the dawn of a new era

Der Titel dieses sinfonischen Stückes ist zugegebenermaßen etwas pathetisch, entspricht aber vielleicht doch ein bisschen dem Ausdruck des Stückes, welches mit Orchesterinstrumenten arrangiert ist und etwas – wie junge Menschen heutzutage sagen würden – episch klingt. Frei übersetzt komme ich auf den deutschen Titel: Aufbruch in eine neue Zeit. Manch ein Hörer würde sofort fragen, um welchen Fantasy-Film es sich denn handelt, der diese Musik erklingen lässt.

Auf die Idee mal wieder etwas klassisches bzw. mal wieder ein fiktive Filmmusik zu komponieren, brachte mich das schöne Instruktionsvideo von Arn Anderson, der sich auch – schon wieder – mit dem Thema der 4 Chord Progression auseinandergesetzt hat. Hier regt er seine Zuhörer an, sich mit einer von 6 möglichen Akkordverbindungen zu beschäftigen und zeigt Möglichkeiten auf, diese als Grundlage für melodische Experimente zu verwenden. Und siehe da: Es funktioniert, wie man hören kann! Auf Schlaginstrumente habe ich ganz bewusst verzichtet!

the dawn of a new era


Arn Anderson schlägt aus der riesengroßen Menge der 4 chord progressions 6 Akkordverbindungen vor. Die Buchstaben geben den Namen des Akkords in der C Dur Tonart an, die römischen Ziffern die Stufenbezeichnung des Akkords in einer Tonart.

Am • VImF • IVC • IG • V
Am • VImG • VF • IVG • V
Dm • IImAm • VImC • IG • V
C • IF • IVAm • VImG • V
C • IG • VAm • VImF • IV
Dm • IImF • IVAm • VImG • V
4 chord progressions • Arn Andersson • https://arnandersson.com

Für das vorliegende Stück habe ich die erste Variante verwendet und noch eine kleine Modulation ergänzt. Am Anfang werden die Akkordwechsel doppelt so lange gehalten. Die Instrumente des Orchesters sind allesamt der BBC Symphony Orchestra Bibliothek von Spitfireaudio entnommen, welches auch für „free“ heruntergeladen werden kann, wenn man einen Fragebogen ausfüllt.

Das Bild zeigt natürlich ein Bild von einer Dämmerung, was ja aufgrund des Titels zu vermuten war. Ich habe dieses Bild im Frühjahr dieses Jahres in der Emsaue – südlich von Gudensberg in Nordhessen – aufgenommen.

sitting under oak tree

Es gibt einen schönen Platz hier am Ort. Dort sitze ich gelegentlich gerne und verweile für einen Augenblick. Es ist der einzige Baum – eine Eiche – weit und breit, an einer Wegkreuzung zwischen Feldern. Der Schamane Serge Kali King hat uns in seinem Buch Der Stadt Schamane zu den Grundprinzipien des hawaiianischen Schamanismus ein paar wertvolle Übungen mitgegeben, zum Beispiel zum 4. Prinzip – MANAWA – Jetzt ist der Augenblick der Macht:

Erkunden des gegenwärtigen Augenblicks:

Wo immer wir auch gerade sind, nehmen Sie die Farben in ihrer Umgebung war. Achten Sie auf Formen in ihrer Umgebung. Lauschen Sie auf alle Klänge. Spüren Sie dann ihren Körper. Spüren Sie die Bewegung ihres Atmens. Nehmen Sie Geschmack und Geruch hinzu! (zitiert nach Serge Kali King • Der Stadt-Schamane S. 67)

An diese Übung erinnere ich mich gerne an dem besagten Platz unter der Eiche und versuche den Augenblick zu erleben. Die heutige Musik passt gut zu solch einem Platz und Augenblick. Auf die Akkordfolge hat mich ein Video zum Arrangieren von Streichersounds von Paul Thomson gebracht. Hier handelt es sich um ein weiteres Beispiel einer sogenannten 4 chord progression. Ich hatte auf dieses Phänomen schon in diesem Beitrag zu 4 chord progressions aufmerksam gemacht. Bemerkenswert ist der Austausch des vierten Akkordes. Man würde eigentlich einen Akkord erwarten, der sich auf der V. Stufe der jeweiligen Tonleiter ergibt – die sogenannte Dominante – die wieder zum Akkord der I. Stufe zurückführt, stattdessen erklingt ein Dur-Akkord auf der VII. Stufe. Dieser Akkord kann dann allerdings genutzt werden, um in einer anderen Tonart zu landen und man hat eine schöne Modulation: Es geht von Eb (lydisch) zu G, dann nach B und wieder zurück nach Eb – da schließt sich der Kreis. Das ganze Stück ist sehr minimalistisch ausgelegt und die Pianoklänge werden von Generatoren erzeugt. Es gesellt sich eine weitumspannende achttaktige Melodie hinzu, die mich an die Arbeiten von Erik Satie erinnert, ein französische Komponist des frühen 20. Jahrhunderts, der teilweise schon so eine Art minimal music komponierte, als es diese Kategorie noch gar nicht gab.


sitting under oak tree

Das Betragsbild zeigt natürlich den besagten Platz, den ich in diesem Fall mit dem Fahrrad aufgesucht hatte.

