich einen Namen mit dem SciFi-Film Alien machte, von einem Kassenflop zu einem Kultfilm entwickelte.

Bei der Zusammenstellung der Sounds hat mir mein Freund P. geholfen, der zwei Gitarrenspuren beisteuerte und der Collage noch weitere Dimensionen hinzugefügt hat. Kennern der Filmmusik ist das viermal auftauchende musikalische Zitat des ersten Teils des Hauptthemas der originalen Filmmusik des griechischen Komponisten Vangelis nicht entgangen.

bladerunner planetary anomaly


Das Bild wurde passend zum verwendeten Reasonstudio Soundpack, welches hier namensgebend war, in seinen Farbwerten verschoben und zeigt eigentlich den Edersee aus Sicht des Waldecker Schlosses.

black lady

Mit „black lady“ bezeichnet eine gute Freundin liebevoll ihr schon etwas betagtes Motorrad, welches allerdings noch hervorragend seine Arbeit verrichtet. Es erinnert ein bisschen an eine vergangene Zeit und weckt nostalgische Gefühle, als Motorradfahren mit Verbrennermotoren noch unbeschwert war und überhaupt das ganze Verkehrsthema entspannter angegangen werden konnte. Kenner werden den Typ des gezeigten Motorrades bereits erkannt haben: Es handelt sich um eine Suzuki Savage LS 650 mit Baujahr 1993 und einem Motor mit 20KW Leistung.

Auch das heutige Stück weckt nostalgische Gefühle, erinnert es doch an die vergangene Zeit der sogenannten Fusionmusik in den 1970ern Jahren, die auch gerne als Jazz-Rock-Musik bezeichnet wird. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich zum ersten Mal die fantastische Platte Wired von Jeff Beck aus dem Jahre 1976 hörte. Ich besuchte meine Schulfreundin aus der Nachbarschaft, deren damaliger Freund mir diese Platte vorspielte. Dies war ein absolut prägendes Erlebnis. Jeff Beck – bekannt durch sein Mitwirken in den 1960ern Jahren bei den Yardbirds – ist der absolute Meister melodiöser Leadgitarrenparts und lässt die Gitarre nuancenreich wie eine Gesangsstimme erklingen. Die Platte Wired wurde maßgeblich durch das Solo-Syntheziserspiel des tschechischen Keyboarder Jan Hammer, der durch seine Filmmusik zur Miami Vice TV Serie berühmt wurde, geprägt. Der frühere Keyboarder des 1. Mahavishnu Orchestras verstand es wie kein anderer „elektrogitarrengleich“ mit dem Mini-Moog-Synthesizer Soli einzuspielen. Auf der Platte Wired „battelt“ er sich leidenschaftlich mit Beck.

Das Stück „black lady“ bezeichne ich auch als ein Fusion-Stück. Der kurze Sologitarrenpart in der Mitte des Stückes wird Jan Hammer „like“ mit einem Keyboard gespielt. Den Sound der Suzuki Savage am Anfang und am Ende des Stückes habe ich auf YouTube gefunden. Ich danke FtpTillDeath für das Soundfile. Jetzt aber bitte unbedingt selber hören:

black lady


princess of the night

Ich staunte vor einigen Woche nicht schlecht, als ich bemerkte, dass meine Kaktuspflanze plötzlich wunderschön blühte, um am nächsten Morgen bereits verblüht zu sein. Diese Kaktuspflanze bekam ich zur Pflege vor über 35 Jahren und sie überlebte in unserem Badezimmer. Dann zog sie in das Dachzimmer um. Ich habe nach diesem spektakulären Ereignis ein bisschen recherchiert und meine die Pflanze Epiphyllum oxypetalum bestimmt zu haben. Diese Pflanzen blühen nur sehr selten, manchmal nur alle 10 Jahre und manchmal nur einmal überhaupt. Auf der englischen Wikipedia-Seite wird diese Pflanze auch als „Princess of the Night“ bezeichnet. Diesen Titel finde ich ein bisschen exotisch und daher habe ich mir erlaubt, diesen Titel für das heutige Beitragsstück herzunehmen, denn ich verbinde damit irgend etwas im fernöstlichen Raum. Eine Geschichte einer indischen Prinzessin würde mir dazu auch einfallen.

