find butterfly

Vor ein paar Wochen fragten wir uns, ob es denn eigentlich noch Schmetterlinge gibt. Es waren keine zu sehen. Ich sagte, man müsse noch etwas abwarten, das Frühjahr hat dieses Jahr fast mit einer Verzögerung von drei bis vier Wochen eingesetzt und der Lebenszyklus der Schmetterlinge ist stark von den Durchnittstemperaturen abhängig.

Und wahrhaftig, dann ungefähr Mitte August, der Sommer zeigte sich langsam, tauchten sie auf. Es waren an einem speziellen Ort hier im Dorf auffällig viele, die sich unter anderem an einem sogenannten Schmetterlingsstrauch weideten. Wie man ja weiß, brauchen bestimmte Arten auch bestimmte Pflanzen ums sich ernähren. Auch die Schmetterlingsraupen haben sich auf bestimmte Pflanzen als Nahrungsgrundlage spezialisiert.

Der Eindruck zur Zeit ist, dass es weniger Schmetterlinge werden. Und dies ist ja auch kein Wunder, nimmt doch die Landversiegelung unaufhaltsam zu und die Artendiversität ab. Die Schmetterlingsarten, die man dann sieht, sind im Wesentlichen die häufigen Arten: Tagpfauenauge, kleiner Fuchs, Admiral, Diestelfalter und der Rapsweißling, manchmal noch einen Zitrusfalter, obwohl es weltweit ungefähr 150.000 Arten gibt. Andere Arten habe ich die letzten Jahre nur wenige gesehen. Der Schwalbenschwanz ist mir nur ganz selten begegnet.

Wenn man den Flug dieser wunderbaren Tiere beobachtet, fällt einem die Schönheit dieser Tiere auf. Bemerkenswert ist ihr sanfter, lautloser Flug. Ich habe mich schon immer gefragt, wo der Name „Butterfly“ herkommen mag. Ich denke, es ist der Flug, so sanft wie Butter? Eine andere Erklärung besagt, Schmetterlinge haben früher gerne Gefäße im Zusammenhang mit Sahne und Butterherstellung angeflogen und bekamen daher den Namen Butterfliege.

Das heutige Stück ist auch zuckersüß wie Nektar und sanft wie Butter. Es ist in einer kürzeren Version auf meinem letzten Album go east erschienen. Nun habe das Ende nochmal etwas verändert. Das besondere an dem Stück ist die Klangquelle des Rhythmus. Ich habe meine geliebte Campingmetalltasse, die mir seit über 25 Jahren täglich meinen Kaffee zuführt mit ein bisschen Wasser gefüllt und mit meinen Fingern bearbeitet, dies aufgenommen und gesampelt und dann zu einem Rhythmus weiterverarbeitet.

find butterfly


Das Beitragsbild zeigt ein Tagpfauenauge auf einer bevorzugten Nektarpflanze hier in meinem Dorf.

sanaa

Wie bereits angekündigt möchte noch jeweils einen Beitrag zu den zwei Stücken schreiben, die zwar auf dem Album go east veröffentlicht wurden, aber bisher noch nicht in das blog geschafft haben. Ja richtig, es muss heißen das blog und nicht der blog, denn es ist ja DAS Tagebuch, sozusagen.

2004 hatten wir das große Glück in den Jemen reisen zu dürfen. Ein Freundin hatte einen Job für die Entwicklungshilfe in der Hauptstadt des Jemen Sanaa beim Waterresearch-Programm angenommen, ihr Lebensgefährte wanderte mit aus und wir wurden eingeladen, sie besuchen zu kommen. Es war eine hoffnungsvolle Zeit für den Jemen. Das Land war gerade dabei sich zu öffnen und es wurden Versuche unternommen Demokratisierungsprozesse einzuleiten. Wie sich herausstellte, betraf dies aber eigentlich nur die Hauptstadt, denn die Strukturen auf dem Lande ließen sich auf keinen Fall von heute auf morgen verändern, auch wenn der Westen dies gerne gesehen hätte.

