m.f.b. museumsnacht kassel 2006 live

Kürzlich besuchte mich mein alter Freund und Musikkollege M. auf einen Kaffee. Natürlich sinnierten wir über die guten alten Zeiten und erinnerten uns, wie wir bei der Kasseler Museumsnacht 2006 zu dritt vor dem Platz des Staatstheater für ein musikalisches Ambiente sorgten.

Unsere Rechner waren über den MIDI-Clock-Standard synchronisiert, so dass wir leicht mit gleichem Tempo spielen konnten. Wir hatten es uns zur Aufgabe gemacht mit Motiven und Melodiefragmenten des Kasseler Minimal-Komponisten Dr. Ulli Götte zu arbeiten und eine improvisierte Mischung aus Minimal-Music und Electronica zu zaubern. Herausgekommen ist ein einstündiger Live-Mitschnitt unterteilt in sieben Stücke, die ich jetzt kurzentschlossen wieder veröffentlicht habe. Jorge, M. und ich hatten viele Jahre beim Kasseler Minimal-Orchestra „in process“ unter Leitung von Ulli gespielt, Jorge und M. spielen dort immer noch mit.

Das Cover der ursprünglichen CD gefiel mir nicht mehr, daher habe ich kurzerhand die KI leonardo mit dem Prompt „museumsnacht kassel stars“ beauftragt ein neues Cover zu generieren. In einem früheren Beitrag hatte ich schon über das Projekt m.f.b. Museumsnacht Kassel 2006 berichtet.

Das Album ist bei allen gängigen Streamingplattformen abzurufen, hier ein paar Ausschnitte:

unending serenity [part three] • feat. St. Peter

Ich komplettiere die Unending-Serie mit dem dritten Teil. St. Peter schickte mir ein sehr ergiebiges Sample, welches durch verschiedene Sound-PlugIns in unterschiedliche Facetten transformiert werden konnte. Ich habe dann noch eine rhythmische Synthesizer Spur ergänzt und dadurch den Klängen eine gewisse Struktur verliehen. Im Grunde ist das akustische Ergebnis musikalisch wenig fassbar, da es nicht herkömmlicher Strukturen wie Harmonie und Melodie Folge leisten muss.

Ich habe mal zum Spass den Titel in ein internetbasiertes Synonymlexikon eingeben und folgende Ergebnisse bekommen, die ich als Wortwolke präsentiere:

Ich habe die drei unending serenity Stücke als Mini Album, welches dann als Single gelistet wird, auf alle bekannten Streamingdienste hochladen lassen. (Hat ein Album nicht mehr als drei Stücke und bleibt unter 30 Minuten Spielzeit, wird es als Single gelistet.) Bei Tidal, Apple Music und qobuz gibt es den Stream in CD Qualität.

unending serenity • part three

Das Beitragsbild ist eine weitere farbliche Variante des ursprünglichen Covers.

naataplawu

Der Spitfire Audio Co-Founder Christian Henson hat die neue Plattform Crow Hill Company gegründet und vertreibt darauf neue interessante auch frei erhältliche Sound-PlugIns. Diese – bis jetzt – vier frei erhältlichen PlugIns wollte ich in einem Song ausprobieren und plötzlich kam mir eine fallende Basslinie in den Sinn, die mich stark an Phil Glass Musik zu dem epischen Film Koyaanisqatsi erinnert. Herausgekommen ist ein Glass Soundalike, welches zumindest bei mir die gleiche Stimmung auslöst wie Teile des Originals.

Der Filmemacher Godfrey Reggio gestaltete 1982 mit dem Film Koyaanisqatsi den ersten Teil der Qatsi-Reihe und fand in dem Minimal Komponisten Phil Glass einen genialen Partner, der mit seiner Musik wie geschaffen mit der Untermalung des Films für den passenden Soundtrack sorgte. Glass bekam durch den Film viel Aufmerksamkeiten und wurde einem größeren Publikum bekannt. Koyaanisqatsi bedeutet in der Hopi-Indianer-Sprache soviel wie: 1. verrücktes Leben. 2. Leben in Aufruhr. 3. Leben, das sich auflöst. 4. das Leben aus dem Gleichgewicht. 5. ein Zustand des Lebens, der eine andere Lebensweise erfordert.

Der Experimentalfilm verzichtet komplett auf Dialoge, sondern besteht aus montierten Zeitraffer- und Bildsequenzen, die die Zerstörung und hemmungslose Ausbeutung unseres Planeten durch die moderne Zivilisation zeigen. Grundlage dafür ist eine Hopi Indianer Prophezeiung.

„Wenn wir wertvolle Dinge aus dem Boden graben, laden wir das Unglück ein.
Wenn der Tag der Reinigung nah ist, werden Spinnweben hin und her über den Himmel gezogen.
Ein Behälter voller Asche wird vom Himmel fallen, der das Land verbrennt und die Ozeane verkocht.“

Hopi Indianer Phrophezeiung

Für mein Soundalike wollte ich auch ein Wort aus der Hopi-Sprache wählen und fand in dem Wort „naataplawu“, was so viel heißt wie „spielen“, eine Möglichkeit.

Der Song mit bewegten Bildern.

naataplawu


Das Beitragsbild zeigt eine Eisformation, die in meiner Umgebung im Januar 2021 aufgenommen wurde.

different railways (stringologie two)

Als Kind fuhr der bekannte jüdische klassische Minimalmusik Komponist Steve Reich nach der Trennung seiner Eltern in den 40er Jahren öfters mit dem Zug von New York nach Los Angeles. Diese Eindrücke verband er mit der Fragestellung was mit jüdischen Kindern in Europa zur Zeiten des Holocaust passiert ist. Seine Verarbeitung mit dieser Thematik brachte er 1988 in die Auftragskomposition des berühmten Kronos Quartetts namens Different Trains ein. Da Reich bei diesem Stück sowohl an Züge erinnernde Rhythmen und andererseits unter anderem Sprachaufnahmen eines Schaffners, der die besagte Strecke vielfach begleitet hatte, sowie Zuggeräusche verarbeitete, kann man sich einen rollenden Zug gut vorstellen.