Es ist erstaunlich, welche besonderen Lebenszyklen in der Natur zu finden sind. Jetzt machte ja gerade das Schwärmen einer bestimmten Zikadenart in Amerika medial die Runde. Unzählige Seiten im Netz wussten darüber zu berichten. Diese Zikaden schwärmen alle 17 Jahre. Von Maikäfern ist bekannt, dass sie sich in einem Zyklus von 4 Jahren entwickeln. Bestimmt gibt es noch andere Beispiele und wer dazu etwas weiß, mag es mir gerne mitteilen.

princess of the night


Das Stück Princess of the night hat wieder mit meiner Vorliebe für generative Musik zu tun, denn die komplette Begleitung ist generativ erzeugt, wird sozusagen errechnet und verwendet einen Zufallsgeber. Zur generativen Musik habe ich schon mal in dem Beitrag pianologie three etwas geschrieben und auf verschiedene spannende Seiten zum Thema verwiesen. Inzwischen habe ich mir eine Linkliste zu Fundstellen über generative Musik im Netz eingerichtet, die ich hier teilen möchte.

Ich habe nun – gemäß der Vorgabe, alle Kategorien mit einen „s“ beginnen zu lassen – eine neue Kategorie „south“ eingerichtet. „South“ verweist nun auf alle Stücke, die man klanglich außereuropäischen Klangkulturen zuordnen kann. Ich werde in Balde eine neue CD unter dem Namen „go east“ veröffentlichen und damit bei allen bekannten Streamingdiensten vertreten sein.

Das Beitragsbild zeigt natürlich die Blüte der erwähnten Kakteenpflanze. Die Aufnahme wurde mit der Software Prisma verändert.

what means soft machine?

Nachdem ich einige Stunden an dem Stück „geschraubt“ hatte, fiel mir eine gewisse Nähe zu den Stücken der englischen Gruppe soft machine auf. Es ist vor allem die Stimmung, die ich von Stücken der Gruppe in Erinnerung habe, nicht unbedingt das musikalisch direkt Vergleichbare, obwohl hier auch Ähnlichkeiten bestehen. Und es viel mir noch etwas auf: Ich hatte mir seit 45 Jahren noch nie Gedanken darüber gemacht, was der Name eigentlich bedeuten könnte. Was ist denn mit „Weich-Maschine“ eigentlich gemeint?

The Soft Machine ist ein Romantitel aus dem Jahr 1961 des amerikanischen Autors William S. Burroughs, der der Keimzelle der sogenannten Beat-Generation zugerechnet wird. Es ist der erste Teil der Nova-Trilogie. (Kleine Anmerkung: Manche Freunde nennen mich „Nova“.) Ein schrecklich obszönes, chaotisches Werk, was vielleicht deshalb einen großen Fankreis gefunden hat. Das Werk Naket Lunch gehört zu den bekanntesten Werken des Autors. Einige der Musiker von Soft Machine hatten den Roman gelesen und baten den Autor in Paris persönlich, den Titel als Bandnamen verwenden zu dürfen. Anscheinend hat Burroughs mit dem Begriff „soft machine“ den Menschen gemeint. Darauf wäre ich nicht gekommen.

what means soft machine?


Wenn man sich das Cover der Originalausgabe anschaut, kann man schnell die Brücke zum heutigen Beitragsbild erkennen. Das heutige Beitragsbild stammt aus der aktuellen Krickel-Krakel Serie, die mit Hilfe einer Zeichensoftware auf einem iPad entstanden ist.

Als Urvater der Entstehung des Jazz-Rock bzw. Rock-Jazz, heute auch Fusion genannt, wird in erster Linie immer Miles Davis und Konsorten – wie zum Beispiel auf dieser Seite – genannt. Ich will die Verdienste dieser Musiker auf keinen Fall in Abrede stellen, möchte aber gleichzeitig betonen, dass Musik der sogenannten Canterbury Scene Bewegung aus England, und dazu zählt insbesondere die Gruppe Soft Machine, einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des Jazz-Rocks hatten und gerade auch viel Einfluß auf die späteren Entwicklungen des genannten Genres sowohl in Europa, als auch in Amerika.

babel

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Turmbau zu Babel? Vielleicht eine der bekanntesten Geschichten auf der Welt, zumindest da, wo die Bibel gelesen wird. Es geht darum, dass die Menschen sich eine Turm bauen wollen, der in den Himmel reicht. Weil Gott dies aber als Hochmut bewertet, gibt er den Erbauern verschiedenen Sprachen und zerstreut sie in die Welt. Seitdem können Sie sich nicht mehr verstehen und das Bauvorhaben wird nie vollendet. Viele Probleme der heutigen Welt ergründen sich darin, dass wir uns nicht (mehr) verstehen, selbst wenn wir angeblich die gleiche Sprache sprechen.

„Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt, aber wer sich erniedrigt, wird erhöht.“ (Lukas 18:14)

Wie soll eigentlich ein Musiker in der heutigen Zeit damit umgehen? Erhöht er sich, wenn er seine Musik auf allen Plattformen anpreist und sich selbst darstellt, damit er auf seine Musik aufmerksam macht? Wie weit darf sein Narzissmus gehen, dies zu tun? Und wenn er nicht selbst von seiner Musik überzeugt ist, um seinen kreativen Prozess aufrecht zu erhalten, erhöht er sich dann? Ich persönlich habe noch keine Antworten auf die Fragen gefunden!

babel


Auf den Namen Babel für mein neues Stück kam ich über den gleichnamigen Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu, den ich neulich sah. Ein Film aus einer Trilogie, die die Abgründe der Menschheit zeigen soll. Und dieser Film hat mich tagelang beschäftigt. Drei Episoden, die mit völlig anderen Menschen spielen, an drei Orten der Welt, sind miteinander verwoben und zeigen ein Stück der Dramatik dieser Welt. Besonders gut gefiel mir die Filmmusik, die vom preisgekrönten Filmmusiker Gustavo Santaolalla beigetragen wurde.

Das Stück findet Eingang in meine neue CD „go east“. Das Beitragsbild muss natürlich einen Turm zeigen. In diesem Fall nehme ich das Bild des Kellerwaldturmes im Wüstegarten bei Jesberg zur Hand, der im Winter diesen Jahres besucht wurde. Der 28 Meter hohe Kellerwaldturm wurde – genau wie dieser heutige Beitrag am 09.05. geschrieben – am 09.05.2004 errichtet und löste den älteren Turm von 1971, der nur 18 Meter hoch war, ab. Wollten hier die Hessen auch näher an den Himmel kommen? Hatten Sie die Geschichte nicht gelesen?

yellow market

Was verbindet wirklich alle Menschen auf der Erde? Ja richtig, das Essen. Und wo kauft man die Lebensmittel ein? Meistens im Supermarkt, aber nicht nur. Es gibt ja noch gelegentlich die kleinen Läden, die man unbedingt unterstützen sollte und es gibt den Wochenmarkt. Hier bei uns am Samstag auf dem Marktplatz. Diese Saison geht gerade wieder los. Gemüse, was von meiner Frau nicht selber aus dem Garten geholt wird, wird bevorzugt vom Biobauern auf dem Markt – wer Bio will, der geht zu Till – besorgt, oder vom kleinen Bioladen. Erst dann geht es in den Supermarkt. Die meisten Seiten im Internet drehen sich – sieht man man von Seiten mit pornographischen Inhalt ab – ums Essen und natürlich um dessen Zubereitung. Es gehört zu den angenehmen Möglichkeiten des WWW, dass man sich die herrlichsten Rezepte besorgen kann. Bisher habe ich jedes Rezept gefunden, was ich gesucht habe.

Das Beitragsbild zeigt einen Stand in Mallorca, der vor etlichen Jahren von uns besucht wurde. Die Mittelmeeranrainer, dazu zähle ich jetzt auch mal die Mallorquiner, haben natürlich eine lange Marktplatztradition und ich habe den Eindruck, dass die Märkte dort selbstverständlicher genutzt werden, als bei uns in Mitteleuropa. Das Foto mit dem Marktstand von Schwämmen wurde mit der Software Sketcher verändert.

