what means soft machine?

Nachdem ich einige Stunden an dem Stück „geschraubt“ hatte, fiel mir eine gewisse Nähe zu den Stücken der englischen Gruppe soft machine auf. Es ist vor allem die Stimmung, die ich von Stücken der Gruppe in Erinnerung habe, nicht unbedingt das musikalisch direkt Vergleichbare, obwohl hier auch Ähnlichkeiten bestehen. Und es viel mir noch etwas auf: Ich hatte mir seit 45 Jahren noch nie Gedanken darüber gemacht, was der Name eigentlich bedeuten könnte. Was ist denn mit „Weich-Maschine“ eigentlich gemeint?

The Soft Machine ist ein Romantitel aus dem Jahr 1961 des amerikanischen Autors William S. Burroughs, der der Keimzelle der sogenannten Beat-Generation zugerechnet wird. Es ist der erste Teil der Nova-Trilogie. (Kleine Anmerkung: Manche Freunde nennen mich „Nova“.) Ein schrecklich obszönes, chaotisches Werk, was vielleicht deshalb einen großen Fankreis gefunden hat. Das Werk Naket Lunch gehört zu den bekanntesten Werken des Autors. Einige der Musiker von Soft Machine hatten den Roman gelesen und baten den Autor in Paris persönlich, den Titel als Bandnamen verwenden zu dürfen. Anscheinend hat Burroughs mit dem Begriff „soft machine“ den Menschen gemeint. Darauf wäre ich nicht gekommen.

what means soft machine?


Wenn man sich das Cover der Originalausgabe anschaut, kann man schnell die Brücke zum heutigen Beitragsbild erkennen. Das heutige Beitragsbild stammt aus der aktuellen Krickel-Krakel Serie, die mit Hilfe einer Zeichensoftware auf einem iPad entstanden ist.

Als Urvater der Entstehung des Jazz-Rock bzw. Rock-Jazz, heute auch Fusion genannt, wird in erster Linie immer Miles Davis und Konsorten – wie zum Beispiel auf dieser Seite – genannt. Ich will die Verdienste dieser Musiker auf keinen Fall in Abrede stellen, möchte aber gleichzeitig betonen, dass Musik der sogenannten Canterbury Scene Bewegung aus England, und dazu zählt insbesondere die Gruppe Soft Machine, einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des Jazz-Rocks hatten und gerade auch viel Einfluß auf die späteren Entwicklungen des genannten Genres sowohl in Europa, als auch in Amerika.

babel

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Turmbau zu Babel? Vielleicht eine der bekanntesten Geschichten auf der Welt, zumindest da, wo die Bibel gelesen wird. Es geht darum, dass die Menschen sich eine Turm bauen wollen, der in den Himmel reicht. Weil Gott dies aber als Hochmut bewertet, gibt er den Erbauern verschiedenen Sprachen und zerstreut sie in die Welt. Seitdem können Sie sich nicht mehr verstehen und das Bauvorhaben wird nie vollendet. Viele Probleme der heutigen Welt ergründen sich darin, dass wir uns nicht (mehr) verstehen, selbst wenn wir angeblich die gleiche Sprache sprechen.

„Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt, aber wer sich erniedrigt, wird erhöht.“ (Lukas 18:14)

Wie soll eigentlich ein Musiker in der heutigen Zeit damit umgehen? Erhöht er sich, wenn er seine Musik auf allen Plattformen anpreist und sich selbst darstellt, damit er auf seine Musik aufmerksam macht? Wie weit darf sein Narzissmus gehen, dies zu tun? Und wenn er nicht selbst von seiner Musik überzeugt ist, um seinen kreativen Prozess aufrecht zu erhalten, erhöht er sich dann? Ich persönlich habe noch keine Antworten auf die Fragen gefunden!

babel


Auf den Namen Babel für mein neues Stück kam ich über den gleichnamigen Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu, den ich neulich sah. Ein Film aus einer Trilogie, die die Abgründe der Menschheit zeigen soll. Und dieser Film hat mich tagelang beschäftigt. Drei Episoden, die mit völlig anderen Menschen spielen, an drei Orten der Welt, sind miteinander verwoben und zeigen ein Stück der Dramatik dieser Welt. Besonders gut gefiel mir die Filmmusik, die vom preisgekrönten Filmmusiker Gustavo Santaolalla beigetragen wurde.

Das Stück findet Eingang in meine neue CD „go east“. Das Beitragsbild muss natürlich einen Turm zeigen. In diesem Fall nehme ich das Bild des Kellerwaldturmes im Wüstegarten bei Jesberg zur Hand, der im Winter diesen Jahres besucht wurde. Der 28 Meter hohe Kellerwaldturm wurde – genau wie dieser heutige Beitrag am 09.05. geschrieben – am 09.05.2004 errichtet und löste den älteren Turm von 1971, der nur 18 Meter hoch war, ab. Wollten hier die Hessen auch näher an den Himmel kommen? Hatten Sie die Geschichte nicht gelesen?

gamelan & bali song

Als Jugendlicher begann ich mich für die balinesische Gamelan Musik aus Indonesien zu interessieren. Ich glaube es war die Biographie des amerikanischen Minimal Music Pioniers Steve Reich, den ich hier schon mehrfach erwähnt habe (u.a. hier bei dem Beitrag Streich), die mich auf diese Musik aufmerksam machte, denn Steve Reich studierte neben Meistertrommlern aus Mittelafrika die balinesische Gamelan Musik, die ja viel mit der klassischen Minimal Musik gemein hat. Ermöglicht wurde das Studium unter anderem aufgrund der fantastischen Aufzeichnungen des kanadischen Komponisten Colin McPhee, der jahrzehntelang damit zubrachte, die traditionelle Musik der Gamelanorchester minutiös aufzuzeichnen. Diese traditionelle Orchester drohten auszusterben und es war unter anderem McPhees Verdienst, dass diese Musik nicht in Vergessenheit geriet, sondern aufgrund seiner Aufzeichnungen konnte die aussterbende Tradition wiederbelebt werden und erfreut nicht nur die jährlichen Touristenströme der Insel.

Balinesische Gamelanmusik bedient sich bestimmter Instrumentengruppen wie Trommeln, Flöten, aber vor allen Dingen den charakterbildenden Metallophonen, die unter anderem pentatonisch (fünftönig) gestimmt sind und in ihren genauen Tonhöhen von unserer westlichen Stimmung abweichen (slendro), was vielleicht für den besonderen Zauber dieser Musik ausschlaggebend ist.

