the birthday complex

Das Stück „the birthday complex“ ergab sich aus einer Spielerei. Der eingesetzte Akkordionklang veranlasste meinen Nachbarn das Genre des Stückes als Cajun Musik, eine Spielart der Countrymusik aus Louisiana, zu bezeichnen. Ich persönlich finde, dass das Stück mehr wie ein Stück von Josef Zawinul, der Keyboarder von Weather Report und von Syndicat, klingt, der gerne Akkordionsounds eingesetzt hatte. Anläßlich meines nun schon einige Monate zurückliegenden Geburtstages, gönnte ich mir den Erwerb eines neuen Softwaresynthesizers für mein Musikprogramm (DAW) – man ahnt es schon – mit dem Namen complex. Dieser ist einem sogenannten Modularen Synthesizer nachempfunden. Modulare Synthesizer bestehen – wie der Name schon andeutet – aus unterschiedlichen Modulen, die zusammengeschaltet und verkabelt unterschiedliche Klänge erzeugen. In den letzten Jahren erfreuen sich analoge modulare Synthesizer wieder recht großer Beliebtheit, fast täglich werden neue Module herausgebracht, die in einem Rack zu komplexen Strukturen zusammengeschaltet werden können. Modulare Synthesizer werden auch als Software angeboten. Wer das mal ausprobieren möchte, lädt sich das VCV Rack herunter.

Hier sieht man Steve Pocaro der Gruppe Toto auf der Suche nach neuen Klängen im Jahre 1982.

Als ein Komplex wird in der Psychologie auch eine assoziative und psychoenergetische Einheit von Bildern und Vorstellungen, Gefühlen und Gedanken verstanden und dies kann man ja auch auf ein Musikstück übertragen, was mit einer Idee beginnend, sich zu einem komplexen Gebilde entwickelt.

the birthday complex

Das Beitragsbild zeigt die damals noch unverputzte Verkabelung unseres Hausflures und erinnert an die Strippen eines modularen Synthesizer.

absynth morph

Das legendäre Synthesizer Plugin der Firma Native Instruments Absynth wurde im Jahre 2000 erstmals vertrieben. Für die damalige Zeit war es sehr innovativ, vereinte es doch erstmals verschiedenste Möglichkeiten und Kombinationen von Klangsynthese in einem Gerät. Die Modulationsmöglichkeiten waren enorm und stießen sofort auf mein Interesse. Durch die Schnittstelle VST konnte der Synthesizer in allen gängigen DAWs eingesetzt werden. Ich hatte eine Demoversion für eine bestimmte Zeit zur Verfügung und experimentierte mit den Klangmöglichkeiten herum und nahm ein paar Klänge auf, die ich absynthmorph getauft habe. „Morph“ steht dabei für sich wandelnde akustische Texturen.

Vom Wort „absynth“ ist es nicht weit zu dem legendären Getränk „absinth“ mit Kultstatus, was es sogar geschafft hatte für über 80 Jahre verboten zu sein, bis man durch wissenschaftliche Untersuchungen nachweisen konnte, dass das Getränk keine anderen besonderen Wirkungen wie anderer sehr hochprozentiger Alkohol hat. Auf jeden Fall ist der Anteil an dem Stoff Thujon – von dem die besondere Wirkung wie zum Beispiel Halluzinationen ausgehen sollte – nur so gering, dass dies nachweislich nicht der Fall ist. Absinth wurde auch die grüne Fee genannt, kommt doch die Spirituose „grün“ daher, weil das verwendete Wermutkraut die Färbung verursacht. Über die besondere Geschichte des Absinth kann man sich aufgrund vieler Artikel schlau machen, auch der Wikipediaeintrag ist sehr aufschlußreich.

Ich habe heute drei variierende Audios im Angebot. Das erste Sounddesign bringt die erwähnten Absynthdateien mit einem Holzblockrhythmus und einigen Streicher- und Chorklängen zusammen. Das zweite Sounddesign verwendet ausschließlich die ursprünglichen Dateien, die ich vor vielen Jahren aufgenommen habe. Das dritte Sounddesign letztendlich ist ein Resample des Zweiten, angereichert mit einem Drumbeat und einem lustigen elektronischen Bass.

absynth mix

absynth morph

absynth resample

Das Beitragsbild habe ich neulich bei einer Frühjahrsgartenparty geknipst. Dort war die ca. 2 Meter große Figur ausstellig und wurde mit der Software Comic Life verfremdet.

would you sit on a sitar?