quo vadis deutschland

Die Frage quo vadis? hat einige Berühmtheit erlangt. Ursprünglich entstammt sie dem Johannesevangelium und entwickelte sich weiter zu einer Legende über den Apostel Paulus mit der Frage an Jesus: „Wohin gehst du, Herr!“ Aufgegriffen wurde diese Frage in dem amerikanischen Film „quo vadis“ aus dem Jahre 1951. Heutzutage wird dieser lateinische Ausspruch umgangssprachlich etwa benutzt im Sinne von „Wohin soll das noch führen“? Mir begegnete diese Frage in dem NDR Corona Podcast Folge #50 mit Christian Drosten in Form einer Youtube-Sendung. Moderiert wird die Sendung von der Journalistin Corinna Hennig, die durch ihre klare Stimme auffällt. Ich habe mir erlaubt einige Passagen des Podcast mit der Stimme von Frau Henning auszuleihen. Christian Drosten hat sich in den letzten Wochen nicht zuletzt durch diesen Podcast – ob es ihm nun lieb ist oder nicht – zu einer öffentlichen Person mit einer doch gewissen Berühmtheit entwickelt. Ihm geht es dabei um die Sache, um die inhaltliche Aufklärung, nicht um das Auftauchen in der ersten Reihe journalistischer Tätigkeiten. Ich schätze Herrn Drostes unprätentiöse Art die Dinge in einer angenehmen Stimmlage sachlich und sehr gut verständlich herüberzubringen. Warum er zur Zielscheibe von sogenannten Hatern wurde, bleibt mir unverständlich.

Ich wurde darauf hingewiesen, dass das Stück an die Gruppe Kraftwerk erinnere. Dies finde ich bemerkenswert, habe ich doch unlängst eine retrospektivische Sendung zur Gruppe Kraftwerk auf Arte TV gesehen. Kraftwerk wird immer als DIE deutsche Techno-Pionier-Band hingestellt.

Dem geneigten Audioblogpublikum bleibt nicht verborgen, dass mich das Thema „Corona“ die letzten Wochen immer wieder beschäftigt hat. Ich benutzte diesmal ein voiceover, welches sich inhaltlich damit beschäftigt, wohin die Reise der Coronapandemie in Deutschland die nächsten Wochen gehen wird. Vielleicht ist es erstmal die letzte musikalische Beschäftigung mit diesem Thema. Ich werde in den nächsten Wochen ein Album zum Thema Corona herausbringen, welches alle die Stücke zusammenfasst, die sich mit dem Thema beschäftigen und werde es „the corona tapes“ nennen.


quo vadis deutschland

Das Bild wurde kürzlich an der Bushaltestelle im Dorf aufgenommen. Gesellschaftliche Zustände lassen sich immer an ihrem Müll erkennen. Hier liegt eine Corona-Maske – höchstwahrscheinlich die eines Kindes – im Lindenlaub und spiegelt auf ihre Weise das Zeitgeschehen wieder.

after the before

Als ich vor ein paar Wochen mit der Arbeit dieses Songs begann, war mir nicht klar, dass ich einer Intuition folgte. Wie mir später bewusst wurde, versuchte meine innere Welt etwas auszudrücken, was ich gar nicht in Worte fassen kann.

Es geht um mein jetziges Gefühlsleben im Spiegel der gegenwärtigen Ereignisse. Mit war nicht klar, wie sich die Welt verändert hat. Zwar hat man oberflächlich den Eindruck, der Lockdown wäre vorbei, aber es bleibt so ein Gefühl der Distanz zu den Dingen und den Lebewesen. Wir müssen alle noch bestimmte Regeln einhalten – das Maskentragen in Geschäften zum Beispiel, um nur eins zu nennen – und am meisten schmerzt wohl, dass man sich schwer tut, physische Herzlichkeiten auszudrücken.

Es ist jetzt nichts mehr so, wie es einmal vorher war. Dies drückt das Stück aus.

after the before


Ich habe ausgiebig vom Felt-Piano Gebrauch gemacht und die fantastische BBC Orchestra Library steuerte wertvolle Klänge bei. Das Piano wird generativ gesteuert und um tiefe Glockenklänge ergänzt, die teilweise extrem in ihrer Länge manipuliert worden sind. Man sollte das Stück mit einer richtigen Anlage hören, damit alle Frequenzbereiche gut herauskommen und ein deutliche Lautstärke wählen, dann entfaltet „after the before“ seine volle Wirkung.

Das Beitragsbild habe ich bei einem Metall Sammler in Norhessen aufgenommen. Die „Lady in Steel“ steht für Distanz und Unnahbarkeit.

schroedertest

Der Plan bestand darin ein neues Hall-Plugin zu testen. Dies wurde von der Firma Schroeder zur Verfügung gestellt. Um es auszuprobieren, tippte ich ein paar Noten in den Editor. Dabei entstand sozusagen zufällig ein kleines Motiv und innerhalb kurzer Zeit gesellten sich weitere Linien, Bassläufe und Akkorde hinzu und das Stück „schroedertest“ war geboren.

Beim Namen „Schroeder“ kam mir das bekannte Gedankenexperiment Schrödingers Katze in den Sinn, welches ich als Jugendlicher im Zusammenhang mit der gleichnamigen Romantrilogie von Robert Anton Wilsons kennengelernt – aber nie vollständig verstanden – hatte. Herr Wilsons immer wiederkehrendes Thema dabei ist laut Wikipedia die Relativität der Wahrheit, und dies versucht er unter anderem durch die Verwirrung seiner Leser zu erzielen, die sich dabei aber köstlich amüsieren konnten.