Mich hatte das Stück Different Trains schon immer fasziniert und als ich neuerdings wieder an einer weiteren Stringologie Version gearbeitet habe, war mir klar, dass Different Trains über all die Jahre einen großen Einfluß auf mich hatte. Different Trains fungiert sozusagen als Referenz für das heutige Beitragsstück, wenngleich man sagen muss, das Reichs Komposition wesentlich komplexer ist. Gewählt wurde ein 6/4 Takt, der viele rhythmische Möglichkeiten unterschiedlicher Betonung erlaubt, da 2er und 3er Gruppen mannigfaltig kombiniert werden können. Verschiedene Instanzen eines Physical Modeling Klangerzeugers (Friktion Modeled Strings) werden durch kombinierte Generatoren zu repetierenden Patterns herangezogen und wechseln alternierend ihre Tonfolgen. Ein an- und abschwellender pulsierender Bassklarinetten- und Fagott Orgelpunkt untermalt die Streicherklänge.

different railways


Das Foto einer alten Eisenbahn entstand 2022 in Borken (Hessen) bei einer Fototour mit meinem Bruder. Die Bahn transportierte Braunkohle, die in Borken abgebaut wurde. In Borken und Umgebung wurde der Untertage Braunkohleabbau ab 1988 komplett eingestellt.

zoyx

Zu Beginn eines neuen Jahres kann man zwei Menschengruppen unterscheiden: Die erste Gruppe formuliert gute Vorsätze, wie zum Beispiel mehr Sport zu betreiben, die zweite Gruppe nimmt sich nichts Besonderes vor. Bei der ersten Gruppe kann man eine weitere Unterscheidung treffen: Die meisten geben ihre guten Vorsätze teilweise bereits nach einer Woche wieder auf, nur wenige halten das Jahr über durch.

Dabei sind natürlich gute Vorsätze grundsätzlich nichts Schlechtes. Und wenn man einen Vorsatz wirklich mal umgesetzt hat, kann dies auch sehr befriedigend oder befreiend sein. Durch eine persönliche Veränderung in meinem Leben war ich vor einigen Wochen gezwungen, ein anderes Zimmer im Haus zu beziehen. Es war ein gute Gelegenheit sich von jahrelang angesammeltem „Zeugs“ zu befreien. Ich war selber erstaunt wie viel ich in meinem Arbeitszimmer angesammelt hatte. Ich dachte immer, dies und das kann man irgendwann nochmal gebrauchen. Dies stellte sich als Irrglaube heraus. Ich konnte mit Hilfe meiner Familie mein Zeugs bestimmt auf ein Fünftel der ursprünglichen Menge reduzieren. Vieles wurde verschenkt, aber auch vieles wurde brav getrennt entsorgt.

Die sogenannte Minimalismus Bewegung – hier meine ich nicht die verschiedenen musikalischen Minimalismus Genres – behauptet, man bräuchte nicht mehr als 100 Dinge. Der „normale“ Westeuropäer hätte ungefähr 10.000 Dinge angesammelt. Von 100 bin ich noch weit entfernt, aber 10.000 habe ich bestimmt schon deutlich unterboten. (Aber dies ist nur eine Vermutung.)

Vor einigen Wochen wurde mir von dem nordrhein-westfälischem Trio ZOYX ein Sample zugespielt. Ich habe mir erlaubt um dieses Sample ein kleines melancholisches Stück zu arrangieren, welches vielleicht bei Gedanken, die man sich über all die überflüssigen Dinge, die man angehäuft hat, macht, unterstützend wirkt.

Ich wünsche allen Lesern ein gutes neues Jahr und hoffe, dass ihr eure guten Vorsätze alle umsetzten könnt und wenn nicht, dann nicht!

zoyx


Das Bild habe ich vor ein paar Jahren mal wieder beim selbsternannten Kulturgutrecycling – eher ein Schrotthandel – in Niedenstein aufgenommen. Eine große Quelle für wundervolle Aufnahmen, die ich schon oft genutzt habe. Schaue dir dazu die Beträge crazy blues und after the before an.

danse dans le noir [xmas edition]

Kurz vor Weihnachten haben wir die längsten Nächte, der kürzeste Tag misst nur noch acht Stunden. Die genaue Stundenzahl richtet sich nach der Nähe zum Nordpol. Nach dem 21. Dezember wird es nachmittags wieder etwas später dunkel, bis es allerdings morgens wieder früher hell wird, dauert es noch bis zum 6. Januar. Dies liegt an der elliptischen Bahn der Erde um die Sonne und der Erdachsenneigung.

In dieser Jahreszeit leiden viele Menschen unter dem Entzug des Sonnenlichts. Leichte Verstimmungen werden manchmal als Winter-Blues bezeichnet, Mediziner diagnostizieren aber bei schwereren Fällen ernsthafte Depressionen oder die sogenannte Winterdepression, die sich auf jeden Fall auf das mangelnde Licht zurückführen lässt. Bei manchen Menschen kommen der Hormonhaushalt und der Melatoninspiegel derart durcheinander, dass echte Verstimmungen auftreten können. Zeigt sich im Laufe des Jahres die Sonne wieder häufiger, verschwindet meist die Winterdepression. Ärzte raten als Therapie zu Spaziergängen während es hell ist und zu einer mineralstoff- und vitaminreichen Kost. Auch eine starke Lichttherapie mit Tageslichtlampen soll helfen. Keinesfalls sollte man zu viel schlafen, weil sich dann überschüssiges Melatonin ansammelt. Also empfiehlt man auch einen klaren Wach-Schlaf-Rhythmus.

Jetzt zu Weihnachten und zu den längsten Nächten des Jahres gibt es hier ein kleines melancholisches Klavierstück, welches mit ein paar weihnachtlich anmutenden Klängen angereichert ist. Es mag den Menschen, die unter Winter-Blues oder der sogenannten Winter-Depression leiden ein wenig Licht ins Dunkle bringen, nach dem Motto, das der Titel verrät: Tanz doch mal im Dunkeln!

danse dans le noir [xmas edition]


Das Beitragsbild zeigt ein traditionelles Karussell zur Winterzeit in Tampere (Finnland). Es ist ja bekannt, dass in Skandinavien die Nächte im Winter besonders lang sind und sich das Tageslicht in Tampere nur für eine kurze Dämmerung zeigt. Es wurde mit der Software Logoist vektorisiert.

the gatekeeper

Der Komponist David Bruce ging vor einem Monat intensiv der Frage nach, ob die Musik des Pianisten und Komponisten Ludovico Einaudi tatsächlich gut ist? Ich würde mich ja sofort fragen, gemessen woran? Oder anders gefragt, wann ist Musik gut? Wer setzt den Maßstab? Man würde doch eher fragen, ob einem die Musik gefällt, ob die Musik einem etwas gibt oder etwas auslöst! Geht es darum, wie kompliziert oder artistisch Musik ist beziehungsweise wie stark kunstvoll ein Stück komponiert ist, oder geht es darum, welche Gefühle transportiert oder ausgelöst werden? Ist Musik nur dann gut, wenn sie ausreichend komplex ist? Ja, Musik kann auch sehr komplex UND gut sein, wir denken vielleicht an die Musik von J.S. Bachs oder von Frank Zappa. Sicherlich gibt es Beispiele, wo Musik so derart komplex ist, dass nur wenige Hörer folgen können.