Es gab einen Film über das Schaffen McPhee, den ich auf VHS Kassette aufgenommen hatte. Diese Kassette lieh ich einem befreundeten Musiker und sah sie dann zu meinem großen Bedauern nie wieder. Hoch erfreut bin ich deshalb, weil mittlerweile dieses wertvolle Dokument als Leihvideo im Internet zu beziehen ist und eine ganz klare Empfehlung erhält. McPhee hat sich außerordentlich von der balinesischen Musik in seinem Schaffen beeinflussen lassen und auf YouTube findet man eine Menge seiner Komposition, die ich sehr hörenswert finde. Ich nenne hier mal als Beispiel das Stück Tabuh tabuhan for 2 pianos & orchestra.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Musiklehrer versuche ich immer wieder Anregungen zu finden, die Schüler zum aktiven Musikmachen zu bewegen und weil ich ein Freund der sogenannten Worldmusic bin, habe ich für Einsteiger eine Reihe von sehr kleinen und einfachen Stückchen entwickelt, die schnelles und gut klingendes Musizieren mit unterschiedlichen Gruppen ermöglicht und gleichzeitig die verschiedenen Tonleitern wie chinesische Pentatonik, japanische Hexatonic usw. in ihrer Klangcharakteristik den jungen Leuten näher bringt. Dabei sind auch zwei Stückchen entstanden, die mit entsprechenden Klangerzeugern durchaus niedlich klingen und ich heute zum Besten geben will. Dabei habe ich das aktuelle PlugIn Algoritm der Firma reasonstudios verwendet.

Bei dem Stück „Bali Song“ hat der Musikpädagoge David Gray mit seinem Stück Sunset in Bali kräftig mitgeholfen und ich möchte an dieser Stelle dafür außerordentlich danken. Ich hatte vor Jahren den Artikel Music of the Far East gefunden und das Stück mit als Vorlage für den Bali Song verwendet.

gamelan song

Download

bali song

Download

Das Beitragsbild zeigt ein Blatt mit fünf Spitzen und symbolisiert die pentatonische Tonleiter. Im ganz ersten Moment hatte ich mich gewundert einen Seestern auf der Straße zu finden, der ja auch fünf „Arme“ hat, aber ich erkannte Bruchteile von Sekunden später, dass es sich um ein Blatt handelte.

panta rhei

panta rhei

Eigentlich sollte dieses Stück eine Fortsetzung der Bladerunner Serie werden, doch ich merkte schnell, dass das Stück zu wenig distopisch klingt und wie der Zufall so wollte, flatterte gerade ein Newsletter von der Seite neueswort.de ins Haus. Neueswort.de schickt alle paar Tage Fremdwörter des Tages und erklärt ihre Herkunft. Einige Wörter sind mir bekannt, andere sind wahrhaftig neu für mich und panta rhei kannte ich noch gar nicht. Allerdings passt dieser Name wunderbar zu dem heutigen Stück, denn es bedeutet so viel wie „alles fließt“. Ich zitiere jetzt mal aus dem Newsletter wörtlich:

  • Der aus dem Griechischen stammende Aphorismus panta rhei bedeutet wörtlich „alles fließt“ und beschreibt, dass alles in unaufhörlicher Bewegung ist. Die Welt steht also nicht still, alles ist im Werden. Dinge, Wesen und Zustände entstehen und vergehen unablässig.
  • Die Formel geht auf den vorsokratischen Philosophen Heraklit zurück, der damit die grundlegende Struktur der Realität als prozesshafte Einheit aus Sein und Werden beschreibt. Er vergleicht die Realität dabei mit einem Fluss, der als Ding begrenzt und erkennbar ist, sich aber gleichzeitig (durch das Fließen des Wassers) in stetigem Wandel befindet. Er sagt: „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen“.

pantha rhei


Das Beitragsbild entstand auf einem Spaziergang im hessischen Kellerwald leicht oberhalb der Schneegrenze unlängst zwischen den Jahren – wie man so schönt sagt – und symbolisiert das Fließen der Natur im Wechsel der Jahreszeiten.

mirror in the night

Nun geht es schon wieder stark auf Weihnachten zu und ich kann mich erinnern, wie ich letztes Jahr zu einer ähnlichen Zeit einen Beitrag formuliert habe. Nur diesmal, wie wir alle wissen, ist es ein besonderes Weihnachten. Nach wie vor zwingt uns die aktuelle Pandemielage zu Verhaltensveränderungen. Rauschende Weihnachtsfeiern mit zahllosen Gästen sind schlichtweg nicht drin und so könnte man sich ja mal anderer Weihnachtstugenden erinnern, wie zum Beispiel die der Besinnlichkeit, die ja zu Weihnachten gemeinhin so hoch gepriesen wird. Ich verstehe Besinnlichkeit – wie auch der Eintrag auf einer Yogaseite im Netz – als eine Art Kontemplation oder Meditation, also eine Geistestechnik, die zu anderen Ergebnissen kommen kann, als rationale Verstandesleistung oder pure Emotionalität. Das heutige Beitragsstück mag dazu beitragen, in diese meditativ besinnliche Stimmung zu gelangen, so hoffe ich es.

Bei dem sehr meditativen minimalistischen Stück des heutigen Beitrags habe ich mich stark an das Stück Spiegel im Spiegel des estnischen Komponisten Arvo Pärt angelehnt. Man darf sogar soweit gehen, dass es sich um ein sogenanntes soundalike handelt. Diejenigen, die dieses blog schon länger verfolgen, erinnern sich bestimmt an den Beitrag mit dem Stück selinas spiegel, welches sehr ähnlich aufgebaut ist. Diesmal ist allerdings die Harmoniefolge ein wenig moderner und die Abfolge folgt einer strengen Gesetzmäßigkeit in Gruppen zu 4 + 3 Takten, was ein wenig ungewöhnlich ist, aber interessanterweise logischer als 4 + 4 Takte klingt. Ich habe es ausprobiert und sorgfältig abgewogen. Während die Harmonien wechseln, bleibt die simple Violinstimme immer gleich und nimmt dabei jeweils eine andere Relation zu den Harmonien ein, um Spannung und Entspannung zu variieren. Das vollständige Notat des Stückes findet sich im Link „vergrößern“ unter dem Notenbeispiel. Und ganz nebenbei: Wer sich fragt, was mano sinistra heißt, dem sei gesagt, dass dies die italienische Bezeichnung für linke Hand ist.