Bei Schrödingers Katze handelt es sich um ein Gedankenexperiment des Physikers Erwin Schrödinger aus dem Jahre 1935, der versuchte die Erkenntnisse der Quantenphysik über Erscheinungsformen und Wahrnehmung von Elementarteilchen auf die Makroebene und damit von uns sichtbaren Strukturen zu heben. Die Quantenphysik sagt aus, dass bestimmte Zustände von Elementarteilchen – also der Ort oder die Geschwindigkeit – NICHT gleichzeitig vorausgesagt werden können. Im Gedankenexperiment sollte ein Katze zusammen mit einer radioaktiven Apparatur in eine Kiste gesperrt sein und erst durch das Öffnen der Kiste – also im Auge des Betrachters – der tatsächliche Zustand der Katze – in diesem Fall, ob die Katze tod oder lebendig ist – festgelegt werden. Wer dazu etwas nachlesen möchte, kann dies auf den Seiten von Wikipedia tun oder hier eine etwas einfachere Erklärungen finden. Schrödinger wollte u.a. zeigen, wie schwierig es ist, sich die Postulate der Quantenphysik zugänglich zu machen. Bei diesen Postulaten geht es unter anderem auch darum, dass zwei Zustände ineinanderfließen können, ohne sich zu beeinflussen bzw. unverändert wieder aus der Reaktion hervorgehen können (SuperpositionInterferenz). Treffen zum Beispiel zwei Wellen genau aufeinander, ergibt sich eine resultierende Welle, solange, bis bildlich gesprochen die Wellen wieder ihre eigenen Wege gehen.

Dies alles hatte ich natürlich nicht direkt im Sinn, als das Stück Schroedertest erschien. Trotzdem hat es mich wieder angeregt darüber nachzudenken, was Musik eigentlich ist? Ist Musik nur eine Sammlung von Wellenlängen? Ist Musik auch dann noch Musik, wenn gar kein Zuhörer da ist, der die Musik hören kann? Also ist Musik nur dann existent, wenn es auch Betrachter (hier: Zuhörer) gibt?

schroedertest


Das Beitragsbild, welches 2019 in einem Garten in Münnerstadt aufgenommen wurde, soll an das bekannte Buch Das Tao der Physik von Friedhof Capra erinnern. Im 1975 erschienenen Buch schlägt Capra die Brücke der Erkenntnisse moderner Physik mit den Weisheiten des Ostens.

westworld

Und aller guten Dinge sind Drei. Auch diesmal lässt mich das Thema „tundra“ nicht los, allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang. Wie man als aufmerksamer Leser dieses blogs schon mitbekommen hat, liebe ich es bisweilen an „competitions“ teilzunehmen. Diesmal schrieb die „Samplebude“ Spitfireaudio – hier schon vielfach erwähnt – die #westworldscoringcompetition2020  aus und ich beschloß schlagartig teilzunehmen. Ich montierte in Windeseile meine beiden letzten Tundra-Stücke unter den Trailer und fand diese moodtechnische Vorgehensweise durchaus machbar. Das Ergebnis findet sich bei Youtube.

Der Begriff Westworld traf mich sehr mindestens in zweierlei Hinsicht.

1. Der Film Westworld aus dem Jahre 1973 hatte mich als Jugendlicher enorm fasziniert. Der Aspekt, dass geniale Technik nicht mehr zu beherrschen ist, hat man sie einmal erschaffen, beeindruckte mich nachhaltig, genauso wie der ganze Plot des Films. 2016 wurde eine Serie mit dem gleichen Titel produziert und erfreute sich in Amerika großer Beliebtheit. Anscheinend kommt 2020 die Season 3 dieser Serie heraus.

2. In dem Namen Westworld steckt ja, der sogenannte Westen, die westliche Welt. Jahrzehntelang hat der Westen, gespeist aus den besten Jahren der USA, den Ton angeben und arrogant behauptet, dass der Neokapitalismus die einzig richtige Staatsform sei und die den anderen Staaten imperialistisch aufgedrückt werden müsste. In den letzten Tagen stellt sich heraus, dass dieses Modell höchst krankhaft bis morbide ist. Blicke in die Zukunft könnten sehr düster ausfallen. Amerika ist ein Scherbenhaufen, hat weder Staatsfinanzen noch den selbsterschaffenen Rassismus im Griff und wird überdies noch von einem verwirrten Narzissten geführt.

UPDATE: Die Competition ist beendet und die Gewinner wurden gekührt. Es hatten sich 11.000 Einsender beteiligt! Die YouTube Kommentar-Gemeinde war nicht schlecht erstaunt, welche Filmmusik gewonnen hat und hat dies auch unmissverständlich in den Kommentarzeilen zum Ausdruck gebracht. Ich persönlich bin auch sehr erstaunt und wundere mich, hatte ich doch einen ganz anderen Beitrag als Gewinner vermutet. Man kann dieses Youtubevideo zu Bekanntgabe der Gewinner aufrufen.