Ich hatte letzte Woche die große Freude einem überaus gelungenes Livekonzert der Gruppe Hattler im Theaterstübchen Kassel beizuwohnen. Helmut Hattler, der ja schon früher mit den Gruppen Kraan und Tap Two auf sich aufmerksam gemacht hat und durch außerordentliche Spielfreude auffällt, hat sich auf der Bühne furios zurück gemeldet. Vor zwei Jahren erreichte mich die Nachricht, dass er schwer erkrankt sei, um so erfreulicher ist, dass Helmut nun wieder live spielen kann. Mit im Gepäck war auch der begnadete Gitarrist Torsten de Winkel, der mich insbesondere mit seinen „sounds“ – hier mal Stück 5 anspielen – überraschte, spielte er doch ein Seiteninstrument, was ich nicht ausmachen konnte, denn das Theaterstübchen war überaus gefüllt, und ich konnte das Instrument nicht sehen, da Torsten dieses im Sitzen spielte. Auf jeden Fall klang es manipuliert ein bisschen wie eine indische Sitar. So inspiriert musste ich direkt ein Stück mit einem Sitarsound ausprobieren und heraus kam das Stück „would you sit on a sitar?“. Diese Frage habe ich im Netz gefunden und fand es durchaus aus passend als Songtitel.

would you sit on a sitar?

Das Beitragsbild, so könnte man meinen, ist aus den Archiven der NASA entnommen und zeige Bilder des Saturns. Aber in Wirklichkeit handelt es sich um einen Ausschnitt einer gefüllten Kaffeetasse von oben. Wenn man keinen Maßstab hat, fehlt somit der Bezugsrahmen und man kann sich alles Mögliche denken. So hatte auch Stanley Kubrick in seinem berühmten Epos „2001 Odyssee im Weltraum“ gearbeitet, als er am Ende des Filmes die Entstehung von Galaxien darstellte. Wie nach über 10 Jahren nach Drehende bekannt wurde, filmte die Filmcrew in Zeitlupe Farbtropfen, die in einen sich bewegenden Farbeimer tröpfelten.

m.f.b cut

2006 fand am 02. September eine Museumsnacht in Kassel unter dem Motto „Sterne“ statt. Zu diesem Anlass gründeten wir das Trio M.F.B. Die Buchstaben stehen einfach für die Nachnamen der Mitspieler. Abends, als es schon dunkel war, spielten wir vor einer hübsch illuminierten Kulisse direkt vor dem Staatstheater mit drei Computern, die über eine MIDI Clock so verbunden waren, dass sich unsere Musiksoftware im Tempo synchronisierten. Wir benutzen Motive des Kasseler Minimal Komponisten Dr. Ulli Götte, in dessen Minimal Orchester wir jahrelang zusammengespielt hatten. Jörg & Michael spielen noch immer in diesem Orchester. Wir hatten für diesen Auftritt mehrfach geprobt, aber trotzdem war das Ergebnis jedesmal ein anderes, allein doch die Improvisationsanteile immens waren.

m.f.b. music to go

Hier sieht man das Cover der nach dem Auftritt herausgegebenen CD, die ein Live-Mitschnitt war. Der musikalische Beitrag ist eine Mischung aus verschiedenen Stücken der CD. Das Beitragsbild wurde 2004 im Jemen aufgenommen und war Bestandteil des CD Covers.