Vergrößern und Partitur

mirror in the night


Das Beitragsbild entstand am Main in Frankfurt am Main, als ich mit Kollegen in der Mitte des Oktobers noch abends am Main draußen sitzen konnte, um ein Bierchen zu genießen, denn es war fast sommerlich warm. Die Lichter der Stadt spiegeln sich an der Wasseroberfläche des Flusses und damit ist ein wenig dem Titel Genüge getan. Da das Bild digital sehr verrauscht ist und zusätzlich ein extremer Ausschnitt gewählt wurde, entsteht fast der Eindruck, dass es sich um ein artifizielles Bild handelt.

chakalaka (home edit)

Ich möchte hier noch die „Heim-Version“ des Titelstücks des Live-Konzerts im Rahmen der Soundfromwood-Reihe der letzten Woche nachreichen. Viel Freude beim konzentrierten Hören! Ich empfehle diesmal dringend einen Kopfhörer, um den feinen Veränderungen der Wiederholungen nachgehen zu können! Ich danke an dieser Stelle auch nochmals dem Musiker Cameron alias Venus Theory – er nennt sich anscheinend wirklich so – für die interessanten Soundpatches des Friktion-PlugIns, welche maßgeblich zum Timbre des Stückes beigetragen haben.

chakalaka (home edit)

tama

Ich habe in der letzten Zeit selten einen „Wow-Effekt“ erlebt, wenn ein Hersteller von virtuellen Instrumenten ein neues Produkt auf den Markt bringt. Diese Woche war es aber wieder soweit. Ich habe mir die Testversion von Friktion heruntergeladen, die neuste Rackextension der Firma reason studios (ehemals propellerheads) aus Schweden und der Klang hat mich regelrecht umgehauen. Sofort habe ich ein kleines Stück aufgenommen und es Tama getauft.

tama


Bei Friktion handelt es sich um ein Instrument, welches auf der Physical Modeling Technologie (PM Synthese) basiert. Im Gegensatz zu der weiterverbreiteten Sampling Technik – und dies meint Klänge komplett digital aufzunehmen und wiederzugeben, um wirkliche Instrumente abzubilden, – wird hier eine kurze Trägerwelle durch Berechnungen so manipuliert, dass der Eindruck eines authentischen Instruments entsteht. Diese Technik ist nicht neu und wurde schon 1993 erfunden, aber erst in den letzten beiden Jahren kamen virtuelle Instrumente mit Physical Modeling auf den Markt, die zu überzeugen wissen. Dieser Artikel führt das Gesagte weiter aus.

Tama ist eine Form von Taman und wird als Name verwendet. Im Slowenischen bedeutet es „dunkel“ bzw. „schwarz“. In Japan erlangte eine Katze Namens Tama Berühmtheit, weil Sie jahrelang an einem Bahnhof ausharrte. Vor einigen Wochen schlug mir Spotify ein Stück namens Tara vor. Tara findet sich auf dem neusten Album des Musikers John McLaughlin, der sich abermals mit indischen Musikern versammelt hat, um dieses ausgezeichnete Album aufzunehmen. Insbesondere fasziniert mich an diesem Album das Tuning des indischen Sängers. Inder wachsen in einer Hörtradition mit 22 Tönen (Shrutis) auf, während wir in der westlichen Welt mit 12 Tönen auskommen.

Das Beitragsbild habe ich 2014 bei einem Besuch der Türkei in der Nähe von Izmir bei einer antiken Ausgrabungsstätte aufgenommen. Es handelt sich dabei um die Ruinen der antiken Stadt Teos. Die Nähe zum arabischen Raum passt gut zu der leicht orientalisch klingenden Musik.

always on advanced (steve jobs edit)

Als Steve Jobs im Jahr 2007 bei einer seiner berühmtesten Keynote auf der Macworld 2007 Convention im Moscone Center in San Francisco das erste iPhone vorstellte, löste dies eine regelrechte Medienrevolution aus. Schon 10 Jahre später konnte sich die reiche westliche Welt nicht mehr vorstellen, dass es eine Zeit ohne Smartphones gegeben hat, so stark hatte dieses kleine Gerät die Medienlandschaft und die Gewohnheiten der Nutzer verändert. Nicht das es nicht vor 2007 schon Versuche gegeben hätte ein solches Gerät mit Touchscreen zu bauen und auf den Markt zu bringen. Allerdings hatte es Apple mal wieder als erste Firma verstanden, das Gerät so bedienerfreundlich und funktionell zu gestalten, dass fortan alle anderen Hersteller – die mittlerweile durchaus auch bessere Geräte zu freundlicheren Preisen auf den Markt bringen – auf diesen Zug aufsprangen. Apple zählt aufgrund dieses Erfolges bekanntermaßen zu den reichsten Firmen der Welt.

Über Steve Jobs ist viel geschrieben worden und man kann über ihn viel nachlesen. Es gibt eine offizielle Biographie, die auch verfilmt worden ist. Diese Verfilmung habe ich noch nicht gesehen, freue mich aber schon darauf. Ich habe einen anderen Film (Jobs) über Steve Jobs – gespielt von Ashton Kutcher – gesehen, der den Rauswurf aus der Apple-Firma und seine erneute Einstellung thematisiert. Ich fand diesen Film trotz schlechter Kritiken gar nicht schlecht. Auch Ashton Kutcher hat seine Rolle meiner Meinung nach gut gespielt. Der besondere Genius von Steve Jobs bestand – so sehe ich das – darin, dass er 1. starke Visionen hatte, 2. in der Lage war vortreffliche Leute in sein Team zu holen, die seine Visionen unter Zeitdruck und Stress umsetzten konnten und 3. er ohne Rücksicht auf Verluste diese Leute bis zur Erschöpfung antrieb. Es ist immer wieder darüber zu lesen, welch unangenehmer Zeitgenosse Stehe Jobs zuweilen gewesen ist, insbesondere wenn es darum ging, die Firmeninteressen zu gewährleisten.

In seiner berühmten Rede in der Stanford Universität 2005 – wenn ich mich nicht täusche, hatte die Universität ihm eine Ehrendoktorwürde zukommen lassen – kommt Steve auf seinen Rauswurf zu sprechen. Dies kann man auch bei dem heutigen Stück hören, denn es beinhaltet Ausschnitte dieser Rede. Aus dieser Rede stammt folgendes Zitat:

Eure Arbeit wird einen großen Teil eures Lebens ausmachen und der einzige Weg, wirklich zufrieden zu sein, ist etwas zu tun, das ihr für großartiges Schaffen haltet. Und der einzige Weg, Großartiges zu leisten, ist, wenn ihr liebt, was ihr tut. Und falls ihr es noch nicht gefunden habt, haltet Ausschau. Gebt euch nicht zufrieden. Genau wie bei allen Herzensangelegenheiten werdet ihr merken, wenn ihr es gefunden habt.

Steve Jobs: Stanford commencement speech (2005)

always on advanced (steve jobs edit)


Bei dem heutigen Beitragstück handelt es sich um einen eigenen Remix. Ich habe das Stück always on (simply) mit Rhythmen, Bass und der Stimme Steve Jobs erweitert und dadurch in ein EDM Gewand gegossen.