Ludovico Einaudi ist unfassbar populär. Bei Youtube hat er 1.8 Millionen Abonnenten, bei Spotify hören über 8 Millionen monatlich seine Piano-Musik. Anscheinend trifft er mit seiner Art der Musik genau das, was viele Menschen hören wollen. Seine Musik ist meistens zart und unaufdringlich, fast naiv und melodisch immer fassbar. Nie wird das Gehör überfordert, Überraschungen bleiben meistens aus. Die Musik ist so angenehm gefühlvoll, dass sich viele Menschen darin wiederfinden können. Eine Konzertbesucherin meinte, wenn Einaudi anfängt zu spielen, dann geht für sie ein Tor auf durch welches sie gehen kann und sie befinde sich dann für die Dauer des Stücks in einer anderen, besseren Welt.

Als mir vor einigen Wochen ein Instagramm-Short-Video zu einer so bezeichneten nostalgischen Akkordfolge angeboten wurde und ich kurz danach das anfangs beschriebene Video über die Musik Einaudis verfolgte, inspirierte mich dies zu dem heutigen kleinen Beitragsstück. Herausgekommen ist auch ein naives, einfaches und melodisch gut fassbares Stückchen. Meine Frau meinte, als sie die ersten Skizzen aus dem Nebenraum hörte: „Was ist das für ein Stück?, das ist schön!“ Habe ich vielleicht bei ihr einen musikalischen Nerv getroffen? Ich habe das Stück passend zu der Äußerung der Konzertbesucherin Einaudis „der Tor-Öffner“ genannt.

the gatekeeper


Das Beitragsbild zeigt eine verwunschene Ecke im Zukunftsdorf Waldhof bei Greifenstein im Westerwald und steht für die beschriebene Idee eines gedanklichen Tores, durch das man schreiten kann.

the secret dream of crickets

Erst kürzlich lernte ich das Wort SERENDIPITÄT kennen. Serendipität bezeichnet den Umstand, wenn etwas Bedeutsames eher zufällig gefunden wird, obwohl man etwas anderes gesucht hat. Als Beispiele werden oft folgende Dinge angeführt: Die Entdeckung Amerikas, die Entdeckung des Penicillins, die Erfindung des Klebstoffes für Post It Notes und die Wirkung von Viagra. In allen vier Fällen wurden andere Dinge gesucht.

Das Wort Serendipität leitet sich von dem Wort Serendip ab, was in früheren Zeiten im Persischen die Insel Sri Lanka bezeichnete. Erzählt wird die Geschichte von den Abenteuern der drei Prinzen von Serendip, die immer wieder, ohne konkret danach zu suchen, auf Entdeckungen stießen, die halfen, ihre Probleme zu lösen bzw. ihre Abenteuer zu meistern.

Allerdings spricht man auch von Serendipität, wenn man im Alltag eine überraschende Lösung für ein Problem findet. Mir als Musiker und Komponist dient oft der Zufall als mögliche Quelle der Inspiration, wenn ich zum Beispiel, wie bei der Entstehung des heutigen Beitragstückes, auf eine Skizze stoße, die ich längst vergessen hatte und durch Kombination mit einer weiteren Klangquelle ein musikalisches Ergebnis liefert, was ich vorher so nicht erahnt hatte. Natürlich plant man als Komponist manchmal Stücke im Vorfeld sehr genau, allerdings können die Herangehensweisen des kreativen Prozesses sehr unterschiedlich ausfallen.

Beim heutigen Beitragstück kombinierten sich zwei unterschiedliche Grillenklänge mit Klängen eines Pianos und einer Streicherlinie. Der eine Grillenklang erinnert mich an die Atemgeräusche von Darth Vader aus dem Starwars Kosmos und sorgt für einen befremdlichen Unterton.


Das Beitragsbild wurde am Ufer des Singliser Sees bei Borken diesen Sommer aufgenommen und durch die Software Sketcher verfremdet.

unending serenity [part two] • feat. St. Peter

Der zweite Teil der unending serenity Serie ist bereits auf allen Streamingplattformen aufrufbar. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich die Serie fortsetzten werde. Lassen wir uns überraschen!

Im Grunde genommen könnte man diesen Part auch dem musikalischen Genre der sogenannten ambient music zuordnen, zumindest, was die Stimmung des Stückes angeht. Von der Konstruktion her ist das Stück etwas komplexer aufgebaut. Ambient music ist mittlerweile ein sehr beliebtes Genre. Ambient music wird teilweise auch als sogenannte funktionale Musik benutzt und dient dann beispielsweise der Entspannung, der Verbesserung der Konzentration und kann eine beruhigende Umgebung schaffen. Letztendlich bleibt es natürlich „im Ohr“ des Hörers, wie die Musik empfunden wird, ob das Musikhören einen bestimmten Zweck verfolgt und welche Gefühle ausgelöst werden. Mancher wird auch einfach ambient music zum reinen Selbstzweck hören und sich keine weiteren Gedanken machen. Zur Funktionen von Musik könnt ihr diesen Beitrag nochmal aufrufen. Unbestritten ist, dass ambient music einen Einfluss auf andere Spielarten der Musik hat. Wer sich mehr mit dem Thema auseinandersetzten möchte, dem empfehle ich diesen Artikel und dieses Video. Zu den verschiedenen Genres der elektronischen Musik hatte ich mal diese MAP erstellt.

Auch diesmal hat St. Peter wieder ein wichtiges Sample mit seinen Gitarrencollagen beigesteuert. Das Stück ist bei allen gängigen Streamingdiensten zu hören, beispielsweise hier bei Spotify.

unending serenity [part two]


Das Beitragsbild ist eine Farbvariante des Abendbildes von part one.

speechless part six • ambient emission

Ich komplettiere die Speechless-Reihe mit dem abschließenden part six, welcher nach einer ähnlichen Form wie die anderen Stücke der Reihe aufgebaut ist. Auch an Bord wieder mein Musikerkollege St. Peter, der einige Samples beigesteuert hat, die bei diesem Part Verwendung finden.

Gleichzeitig gebe ich bekannt, dass das komplette Spechless Album ab sofort bei allen gängigen Streamingdiensten gelistet ist und sich bei Spotify großer Beliebtheit erfreut. Freundinnen der meditativ sphärischen Ambientmusik werden ihre wahre Freude haben.

Das schon mehrfach erwähnte Referenzalbum der britischen Formation Marconi Union • Weightless wurde in der Dezemberausgabe 2023 des tegut Magazins Marktplatz als entspannendster Sound der Welt bezeichnet. Ich zitiere Seite 50:

WOHLKLINGEND
Musik beeinflusst unsere Emotionen. Inzwischen wurde bewiesen, dass bestimmte Rhythmen Stress abbauen können. Auf Basis einer britischen Studie gilt der Song „Weightless“ von Marconi Union als entspannendster Sound der Welt. Er senke Blutdruck und Atemfrequenz optimal. Acht Minuten pure Entspannung.