advent orison

Es heißt ja immer so schön „Jetzt beginnt die besinnliche Zeit!“, die Zeit des Advents. „Advent“ meint ja die Zeit des Wartens oder die Zeit der Ankunft. Auf welche Ankunft warten wir? Und ich frage mich dann, was ist eigentlich mit „besinnlicher“ Zeit gemeint? Ich wundere mich jedes Jahr, wie schnell die Zeit vergangen ist und rufe aus „Was, schon wieder Weihnachten?“ Und jedes Jahr der gleiche Trubel. Immer wieder die gleichen Lieder. Selbst die Familie möchte an ganz bestimmten Bräuchen festhalten. Eigentlich habe ich zunächst meistens gar keine Lust auf Weihnachten. Es wird zwar immer so getan, dass es sich um ein „besinnliches“ Fest handelt, aber im Vordergrund steht doch der Kommerz. Wie viel wird wann wie verkauft? Welche Lichterkette ist noch prunkvoller als die des Nachbarn? Wer hat die teuersten und die meisten Geschenke gekauft? Daran habe ich keinen Spass! Und die heuchlerische Vermischung mit dem Christentum. Jesus sei geboren, die heiligen drei Könige und das ganze Trallala. Und nur, weil die Christen die Wintersonnenwende für ihre Zwecke ausgenutzt haben. Im Nachhinein freue ich mich dann meistens doch. Die Familie hat schön gefeiert, Verwandte und Freunde kamen zu Besuch, es wurde schön gekocht und gegessen und man hat ein bisschen Zeit für sich und die Familie, wenn man sich diese nimmt.

So auch gestern, als ich ein bisschen Musik gemacht habe und nur kurz etwas ausprobieren wollte. Da entstand dieses kleine Stück, was mich persönlich besinnlich macht und mir hilft, mich ein bisschen zurückzunehmen und durchzuatmen, mich zu beruhigen! Daher hat es auch den Namen „advent orison“  bekommen, meine besinnliche Zeit. Orison ist eine altes Wort für so etwas wie Gebet. Musikalisch handelt es sich um ein diatonische – also einer bestimmten Tonleiter folgende – Akkordfolge, die wie die alte Tradition heterophoner Musik (Mehrstimmgkeit) des Organum aus dem Mittelalter mit allerlei anderen Klängen und verschiedenen Oktaven die Akkordtöne parallel verdoppelt, um das Frequenzspektrum nach oben und unten zu bereichern. Hinzu kommen die Synthesizer Arpeggios, die das ganze Stück untermalen und eine indische Sängerei einer Samplelibrary, die mir ihre Stimme geliehen hat.

advent orison

Das Beitragsbild zeigt eine verfremdete Aufnahme unserer Lichterkette im Flur mit einer Schale in der die Geschenktütchen für die Kinder lagerten, die am Nikolaustag an die Tür klopfen, ein Gedicht aufsagen und sich kleine Geschenke, bestehend vor allen Dingen aus Süßigkeiten, wünschen.

monoemoticon one

„monoemoticon one“ ist ein Stück ohne Schlagzeug, wenngleich es natürlich auch Rhythmus hat, hier vor allen Dingen getragen von einem Synthesizerarpeggio. Der Name verrät, dass es hier nicht um Spannungskurven geht, sondern um den „Transport“ eines einzelnen durchgehenden Ausdrucks bzw. einer Emotion. Dies erinnert ein wenig an die Monochromes von Yves Klein in der bildenden Kunst. Ulrich Pontes schreibt zu Emotionen:

Emotionen machen das Leben lebenswert, sind zentraler Bestandteil unseres Seelenlebens. Aber sie sind noch mehr: mächtige Bewertungssysteme, die uns viele Situationen automatisch einschätzen lassen, so dass wir schnell und richtig reagieren können.

Dieser einzelne Ausdruck – diese eine Emotion – wird im Laufe des Stückes nur ein wenig verdichtet und durch die Sologitarre verstärkt. „monoemoticon one“ ist möglicherweise der Auftakt zu Stücken gleicher Machart in der Zukunft.

monoemoticon one

Der Emotionsforscher Robert Plutchik entwarf ein gängiges Modell der Emotionen. Zu welcher Emotion würde man das Stück „monoemoticon one“ zuordnen?