Das Beitragsbild entstand 2017 im Zeppelin Bunker in Wünsdorf (Brandenburg), wo die Nationalsozialisten während des 2. Weltkrieges eine riesige Bunkeranlage als Nachrichtenzentrale errichtet hatten. Diese Bunkeranlage kann man besichtigen. Keiner hätte sich in den 40er-Jahren erträumen können, wie sich 50 Jahre später die Handhabung von Telefonen ändern würde.

sitting under oak tree

Es gibt einen schönen Platz hier am Ort. Dort sitze ich gelegentlich gerne und verweile für einen Augenblick. Es ist der einzige Baum – eine Eiche – weit und breit, an einer Wegkreuzung zwischen Feldern. Der Schamane Serge Kali King hat uns in seinem Buch Der Stadt Schamane zu den Grundprinzipien des hawaiianischen Schamanismus ein paar wertvolle Übungen mitgegeben, zum Beispiel zum 4. Prinzip – MANAWA – Jetzt ist der Augenblick der Macht:

Erkunden des gegenwärtigen Augenblicks:

Wo immer wir auch gerade sind, nehmen Sie die Farben in ihrer Umgebung war. Achten Sie auf Formen in ihrer Umgebung. Lauschen Sie auf alle Klänge. Spüren Sie dann ihren Körper. Spüren Sie die Bewegung ihres Atmens. Nehmen Sie Geschmack und Geruch hinzu! (zitiert nach Serge Kali King • Der Stadt-Schamane S. 67)

An diese Übung erinnere ich mich gerne an dem besagten Platz unter der Eiche und versuche den Augenblick zu erleben. Die heutige Musik passt gut zu solch einem Platz und Augenblick. Auf die Akkordfolge hat mich ein Video zum Arrangieren von Streichersounds von Paul Thomson gebracht. Hier handelt es sich um ein weiteres Beispiel einer sogenannten 4 chord progression. Ich hatte auf dieses Phänomen schon in diesem Beitrag zu 4 chord progressions aufmerksam gemacht. Bemerkenswert ist der Austausch des vierten Akkordes. Man würde eigentlich einen Akkord erwarten, der sich auf der V. Stufe der jeweiligen Tonleiter ergibt – die sogenannte Dominante – die wieder zum Akkord der I. Stufe zurückführt, stattdessen erklingt ein Dur-Akkord auf der VII. Stufe. Dieser Akkord kann dann allerdings genutzt werden, um in einer anderen Tonart zu landen und man hat eine schöne Modulation: Es geht von Eb (lydisch) zu G, dann nach B und wieder zurück nach Eb – da schließt sich der Kreis. Das ganze Stück ist sehr minimalistisch ausgelegt und die Pianoklänge werden von Generatoren erzeugt. Es gesellt sich eine weitumspannende achttaktige Melodie hinzu, die mich an die Arbeiten von Erik Satie erinnert, ein französischer Komponist des frühen 20. Jahrhunderts, der teilweise schon so eine Art minimal music komponierte, als es diese Kategorie noch gar nicht gab.


sitting under oak tree

Das Betragsbild zeigt natürlich den besagten Platz, den ich in diesem Fall mit dem Fahrrad aufgesucht hatte.

westworld

Und aller guten Dinge sind Drei. Auch diesmal lässt mich das Thema „tundra“ nicht los, allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang. Wie man als aufmerksamer Leser dieses blogs schon mitbekommen hat, liebe ich es bisweilen an „competitions“ teilzunehmen. Diesmal schrieb die „Samplebude“ Spitfireaudio – hier schon vielfach erwähnt – die #westworldscoringcompetition2020  aus und ich beschloß schlagartig teilzunehmen. Ich montierte in Windeseile meine beiden letzten Tundra-Stücke unter den Trailer und fand diese moodtechnische Vorgehensweise durchaus machbar. Das Ergebnis findet sich bei Youtube.

Der Begriff Westworld traf mich sehr mindestens in zweierlei Hinsicht.

1. Der Film Westworld aus dem Jahre 1973 hatte mich als Jugendlicher enorm fasziniert. Der Aspekt, dass geniale Technik nicht mehr zu beherrschen ist, hat man sie einmal erschaffen, beeindruckte mich nachhaltig, genauso wie der ganze Plot des Films. 2016 wurde eine Serie mit dem gleichen Titel produziert und erfreute sich in Amerika großer Beliebtheit. Anscheinend kommt 2020 die Season 3 dieser Serie heraus.

2. In dem Namen Westworld steckt ja, der sogenannte Westen, die westliche Welt. Jahrzehntelang hat der Westen, gespeist aus den besten Jahren der USA, den Ton angeben und arrogant behauptet, dass der Neokapitalismus die einzig richtige Staatsform sei und die den anderen Staaten imperialistisch aufgedrückt werden müsste. In den letzten Tagen stellt sich heraus, dass dieses Modell höchst krankhaft bis morbide ist. Blicke in die Zukunft könnten sehr düster ausfallen. Amerika ist ein Scherbenhaufen, hat weder Staatsfinanzen noch den selbsterschaffenen Rassismus im Griff und wird überdies noch von einem verwirrten Narzissten geführt.

UPDATE: Die Competition ist beendet und die Gewinner wurden gekührt. Es hatten sich 11.000 Einsender beteiligt! Die YouTube Kommentar-Gemeinde war nicht schlecht erstaunt, welche Filmmusik gewonnen hat und hat dies auch unmissverständlich in den Kommentarzeilen zum Ausdruck gebracht. Ich persönlich bin auch sehr erstaunt und wundere mich, hatte ich doch einen ganz anderen Beitrag als Gewinner vermutet. Man kann dieses Youtubevideo zu Bekanntgabe der Gewinner aufrufen.

Das Beitragsbild zeigt diesmal schon eher eine Tundralandschaft als die beiden Beitragsbilder der letzten Einträge, aber die Gräser, die hier abgebildet sind, sind zu saftig, zu gut genährt, als das hier eine wahrhaftige Tundra-Graslandschaft abgebildet sein könnte.

tundra two

Namensgeber für den heutigen Beitrag ist mal wieder eine Klangsammlung der Firma spitfire audio, die mit ihrer Kollektion mit dem Titel tundra atmosphärische Klänge verteilt haben. Ich habe diese Klänge mit minimalistischen Anklängen an den von mir sehr geschätzten Minimal Komponisten Phil Glass kombiniert. Phil Glass ist für seine steten hypnotischen Arpeggien und plötzlichen metrischen wie harmonischen Wechsel weltberühmt geworden. Genau dies hören wir bei dem Stück „tundra two“. Der Pianoklang wird von dem Klaviersound Felt Piano erzeugt. Ein sehr schöner virtueller Pianoklang, wie ich finde. Das Felt Piano wird abermals von spitfire audio vertrieben.

tundra two


Das Beitragsbild führt einen in die Irre, denn es zeigt keinesfalls eine Tundra Landschaft. Dieses Bild entstand gerade letzte Woche beim Spaziergehen hier in der unmittelbaren Umgebung. Die Landschaft der Tundra zeichnet sich durch niedrige Temperaturen und geringe Niederschläge im Jahresmittel aus und ein üppiges Gerstenfeld – wie fotografiert – würde da nicht wachsen können. Die Grafik von der open.edu Website erläutert die Korrelationen von Temperatur und Niederschlag in Zusammenhang mit den Biomen der Erde.