Das Beitragsbild zeigt diesmal schon eher eine Tundralandschaft als die beiden Beitragsbilder der letzten Einträge, aber die Gräser, die hier abgebildet sind, sind zu saftig, zu gut genährt, als das hier eine wahrhaftige Tundra-Graslandschaft abgebildet sein könnte.

tundra one

So ist es manchmal: Die erste Episode folgt der Zweiten. So zumindest in der Abfolge der „tundra sounds“ innerhalb dieses blogs. Wir bleiben also nochmal bei den Klängen der Labs Serie „Tundra“. Ich habe einige der angebotenen Klänge zusammengestellt und ein atmosphärisches Sounddesign erstellt. Allmählich stellt sich ein Rhythmus der „tundra sticks“ ein und ein tonhöhenmanipulierter Pianoklang tropft melodienartig Akzente in das Geflecht, sodass die Verdichtung zunimmt. Hört doch bitte selbst!

tundra one

Das Beitragsbild zeigt das gleiche Feld des letzten Beitrages!

tundra two

Namensgeber für den heutigen Beitrag ist mal wieder eine Klangsammlung der Firma spitfire audio, die mit ihrer Kollektion mit dem Titel tundra atmosphärische Klänge verteilt haben. Ich habe diese Klänge mit minimalistischen Anklängen an den von mir sehr geschätzten Minimal Komponisten Phil Glass kombiniert. Phil Glass ist für seine steten hypnotischen Arpeggien und plötzlichen metrischen wie harmonischen Wechsel weltberühmt geworden. Genau dies hören wir bei dem Stück „tundra two“. Der Pianoklang wird von dem Klaviersound Felt Piano erzeugt. Ein sehr schöner virtueller Pianoklang, wie ich finde. Das Felt Piano wird abermals von spitfire audio vertrieben.

tundra two


Das Beitragsbild führt einen in die Irre, denn es zeigt keinesfalls eine Tundra Landschaft. Dieses Bild entstand gerade letzte Woche beim Spaziergehen hier in der unmittelbaren Umgebung. Die Landschaft der Tundra zeichnet sich durch niedrige Temperaturen und geringe Niederschläge im Jahresmittel aus und ein üppiges Gerstenfeld – wie fotografiert – würde da nicht wachsen können. Die Grafik von der open.edu Website erläutert die Korrelationen von Temperatur und Niederschlag in Zusammenhang mit den Biomen der Erde.

choose an outside location

Im heutigen Beitrag gibt es zwar keine neue Musik, dafür aber alte Songs in neuen Schläuchen. Mein freundlicher Nachbar R. hat seinen filmischen Beitrag zur aktuellen Corona-Epidemie mit Klängen meiner vorletzten CD opia bzw, der CD so far away unterlegt.

Dabei werden folgende Stücke zur Untermalung des Filmes verwendet:

Das Beitragsbild zeigt meinen Computer auf dem Schreibtisch meines Arbeitsplatzes während er den Film abspielt.

social distancing (part 2)

Wir befinden mittlerweile fast in Woche 7 des Lockdowns aufgrund der Coronakrise. Ein Verhalten des Anpassens und Mitmachens wird von vielen Kreisen erwartet, wie das bewusste Abstandhalten, welches zu den Grundregeln des richtigen Verhaltens gezählt wird. Ab Montag gibt es die allgemeine Maskenpflicht, die noch vor einiger Zeit ausgeschlossen wurde. Das Thema „social distancing“ ist natürlich nicht ausgestanden. Nach meiner Einschätzung wird uns dies aufgrund von politischen Entscheidungen noch mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre begleiten müssen! Es würde mich auch freuen, wenn ich mit meiner Einschätzung daneben läge, sei es, weil die Forschung andere Dinge herausfindet, oder sei es, weil es bald ein Impfstoff gibt. Dies gilt aber als sehr unwahrscheinlich und viele klammern sich zur sehr an dieses Hoffnung.

In einem vorherigen Beitrag habe ich ja zu dem Thema schon etwas geschrieben. Es besteht weiterhin die Notwendigkeit des „social distancing“ aus epidemiologischer Sicht. Eine Folge davon ist ja die Tatsache, dass unsere Schüler nicht wie gewohnt in den Schulgebäuden unterrichtet werden dürfen, weil sie ja normalerweise in der Schule nicht genügend Abstand halten. Stattdessen wird versucht den Schülern ein digitales zugängliches Lernangebot zu unterbreiten, welches ein selbststrukturiertes Lernen in der heimischen Umgebung ermöglichen soll. Dies gelingt – im Einzelfall betrachtet – mal mehr oder weniger gut. Schule ist – wie sich in diesen Zeiten besonders herausstellt – vor allen Dingen ein Ort des „Sozialen Lernens“ und das sogenannte individuelle „Digitale Lernen“ kann dies bestenfalls nur teilweise bei inhaltlichen Lerninhalten ersetzten. An diesem Beispiel zeigt sich für mich besonders das Drama des „social distancing“.

social distancing (part 2)

Das Stück social distancing part 2 ist ein Remix des ursprünglichen Stückes social distancing (part 1). Das ursprüngliche Stück wird mit einem speziellen Sampleplugin der Firma Serato, die Software für DJs macht, in Einzelteile zerlegt und der Komponist bzw. DJ bestimmt, wie die Teile neu zusammengesetzt werden.

Das Beitragsbild zum Stück social distancing (part 1) habe ich daher bewusst verpixelt bzw. digitalisiert, wie dieser Effekt heißt, um so auf das digitale Lernen aufmerksam zu machen. Das digitale Lernen ist gegenüber einem sozialen Lernen auch fragmentiert bzw. verpixelt.

cd „so far away“

Am 08.10.2017 veröffentlichte ich den ersten Beitrag dieses blog mit dem Titel the legend. Am 19.04.2020 wird der heutige Beitrag der 114. sein und erst der zweite, der ohne eigenes neues Stück daher kommt, denn ich gebe das Erscheinen meiner zweiten CD so far away bekannt. Der Titel der CD ist gleichzeitig das Titelstück und sowohl namens- als auch covergebend. Hier ist eine Compilation aller Stücke der CD zu hören. Jedes Stück wird für 2 Minuten angespielt und dann folgt das nächste.