 

Das Beitragsbild zeigt meine Kellertür, die in einem mediterranen Blau monochromatisch gehalten ist. Das Bild wurde 2011 aufgenommen.

the future of music

Manchmal frage ich mich, wo die Reise der Musikgeschichte hin geht. Kann man sich eine Zukunftsmusik erträumen? Kann man sich vorstellen, wie die Musik in 10, 20, 50 Jahren klingen wird? Ich habe selten das Gefühl, wenn ich eine mir unbekannte Musik höre, diese Musik stößt eine Tür in eine ganz unbekannte Dimensionen auf. Ich entdecke immer wieder spannende, schöne, wohlklingende Musik, die ich noch nicht kannte, aber das Gefühl, hier handelt es sich um etwas ganz Neues, stellt sich selten ein. Das vorliegende Stück kennt keinen Rhythmus, keine Harmonie, keine Melodie und keine Form. Nur unbekannte Klänge. Ist dies die Zukunft der Musik?

the future of music

Dieses Stück ist aus einer Sessiondatei entstanden. Ich habe abermals den Grainsynthesizer mit einem eigenen Sample geladen und durch eine bestimmte Programmierungen die oben gehörten Klänge herausbekommen. Manchmal ist es nicht vorhersehbar, welche klanglichen Ergebnisse man erzielt. Im folgenden ist ein Ausschnitt aus der ursprünglichen Audiosession zu hören.

ohne hand und fuß

Das Beitragsbild anstand im Somer 2013 in Polen in der Nähe von Jelenia Góra (Hirschberg) am Fuße des Riesengebirges in Polen. Es erinnert mich an Bilder, die ich aus Zukunftsfilmen mit Endzeitcharakter kenne.

zeyno

Die CD „remember the easter island“ kam 1992 heraus. Das Stück „zeyno“ war einer Kasseler Künstlerin – Zeyno Arcan – gleichen Namens gewidmet, die meinen Musikerferund Jörg und mich gebeten hatte, für eine ihrer Ausstellungen die Hintergrundmusik aufzuführen. Aufgrund dieser Zusammenarbeit gründeten für das Duo „falkfest“, welches uns über 15 Jahre zusammenhalten sollte. Warum ich mich in dieser Zeit für die Osterinsel – früher dachte ich immer, es wären DIE OsterinselN, es ist aber nur eine Insel – interessierte, weiß ich nicht mehr genau. Irgendwo vielen mir die Schriftzeichen der Rapa Nui Kultur auf und ich fing ein wenig nachzulesen, warum die Einwohner die riesigen Skulpturen aufstellten und dadurch eine ökologische Katastrophe erschufen. Ungefähr zu dieser Zeit kam auch der Film über das Schicksal der Osterinsel von Kevin Costner heraus. Er brachte zwar ein wenig Licht ins Dunkel, wiederholte aber im Nachgang der aufwendigen Dreharbeiten abermals eine neue Katastrophe für die Inselbewohner.

So sah das Cover der CD aus: 

Für die CD „remember the easter island“ spielten wir gleichzeitig mit einer Korg Wavestation – ein zur der Zeit revolutionärer Synthesizer – die Klänge ein. Ich bediente die Tasten, während Jörg, und dies war zu der Zeit wirklich ein bisschen innovativ, die Wavestation mit anschlagempfindlichen Pads und Trommelstöcken ansteuerte und so Signale lieferte, die von der Wavestation in Klänge umgesetzt wurden. Heraus kam eine Musik, die man in der Richtung Ambient und Chillout ansiedeln könnte. Ab ca. ab Minute 02:00 hört man ein Solo mit einem gitarrenartigen Klang. Wem es gefällt, der darf sich gerne melden und erhält von mir weitere Titel des Albums.

Das Betragsbild zeigt das CD Layout.

zeyno

 

physical

Man sollte es schon gemerkt haben: Mich faszinieren zufällig erzeugte Klangfolgen. Hierfür kann man sogenannte Player verwenden, die zufällige Spannungen errechnen und an Klangerzeuger abgeben. Auch heute geht es um das physical modeling. Im letzten Beitrag [how it works] kam diese Art der Klangerzeugung ja auch zum Einsatz, diesmal kombiniert mit Zufallsgeneratoren. Ich habe dieses Klangstück in drei Versionen aufgenommen.