social distancing (part 2)

Wir befinden mittlerweile fast in Woche 7 des Lockdowns aufgrund der Coronakrise. Ein Verhalten des Anpassens und Mitmachens wird von vielen Kreisen erwartet, wie das bewusste Abstandhalten, welches zu den Grundregeln des richtigen Verhaltens gezählt wird. Ab Montag gibt es die allgemeine Maskenpflicht, die noch vor einiger Zeit ausgeschlossen wurde. Das Thema „social distancing“ ist natürlich nicht ausgestanden. Nach meiner Einschätzung wird uns dies aufgrund von politischen Entscheidungen noch mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre begleiten müssen! Es würde mich auch freuen, wenn ich mit meiner Einschätzung daneben läge, sei es, weil die Forschung andere Dinge herausfindet, oder sei es, weil es bald ein Impfstoff gibt. Dies gilt aber als sehr unwahrscheinlich und viele klammern sich zur sehr an dieses Hoffnung.

In einem vorherigen Beitrag habe ich ja zu dem Thema schon etwas geschrieben. Es besteht weiterhin die Notwendigkeit des „social distancing“ aus epidemiologischer Sicht. Eine Folge davon ist ja die Tatsache, dass unsere Schüler nicht wie gewohnt in den Schulgebäuden unterrichtet werden dürfen, weil sie ja normalerweise in der Schule nicht genügend Abstand halten. Stattdessen wird versucht den Schülern ein digitales zugängliches Lernangebot zu unterbreiten, welches ein selbststrukturiertes Lernen in der heimischen Umgebung ermöglichen soll. Dies gelingt – im Einzelfall betrachtet – mal mehr oder weniger gut. Schule ist – wie sich in diesen Zeiten besonders herausstellt – vor allen Dingen ein Ort des „Sozialen Lernens“ und das sogenannte individuelle „Digitale Lernen“ kann dies bestenfalls nur teilweise bei inhaltlichen Lerninhalten ersetzten. An diesem Beispiel zeigt sich für mich besonders das Drama des „social distancing“.

social distancing (part 2)

Das Stück social distancing part 2 ist ein Remix des ursprünglichen Stückes social distancing (part 1). Das ursprüngliche Stück wird mit einem speziellen Sampleplugin der Firma Serato, die Software für DJs macht, in Einzelteile zerlegt und der Komponist bzw. DJ bestimmt, wie die Teile neu zusammengesetzt werden.

Das Beitragsbild zum Stück social distancing (part 1) habe ich daher bewusst verpixelt bzw. digitalisiert, wie dieser Effekt heißt, um so auf das digitale Lernen aufmerksam zu machen. Das digitale Lernen ist gegenüber einem sozialen Lernen auch fragmentiert bzw. verpixelt.

social distancing (part 1)

Kirchenmitteilung Duisburg

Es ploppen in letzter Zeit ja eine Menge „toller“ Begriffe auf, die im Zusammenhang mit der allgegenwärtigen Corona-Krise stehen. Social distancing ist ein solcher Begriff. Der Begriff kommt aus der Epidemiologen Sprache und bezeichnet die nicht-pharmazeutischen Maßnahmen zur Infektionskontrolle. Man versucht durch solche Maßnahmen die Ausbreitung einer Epidemie zu beeinflussen. Dieser schwere Eingriff in die Freiheitsrechte der Bevölkerung wird von deutlich mehr als über zwei Drittel der Menschen unterstützt. Legt man bestimme Rechenmodelle zu Grunde, kann sogar der Einsatz einer Smartphone-App so positive Effekte auf die Durchseuchungsgeschwindigkeit haben, dass ein solcher Schritt immer dringlicher gefordert wird. Hier spricht der NDR Corona Podcast (Handy-Apps können eine Perspektive bieten) eine deutliche Sprache. Dabei erklärt der mittlerweile bekannte Epidemiologe Christian Drosten die Zusammenhänge unprätentiös und nachvollziehbar. Hier könnte der Einsatz einer App in einer Kosten/Nutzen Abwägung mehr nutzen, als es schadet, Freiheitsrechte einzuschränken bzw. den persönlichen Datenschutz zu gefährden.

Ich habe bei diesem Stück ein neues Spitfireaudio Lab Instrument verwendet. Es ist ein Wurlitzer Electric-Piano Sound. In den 70er Jahren war dieses Electricpiano besonders populär und wurde von vielen bekannten Pop- und Rockgruppen der damaligen Zeit eingesetzt, u.a. von der Gruppe Doors. Den generativ erzeugten glockenähnlichen Pianoklängen werden einfache Linien mit Streicherklängen entgegengesetzt.

social distancing (part 1)


Das Beitragsbild habe ich vor 2011 in Duisburg an einer Kirche aufgenommen. Anscheinend wurde der Informationskasten nicht mehr aktualisiert und dient als Zeitzeuge vergangener Aktivitäten. Anscheinend hatten sich die Menschen so stark von der Kirche entfernt, dass die Informationen vergreisten.

twelfth night

Der Begriff twelth night ist das englische Pendant für Rauhnächte. Die heutige Nacht macht dem Namen alle Ehre, ist doch die Landschaft in Raureif (nach neuer Rechtschreibung wahrhaftig richtig geschrieben) getaucht. Das heutige Beitragsbild wurde nach einer vergleichsweisen gleichen kalten Nacht am Neujahrstag 2017 im Habichtswald bei Bad Emstal aufgenommen. Von Neujahr sind wir ja nicht weit entfernt. Den sogenannten Rauhnächten werden unterschiedliche Bedeutungen zugesprochen. Ich denke, je nach Zeit und Region treffen das Eine oder Andere, oder auch ein Kombinationen der Bedeutungen zu. Sehr wahrscheinlich erscheint mir, dass die Rauhnächte die Zeit waren, um u.a. den Mondkalender mit 12 x 29,5 Tagen – die sogenannte Lunation – für einen Monat mit dem Sonnenkalender mit durchschnittlich 30,4 Tagen für einen Monat anzugleichen, da sich eine eine Differenz von ungefähr 11 bzw. 12 Tagen ergibt, je nachdem, wie gerechnet wird. Dieser Brauch fand vor allen Dingen vor der Christianisierung Anwendung. Daher werden die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr bzw. bis zum 5. oder 6. Januar auch als Tage Zwischen den Jahren bezeichnet, was für die Bedeutung des Kalederangleiches ja genau zutreffend wäre.