Das Beitragsbild heute zeigt das Albumcover, eine Zusammenstellung aller 6 Album Stücke.

speechless part six • ambient emission


unending serenity [part one] • feat. St. Peter

Ich wünschte mir bei der Beurteilung der aktuellen Geschehnisse von Meinungsmachern grundsätzlich mehr Gelassenheit. Ich meine damit nicht eine Gelassenheit, die in Ignoranz mündet. Sondern eine Gelassenheit, die dafür sorgt, dass nicht jede spontane affektive Gefühlsregung in einer willkürlichen Meinung direkt heurausposaunt wird. Oft sind diese Äußerungen unüberlegt, wenig durch differenziertes Abwägen unterfüttert und bringen den gesellschaftlichen Diskurs meistens nicht weiter, sondern beeinträchtigen diesen unmittelbar. Ein Freund von mir formulierte es so: „Natürlich bin ich für freie Meinungsäußerung! Jedoch sollte diese Meinung begründet werden und die Gründe müssen nachvollziehbar sein!“ Sonst befinden wir uns zu schnell auf dem Pfad des reinen Populismus, der meistens erheblichen Schaden hinterlässt. Gelassenheit kann also dazu dienen sich erstmal zurückzunehmen und aus der Ruhe heraus sich ein differenziertes Bild zu machen.

Für das Stück „Unendliche Gelassenheit“ durfte ich abermals Ausgangsmaterial meines Kollegen St. Peter verwenden. Wir würden das Ergebnis dem Genre deep ambient zuordnen. Auf der Internetseite chosic.com ist dazu zu lesen:

Deep ambient music is a genre that creates a meditative and introspective atmosphere through the use of slow and evolving soundscapes. It often incorporates elements of drone and minimalism, with a focus on creating a sense of space and depth. The music is characterized by its use of long, sustained tones and subtle textures, which can evoke a sense of timelessness and transcendence. This genre is perfect for relaxation, meditation, and contemplation.

www.chosic.com/genre-chart/deep-ambient/

unendinging serenity [part one]


Ich habe diesmal ein Video mit leichter Bewegung aus dem Beitragsbild erzeugt und dazu den sogenannten Ken Burns Effekt verwendet.

©falkbossa23

Das Stück ist als Single bei allen Streamingdiensten abrufbar. Das Bild entstand im August dieses Jahres in Nordhessen und zeigt einen wundervollen Abendhimmel.

speechless part five • ambient emission

Für das heutige Beitragsstück konnte ich den großartigen Sounds-Skulpteur St. Peter gewinnen, der ein paar Klangtrauben beigetragen hat, die in Part Five mittels des Sample-Manipulators Grain Eingang gefunden haben. [Ich möchte an dieser Stelle eine Arbeit mit eben diesem Gerät des Künstlers Remo De Vico herausheben.] St. Peter hatte mit der Formation Die Fische, um den Musikproduzenten Bernd Oprach und dem Bassisten Konrad Mathieu (M. Walking On The Water) in den Achtziger-Jahren gerade im asiatischen Raum auf sich aufmerksam gemacht, sowie die beliebte Single Eisprinzessin herausgegeben. Heute beschäftigt er sich zum großen Teil mit Deep Ambient und Electro Minimal Music, indem er höchst eigenständige Klanggebilde formt, die ihresgleichen suchen.

Part five bedient sich wieder des gleichen „Schemas“, wie die anderen Stücke dieser Reihe.

speechless part five


Das Beitragsbild zeigt den gleichen Abendhimmel wie die letzten speechless Beiträge, diesmal wurde das Bild in ein S/W Bild umgewandelt.

virabhadra

Bei einem Musik-Forumsbeitrag wurde mal die Frage aufgeworfen, wie die Mitglieder eigentlich auf ihre Stücke-Namen kommen. Dazu hatte ich ja mal sogenannte Song-Title-Generatoren ins Spiel gebracht: sad will lead the way. Eine andere Methode hatte ich auch schon mal beschrieben: Man nimmt als Ausgangspunkt den Titel eines bestimmten Sounds für ein Instrument, welches in dem entsprechenden Stück Verwendung findet. So auch wieder (fast) geschehen bei dem heutigen Beitragstück. Ich war mir sicher, dass der ursprüngliche Name „vira blahtra“ bestimmt eine Entsprechung in irgendeiner Geschichte der indischen Kultur hat. Trotz ausführlicher Recherche konnte ich diesen Namen nicht zurückverfolgen, stieß aber auf Virabhadra, was mich dazu bewegte, meine Hymne umzubenennen.

Virabhadra ist der Name eines Sohnes von Shiva und wird von manchen als „guter Held“ übersetzt. Ich zitiere: Er war sehr leidenschaftlich im Kampf und furchterregend. So strahlte er großen Ruhm aus und schmückte den Halbmond. Er trug die Haut eines Tigers, war bluttriefend und hatte einen großen Bauch. Sein gewaltiger Mund war mit eindrucksvollen Stoßzähnen bewaffnet.

Im Yoga ist die Stellung Virabhadrasana die Stellung des guten Helden und soll u.a. zur Stärkung der Oberschenkel- und Gesäßmuskeln dienlich sein. Im Jahr 2023 gaben 3% der deutschen Bevölkerung an, häufig Yoga zu praktizieren, immerhin 8% äußerten, ab und zu Yoga durchzuführen. Also betreiben ca. 2.5 Millionen Bundesbürger häufig Yoga. Beachtlich! Ich habe allerdings den Eindruck, dass hierzulande Yoga vor allen Dingen als eine Art Gymnastik verstanden wird und vermeintlich der körperlichen Ertüchtigung dienen soll. Dabei sind die körperlichen Übungen ursprünglich eigentlich nur Mittel zum Zweck. Yoga gehört zu den klassischen Transformationstechniken, die von weisen Menschen unterrichtet wurden, um Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben ihre Seele zu transformieren, ein System an die Hand zu geben. Dabei ist der Weg des Yogi ein Weg, der beschreibt, wie der Geist auf die Transformation vorbereitet werden muss. Die körperlichen Yogaübungen sollen also dem Geist dienen, damit sich dieser konzentrieren kann. Der körperliche Ertüchtigungseffekt ist demzufolge eine Nebensache.

Das heutige Beitragsstück wurde zunächst ohne Metrumswahl frei eingespielt und erst danach in herkömmlicher Notenschrift festgehalten, was mir erhebliche Mühe bereitete. Im Prinzip ist es eine Art Hymne, die einem Räume öffnen könnte, über mögliche Transformationen des Geistes bzw. der Seele nachzudenken. Eine Hymne war in der Musik der griechischen Antike ursprünglich ein feierlicher Preis- und Lobgesang, der sich an die Götter richtete. Für mich transportiert das Stück genau das Gefühl, dass es noch mehr als das irdische Dasein unserer menschlichen Existenz gibt.