so far away compilation

Die letzten Tage ging meine zweite CD Auskopplung (compilation) mit minimalistischen Stücken bzw. Songs, die eher ruhiger sind, auf Sendung. Dies meint, dass diese CD bei allen bekannten Streaminganbietern und Diensten zum Erwerb für Musik über den digitalen Vertriebsweg aufrufbar ist. Hier gibt es einen Link zum hyperfollow pre-save. Ob ich diesmal auch eine Kleinserie herausbringe, damit ich meine Freundinnen und Freunde, die lieber Musik mittels eines CD Spielers hören, bedienen kann, bleibt noch abzuwarten. Bei der letzten CD – opia bzw. ein bisschen hören – bin ich diesen Weg gegangen. Wer bei den Diensten fündig werden will, findet mich u.a. unter der Suche: falkbossa • so far away:

Hier kann man die CD wieder als Audiodateien herunterladen und wer will, natürlich gerne selber als CD brennen. Über Spenden freue ich mich. Spenden, die mich in der Coronazeit erreichen, werden an Künstler weitergereicht, die ich gerne unterstützen will. Die CD Titel mit den entsprechend Links zu den Beiträgen zeigt die Seite CD.

mr. room (apollo edit)

Letztes Jahr gab es ein bemerkenswertes Jubiläum. Der erste bemannte Flug einer Mondlandung jährte sich zum fünfzigsten Mal. Es war der 20. Juli des Jahres 1969 als zwei der drei Astronauten der Apollo 11 Mission – Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin – den Trabanten betraten. Schon 22 Stunden später begann ihre geglückte Rückreise zur Erde. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als kleiner Junge unglaublich fasziniert das Spektakel medial mitverfolgte. Damals wurde überwiegend noch schwarz/weiß übertragen. In unserem Haushalt gab es auch nur einen Schwarz/Weiß-Fernseher. Zwar wurde 1967 das Farb-TV offiziell eingeführt, aber es vergingen noch viele Jahre bis 1. die meisten Sendungen in Farbe ausgestrahlt wurden und 2. sich in den Haushalten überhaupt ein Farb-TV durchgesetzt hatte.

Für die Übertragung des Ereignisses wurde in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten viel Aufwand betrieben und viel Sendezeit zur Verfügung gestellt. Begleitet wurden die Sendungen von führenden Wissenschaftsjournalisten ihrer Zeit. Anläßlich des Jubiläums haben die Rundfunkanstalten ihre Archive noch bis zum Juli geöffnet und man kann viele der Originalsendungen noch einmal nachverfolgen.

mr. room (apollo edit)


Das heutige Beitragstück ist ein Remix des Songs mr. room, welches ich vor einigen Monaten veröffentlichte. Der Song wurde zum einen mit Original-Samples aus dem Kontrollzentrum in Houston, zum zweiten mit elektronischen Beats und drittens mit einem überlangem Gitarrensolo ergänzt.

Das Beitragsbild ist eine klassische Collage aus einem Foto, welches ich in den Abendstunden aufnahm und ergänzt wurde durch ein gemeinfreies und zur Bearbeitung freigegebenes Bild des Mondes, welches die gezielte Suche bei Google Images ergab. Leider verfüge ich über keine Kamera, die annähernd eine geeignete Zoomfunktion besäße, um einen Vollmond in passender Größe abzubilden.

social distancing (part 1)

Kirchenmitteilung Duisburg

Es ploppen in letzter Zeit ja eine Menge „toller“ Begriffe auf, die im Zusammenhang mit der allgegenwärtigen Corona-Krise stehen. Social distancing ist ein solcher Begriff. Der Begriff kommt aus der Epidemiologen Sprache und bezeichnet die nicht-pharmazeutischen Maßnahmen zur Infektionskontrolle. Man versucht durch solche Maßnahmen die Ausbreitung einer Epidemie zu beeinflussen. Dieser schwere Eingriff in die Freiheitsrechte der Bevölkerung wird von deutlich mehr als über zwei Drittel der Menschen unterstützt. Legt man bestimme Rechenmodelle zu Grunde, kann sogar der Einsatz einer Smartphone-App so positive Effekte auf die Durchseuchungsgeschwindigkeit haben, dass ein solcher Schritt immer dringlicher gefordert wird. Hier spricht der NDR Corona Podcast (Handy-Apps können eine Perspektive bieten) eine deutliche Sprache. Dabei erklärt der mittlerweile bekannte Epidemiologe Christian Drosten die Zusammenhänge unprätentiös und nachvollziehbar. Hier könnte der Einsatz einer App in einer Kosten/Nutzen Abwägung mehr nutzen, als es schadet, Freiheitsrechte einzuschränken bzw. den persönlichen Datenschutz zu gefährden.

Ich habe bei diesem Stück ein neues Spitfireaudio Lab Instrument verwendet. Es ist ein Wurlitzer Electric-Piano Sound. In den 70er Jahren war dieses Electricpiano besonders populär und wurde von vielen bekannten Pop- und Rockgruppen der damaligen Zeit eingesetzt, u.a. von der Gruppe Doors. Den generativ erzeugten glockenähnlichen Pianoklängen werden einfache Linien mit Streicherklängen entgegengesetzt.

social distancing (part 1)


Das Beitragsbild habe ich vor 2011 in Duisburg an einer Kirche aufgenommen. Anscheinend wurde der Informationskasten nicht mehr aktualisiert und dient als Zeitzeuge vergangener Aktivitäten. Anscheinend hatten sich die Menschen so stark von der Kirche entfernt, dass die Informationen vergreisten.