Wir wurden herzlich willkommen geheißen, denn weil die rot-grüne Schröder-Fischer Regierung die Beteiligung beim zweiten Irakkrieg (auch dritter Golfkrieg genannt) – vielleicht auch aus wahlpolitischen Gründen – verweigerte, wurden deutsche Touristen hoch angesehen und wir hatten unsere damaligen einjährige Tochter mit einer sehr blonden Haarpracht dabei, was die Einheimischen bewunderten.

Es ist zwar aus den Medien verschwunden, aber dem Jemen geht es in vielerlei Hinsicht sehr schlecht, ist er seit vielen Jahren der Schauplatz eines gräßlichen Stellvertreterkrieges Saudi-Arabiens mit dem Iran. Die ohnehin schon schlechten Bedingungen haben sich noch weiter verschlechtert, dem Jemen geht dramatisch das Wasser aus, Lebensmittel werden nicht produziert, außer der Volksdroge Kat, was die letzten Wasserreserven aufbraucht. Die Bevölkerung stirbt an Hunger und entsetzlichen Krankheiten. Erstaunlich ist, dass die Medien eine zeitlang von weltpolitischen Brennpunkten berichten und dann erlischt das mediale Interesse. Zur Zeit liest man nur Nachrichten aus Afghanistan, der Jemen kommt in der Berichterstattung nicht mehr vor.

2004 war wie gesagt eine Zeit, wo man noch einigermaßen beruhigt in das Land einreisen konnte und durch unsere Freunde von Ort, konnte wir das Land natürlich auf andere Art und Weise bereisen, als wenn wir ohne Kontakte einfach nur einen „normalen“ Urlaub versucht hätten. Der Jemen erlangte mal kurzfristig mehr westliche Aufmerksamkeit, als z.B. Günter Grass z.B. auf Einladung der Regierung einer Kulturaustauschtagung beiwohnte und die berühmte Stadt Shibam mit ihren mehrstöckigen Lehmbauten besuchte.

Nach wie vor bekommt das Land Jemen von der Bundesrepublik Deutschland viel Geld überwiesen. Es war mal Schwerpunktland der Entwicklungshilfe.

sanaa


Die Audiodatei dieses Beitrags verwendet die Originalaufnahme eines Muezzins, die ich damals mit einem Minidisc (MD) Recorder aufnahm. MD Recorder erlaubten in Gegensatz zu aufnahmefähigen Walkmans auf Kompaktkasettenbasis erstmals für den interessierten Laien digitale Aufnahmen auf einer kleinen Scheibe (Minidisk), die viel weniger rauschten, als die analogen Aufnahmegeräten.

Der mit flächigen Klangbildern ergänzte Soundscape zeichnet ein düsteres Bild, was zur aktuellen Lage im Jemen passt und dazu beitragen soll, den Jemen nicht zu vergessen.

Das Beitragsbild wurde 2004 in Sanaa aufgenommen und zeigt eine bizarre einzigartige Wolkenformation.

princess of the night

Ich staunte vor einigen Woche nicht schlecht, als ich bemerkte, dass meine Kaktuspflanze plötzlich wunderschön blühte, um am nächsten Morgen bereits verblüht zu sein. Diese Kaktuspflanze bekam ich zur Pflege vor über 35 Jahren und sie überlebte in unserem Badezimmer. Dann zog sie in das Dachzimmer um. Ich habe nach diesem spektakulären Ereignis ein bisschen recherchiert und meine die Pflanze Epiphyllum oxypetalum bestimmt zu haben. Diese Pflanzen blühen nur sehr selten, manchmal nur alle 10 Jahre und manchmal nur einmal überhaupt. Auf der englischen Wikipedia-Seite wird diese Pflanze auch als „Princess of the Night“ bezeichnet. Diesen Titel finde ich ein bisschen exotisch und daher habe ich mir erlaubt, diesen Titel für das heutige Beitragsstück herzunehmen, denn ich verbinde damit irgend etwas im fernöstlichen Raum. Eine Geschichte einer indischen Prinzessin würde mir dazu auch einfallen.