Hier gibt es das Leadsheet und die Partitur zum herunterladen.

virabhadra


Das Beitragsbild zeigt einen Regenbogen 2015 aufgenommen in Nordhessen. Der Regenbogen könnte für ein Symbol des Göttlichen stehen.

until we meet again

Während ich an der Komposition „until we meet again“ arbeitete, bemerkte ich, dass das Stück eine musikalische Metapher für eine Beziehung darstellen könnte. Beziehungen, insbesondere die Zweierbeziehung, spielen bei ganz vielen Menschen zeit ihres Lebens eine außergewöhnliche Rolle. Beziehungen beschäftigen uns, sei es zum Guten oder zum Schlechten. Nicht wenige Paare gehen sogar den Bund des Lebens ein, obwohl diese oft nicht ein ganzes Leben lang hält. Etwa 61% der Bundesbürger leben verheiratet und es kommen dazu noch die sogenannten Lebensgemeinschaften dazu. Allerdings lassen sich auch viele Paare – durchschnittlich nach 16 Jahren – wieder scheiden. 43% geben an, glücklich verheiratet bzw. verpaart zu sein. Man darf sich in diesem Zusammenhang fragen, was eine gute Beziehung bzw. Ehe ausmacht.

Ein interessantes Betrachtungsmodell habe ich dazu in der Dreieckstheorie der Liebe gefunden, welche erstmals ab 1984 vom Psychologen Robert Sternberg vorgestellt wurde. Er führt drei Komponenten auf, die zusammen auftreten können. Die drei Komponenten ordnet er in einem Dreieck an:

1. Vertrautheit (bzw. Mögen)

2. Leidenschaft (bzw. Verliebtheit)

3. Festlegung (bzw. Entscheidung)

Daraus ergeben sich verschiedene Arten der Liebe, je nachdem ob nur eine oder zwei Komponenten zum Tragen kommen. Werden alle drei Komponenten erfüllt, spricht man von vollkommener Liebe. Diese ist seltener anzutreffen; die Leidenschaft hält bei vielen Beziehung eben nicht ein Leben lang.

Paare beginnen oft mit einer großen Verliebtheit. Indem Schlösser an Brückengeländer befestigt werden, stellen Paare ihren Bindungswunsch zur Schau. Dies ist in Europa ein weit verbreiteter Brauch. Manche Gemeinden mussten diesen beliebten Brauch verbieten, weil manche Geländer die Last der Schlösser nicht getragen hätte. Das Bild habe ich 2014 in Tampere Finnland aufgenommen.

Beziehungen sind von einem partnerschaftlichen Diskurs geprägt, der mehr oder weniger harmonisch verläuft. Dabei treffen unterschiedliche Eigenschaften, Neigungen und Einstellungen der Partner aufeinander. Phasen des partnerschaftlichen Konsens bzw. Harmonie wechseln sich mit kleinen bzw. größeren Konflikten ab. Dies bildet das heutige Beitragsstück in gewisser Weise ab. Die beiden Partner werden durch die unterschiedliche Instrumentierung – geigenartiger Klang und ein Klavierklang – symbolisiert. Die beiden Stimmen wechseln sich zunächst ab, beginnen aber dann sich zu verflechten. Dazwischen erklingen kleine Strecken sanfter Harmonie, womit das Stück auch endet.

until we meet again


Das Beitragsbild wurde dieses Jahr in einem Stadtgarten in Köln aufgenommen. Alte Türschlösser, die vom Rost gezeichnet sind, sind zu einem artifiziellen Baum verflochten.

speechless part three • ambient emission

Aller guten Dinge sind drei, wie es so schön heißt. Und daher gibt es erneut die Fortsetzung der Speechsless-Serie folgerichtig mit Part Three. Die Bauart ist gleich geblieben: Eine Klangfläche aus vier Akkorden bildet die Grundlage und wird unterstützt von pulsierenden Bässen. Dazu gesellen sich verschiedene fast undefinierte Melodieschnipsel, die mit weiteren akustischen Easter Eggs bereichert werden. Das Ganze lädt zu einer entspannten musikalischen Reise ein.

Was es mit dieser Serie auf sich hat, kann und darf man bei den vorherigen Beiträgen Part One und Part Two nachlesen. Die Serie wird fortgesetzt. Sechs Parts sind bisher geplant.

speechless part three


Das Beitragsbild ist eine weitere Farbvariante des letzten Beitragsbildes.

speechless part two • ambient emission

Da viel Freude bei der Entwicklung der Serie „speechless“ aufgekommen ist, habe ich mich entschlossen direkt den zweiten Teil zu veröffentlichen. Beim letzten Blogeintrag kann man nachlesen, wie es zu der Serie gekommen ist. Ich werde sechs Teile veröffentlichen und dann ein neues Album mit allen Titeln herausgeben. Der Aufbau der Titel ist immer ähnlich. Eine meistens aus vier Akkorden bestehende Fläche von Akkordklängen, die durch Filter manipuliert sind, werden bis zu sechsmal wiederholt. Hinzu kommt eine dumpfe Bassdrum und ein Bassostinato. Jetzt mischen sich bestimmte undefinierbare Klänge dazu, die entweder in Richtung melodischer Natur gehen, oder doch mehr aus der Geräuschecke kommen. Dabei fungieren diese Klänge als sogenannte akustische Easter Eggs. Easter Eggs sind ja bekanntermaßen in der Welt der Programmierer versteckte Besonderheiten in Programmen oder auch Medien, die entdeckt werden wollen und dienen der Anerkennung des Urhebers. Ich habe dieses Ansinnen sozusagen auf die akustische Welt übertragen und wünsche beim Hören viel Spass beim Entdecken von versteckten Klängen.

speechless part two


Das Beitragsbild ist eine Farbvariante des letzten Beitragsbildes.

speechless part one • ambient emission

Es gibt immer wieder Phasen, da höre ich beim Autofahren ausgiebig bestimmte Podcastfolgen. Ich persönlich schaffe es eigentlich nur bis zu drei verschiedene Podcast komplett zu verfolgen und da ich in letzter Zeit eigentlich viel weniger Auto fahre, sind es noch weniger Folgen, die ich konsumieren kann. Dann gibt es aber wieder Phasen bei denen ich ausgiebig Musik höre. Und Musik hören beim Autofahren ist eine wahre Freude. Aufgrund bestimmter Hörgewohnheiten schlägt mir der Streamingdienst Spotify bestimmte Playlists vor. Vor einigen Wochen war es die Playlist Ambient Essentials. Da entdeckte ich die Gruppe Marconi Union aus Großbritannien mit ihrem Album Weightless (Ambient Transmission Vol. 2). Diese Musik zeichnet sich durch lange Klangflächen aus, die mit Filtern in ihrem Höhenanteil moduliert werden. Dazu gesellen sich spärliche Klänge, die meistens im Hintergrund bleiben und unaufdringlich dazu gemischt werden. Auch Soundscapes sind eingearbeitet, gelegentlich kann man Instrumente ausmachen. Diese Musik hat mich sofort in ihren Bann gezogen und ich habe festgestellt, dass mich diese Musik sehr beruhigt, indem das Gefühl unendlicher Zeit vermittelt wird. Gleichzeitig ist diese Musik aufgrund ihrer geringen hochtöniger Frequenzen auch für ältere Bevölkerungsgruppen geeignet, die die hohen Frequenzen nicht mehr so gut hören können!