corona – cocorona

Diese munteren, oder sollte man sagen, finsteren Gesellen stehen in Nachbars Garten. Plötzlich waren sie da. Plötzlich wurden sie von mir bemerkt. Für mich stehen sie symbolisch für etwas, was plötzlich über uns kommt bzw. gekommen ist, unerwartet. Und man weiß nicht genau, wie man es einzuordnen hat. Ich meine natürlich die weltergreifende Coronakrise. Diese Krise wird in vielerlei Hinsicht in die Geschichtsbücher eingehen, nicht zuletzt deshalb, weil bisher kein Ereignis soviel medialen Anklang gefunden hat. Es gibt Tage, das weiß ich nicht mehr, was ich dazu denken soll. Welche Haltung ich zu der ganzen Geschichte einnehmen kann und in der Konsequenz daraus, wie ich mich verhalten soll, welches Verhalten ich einschlagen sollte. Aber am schlimmsten empfinde ich mittlerweile die ständigen minutiösen Auflistungen von Fallzahlen, die im Minutentakt auf uns einströmen. Dies führt letztendlich zu einer kollektiven Hypnotisierung, die dafür sorgt, dass die Menschen in dieser Gesellschaft alles mit sich machen lassen, aus Sorge heraus innerhalb kürzester Zeit zu sterben.

corona – cocorona


Seit einigen Wochen ist von mir kein neuer Blogbeitrag veröffentlich worden. Auf die Gründe möchte ich nur mit einem Aspekt eingehen: Ich habe mich gefragt, ob ich eine sogenannte Schreibblockade habe. Diesen Ausdruck kennt man von Schriftstellern, die monate- bis jahrelang vor ihrem Schreibgerät sitzen und keinen einzigen Satz herausbringen. Ihr letzter Bestsellerroman liegt weit zurück. Da stieß ich auf diesen Artikel über den schottischen Autor Irvine Welsh, der einfach frech behauptet: „Schreibblockade, was für ein Schwachsinn!“ und einfach dieses vermeintliche Phänomen mit bloßer Inaktivität gar Faulheit abtut. Gut so!

Ich habe das Gefühl mich auch musikalisch mit der Krise zu beschäftigen zu müssen. Herausgekommen ist eine Stück in meinem geliebten Tempo von 120 Beats (vgl. Beitrag „opia“). Die Stimme des Refrains generiert ein Emvoice Vocalsynthesizer, die Stimme in den Strophen fand ich bei den BBC News auf Youtube. [Ich danke herzlich für die Ausleihe.] Erstmals Verwendung findet eine neue kleine Sammlung exotischer Trompentensamples von Spitfire Audio Labs, die mich stark an den legendären Trompeter Jon Hassel erinnern. Dazu in einem späteren Beitrag (hoffentlich) mehr. Die Glockenklänge sind generativ zusammengestellt und stammen von einem physical modeling Klangerzeuger.

digital scaling

Wenn man heutzutage Aufmerksamkeit erregen möchte, muss man sich breit aufstellen. In meinem Fall bedeutet dies, ich versuche meine Musik auf alle möglichen Kanälen zu präsentieren. Man kann das mit den schönen Worten digital scaling beschreiben. Wie die Grafik und die Tabelle zeigen, habe ich mit meiner Internetseite (wordpress blog) begonnen. Die Zahlen geben an, welche Distributionsart ich in welcher Reihenfolge hinzugenommen habe. Die Stücke werden als Audio-Files auch bei soundcloud und youtube veröffentlicht, wobei die Beitragsbilder jeweils auch das Coverbild ergeben. Die Beitragsbilder bekommen ihren Platz zusätzlich auf instagram. Für alle nicht Streaming-Freunde habe ich eine CD produziert, allerdings ist diese CD auch bei allen gängigen Streamingdiensten wie spotify, applemusic, googleplay und amazon music zu hören – mit der Ausnahme von zwei Stücken. In ferner Zukunft werde ich mein blog als e-book mit multimedialen Inhalten bei applebooks herausbringen.

timeline „digital scaling“
① blog.bossasworld (text, audio, image)
② soundcloud (audio)
③ instagram (image)
④ youtube (audio, image)
⑤ compact disc (audio)
⑥ streaming (audio)
⑦ geplant: applebook (text, audio, image)

Das Interesse an meinen Veröffentlichungen hält sich sehr in Grenzen. Bei soundcloud und youtube zähle ich ca. jeweils 1000 Zuhörer, bei spotify sind meine Stücke bislang 121 mal „gestreamt“ worden. Nur gut, dass ich nicht vom kommerziellen Erfolg meiner Musik leben muss, geschweige denn, dass ich davon eine Familie zu ernähren hätte. Trotzdem geht mein mediales Experiment weiter, es macht immer noch Freude.

digital scaling


Das Beitragsbild habe ich bei meiner letzten Stunde Krankengymnastik in einer Praxis fotografieren können. In einem Raum wurden zwei Patienten gleichzeitig behandelt und säuberlich durch einen Vorhang getrennt. Ich finde den Druck auf dem Vorhang sehr „abgefahren“, zeigt er fast alles, was für früher im Biologieunterricht zum Thema Leben im Tropfen unter dem Mikroskop entdecken durften.

spanish winter day

Der Titel „spanish winter day“ ist für ein Klavierstück nicht der ausgefallenste Titel , aber immerhin gibt er zwei Dinge korrekt wieder, die dem Stück eigen sind: Erstens wurde das Stück an einem Wintertag aufgenommen, zweitens erinnert mich die Melodie ein bisschen an die Einleitung des berühmten Stückes Spain von Chick Corea, und der hatte sich ja bekanntlich für seine Einleitung kräftig beim Adagio des zweiten Satzes von Rodrigos fantastischem Gitarrenkonzert bedient. Die Tonleiter, die allen drei Stücken gemein ist, ist die sogenannte phrygische Tonleiter oder auch bisweilen spanische Tonleiter genannt, die ihre charakteristische Klangfarbe unter anderem der kleinen Sekunde (b2) – also ein Halbtonschritt , am Anfang der Leiter – verdankt.