Es ist erstaunlich, welche besonderen Lebenszyklen in der Natur zu finden sind. Jetzt machte ja gerade das Schwärmen einer bestimmten Zikadenart in Amerika medial die Runde. Unzählige Seiten im Netz wussten darüber zu berichten. Diese Zikaden schwärmen alle 17 Jahre. Von Maikäfern ist bekannt, dass sie sich in einem Zyklus von 4 Jahren entwickeln. Bestimmt gibt es noch andere Beispiele und wer dazu etwas weiß, mag es mir gerne mitteilen.

princess of the night


Das Stück Princess of the night hat wieder mit meiner Vorliebe für generative Musik zu tun, denn die komplette Begleitung ist generativ erzeugt, wird sozusagen errechnet und verwendet einen Zufallsgeber. Zur generativen Musik habe ich schon mal in dem Beitrag pianologie three etwas geschrieben und auf verschiedene spannende Seiten zum Thema verwiesen. Inzwischen habe ich mir eine Linkliste zu Fundstellen über generative Musik im Netz eingerichtet, die ich hier teilen möchte.

Ich habe nun – gemäß der Vorgabe, alle Kategorien mit einen „s“ beginnen zu lassen – eine neue Kategorie „south“ eingerichtet. „South“ verweist nun auf alle Stücke, die man klanglich außereuropäischen Klangkulturen zuordnen kann. Ich werde in Balde eine neue CD unter dem Namen „go east“ veröffentlichen und damit bei allen bekannten Streamingdiensten vertreten sein.

Das Beitragsbild zeigt natürlich die Blüte der erwähnten Kakteenpflanze. Die Aufnahme wurde mit der Software Prisma verändert.

babel

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Turmbau zu Babel? Vielleicht eine der bekanntesten Geschichten auf der Welt, zumindest da, wo die Bibel gelesen wird. Es geht darum, dass die Menschen sich eine Turm bauen wollen, der in den Himmel reicht. Weil Gott dies aber als Hochmut bewertet, gibt er den Erbauern verschiedenen Sprachen und zerstreut sie in die Welt. Seitdem können Sie sich nicht mehr verstehen und das Bauvorhaben wird nie vollendet. Viele Probleme der heutigen Welt ergründen sich darin, dass wir uns nicht (mehr) verstehen, selbst wenn wir angeblich die gleiche Sprache sprechen.

„Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt, aber wer sich erniedrigt, wird erhöht.“ (Lukas 18:14)

Wie soll eigentlich ein Musiker in der heutigen Zeit damit umgehen? Erhöht er sich, wenn er seine Musik auf allen Plattformen anpreist und sich selbst darstellt, damit er auf seine Musik aufmerksam macht? Wie weit darf sein Narzissmus gehen, dies zu tun? Und wenn er nicht selbst von seiner Musik überzeugt ist, um seinen kreativen Prozess aufrecht zu erhalten, erhöht er sich dann? Ich persönlich habe noch keine Antworten auf die Fragen gefunden!

babel


Auf den Namen Babel für mein neues Stück kam ich über den gleichnamigen Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu, den ich neulich sah. Ein Film aus einer Trilogie, die die Abgründe der Menschheit zeigen soll. Und dieser Film hat mich tagelang beschäftigt. Drei Episoden, die mit völlig anderen Menschen spielen, an drei Orten der Welt, sind miteinander verwoben und zeigen ein Stück der Dramatik dieser Welt. Besonders gut gefiel mir die Filmmusik, die vom preisgekrönten Filmmusiker Gustavo Santaolalla beigetragen wurde.

Das Stück findet Eingang in meine neue CD „go east“. Das Beitragsbild muss natürlich einen Turm zeigen. In diesem Fall nehme ich das Bild des Kellerwaldturmes im Wüstegarten bei Jesberg zur Hand, der im Winter diesen Jahres besucht wurde. Der 28 Meter hohe Kellerwaldturm wurde – genau wie dieser heutige Beitrag am 09.05. geschrieben – am 09.05.2004 errichtet und löste den älteren Turm von 1971, der nur 18 Meter hoch war, ab. Wollten hier die Hessen auch näher an den Himmel kommen? Hatten Sie die Geschichte nicht gelesen?

go east(er)

Es wird vermutet, dass die Wörter Osten und auch Ostern von dem altgermanischen Ausro abgeleitet wurden, was so viel wie Morgenröte bedeutet. Dies ergibt Sinn, denn die Morgensonne weist ja in das sogenannte Morgenland. Zu Ostern, insbesondere am Ostermontag solle sich die Morgensonne am Grab Christi gezeigt haben. Andere Autoren geben aber auch die germanische Göttin der Fruchtbarkeit Ostera oder auch Ostara als Ursprung für das Wort Ostern an.