Ich habe dieses Album als Anregung genommen, selber Musik in dieser Art und Weise zusammenzutragen. Dabei habe ich auch lange Klangflächen arrangiert, die durch Filter manipuliert werden. Man erhält dadurch den Eindruck von Rauschbändern, wie man sie entfernt von Wind und Wasser am Meer her kennt. Instrumentenklänge habe ich ihren spitzen Höhen beraubt. Eine Hangdrum kommt gelegentlich hinzu und selbst eine Aufnahme, die beim vorbeifahren von LKWs auf der Autobahn erst neulich entstanden ist, wurde ergänzt. Die vierteilige Akkordfolge wird insgesamt sechsmalig wiederholt und jeweils mit anderen ergänzenden Melodietönen oder Klangtrauben ergänzt. Ich plane die Reihe ambient emission mit weiteren Stücken in ähnlicher „Bauart“ fortzuführen.

speechless part one


Das Beitragsbild entstand im September 2022 in der Nähe meiner Wohnung. Das Abendlichtambiente sieht für mich aus wie gemalt.

pianologie five

Es ist Zeit mal wieder ein Stück aus der Ologie- bzw. Pianologie-Serie zu veröffentlichen. Ich bin dabei wieder nach dem gleichen Prinzip vorgegangen, da aber diesmal die Tonarten wechseln und das Stück ein sehr langsames Tempo hat, ergibt sich ein vollständig neuer Eindruck, der fast ins Meditative geht. Als Klangerzeuger dient diesmal das Felt Piano von Spitfire Audio, der Klangerzeuger Objekt von Reason Studio ergänzt einen metallischen Celesta Klang (Stahlplatten Klavier).

Bis zur Verwendung eines heutigen Klaviers mit einer Klaviatur sortiert nach 12 Tönen, die nach der sogenannten gleichschwebend temperierten Stimmung gestimmt sind, war es ein sehr weiter Weg, der über hundert Jahre brauchte. Gleichschwebend temperiert heisst, dass eine leichte Verstimmung der Töne gegenüber den natürlichen Klängen in Kauf genommen wird, um Unterschiede verschiedener Tonarten auszugleichen. Wir nehmen heute diese Art der leichten Verstimmung hin und unsere Ohren haben sich daran gewöhnt. Hört man allerdings vergleichsweise Stücke und Zusammenklänge in sogenannter reiner Stimmung und wechselt dann wieder zu der gleichschwebend temperierten Stimmung, dann merkt man deutlich den Unterschied. (Durch diese Hörbeispiele bekommt man eine Ahnung.) Würde man die Töne eines Klavieres so stimmen, dass aufgrund rein gestimmter Quinten alle 12 Töne rein gestimmt wären, wären bestimmte Zusammenklänge sehr schön zu hören, allerdings andere Klänge würden uns als furchtbar verstimmt vorkommen. Dies hängt mit den natürlichen Gegebenheiten der Obertöne zusammen, die jedem Ton innewohnen. Schon die alten Griechen hatten diese Zusammenhänge erkannt und studiert. Da man spätestens seit dem Barockzeitalter aber gerne in verschiedenen Tonarten musizieren wollte, musste ein Weg gefunden werden den Abstand der einzelnen Töne auszugleichen. Ein ganz besonderes Zeugnis von dieser Suche gibt heute noch die Fugensammlung durch alle Tonarten namens das wohltemperierte Clavier von Johann Sebastian Bach ab, der mit dieser Sammlung neue Stimmungen ausprobierte und einen wichtigen Meilenstein zur modernen Stimmung legte. Ich empfehle diesen Hörbeitrag zur gesamten Thematik.

Heutzutage ist es für uns selbstverständlich das wir beispielsweise jeweils bei den schwarzen Tasten des Klaviers die Töne F# (fis) und Gb (ges) – sogenannt enharmonisch – verwechseln, aber eigentlich haben diese beiden Töne eine etwas andere Tonhöhe. Dieser Tatsache versuchte man sich mit Klaviaturen mit mehr als zwölf Tasten zu nähern, machten aber ein virtuoses Spielen sehr schwierig. Somit haben sich diese Tastaturen nicht durchgesetzt.

Spätestens seit Beethoven setzte sich endgültig die heutige Stimmungskultur durch. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem empfehle ich das Buch Auf Wohlklangswellen durch der Töne Meer von Klaus Lang.

Das Pattern wechselt viermal die Tonart: Am | Dm | G | Em | Am |

pianologie five


Das Beitragsbild zeigt die Tastatur des Klaviers unseres Zuhauses.

celery & wild garlic

Zur Entstehung dieses Beitragstücks kamen drei Dinge zusammen:

  1. Reason Studio bringt ihren Modeling Synthesizer Objekt heraus.
  2. Ich entdecke ein frühes Album von Jon Hassel aus dem Jahre 1977: Vernal Equinox
  3. Ich erlebe eine kulinarische Erlebnisreise im Kasseler Restaurant Mondi.

Die selbstgestellte Aufgabe war alle Klänge, die das Stück „celery & wild garlic“ erklingen lässt, mit nur dem einen virtuellen Instrument Objekt zu erzeugen. Ich betone hier ausdrücklich, dass auch alle perkussiven Klänge ausschließlich mit Objekt erzeugt wurden. Schnell kam eine Sequenz mit einem Kotoklang, die durch einen Congaklang und einer Waterdrum ergänzt wurden, zusammen. Ein kombinierter Trompetenklang wurde schnell zusammengebaut. Dadurch ergab sich eine Klangwelt, die stark an die Klänge des Albums Verbal Equinox aus dem Jahre 1977 des Ausnahmetrompters Jon Hassel erinnerte, welches ich auf einer Playliste zur Ambientmusic von Spotify entdeckte und mir bisher noch unbekannt war. Mir wurde bewusst, dass das Stück Verbal Equinox aus dem gleichnamigen Album als Referenzstück fungieren sollte. Herausgekommen ist ein Stück aus der Ambientrichtung, welches durch die Verwendung des Kotoklanges eine leichte Anmutung in Richtung zen-buddistischer Meditationsmusik hat. Passend dazu erschien mir der Menüpunkt „celery & wild garlic“ (Sellerie und Bärlauch) des nachhaltigen Restaurants Mondi. Ein Menu dort besteht aus 10 bis 11 sehr kleinen Gängen, die mit unglaublicher Sorgfalt zusammengestellt werden und durchaus sogenannte Geschmacksexplosionen auslösen können. Kleiner Nachteil, manchmal hätte man sich gewünscht von einem Gang etwas mehr gereicht zu bekommen, weil es eben sehr gut schmeckt. Der Gang „celery & wild garlic“ hatte für mich eine japanische Anmutung und ich brachte diesen Menüpunkt gedanklich zusammen mit dem Kotoklang des Beitragstücks. Da Stück hat eine Ähnlichkeit zum Stück tama, welches auf dem Album go east veröffentlicht wurde.