Ich habe lange kein Solo-Klavierstück mehr eingespielt, möchte aber in Zukunft wieder mehr in diese Richtung gehen. Der Computer diente in diesem Fall als reine Aufnahmehife, denn die Noten wurden nicht quantisiert. Für meine DAW habe ich noch nicht den letztendlichen Klavierklang gefunden, obwohl ich schon viele Klänge ausprobiert habe. Diesmal habe ich das Instrument radical piano benutzt.

Das Beitragsbild habe ich letzten Januar, während eines Spaziergangs aufgenommen. An diesem Morgen waren Teile der Landschaft mit wundervollen Eisblumen überzogen.

twelfth night

Der Begriff twelth night ist das englische Pendant für Rauhnächte. Die heutige Nacht macht dem Namen alle Ehre, ist doch die Landschaft in Raureif (nach neuer Rechtschreibung wahrhaftig richtig geschrieben) getaucht. Das heutige Beitragsbild wurde nach einer vergleichsweisen gleichen kalten Nacht am Neujahrstag 2017 im Habichtswald bei Bad Emstal aufgenommen. Von Neujahr sind wir ja nicht weit entfernt. Den sogenannten Rauhnächten werden unterschiedliche Bedeutungen zugesprochen. Ich denke, je nach Zeit und Region treffen das Eine oder Andere, oder auch ein Kombinationen der Bedeutungen zu. Sehr wahrscheinlich erscheint mir, dass die Rauhnächte die Zeit waren, um u.a. den Mondkalender mit 12 x 29,5 Tagen – die sogenannte Lunation – für einen Monat mit dem Sonnenkalender mit durchschnittlich 30,4 Tagen für einen Monat anzugleichen, da sich eine eine Differenz von ungefähr 11 bzw. 12 Tagen ergibt, je nachdem, wie gerechnet wird. Dieser Brauch fand vor allen Dingen vor der Christianisierung Anwendung. Daher werden die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr bzw. bis zum 5. oder 6. Januar auch als Tage Zwischen den Jahren bezeichnet, was für die Bedeutung des Kalederangleiches ja genau zutreffend wäre.

twelfth night


Man sollte sich das Stück „twelfth night“ unbedingt über eine richtige Anlage anhören, da die tiefen Töne entscheidend für den Gesamtklang und Höreindruck sind. Das Stück spiegelt die Zeitlosigkeit dieser Tage wieder, gibt es doch keinen wirklichen Rhythmus, geschweige denn einen erkennbaren Beat. Es hat gewisse Ähnlichkeiten zu Stücken, die Brian Eno und Robert Fripp in den 70er Jahren zusammen zum Beispiel auf dem Album Evening Star aufnahmen. Legendär ist die Verwendung später sogenannter genannter Frippertronics, ein Vorläufer digitaler Delay-Effekte, die mit Bandmaschinen erzeugt wurden. Die Klänge des vorliegenden Stückes werden von einer Gitarre erzeugt, die sehr lange Töne spielt und keinen Attack (Einschwingverhalten) aufweist, weil der Lautstärkeregler erst nach dem Anschlag aufgedreht wird. Dabei wird eine Gitarrenspur um eine Oktave nach oben versetzt, verändert und rückwärts gespielt. Eine weitere Kopie der Spur wird ebenfalls verlängert und um eine Oktave nacht unten versetzt. Alle Klänge werden mit einem sehr langen Delay (Echo) versehen und tragen die Töne in eine weite Ferne. Hinzukommt eine Linie, die mit einem Streichsound der Spitfire Audio Serie Labs in Form eines kleinen Weihnachtsgeschenkes ins Haus trudelte. Im Grunde werden nur Töne eines Bb Dreiklanges mit Zusatztönen gespielt und geben dem ganzen Stück etwas sehr zeitloses mit auf den Weg.

merry christmas

Zum Abschluss des Jahres gibt es einen kleinen Weihnachtsgruß in Form einer Klangcollage. Wer frühere Beiträge aufmerksam verfolgt hat, dem dürfte nicht entgangen sein, dass die Seite freesound.org eine wunderbare Quelle für Klänge von Amateuren zum Collagieren ist. Ich habe den Begriff „Christmas“ eingegeben und aus den Ergebnissen ein kleines Sounddesign gebastelt und grüße euch damit herzlich zu Weihnachten. Ich hoffe, dass ihr meine Seite auch nächstes Jahr wieder besucht.

merry christmas


Das Beitragsbild zeigt ein illuminiertes Weihnachtshäuschen unseres Hausflures, welches aktuell zur Weihnachtszeit aufgestellt ist.