twelfth night


Man sollte sich das Stück „twelfth night“ unbedingt über eine richtige Anlage anhören, da die tiefen Töne entscheidend für den Gesamtklang und Höreindruck sind. Das Stück spiegelt die Zeitlosigkeit dieser Tage wieder, gibt es doch keinen wirklichen Rhythmus, geschweige denn einen erkennbaren Beat. Es hat gewisse Ähnlichkeiten zu Stücken, die Brian Eno und Robert Fripp in den 70er Jahren zusammen zum Beispiel auf dem Album Evening Star aufnahmen. Legendär ist die Verwendung später sogenannter genannter Frippertronics, ein Vorläufer digitaler Delay-Effekte, die mit Bandmaschinen erzeugt wurden. Die Klänge des vorliegenden Stückes werden von einer Gitarre erzeugt, die sehr lange Töne spielt und keinen Attack (Einschwingverhalten) aufweist, weil der Lautstärkeregler erst nach dem Anschlag aufgedreht wird. Dabei wird eine Gitarrenspur um eine Oktave nach oben versetzt, verändert und rückwärts gespielt. Eine weitere Kopie der Spur wird ebenfalls verlängert und um eine Oktave nacht unten versetzt. Alle Klänge werden mit einem sehr langen Delay (Echo) versehen und tragen die Töne in eine weite Ferne. Hinzukommt eine Linie, die mit einem Streichsound der Spitfire Audio Serie Labs in Form eines kleinen Weihnachtsgeschenkes ins Haus trudelte. Im Grunde werden nur Töne eines Bb Dreiklanges mit Zusatztönen gespielt und geben dem ganzen Stück etwas sehr zeitloses mit auf den Weg.

pianologie three

In dieser vorweihnachtlichen Adventszeit brauchen wir mal wieder etwas Besinnliches, so dachte ich mir und ein neues Stück aus der beliebten „Ologie-Reihe“ wäre eigentlich mal wieder angebracht. Wie ich unlängst herausfinden konnten, firmieren solche minimalistischen Stücke unter dem Oberbegriff generativ music (generative Musik). Ich glaube, ich hatte etwas anderes gesucht, stieß dann aber auf eine Präsentation eines finnischen Programmierers, der sich dem Thema gründlich gewidmet hat, auch in die Historie der Musikgeschichte dieses Themas einsteigt und sich mit Stücken des Minimal Komponisten Steve Reich beschäftigt. Dessen Stück pendulum music wurde von dem berühmten und von mir sehr geschätzten Sounddesigner und Klangkünstlers Brian Eno in seiner music for airports aufgegriffen und erweitert. Hier eine kleine Linksammlung dazu. Diese Beiträge sind extrem interessant, möchte man sich mit dem Thema generative Musik befassen.

generativ music (links)

Mein heutiges Stück verwendet zwei Techniken, die das generative und repetitive Element ausmachen. Zum einen werden pro Spur Arpeggiatoren verwendet und gleichzeitig wird jeder klangliche Output mit einem sehr langen Delay (Echo) belegt, sodass die einzelnen Motive zunächst miteinander verschmelzen und sich dann langsam allmählich sozusagen „aus dem Staub machen“. Dabei entwickeln die Melodie schnell ihren ganz eigenen Zauber. Was damit gemeint ist, merkt man ganz schnell, wenn man sich das Stück anhört (→ Anspieltipp!) Wem solche Musik Freude macht, dem darf ich gerne vorherige Arbeiten der Ologie-Reihe ans Herz legen, die ich als frühere Beiträge gepostet habe: pianologie one, player piano (pianologie two) und stringologie one. Diese Reihe möchte ich unbedingt fortsetzen.

pianologie three


Das Beitragsbild zeigt die Fliesen unseres Hausflures. Die Fliesen wurden leicht in Richtung Brauntöne verändert. Man könnte fast meinen hier handelt es sich um ein Mandala.

forlon window

Forlon window ist zugegebenermaßen ein eigenartiger Titel. Das Stück erhält seinen Titel, weil es im Grunde ein soundalike – zumindest aber eine starke Inspiration – des Stückes abandon window des Electronic Künstlers Jon Hopkins ist. Ich habe ein anderes Wort für „abandon“ gesucht und meine mit „forlon“ fündig geworden zu sein. Hopkins bedient hier einen echten Flügel, sonst kennt man ihn mehr als DJ, wie er seine Controller und Sampler bedient. Jon Hopkins kannte ich vor zwei Wochen noch nicht, bin aber auf ihn gestoßen, weil ich einer Radio Playlist des von mir sehr geschätzten DJ Bonobo auf Spotify lauschte und Jon Hopkins plötzlich darin auftauchte.

Spotify wird von mir normalerweise auch selten angestellt, weil unser Haushalt aber neuerdings einen Spotify Familienzugang hat, habe ich mal geschaut, was man bei Spotify so alles findet. Und es kommt noch etwas Zweites hinzu: Nachdem ich in den letzten Wochen ja meine CD „ein bisschen hören“ als digital/analoges Produkt veröffentlicht habe, wird seit einigen Tagen meine CD „opia“ – die in einem Stück zur CD „ein bisschen hören“ und dem Cover verändert ist – bei sämtlichen Streamingdiensten, wie Spotify, Apple Music, iTunes, Google Play, Amazon, Napster als digital/gigitales Produkt gelistet. Dies ist durch einen Interdienst namens distrokid möglich, der für eine Gebühr die Anmeldung bei den Streamingdiensten übernimmt. Wer möchte kann mich also jetzt auch bei den Streamingdiensten unter dem Artist-Name falkbossa finden. Bei Spotify gab es innerhalb einer Woche 9 Hörer. Ich hätte gerne meinen Namen „falk“ verwendet, aber es gibt so viel Künstler, die unter diesem Namen firmieren, dass ich davon abgesehen habe, um etwas mehr Eigenständigkeit zu haben. Also, bitte nehmt mich in eure Playlist auf!

forlon window


Nun aber zurück zu dem Stück „forlon window“. Wie gesagt ist es eine Art Soundalike. Jon Hopkins erzeugt mit einfachen Akkorden eine wundervolle Stimmung. Ein Hörer hat sich die Mühe gemacht das Stück „abandon window“ zu trankripieren und das Ergebnis zu teilen. Die Voicings der Akkorde bestehen aus einer Quinte und einer Dezime. Dieses Voicing habe ich in meinem soundalike benutzt, indem ich einen Player so programmierte, dass das gewünschte Voicing zu hören ist. Das Notenbeispiel zeigt die gehörten Klänge eine Oktave höher, damit man es besser lesen kann. Gespielt wird dies von einem sehr unaufdringlichen Klavierklang (Spitfire Audio Soft Piano Labs), der durch starke Kompression und einem Delay (Echo) stark verlängert wird. Unterstützt werden die Akkorde durch sehr tiefe Bässe, die man unbedingt mit einer richtigen Anlage anhören sollte, auf dem Smartphone sind sie leider nicht zu hören.