Die Kelten und andere germanische Stämme feierten zur Frühjahrsonnenwende um den 21. März das Fest Ostara oder Ostera und huldigten damit auch der gleichnamigen Fruchtbarkeitsgöttin. Diese Fest wurde immer zum ersten Frühjahrsvollmond gefeiert. Der Brauch des Osterhasen soll unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass man bei klaren Vollmondnächten einen Hasen auf der Mondoberfläche, den sogenannten Mondhasen, erblicken kann, der in den asiatischen Kulturen noch immer eine große Rolle spielt. Das Frühjahrsfest hatte mehrere Funktionen. Der Astrologieforscher Hans Cousto erzählte mir mal nach einem Vortrag, dass es beim Osterafest auch darum gegangen sei, den z.B. bei den Kelten üblichen Mondkalender mit dem Sonnenjahr abzugleichen. Auf der Seite 74 dieses Textes kann man dazu interessante Einzelheiten nachschlagen. Es mussten Tage eingeschoben werden, um die Verschiebung des Mondlaufes bezogen auf das Sonnenjahr anzupassen.

Die Christen haben das alte Brauchtum mit ihrer Ostergeschichte besetzt und gleichzeitig das Osterfest extra auf den ersten Sonntag nach dem Frühjahrsmond gelegt. Weil bei ihnen strikt nach dem julianischen Kalender vorgegangen wird, kann es passieren, dass Ostern früher oder sehr viel später als die Frühjahrssonnenwende stattfindet, die ja auch gleichzeitig die Tag- und Nachtgleiche markiert. Die Christen konnten den sogenannten Heiden ihre Brauchtüme ja nicht vollständig nehmen, zeigten aber sehr großes Geschick darin, die alten Feste für ihre christlichen Zwecke zu benutzen und umzudeuten.

go east(er)


Das heutige „Kling-Klang-Stück“ reiht sich in die Auskoppelung „go east“ ein, denn es kommt mit dem Klang des Melodieinstrumentes asiatischen Klängen sehr nahe. Beispielsweise gehören die Stücke L. und Tama auch in diese Sammlung, die ich bald bei den Streamingdiensten zur Verfügung stellen werde. Go east soll natürlich an das berühmte Stück go west erinnern. Für die Begleitstimmen habe ich drei Generatoren benutzt, die eine Auswahl vordefinierter Töne in zufälliger Frequenz errechnen. Hinzukommt ein flächiger Padsound, der das ganze zusammenhält. Der Rhythmus der Begleitspuren bleibt undeutlich und fragil, während sich die Melodie sphärisch durchzusetzen versucht. Für die Begleitstimmen hab ich wieder das fantastische Algiritm und für die Melodie das Instrument Friktion der Firma propellerheadstudios verwendet.

Das heutige Beitragsbild zeigt – wie kann es anders sein – eine sogenannte Osterglocke, auch Märzenbecher genannt, die ich in meinem Vorgarten fotografiert habe. Dieses Narzissengewächs ist in vielen Variationen die beliebteste Osterblume in Deutschland und war Blume des Jahres 1981.

gamelan & bali song

Als Jugendlicher begann ich mich für die balinesische Gamelan Musik aus Indonesien zu interessieren. Ich glaube es war die Biographie des amerikanischen Minimal Music Pioniers Steve Reich, den ich hier schon mehrfach erwähnt habe (u.a. hier bei dem Beitrag Streich), die mich auf diese Musik aufmerksam machte, denn Steve Reich studierte neben Meistertrommlern aus Mittelafrika die balinesische Gamelan Musik, die ja viel mit der klassischen Minimal Musik gemein hat. Ermöglicht wurde das Studium unter anderem aufgrund der fantastischen Aufzeichnungen des kanadischen Komponisten Colin McPhee, der jahrzehntelang damit zubrachte, die traditionelle Musik der Gamelanorchester minutiös aufzuzeichnen. Diese traditionelle Orchester drohten auszusterben und es war unter anderem McPhees Verdienst, dass diese Musik nicht in Vergessenheit geriet, sondern aufgrund seiner Aufzeichnungen konnte die aussterbende Tradition wiederbelebt werden und erfreut nicht nur die jährlichen Touristenströme der Insel.