pianologie three

In dieser vorweihnachtlichen Adventszeit brauchen wir mal wieder etwas Besinnliches, so dachte ich mir und ein neues Stück aus der beliebten „Ologie-Reihe“ wäre eigentlich mal wieder angebracht. Wie ich unlängst herausfinden konnten, firmieren solche minimalistischen Stücke unter dem Oberbegriff generativ music (generative Musik). Ich glaube, ich hatte etwas anderes gesucht, stieß dann aber auf eine Präsentation eines finnischen Programmierers, der sich dem Thema gründlich gewidmet hat, auch in die Historie der Musikgeschichte dieses Themas einsteigt und sich mit Stücken des Minimal Komponisten Steve Reich beschäftigt. Dessen Stück pendulum music wurde von dem berühmten und von mir sehr geschätzten Sounddesigner und Klangkünstlers Brian Eno in seiner music for airports aufgegriffen und erweitert. Hier eine kleine Linksammlung dazu. Diese Beiträge sind extrem interessant, möchte man sich mit dem Thema generative Musik befassen.

generativ music (links)

Mein heutiges Stück verwendet zwei Techniken, die das generative und repetitive Element ausmachen. Zum einen werden pro Spur Arpeggiatoren verwendet und gleichzeitig wird jeder klangliche Output mit einem sehr langen Delay (Echo) belegt, sodass die einzelnen Motive zunächst miteinander verschmelzen und sich dann langsam allmählich sozusagen „aus dem Staub machen“. Dabei entwickeln die Melodie schnell ihren ganz eigenen Zauber. Was damit gemeint ist, merkt man ganz schnell, wenn man sich das Stück anhört (→ Anspieltipp!) Wem solche Musik Freude macht, dem darf ich gerne vorherige Arbeiten der Ologie-Reihe ans Herz legen, die ich als frühere Beiträge gepostet habe: pianologie one, player piano (pianologie two) und stringologie one. Diese Reihe möchte ich unbedingt fortsetzen.

pianologie three


Das Beitragsbild zeigt die Fliesen unseres Hausflures. Die Fliesen wurden leicht in Richtung Brauntöne verändert. Man könnte fast meinen hier handelt es sich um ein Mandala.

forlon window

Forlon window ist zugegebenermaßen ein eigenartiger Titel. Das Stück erhält seinen Titel, weil es im Grunde ein soundalike – zumindest aber eine starke Inspiration – des Stückes abandon window des Electronic Künstlers Jon Hopkins ist. Ich habe ein anderes Wort für „abandon“ gesucht und meine mit „forlon“ fündig geworden zu sein. Hopkins bedient hier einen echten Flügel, sonst kennt man ihn mehr als DJ, wie er seine Controller und Sampler bedient. Jon Hopkins kannte ich vor zwei Wochen noch nicht, bin aber auf ihn gestoßen, weil ich einer Radio Playlist des von mir sehr geschätzten DJ Bonobo auf Spotify lauschte und Jon Hopkins plötzlich darin auftauchte.

Spotify wird von mir normalerweise auch selten angestellt, weil unser Haushalt aber neuerdings einen Spotify Familienzugang hat, habe ich mal geschaut, was man bei Spotify so alles findet. Und es kommt noch etwas Zweites hinzu: Nachdem ich in den letzten Wochen ja meine CD „ein bisschen hören“ als digital/analoges Produkt veröffentlicht habe, wird seit einigen Tagen meine CD „opia“ – die in einem Stück zur CD „ein bisschen hören“ und dem Cover verändert ist – bei sämtlichen Streamingdiensten, wie Spotify, Apple Music, iTunes, Google Play, Amazon, Napster als digital/gigitales Produkt gelistet. Dies ist durch einen Interdienst namens distrokid möglich, der für eine Gebühr die Anmeldung bei den Streamingdiensten übernimmt. Wer möchte kann mich also jetzt auch bei den Streamingdiensten unter dem Artist-Name falkbossa finden. Bei Spotify gab es innerhalb einer Woche 9 Hörer. Ich hätte gerne meinen Namen „falk“ verwendet, aber es gibt so viel Künstler, die unter diesem Namen firmieren, dass ich davon abgesehen habe, um etwas mehr Eigenständigkeit zu haben. Also, bitte nehmt mich in eure Playlist auf!

forlon window


Nun aber zurück zu dem Stück „forlon window“. Wie gesagt ist es eine Art Soundalike. Jon Hopkins erzeugt mit einfachen Akkorden eine wundervolle Stimmung. Ein Hörer hat sich die Mühe gemacht das Stück „abandon window“ zu trankripieren und das Ergebnis zu teilen. Die Voicings der Akkorde bestehen aus einer Quinte und einer Dezime. Dieses Voicing habe ich in meinem soundalike benutzt, indem ich einen Player so programmierte, dass das gewünschte Voicing zu hören ist. Das Notenbeispiel zeigt die gehörten Klänge eine Oktave höher, damit man es besser lesen kann. Gespielt wird dies von einem sehr unaufdringlichen Klavierklang (Spitfire Audio Soft Piano Labs), der durch starke Kompression und einem Delay (Echo) stark verlängert wird. Unterstützt werden die Akkorde durch sehr tiefe Bässe, die man unbedingt mit einer richtigen Anlage anhören sollte, auf dem Smartphone sind sie leider nicht zu hören.

Das Beitragsbild zeigt ein Schaufenster eines Lebensmittelladens in Fladungen und wurde 2017 aufgenommen. Es passt ja ausgezeichnet zu dem Titel „verlassenes Fenster“. Mir ist bis heute nicht klar, was ich da fotografiert habe: Ist es eine Momentaufnahme längst vergangener Tage, handelt es sich um ein Museum und/oder haben die ehemaligen Besitzer schlagartig das Geschäft verlassen und damit ein Bild wie vor 15 Jahren (oder noch früher?) konserviert. Ich weiß es nicht!