Das Beitragsbild zeigt ein Schaufenster eines Lebensmittelladens in Fladungen und wurde 2017 aufgenommen. Es passt ja ausgezeichnet zu dem Titel „verlassenes Fenster“. Mir ist bis heute nicht klar, was ich da fotografiert habe: Ist es eine Momentaufnahme längst vergangener Tage, handelt es sich um ein Museum und/oder haben die ehemaligen Besitzer schlagartig das Geschäft verlassen und damit ein Bild wie vor 15 Jahren (oder noch früher?) konserviert. Ich weiß es nicht!

mr. room

Hans Zimmer gehört mittlerweile zu den bekanntesten Komponisten des letzten Jahrzehnts. Er hat seine Musik mit zahlreichen Filmmusiken bekannt gemacht. Wie schon der berühmte klassische Komponist Joseph Haydn hat er einen Mitarbeiterstab aus bis zu zwanzig Musikern, die ihm bei der Ausarbeitung seiner Kompostion zur Seite stehen. Die Anzahl der Aufträge, die er zu bearbeiten hat, ließen sich alleine auch gar nicht stemmen. Eine der bekanntesten Zusammenarbeiten ist die Musik zu Fluch der Karibik, die inzwischen von fast alle Schulorchestern in ganz Deutschland gespielt wurde und die Eltern bei Schulkonzerten fragen lässt, ob es auch noch andere Musik gibt, die gespielt werden könnte. Als Komponist von Fluch der Karibik liest man immer den Namen Klaus Badelt. Klaus Badelt gehörte dem Mitarbeiterstab Hans Zimmers an. Hans Zimmer war während der Kompostion zu Fluch der Karibik durch Verträge rechtlich an andere Aufträge gebunden und durfte seinen Namen nicht als Hauptkomponist nennen. Stattdessen wurde Klaus Badelt, der zusammen mit Hans Zimmer an Fluch der Karibik arbeitete, als Hauptkomponist eingesetzt.

mr. room


Das vorliegende minimalistische Stück (Kategorie simple) Stück „mr. room“ – in Anspielung an „Zimmer“ – startete als Idee als ein sogenanntes soundalike, was es dann aber nur in Ansätzen wurde. Zimmer verwendet gerne für seine Komposition die „Four Chord Technik“, d.h. 4 Akkorde sind wiederholend zu hören und werden durch geschickte Instrumentation zu einem Stück verdichtet. [Vergleiche bitte den Beitrag 4 chords dazu.] Man höre dazu gerne das Stück Time aus dem Film Inception, wo Zimmer diese Technik mit Bravour anwendet. Zimmer gelingt es mit profanen kompositorischen Mitteln einen eigenen Sound zu kreieren, der als sogenannter Zimmersound bekannt ist, nicht zuletzt deswegen, weil er Klangfarben eines digitalen Film-Orchesters unvergleichlich zusammenstellen kann. Eine schöne Betrachtung und warum Zimmer die Hollywoodfilmusik verändert hat, findet man hier auf Youtube [ab 06:13].

Das vorliegende Beitragsstück verwendet Klänge von Handglocken, die spitfire audio in ihrer Labs Serie neuerdings zur Verfügung stellen. Sie passten gut zu der Melodie, die jeweils in der Wiederholung des ersten Teils in der Solo Violine auftaucht und die Grundidee des Stückes lieferte. Das Beitragsbild zeigt ein Gebäude an einem kleinen Havelnebenarm in Rathenow in Brandenburg, der die Altstadt umfließt. Ich habe mich gefragt, was in dieser Räumlichkeit wohl früher gemacht wurde. Wer hat darin gelebt, gearbeitet, gedacht und geschwitzt oder gefroren?

we are dancer (we create the dream)

Bevor ich mich jetzt für zwei Wochen verabschiede und einen kleinen Sommerurlaub im Kreise der Familie antrete, möchte ich gerne noch ein Stückchen mit euch teilen.

Manchmal ist es witzig selber zu beobachten wie der kreative Prozess von statten geht. Ursprünglich war das folgende Stück ganz anders geplant und dann sah ich in der Mediathek des ZDF einen Film eines jungen Filmemachers mit dem Titel Smile. Da geht es um eine junge weibliche Protagonistin, die unbedingt auf einer EDM Location einen DJ treffen möchte, den sie zuvor auf einem anderen Event kenngelernt hatte. Die Location nennt sich „Heimat“. Schon zu Beginn des Filmes wird eine Stimme eingeblendet, die anscheinend zu der jungen Frau spricht und ihr Versprechungen für ihre weitere Entwicklung offenbart.

Diese Stimme faszinierte mich sofort und kurzerhand fand sie Eingang in mein neues Stück und war dann auch namensgebend. Verwendung findet ein neuer Softwaresyntheziser, der auf physical modeling beruht und den elektronischen Klängen etwas natürlich Akustisches verleiht, daher auch der Name des Synthis Akoustic. Unterlegt wird die Sequenz mit sehr harmonischen Geigenakkorden.

Hier nochmal der Hinweis, dass einige meiner Stücke auch bei youtube unter dem Namen Mr.Falkbossa zu finden sind.

we are dancer (we create the dream)


Das Beitragsbild steuerte abermals meine Tochter bei, der ich dieses Motiv in Auftrag gegeben hatte. Es zeigt eine Heckenrose im Abendlicht nahe der Autobahn A49.

zingaro requiem

Vor einigen Wochen schenke mir ein guter Freund zum Geburtstag ein Buch mit dem Titel „Der Mensch im Tier – Warum Tiere uns im Denken, Fühlen und Verhalten oft so ähnlich sind“ von Norbert Sachser. Dem Klappentext ist zu entnehmen, dass uns der Autor eine Revolution in der menschlichen Betrachtung der Verhaltensweise der Tiere verspricht. Ehrlich gesagt, kann ich die Aufregung nicht verstehen: Auf einmal gilt es als etwas Besonderes, wenn dem Tier Persönlichkeit und Individualität zugesprochen wird. Jeder Haustierbesitzer weiß dies doch schon längst, lediglich die Wissenschaft hatte sich lange gegen ein Bild des Tieres gewehrt, das vielleicht als zu stark anthromorphisiert daher kam. Ich persönlich war schon immer der Meinung, Tiere habe eine Persönlichkeit und Individualität, aber man darf – auch meine Meinung – nicht den Fehler machen, diese Persönlichkeit zu stark mit der menschlichen Persönlichkeit gleich zu setzten. So haben ein Hund oder eine Katze durchaus ganz individuelle Geisteszüge, dies heißt aber noch lange nicht, dass er oder sie sich wie ein Mensch verhalten. Das Faß, ob es sich um Geist oder Seele handelt, will ich heute an dieser Stelle nicht aufmachen. [Vielleicht ist es sogar manchmal eher andersherum: Der Mensch verhält sich manchmal wie eine Katze oder wie ein Hund, oder?]