celery & wild garlic


Das Beitragsbild zeigt den Gang „Sellerie und Bärlauch“ des Tagesmenus aus dem Restaurant Mondi Kassel KW19 und wurde von meiner ältesten Tochter fotografiert.

matakite

Matakite ist ein Begriff aus der Mythologie der Maori, den Ureinwohner Neuseelands und bedeutet soviel wie das zweite Gesicht. Das zweite Gesicht beschreibt die Fähigkeit bestimmter Personen Erscheinungen zur Vorsehung zu haben und Zeichen wie zum Beispiel das Auftauchen bestimmter Tiere zu deuten um daraus Schlüsse zu ziehen. Diese Herangehensweise ist tief in der maorischen Tradition verwurzelt. Wie man nachlesen kann, wurde damit wohl auch Unfug betrieben und es haben sich immer wieder Scharlatane in diesem Gebiet herumgetrieben, es gibt aber auch Berichte von wahrhaftigen Weisen. Auf das Thema bin ich durch eine neuseeländische Miniserie gestoßen: Ein neuseeländischer Kriminalbeamter, der Wurzeln zu den Ureinwohnern hat und als sogenannter „Quoten-Maori“ betitelt wird, hat die Fähigkeit des zweiten Gesichts und muss bei Ausübung seiner Tätigkeit als Polizist damit umgehen lernen. Die Serie heisst One Lane Bridge.

Das heutige Beitragsstück ist ein sehr minimalistisches Stück, welches im wesentlichen Arpeggien von sogenannten Major Seven Akkorden verwendet, die in wilden Rückungen abgewechselt werden. Angereichert mit der Stimme eines Schamanen und Instrumenten des Shamanic Ritual Ensemble der Soundschmiede Orchestra Tools wie zum Beispiel ein Rainstick, schaffen die Klänge eine Brücke zum heutigen Beitragsthema. Ergänzt wird das Stück durch die kostenlos erhältlichen Klänge des Tension Pads, was ein bisschen Spannung in die Runde wirft. Der Klaviersound ist mit Feltpiano betitelt.

matakite


Das Beitragsbild stammt aus dem Erfurter Danakil, eine Art Museum, welches verschiedene Habitate der Erde abbildet.

between the years

Alle Jahre wieder gibt es die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, die wir als „Zwischen den Jahren“ bezeichnen. Ich persönlich finde dies sehr passend, hat man doch das Gefühl, dass man nach Weihnachten und vor Neujahr sich einfach mal treiben lassen darf. Man bildet sich ein, dass die Welt ein bisschen ruht, was sie natürlich nicht wirklich macht, allein die Vegetation hat sich deutlich zurückgezogen.

Der Begriff „Zwischen den Jahren“ kommt daher, dass seitens der Kirche bis ins 16. Jahrhundert hinein mal der 25.12 und mal der 06.01. als Jahresanfang ausgerufen wurde, bis man sich schließlich auf den 01.01. festgelegt hatte. Weil es auch in machen Gegenden unterschiedlich gehandhabt wurde, verbreitete sich der Begriff „zwischen den Jahren“. Überlegungen zu dem Thema hatte ich 2019 schon einmal in dem Beitrag twelfth night veröffentlicht.

Ich wünsche euch Allen ein gutes neues Jahr! In machen Punkten kann es ja nur besser werden, so will man meinen. Für viele sind die Aussichten nicht nur rosig! Daher sind die guten Wünsche für das nächste Jahr besonders wichtig!

Ich beschließe mein musikalisches Jahr mit einem kleinen „Kling-Klang“-Stück aus der Mambial Reihe. Ich habe dieses Jahr 44 Stücke herausgebracht, ich kann also sagen, was dies betrifft, dass ich recht fleißig war. Ich habe das Bladerunner Album herausgebracht und unter anderem die DuneTune Serie gut voran gebracht.

between the years


Ich verwende diesmal das Beitragsbild einer lieben Freundin, die es mir dankenswerterweise hier für mein blog zur Verfügung gestellt hat. Das Bild symbolisiert so wunderbar das heutige Thema. Die beiden Jahre, einmal als Spiegelbild und dazwischen der sanfte Nebel.

magic of autumn

Kommt jetzt doch etwas überraschend, der klare Kälteeinbruch, oder? Vor ein paar Wochen erlebte man noch einen besonders warmen Oktober und nun das plötzliche Gegenteil, starke Nachfröste sind zu verzeichnen. Dies hängt mit den jeweiligen Wetterlagen zusammen und welche Luftströmungen aufgrund von welchen Tief- bzw. Hochdruckgebieten zu uns wandern. Freute man sich eben noch darüber, dass die Heizung nur wenig fossile Energie verbrauchen muss, umso stärker verbraucht sie jetzt das Heizgut und wir wissen, dass dies ausgelöst durch die sogenannte Energiekrise für die meisten eine enorme wirtschaftliche Belastung bedeutet. Vom Staat wird erwartet, dass er für Hilfe sorgt, dies hat aber seine ökonomischen Grenzen. Es zeigt sich, dass im Grunde viele Jahre versäumt wurde in die Zukunft zu schauen um die richtigen energiepolitischen Weichen zu stellen.

Dabei wären nachhaltige Heizsysteme schon lange möglich, denn die die eigentliche Energie ist durch die Sommerwärme im Übermaß reichlich vorhanden, man müsste lediglich diese Energie verlustfrei speichern können, um sie dann im Winter wieder gezielt abzugeben. Vor zwanzig Jahren hatte ich eine Bericht gesehen, wie Architekten ein Haus mit einer riesigen Isolierkanne ausstatteten und diese mit Solarthermie den Sommer lang aufheizten. Diese gespeicherte Wärme reichte aus, um das Haus die ganzen Wintermonate mit Heizungs- und Warmwasserwärme zu versorgen, sogar ein Außenpool konnte mit Wärme geheizt werden. Warum dieses einfache und geniale Konzept nicht weiter verfolgt wurde leuchtet mir bis heute nicht ein. Letzte Woche erfuhr ich von einer Firma, die dieses Prinzip wieder aufgreift: Die Wärme des Sommers zu speichern und im Winter wieder abzugeben. Als Speicher dient hier nicht Wasser, sondern ein nicht näher bekannter Speicherstoff. Eine Forschergruppe um eine Karlsruher Professorin verfolgt ähnliche Ziele, indem ein Granulat als Wärmespeicher zu Grunde liegt. Hier ist aber noch keine industrielle Verarbeitung geplant. Ich hoffe, dass dieses Prinzip schnell Anwendung in den Haushalten findet. Im Grunde würde dies in vielen Haushalten das Energieproblem lösen können.