Version 1 ist die sogenannte „stop & go Version“. Durch zufälliges abspielen, stoppen und wieder abspielen des Arrangenments ergeben sich die Pausen, die mit den langen Hallfahnen der generierten Klänge gefüllt sind.

physical (stop & go version)

Version 2  wird um langgehaltene Streicherklänge ergänzt, die chromatisch absteigen und die Pausen zusammenhalten.

physical (stop & go string version)

Version 3 ist ein „live mix“, was bedeutet, dass die Klänge während der Aufnahme gemischt wurden. [Achtung! Dieser Mix ist viel lauter als Version 1]

physical (live version)

Das Beitragsbild zeigt diesmal ein Kieswerk in der Nähe von Gudensberg. Das schwarz/weiß gehaltene Bild aus dem Jahre 2013 – schon wieder 2013 – betont das Industriedesign des Kieswerkes und passt sehr gut zu den metallischen Klängen der Aufnahmen.

cinematic sign

cinematic sign

Die  Komposition „cinematic sign“ wurde ursprünglich mit der Absicht begonnen ein Stück für eine fiktive Filmszene zu komponieren. Zum Schluss kam aber doch eher ein EDM Stück heraus. Ich finde erstaunlich wie ein bisschen Rhythmus, Beat & Bass den Charakter eines Stückes komplett verändern kann.

Der Begriff EDM (Electronic Dance Music) als Oberbegriff für jegliche elektronische Tanz- bzw. Popmusik hat sich noch nicht ganz durchgesetzt. Es gibt noch einige Stimmen die behaupten, dass EDM nur eine weitere Genrebezeichnung auf gleicher Ebene wie zum Beispiel „techno“ oder „house“ ist. Das „Netz“ ist voll von diesen Diskussionen; hier mal ein Link zu einer Thematisierung. Ich persönlich sehe das anders und halte die Verwendung des Begriffs EDM als Oberbegriff für gelungen. Eine Zeit lang habe ich versucht ein bisschen Licht ins Dunkel der Bezeichnungen und Genres der elektronischen Popmusik zu bringen und mein persönliches Ergebnis in Form einer Übersicht zusammengestellt. Die dabei herausgekommene Grafik soll (eigentlich) eine Vereinfachung der Lage darstellen, aber dieser Vorsatz scheint nicht unbedingt gelungen. Die Grafik wurde mit dem Programm OmniGraffle erstellt.

EDM Grafic

Das Beitragsbild habe ich im Oktober 2014 zu Hause in einer Abendlichtsituation aufgenommen. Das Bild wurde nicht verfremdet.

max random

Bei dem Elektro-Stück „max random“ habe ich mich abermals durch einen Beitrag aus dem Internet inspirieren lassen. Nicht nur YouTube ist eine unendliche Quelle guter Ideen, sondern auch auf Instagram kann man inspirierende Beiträge finden, wie der Beitrag Randomized Melodies von Propellerhead. Kurz gesagt geht es darum, einen Matrix Player zufällige Tonfolgen herauszulocken, die dann so gefiltert werden, dass die Tonhöhen in eine bestimmte Tonart passen. Dies geschieht bei dem vorliegenden Stück mit dem metallisch klingenden Grundpattern. Die unterschiedlich gefilterte Tonfolge wird flankiert von sogenannten SFX-Klängen, auch „textures“ genannt. SFX steht für S = sounds und FX = lautmalerisch für Effekte, so ist es im Internet nachzulesen. Der Name des Stückes ergibt sich wegen der Verwendung der Zufallsfolgen (= random) und der Verwendung des Matrix Players, der dies ermöglicht.

max random

Das ganze Stück Stück klingt sehr elektrisch, daher erscheint mir das Beitragsbild passend, welches ich in einer Sandgrube aufgenommen habe. Die Baggerschaufel sieht aus wie ein angriffslustiger Roboter, der entfernt an die besonders in den U.S.A. beliebten sogenannten Robot Wars erinnert.

a swell to help you sleep

Ich habe heute erfahren, dass der isländische Komponist Johann Johannsson plötzlich unerwartet im Alter von 48 Jahren gestorben ist, was mich sehr schockiert hat. Die Todesursache ist momentan noch unklar. Der Grammygewinner hatte zuletzt als innovativer Filmkomponist auf sich aufmerksam gemacht und ich hatte gehofft, noch einige Musik von ihm erwarten zu dürfen. In dem Beitrag door arrival hatte ich bereits davon berichtet.