yellow market


Zugegeben: Ich habe den Titel des Stückes dem Titel Black Market der Gruppe Weather Report entlehnt, da es sich bei dem heutigen Beitragsstück um so eine Art soundalike handelt. Die Idee, den Anfang mit einem Soundscape eines exotischen Marktplatzes zu belegen, habe ich übernommen, indem ich aus mehreren Samples von freesound.org etwas zusammengestellt habe, sowie die Basslinie, die doch deutlich an das Original erinnert. In der Mitte des Stückes habe ich ein kleines musikalisches Zitat eingebaut. Entstanden ist das Stück eigentlich, weil ich meinen Oberstufenschülern die Anwendung des sogenannten Fauxbourduns klingend erklären wollte. Der Fauxbourdun – auch „Bordun“ geschrieben – erweitert eine Melodiestimme um parallel geführte Terzen und Sexten und fand in der weltlichen Musik – auch in der kirchlichen – des Mittelalters häufige Anwendung. Man bekommt damit schnell einen sogenannten Sound hin, der an die Voicings von Joe Zawinul (Gründer der Gruppe Weather Report) erinnert. Am Ende des Stückes benutze ich erstmals ein Gitarren Synthesizer Plug-In. Einen schnellen Rechner vorausgesetzt, ersetzt das Plug-In einen eigenständigen Gitarrensynthesizer mit einem speziellen Tonabnehmer, da das Plug-In in der Lage ist, in Echtzeit die Gitarrensignale einem Klangerzeuger zur Verfügung zu stellen. Natürlich hätte ich diese Stimme auch direkt mit dem Keyboard einspielen können, aber ich spiele mit der Gitarre andere Linien und daher war es einen Versuch wert. Mal schauen, wohin diese Reise noch führt!

go east(er)

Es wird vermutet, dass die Wörter Osten und auch Ostern von dem altgermanischen Ausro abgeleitet wurden, was so viel wie Morgenröte bedeutet. Dies ergibt Sinn, denn die Morgensonne weist ja in das sogenannte Morgenland. Zu Ostern, insbesondere am Ostermontag solle sich die Morgensonne am Grab Christi gezeigt haben. Andere Autoren geben aber auch die germanische Göttin der Fruchtbarkeit Ostera oder auch Ostara als Ursprung für das Wort Ostern an.

Die Kelten und andere germanische Stämme feierten zur Frühjahrsonnenwende um den 21. März das Fest Ostara oder Ostera und huldigten damit auch der gleichnamigen Fruchtbarkeitsgöttin. Diese Fest wurde immer zum ersten Frühjahrsvollmond gefeiert. Der Brauch des Osterhasen soll unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass man bei klaren Vollmondnächten einen Hasen auf der Mondoberfläche, den sogenannten Mondhasen, erblicken kann, der in den asiatischen Kulturen noch immer eine große Rolle spielt. Das Frühjahrsfest hatte mehrere Funktionen. Der Astrologieforscher Hans Cousto erzählte mir mal nach einem Vortrag, dass es beim Osterafest auch darum gegangen sei, den z.B. bei den Kelten üblichen Mondkalender mit dem Sonnenjahr abzugleichen. Auf der Seite 74 dieses Textes kann man dazu interessante Einzelheiten nachschlagen. Es mussten Tage eingeschoben werden, um die Verschiebung des Mondlaufes bezogen auf das Sonnenjahr anzupassen.

Die Christen haben das alte Brauchtum mit ihrer Ostergeschichte besetzt und gleichzeitig das Osterfest extra auf den ersten Sonntag nach dem Frühjahrsmond gelegt. Weil bei ihnen strikt nach dem julianischen Kalender vorgegangen wird, kann es passieren, dass Ostern früher oder sehr viel später als die Frühjahrssonnenwende stattfindet, die ja auch gleichzeitig die Tag- und Nachtgleiche markiert. Die Christen konnten den sogenannten Heiden ihre Brauchtüme ja nicht vollständig nehmen, zeigten aber sehr großes Geschick darin, die alten Feste für ihre christlichen Zwecke zu benutzen und umzudeuten.

go east(er)


Das heutige „Kling-Klang-Stück“ reiht sich in die Auskoppelung „go east“ ein, denn es kommt mit dem Klang des Melodieinstrumentes asiatischen Klängen sehr nahe. Beispielsweise gehören die Stücke L. und Tama auch in diese Sammlung, die ich bald bei den Streamingdiensten zur Verfügung stellen werde. Go east soll natürlich an das berühmte Stück go west erinnern. Für die Begleitstimmen habe ich drei Generatoren benutzt, die eine Auswahl vordefinierter Töne in zufälliger Frequenz errechnen. Hinzukommt ein flächiger Padsound, der das ganze zusammenhält. Der Rhythmus der Begleitspuren bleibt undeutlich und fragil, während sich die Melodie sphärisch durchzusetzen versucht. Für die Begleitstimmen hab ich wieder das fantastische Algiritm und für die Melodie das Instrument Friktion der Firma propellerheadstudios verwendet.