In den 80er Jahren habe ich mal Biologie studiert. Die Ethologie damals hatte ein stark mechanistisches Bild des Verhaltens der Tiere: Tiere haben keine Gefühle und nur eingeschränkte Schmerzempfindlichkeit; Instinkte beherrschen das Tier und Verhaltensreaktion sind weitestgehend angeboren; ausgelöst werden Sie durch Schlüsselreize. Das Reiz- Reaktionskonzept hat in der modellhaften Betrachtung durchaus seine Berechtigung, darf aber nicht überbewertet werden. Fische galten lange als dumm und stumm. Heute weiß man, dass es durchaus soziale, lernfähige Tiere sind, die stark miteinander kommunizieren. Vögel sind noch lernfähiger und haben darüber hinaus sogar erstaunliche kognitive Fähigkeiten.

Wenn an der Evolutionstheorie etwas „dran“ ist, dann kann ja der menschliche Geist auch nicht vom Himmel gefallen sein, sondern muss sich gemäß der Evolution entwickelt haben, demnach hat der menschliche Geist und die Verarbeitung von Gefühlen ihren biologischen Vorläufer bei den Tieren gefunden. Und klar muss dann auch sein, dass Tiere wie Katzen und Hunde auch in ihrer Persönlichkeit und Individualität weiter entwickelt sind, als eine Ameise oder ein Frosch.

In unserem Haushalt lebten zuletzt zwei Katzen. Ein Kater namens Zingaro ist vor einigen Tagen tödlich verunglückt, hat er sich doch in einem Schäferzaun verfangen und ist daran gestorben. Unsere familiäre Trauer war bzw. ist groß. Zingaro, was übrigens mit „Zigeuner“ übersetzt werden kann, war ein hochgeschätztes Mitglied der Familie. Wir und insbesondere meine Kinder und Frau hatten ein sehr enges Verhältnis zu diesem Tier. Keiner von uns in der Familie wäre auf die Idee gekommen, dass Zingaro keine eigene Persönlichkeit und Individualität (hätte) und keiner wäre auf die Idee gekommen, dass er keine Gefühle hätte.

zingaro requiem

Die Trauer war so groß, dass ich ein kleines Stück komponiert habe, was ich Zingaro in Gedenken widmen möchte und mir geholfen hat, meine Gefühle zu verarbeiten. Ich habe es Requiem genannt, obwohl es im strengen musikalischen Sinne kein Requiem ist, weil dafür weder die musikalische noch die religiöse Form stimmt. In der weiteren Bedeutung kann das Stück allerdings als Requiem durchgehen, weil es wahrhaftig eine Trauermusik ist. Die Partitur von Zingaro Requiem kann hier heruntergeladen werden. Es ist ein minimalistisches Stück mit einer ostinaten Pianostimme, die die gleiche Figur durch verschiedene Akkorde beibehält. Hinzu kommen einfache Streicher- und Hornstimmen, später ein Chor, die sich allmählich verdichten. Kurz vor dem Ende des Stückes begleitet eine Flöte im hohen Register das Ostinato. Als Soundquelle diente mir u.a. abermals die Klänge der Lab-Serie von Spitfire Audio.

Das Beitragsbild stammt von meiner Tochter und zeigt natürlich Zingaro.

silversurfer solutions

Silver Surfer kommt in zwei Bedeutungen daher. Einmal bezeichnet Silver Surfer eine Figur aus dem Marvel Universum und ist Kennern der Comics bekannt. Der Silver Surfer steht im Zusammenhang mit den Fantastic Four, wo er als Bösewicht aus dem Universum mit seinem intergalaktischen Surfbrett aufgetreten ist. Die Kenner der Netzkultur wissen hingegen auch, dass Silver Surfer liebevoll ältere Semester bezeichnen, die schon ergraut sind. Silver Surfer spielen in der Netzkultur eine bedeutende Rolle, sind sie einerseits oft gut betucht und kauffreudig im Onlinehandel unterwegs, haben Zeit sich im Netz aufzuhalten und besuchen häufig Gesundheits- und Reiseseiten. Ich selber darf mich getrost auch als Silver Surfer bezeichnen, mancher geht sogar noch weiter und bezeichnet unsereins als Silberrücken.

Neulich hatte ich das Vergnügen bei einer Fortbildung teilzunehmen. Ich wurde doch wahrhaftig gefragt, warum ich mir dies in meinem Alter noch antue. Und außerdem hätte doch der Staat, der diese Fortbildung bezahlt hat, in meinem Fall keinen rechten Nutzen mehr davon, werde ich doch in einigen Jahren aus dem Staatsdienst ausscheiden. Das habe ich aber getrost weggelächelt und behaupte, jedes Jahr im Dienst kann noch ein gutes und aktives Jahr sein. Und ehrlich gesagt habe ich überhaupt noch nicht den Spass an Fort- und Weiterbildung verloren.

Die besagte Fortbildung – und jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema – beschäftigte sich mit der lösungsfokussierten Gesprächsführung. In den 90er Jahren zunächst für therapeutische Zwecke entwickelt, hat sich der lösungsfokussierte Geprächsansatz längst für andere Felder wie zum Beispiel die Wirtschaft und die Pädagogik weiterentwickelt. Wir hatten das Glück eine ausgezeichnete Trainerin vorzufinden, die für die Schweizer solution sufers arbeitet und Gruppen anleitet. Der Grundgedanke der lösungsfokussierten Gesprächsführung ist nach der möglichen Zukunft zu fragen, ohne sich im Inhalt zu vertiefen, geschweige denn durch sogenannte Warum-Fragen im Problem herumzustochern. Als Methode dient das aufmerksame Zuhören, damit aus dem Gehörten sogenannte Triggerfragen entwickelt werden können, die den Gesprächspartner aufgrund seiner eigenen Ressourcen in der jeweiligen Situation weiterbringen können. Die Methode erscheint zunächst verblüffend einfach, sie ist allerdings sehr wirkungsvoll!

Bei dem heutigen Stück habe ich einige der erwähnten Triggerfragen aus dem Netz bei den solution surfers aus der Schweiz kopiert und durch eine schon einmal erwähnte text to speech Lösungen geschickt, um Sprachdateien zu erzeugen, die im Stück verarbeitet worden sind. So gesehen ist dies dann auch eine „solution“, um das Stück des Silver Surfers (ich selber) mit Vokals zu versehen. So kann man auch den Titel des heutigen Beitrages ableiten.

Das Beitragsbild zeigt – mal wieder – ein paar Wolken. Könnte man Wolken nicht auch als Silver Surfer bezeichnen, wie sie als immer wieder neuformierte Gebilde in der Luft schweben? Das Foto wurde im Januar 2019 aufgenommen.