Balinesische Gamelanmusik bedient sich bestimmter Instrumentengruppen wie Trommeln, Flöten, aber vor allen Dingen den charakterbildenden Metallophonen, die unter anderem pentatonisch (fünftönig) gestimmt sind und in ihren genauen Tonhöhen von unserer westlichen Stimmung abweichen (slendro), was vielleicht für den besonderen Zauber dieser Musik ausschlaggebend ist.

Es gab einen Film über das Schaffen McPhee, den ich auf VHS Kassette aufgenommen hatte. Diese Kassette lieh ich einem befreundeten Musiker und sah sie dann zu meinem großen Bedauern nie wieder. Hoch erfreut bin ich deshalb, weil mittlerweile dieses wertvolle Dokument als Leihvideo im Internet zu beziehen ist und eine ganz klare Empfehlung erhält. McPhee hat sich außerordentlich von der balinesischen Musik in seinem Schaffen beeinflussen lassen und auf YouTube findet man eine Menge seiner Komposition, die ich sehr hörenswert finde. Ich nenne hier mal als Beispiel das Stück Tabuh tabuhan for 2 pianos & orchestra.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Musiklehrer versuche ich immer wieder Anregungen zu finden, die Schüler zum aktiven Musikmachen zu bewegen und weil ich ein Freund der sogenannten Worldmusic bin, habe ich für Einsteiger eine Reihe von sehr kleinen und einfachen Stückchen entwickelt, die schnelles und gut klingendes Musizieren mit unterschiedlichen Gruppen ermöglicht und gleichzeitig die verschiedenen Tonleitern wie chinesische Pentatonik, japanische Hexatonic usw. in ihrer Klangcharakteristik den jungen Leuten näher bringt. Dabei sind auch zwei Stückchen entstanden, die mit entsprechenden Klangerzeugern durchaus niedlich klingen und ich heute zum Besten geben will. Dabei habe ich das aktuelle PlugIn Algoritm der Firma reasonstudios verwendet.

Bei dem Stück „Bali Song“ hat der Musikpädagoge David Gray mit seinem Stück Sunset in Bali kräftig mitgeholfen und ich möchte an dieser Stelle dafür außerordentlich danken. Ich hatte vor Jahren den Artikel Music of the Far East gefunden und das Stück mit als Vorlage für den Bali Song verwendet.

gamelan song


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bali song


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Das Beitragsbild zeigt ein Blatt mit fünf Spitzen und symbolisiert die pentatonische Tonleiter. Im ganz ersten Moment hatte ich mich gewundert einen Seestern auf der Straße zu finden, der ja auch fünf „Arme“ hat, aber ich erkannte Bruchteile von Sekunden später, dass es sich um ein Blatt handelte.

panta rhei

panta rhei

Eigentlich sollte dieses Stück eine Fortsetzung der Bladerunner Serie werden, doch ich merkte schnell, dass das Stück zu wenig distopisch klingt und wie der Zufall so wollte, flatterte gerade ein Newsletter von der Seite neueswort.de ins Haus. Neueswort.de schickt alle paar Tage Fremdwörter des Tages und erklärt ihre Herkunft. Einige Wörter sind mir bekannt, andere sind wahrhaftig neu für mich und panta rhei kannte ich noch gar nicht. Allerdings passt dieser Name wunderbar zu dem heutigen Stück, denn es bedeutet so viel wie „alles fließt“. Ich zitiere jetzt mal aus dem Newsletter wörtlich:

  • Der aus dem Griechischen stammende Aphorismus panta rhei bedeutet wörtlich „alles fließt“ und beschreibt, dass alles in unaufhörlicher Bewegung ist. Die Welt steht also nicht still, alles ist im Werden. Dinge, Wesen und Zustände entstehen und vergehen unablässig.
  • Die Formel geht auf den vorsokratischen Philosophen Heraklit zurück, der damit die grundlegende Struktur der Realität als prozesshafte Einheit aus Sein und Werden beschreibt. Er vergleicht die Realität dabei mit einem Fluss, der als Ding begrenzt und erkennbar ist, sich aber gleichzeitig (durch das Fließen des Wassers) in stetigem Wandel befindet. Er sagt: „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen“.

pantha rhei


Das Beitragsbild entstand auf einem Spaziergang im hessischen Kellerwald leicht oberhalb der Schneegrenze unlängst zwischen den Jahren – wie man so schönt sagt – und symbolisiert das Fließen der Natur im Wechsel der Jahreszeiten.

L.

L. steht für den Namen Lakshminarayana Shankar. Der Ausnahmemusiker ist ein indischer Violinist und Komponist. Obwohl er eine klassische indische Musikausbildung erworben hat und immer noch viele Konzerte mit traditioneller indischer Musik spielt, hat er sich bei etlichen Projekten im Westen einen Namen gemacht und Einfluss auf die Rock-, Pop-, Jazz- und World-Musik genommen. Die Liste der Musiker mit denen er gespielt hat ist lang, am bekanntesten ist wohl die Zusammenarbeit mit Frank Zappa und vor allen Dingen mit John McLaughin, in dessen Band Shakti er maßgeblich mitwirkte. In Deutschland kennen ihn viele – jetzt schon ältere – Radiohörer, weil die legendäre HR3 Sendung Volkers Kramladen das Shankar Stück Darleene aus dem Album Touch Me There von 1979 als Trailermusik verwendete. Erstaunlicherweise gibt es davon eine sehr genaue Transkription. Da will man kaum glauben, dass man das transkribieren kann! Der interessierte Hörer findet ab Takt 32 den Violinenpart.

Das heute vorstellig Stück hat mich sofort an die „balladiösen“ Stücke Shaktis erinnert und daher habe ich es mit L. benannt. Gleichzeitig möchte ich dieses Stück L. widmen. Ich habe mich damals gefragt, warum der Name Shankars immer mit L. abgekürzt wurde und als ich den ausgeschriebenen Namen zum ersten Mal sah, konnte ich mir einen Reim machen.

Ich bin immer noch beeindruckt, wie das Friktion-PlugIn der elektronischen Klangerzeugung durch entsprechende Spielweise eine organische Note geben kann. Die perkusiven Plugsounds werden durch einen Sequenzer gesteuert, der durch die Wahl einer sogenannten Prohability generativ zufällige Rhythmen erzeugt. Die Melodie bedient sich ausführlicher Beugungen der Töne ([pitch]bedings) wie sie typisch für das indische Viololinspiel und L. Shankars sind. Ich frage mich, wie man diese Melodie mit vielen Bedings in richtige Notenschrift übertragen kann.

L.


Das Beitragsbild zeigt eine Arbeit meiner Tochter. Die Malerei ist an die Gartenteichbilder Giverney Monets angelehnt. Die Teichrosen erinnern ein wenig an die Lotusblumen Indiens und dies ist meine Verbindung mit dem Stück „L.“. Ich habe dazu in dem Beitrag lotus eat schon darauf hingewiesen und würde mich freuen, wenn dieser Beitrag nochmal angeschaut wird. Der Stückname taucht diesmal in einem Großbuchstaben auf und nicht wie hier in diesem blog üblich in Kleinschreibweise. Das kleine „L“ sieht einfach in dieser Funktion nicht „schön“ aus.

chakalaka (home edit)

Ich möchte hier noch die „Heim-Version“ des Titelstücks des Live-Konzerts im Rahmen der Soundfromwood-Reihe der letzten Woche nachreichen. Viel Freude beim konzentrierten Hören! Ich empfehle diesmal dringend einen Kopfhörer, um den feinen Veränderungen der Wiederholungen nachgehen zu können! Ich danke an dieser Stelle auch nochmals dem Musiker Cameron alias Venus Theory – er nennt sich anscheinend wirklich so – für die interessanten Soundpatches des Friktion-PlugIns, welche maßgeblich zum Timbre des Stückes beigetragen haben.