Ich veröffentliche daher heute – etwas früher als ursprünglich geplant – das Stück „a swell to help you sleep“, weil es mich atmosphärisch an Arbeiten Johannssons erinnert und möchte ihm diese Soundscapearbeit widmen. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Code von Zach Mandeville, den er für die – auch schon mehrfach erwähnte -Laufzeitumgebung  sonic pi herausgeben hat. Zach will damit Menschen helfen durch Sounds besser einschlafen zu können. Ob dies für das vorliegende Sounddesign auch noch gelten mag, mag der Hörer gerne selber beurteilen. Ich habe diesen Code leicht verändert und dann in drei unterschiedliche Oktaven zeitlich leicht versetzt wiedergeben. Dazu kommen übereinander gelegte Stimmensamples.

a swell to help you sleep ex

Das Beitragsbild fängt eine Morgenstimmung an der Zuckerfabrik Wabern (Bezirk Hessen) ein, die direkt am Bahnhof gelegen ist. Es trifft die Stimmung des Stückes ganz gut, so meine ich.

gift moin

Hier ein kleiner „snapshot“, aufgenommen in Gifting im schönen Frankenwald. Das Beitragsbild zeigt einen wundervoll zubereiteten Salat der Lebenspartnerin meines Freundes, den ich nach 20 Jahren endlich wieder sah und ihn im Frankenwald bei Gifting/Wilhelmsthal aufsuchte. Wir spielten zu Schulzeiten in der Band JAMBOSALA zusammen. Grund genug beim fröhlichen Wiedersehen eine Session zu machen. Sonntagmorgens entstand dieses kleine Stück, welches ein wenig an den fantastischen Keyboarder des legendären Mahavishnu Orchestras Jan Hammer erinnert. Jan Hammer ist wie kaum ein anderer Synthesizerspieler in der Lage, ein Keyboard wie eine Gitarre klingen zu lassen. Überzeugen kann man sich davon, indem man sich die Aufnahmen von Jan Hammer & Jeff Beck anhört. Jan Hammer hatte seinerzeit mal eine CD mit dem Titel Snapshot 1.2 herausgegeben.

gift moin

dancing in the snow

Heute der erste richtige Schneefall. Die Kinder haben sich sehr gefreut und direkt eine Schneefrau gebaut. Es muss ja nicht immer ein Schneemann sein. Wenn die Schneefrau tanzen könnte, würde sie das vielleicht zum folgendem Stück machen. Nicht zu stark zappeln, man könnte ja schmelzen.

Das Stück erinnert mal wieder an den guten Joe Zawinul. Ich glaube kein anderer Musiker hat mich mehr beeinflußt.

dancing in the snow

grain jazz

Das Stück „grain jazz“ entstand beim Ausprobieren neuer Möglichkeiten mit dem Grain Synthesizer von Reason 10. Mit Grain kann man beliebige „samples“ laden. Hier verwende ich eine Audiodatei, die mit sonic pi herausgerechnet wurde. „Grain“ bedeutet ja direkt übersetzt so etwas wie „Korn“, daher passt das Bild ganz gut. Es ist zwar kein Mais, aber immerhin sind es Bohnensamen, die sich aus zufälligen Kreuzungen verschiedener Bohnensorten im Garten ergeben haben und reichhaltige Mutationen zeigen. Das Stück nimmt an der Reason 10 Challenge teil.

grain jazz

grey market

Der schon ein paar Jahre alte Titel „grey market“ entstand beim Testen des leider nicht mehr erhältlichen Audio-Interfaces Balance von Propellerhead, um die Möglichkeiten auszuprobieren, eine Gitarre direkt mit Reason aufzunehmen. Das Stück erinnert an bisschen an Josef Zawinul und an den Sound der Gruppe weather report, meine absolute Lieblingsgruppe. Der Name leitet sich vom Stück Black market der besagten Gruppe ab. Das Photo wurde 2012 in Mallorca aufgenommen.

grey market

chewbacca potato

Grainsynthesizer bieten neue Möglichkeiten. Propellerhead hat mit der Version 10 seiner DAW einen Grainsynthesizer ins Rack gestellt mit dem bezeichnenden Namen „grain“. Beim ersten „Herumspielen“ kam dieser kleine „snapshot“ heraus. Der Grainsynthesizer wurde mit Chewbaccasamples „gefüttert“. Das rhythmische Element ist eine „gerecyclete“ Aufnahme eines älteren Kartoffelroders bei der Kartoffelernte im Herbst 2016. Das Stück nimmt an der Reason 10 Challenge treil.

chewbacca potato