Das heute minimalistisch Stück der Mabial-Reihe hat nach einem kleinen Intro eine klassische A A´B Form.

magic of autumn


Das Beitragsbild zeigt eine winterliche Impression nach einer sehr frostigen Nacht, wie wir es gerade erleben. Diese Aufnahme stammt aus dem letzten Jahr.

thera´s mine

Neulich bekam ich überraschenderweise von einer Freundin Besuch. Sie erzählte mir, dass Sie neuerdings ein Theremin geliehen hat und seit einiger Zeit mit diesem Instrument übt. Ich habe dies zum Anlass genommen ein Stück zu komponieren, bei dem ein Thereminklang zum Einsatz kommt.

Das Theremin ist ein außergwöhnliches Instrument, denn die Bewegung der Hände im Raum werden in Tonhöhe und Modulation übersetzt. Damit ist es das einzige Instrument, was berührungslos gespielt wird. Dies gelingt durch den Einsatz von Antennen, die einen elektronischen Schwingkreis aufspannen, welcher dann durch die Bewegung der Hände beeinflusst wird. Mir diesen Veränderungen produziert dann ein Soundgenerator der Ergebnis. Berühmtheit erlangte das schon 1920 erbaute Gerät, weil Alfred Hitchcock in seinem oscarprämiertem Film Spellbound von 1945 ein Theremin durch den Komponisten Miklós Rózsa einsetzten ließ. Für viele Jahre war das Theremin fast in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren treten aber einige Künstler wieder vermehrt mit diesem Instrumentent auf und dies kann man dank YouTube auch ausgiebig erkunden. Theremine werden (wieder) gebaut und sind im Handel erhältlich.

Mit dem heutigen Beitragsstück setzte ich die mambial Reihe fort. Der Titel des Stückes ist eine Art Wortspiel.

thera´s mine


Das Beitragsbild zeigt eine Quarzformation aus dem Besucherbergwerk Merkers in Thüringen und schien mir passend für den Titel des heutigen Stückes.

tape piano

Ein leicht elegisches Piano Stückchen bezieht abermals seinen Namen von einem verwendeten Sound. Auch diesmal hat die Softwareschmiede spitfire audio für mich sehr inspirierende Klänge zur Verfügung gestellt. Eine Sammlung modifizierter Pianoklänge, die sich durch Mattigkeit und Verzerrung charakterisieren und dabei höchst geschmackvoll ineinanderfließen, vielleicht gerade, weil sie aufgeregte Diskanten vermeiden. Insgesamt hat das Stück vier Motive auf einem ostinaten Bass., die sich abwechseln oder ineinanderfließen.

Zusammengenommen drückt dieses Stück auch mal wieder eine meiner Stimmungen aus, die Stimmung, die ich bekomme, wenn ich mir die Geschehnisse auf unserem Globus betrachte und Nachrichten lese. Aber dies möchte ich heute nicht weiter beleuchten. Nichtsdestotrotz bin ich frohdass ich dieses Stück „finden“ durfte. Mit Sicherheit ein Beitrag zur Mambial Serie.

Für das Beitragsbild habe ich schon wieder (!) die künstliche Intelligenz Midjourney rechnen lassen, um ein passendes Bild zum Stück tape piano zu erhalten, gab ich folgenden Text in die Konsole ein:

old man sitting near a grand piano and see an tape recorder, 8k, ultrarealistic, extremly detailed

Auf der einen Seite fasziniert mich zur Zeit sehr, wie die KI arbeitet und finde es total spannend, welche Ergebnisse ich bekomme, wenn ich die Eingabe modifiziere. Auf der anderen Seite frage ich mich, wo soll denn die Reise (noch) hingehen, wenn uns KI immer mehr das kreative Schaffen abnehmen? Unlängst gewann sogar ein Ergebnis einer Rechenleistung von einer KI einen seriösen Wettbewerb. Und es gibt nicht nur KI im Bereich der bildenden Kunst, sondern es gibt schon lange einige Projekte im Bereich der darstellenden Kunst, die erstaunliche Ergebnisse hervorbringen. Ihr könnt hier bei MuseNet mal herein hören und wenn ihr Interesse an dem Thema habt, dann empfehle ich diese Seite von Music Transformation zum weiteren Stöbern. Es taucht unter den Künstlern natürlich selbstredend immer wieder die Frage auf: Wird der Künstler bald überflüssig sein? Ich werde diese Frage heute nicht beantworten, bleibe aber gedanklich beim Thema. Inzwischen mag man sich diesen Videocast von Adam Neely zum Thema gönnen: Will AI replace human musicians? Nun aber ganz viel Freude mit tape piano!

tape piano


cello moods

Nach dem etwas turbulenten Stück der letzten Woche diesmal ein ganz anderes geartetes Stück: Nachdenklich, ätherisch, fast zart. Es regt zu besinnlichen Minuten ein. Zeit über das Leben und der Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken. Einfach mal zurücklehnen und nur mal Musik hören. Sich darauf einlassen!

Erreicht wird dieser sehr unaufdringliche Mood durch die Verwendung verschiedener Klangebenen. Die Softwareschmiede Spitfire Audio hat zu ihrer kostenfreien LAB Serie zwei fantastische Klangbiblotheken hinzugefügt. Das namensgebende Cello Moods PlugIn, sowie eine Sammlung von Nebelhornklängen, die beide Eingang in das vorliegende Stück fanden und eine inspirierende Wirkung hinterließen. Untermalt wird das Ganze von Klängen der Nachtigall, die durch die Softwareschmiede loops de la creme aus Frankreich mit ihrem Paket Songbird Virtuoso abgerufen werden kann.

Das Stück besteht aus vier Teilen. Nach einer kurzen Einleitung erhebt sich eine zunächst einstimmige Cello-Linie, die dann um eine zweite Stimme, eine dritte Stimme ergänzt wird, um wieder einstimmig zu enden. Begleitend wirken das Nebelhorn und die Nachtigall.

cello moods


Das Beitragsbild zeigt einen Ausschnitt auf die Landschaft aus meinem Turmzimmer. Die Nebelstimmung des Morgens erschien mir passend. Da ich den Ausschnitt stark vergrößert habe, erscheint durch das digitale Rauschen das Bild fast wie gemalt. Das Bild wurde nicht weiter verfremdet. (Das hatten wir doch schon mal?!)