chakalaka (home edit)

the village of sakura

Letzte Woche wurde ein inspirierender Ordner mit Klängen für das fantastische Instrumenten-PlugIn Friktion mit dem bezeichnenden Namen Japanese Horror Castle Friktion Pack zur freien Verwendung herausgegeben. Ich möchte das Ergebnis meines Tests mit euch teilen. Ganz so horrorhaft ist mein Stück nun nicht geworden, vielleicht höchstens ein bisschen gespenstisch, aber ich meine doch japanische Anklänge heraushören zu können. Dies liegt wohl an dem Flötensound, der an eine japanische bzw. chinesische Bambusflöte erinnert. Es handelt sich im wesentlichen um eine Direktaufnahme, denn die einzelnen Spuren wurden ohne Schnitte und nachtägliche Veränderungen hintereinander eingespielt.

Das japanische Volk ist ja jedes Jahr ganz wild, wenn die japanische Zierkirche blüht. Die Japaner pilgern zu Tausenden zu den Kirchbaumgärten des Landes und halten beispielsweise ein ausführliches Picknick ab.

the village of sakura


Sakura Sakura ist wohl das in Europa bekannteste Volkslied aus Japan und hat es sogar in die Schulliederbücher Deutschlands geschafft. Man möge nur mal „Sakura Sakura“ bei YouTube eingeben, dann bekommt man jede Menge Versionen dieses Volksliedes präsentiert. Ich habe passend dazu ein Video eines chinesischen Flötenspielers herausgesucht, der das Stück in Toronto während der Kirschblüte aufnahm. Auch hier im Dorf haben wir eine japanische Blütenkirsche, wie das Beitragsbild zeigt. Eine andere Aufnahme dieses Baumes ist bereits für den Beitrag mahavishnu is coming verwendet worden.

tama

Ich habe in der letzten Zeit selten einen „Wow-Effekt“ erlebt, wenn ein Hersteller von virtuellen Instrumenten ein neues Produkt auf den Markt bringt. Diese Woche war es aber wieder soweit. Ich habe mir die Testversion von Friktion heruntergeladen, die neuste Rackextension der Firma reason studios (ehemals propellerheads) aus Schweden und der Klang hat mich regelrecht umgehauen. Sofort habe ich ein kleines Stück aufgenommen und es Tama getauft.

tama


Bei Friktion handelt es sich um ein Instrument, welches auf der Physical Modeling Technologie (PM Synthese) basiert. Im Gegensatz zu der weiterverbreiteten Sampling Technik – und dies meint Klänge komplett digital aufzunehmen und wiederzugeben, um wirkliche Instrumente abzubilden, – wird hier eine kurze Trägerwelle durch Berechnungen so manipuliert, dass der Eindruck eines authentischen Instruments entsteht. Diese Technik ist nicht neu und wurde schon 1993 erfunden, aber erst in den letzten beiden Jahren kamen virtuelle Instrumente mit Physical Modeling auf den Markt, die zu überzeugen wissen. Dieser Artikel führt das Gesagte weiter aus.

Tama ist eine Form von Taman und wird als Name verwendet. Im Slowenischen bedeutet es „dunkel“ bzw. „schwarz“. In Japan erlangte eine Katze Namens Tama Berühmtheit, weil Sie jahrelang an einem Bahnhof ausharrte. Vor einigen Wochen schlug mir Spotify ein Stück namens Tara vor. Tara findet sich auf dem neusten Album des Musikers John McLaughlin, der sich abermals mit indischen Musikern versammelt hat, um dieses ausgezeichnete Album aufzunehmen. Insbesondere fasziniert mich an diesem Album das Tuning des indischen Sängers. Inder wachsen in einer Hörtradition mit 22 Tönen (Shrutis) auf, während wir in der westlichen Welt mit 12 Tönen auskommen.

Das Beitragsbild habe ich 2014 bei einem Besuch der Türkei in der Nähe von Izmir bei einer antiken Ausgrabungsstätte aufgenommen. Es handelt sich dabei um die Ruinen der antiken Stadt Teos. Die Nähe zum arabischen Raum passt gut zu der leicht orientalisch klingenden Musik.