Das heutige Beitragsbild zeigt – wie kann es anders sein – eine sogenannte Osterglocke, auch Märzenbecher genannt, die ich in meinem Vorgarten fotografiert habe. Dieses Narzissengewächs ist in vielen Variationen die beliebteste Osterblume in Deutschland und war Blume des Jahres 1981.

gamelan & bali song

Als Jugendlicher begann ich mich für die balinesische Gamelan Musik aus Indonesien zu interessieren. Ich glaube es war die Biographie des amerikanischen Minimal Music Pioniers Steve Reich, den ich hier schon mehrfach erwähnt habe (u.a. hier bei dem Beitrag Streich), die mich auf diese Musik aufmerksam machte, denn Steve Reich studierte neben Meistertrommlern aus Mittelafrika die balinesische Gamelan Musik, die ja viel mit der klassischen Minimal Musik gemein hat. Ermöglicht wurde das Studium unter anderem aufgrund der fantastischen Aufzeichnungen des kanadischen Komponisten Colin McPhee, der jahrzehntelang damit zubrachte, die traditionelle Musik der Gamelanorchester minutiös aufzuzeichnen. Diese traditionelle Orchester drohten auszusterben und es war unter anderem McPhees Verdienst, dass diese Musik nicht in Vergessenheit geriet, sondern aufgrund seiner Aufzeichnungen konnte die aussterbende Tradition wiederbelebt werden und erfreut nicht nur die jährlichen Touristenströme der Insel.

Balinesische Gamelanmusik bedient sich bestimmter Instrumentengruppen wie Trommeln, Flöten, aber vor allen Dingen den charakterbildenden Metallophonen, die unter anderem pentatonisch (fünftönig) gestimmt sind und in ihren genauen Tonhöhen von unserer westlichen Stimmung abweichen (slendro), was vielleicht für den besonderen Zauber dieser Musik ausschlaggebend ist.

Es gab einen Film über das Schaffen McPhee, den ich auf VHS Kassette aufgenommen hatte. Diese Kassette lieh ich einem befreundeten Musiker und sah sie dann zu meinem großen Bedauern nie wieder. Hoch erfreut bin ich deshalb, weil mittlerweile dieses wertvolle Dokument als Leihvideo im Internet zu beziehen ist und eine ganz klare Empfehlung erhält. McPhee hat sich außerordentlich von der balinesischen Musik in seinem Schaffen beeinflussen lassen und auf YouTube findet man eine Menge seiner Komposition, die ich sehr hörenswert finde. Ich nenne hier mal als Beispiel das Stück Tabuh tabuhan for 2 pianos & orchestra.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Musiklehrer versuche ich immer wieder Anregungen zu finden, die Schüler zum aktiven Musikmachen zu bewegen und weil ich ein Freund der sogenannten Worldmusic bin, habe ich für Einsteiger eine Reihe von sehr kleinen und einfachen Stückchen entwickelt, die schnelles und gut klingendes Musizieren mit unterschiedlichen Gruppen ermöglicht und gleichzeitig die verschiedenen Tonleitern wie chinesische Pentatonik, japanische Hexatonic usw. in ihrer Klangcharakteristik den jungen Leuten näher bringt. Dabei sind auch zwei Stückchen entstanden, die mit entsprechenden Klangerzeugern durchaus niedlich klingen und ich heute zum Besten geben will. Dabei habe ich das aktuelle PlugIn Algoritm der Firma reasonstudios verwendet.

Bei dem Stück „Bali Song“ hat der Musikpädagoge David Gray mit seinem Stück Sunset in Bali kräftig mitgeholfen und ich möchte an dieser Stelle dafür außerordentlich danken. Ich hatte vor Jahren den Artikel Music of the Far East gefunden und das Stück mit als Vorlage für den Bali Song verwendet.

gamelan song


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bali song


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Das Beitragsbild zeigt ein Blatt mit fünf Spitzen und symbolisiert die pentatonische Tonleiter. Im ganz ersten Moment hatte ich mich gewundert einen Seestern auf der Straße zu finden, der ja auch fünf „Arme“ hat, aber ich erkannte Bruchteile von Sekunden später, dass es sich um ein Blatt handelte.