black lady

Mit „black lady“ bezeichnet eine gute Freundin liebevoll ihr schon etwas betagtes Motorrad, welches allerdings noch hervorragend seine Arbeit verrichtet. Es erinnert ein bisschen an eine vergangene Zeit und weckt nostalgische Gefühle, als Motorradfahren mit Verbrennermotoren noch unbeschwert war und überhaupt das ganze Verkehrsthema entspannter angegangen werden konnte. Kenner werden den Typ des gezeigten Motorrades bereits erkannt haben: Es handelt sich um eine Suzuki Savage LS 650 mit Baujahr 1993 und einem Motor mit 20KW Leistung.

Auch das heutige Stück weckt nostalgische Gefühle, erinnert es doch an die vergangene Zeit der sogenannten Fusionmusik in den 1970ern Jahren, die auch gerne als Jazz-Rock-Musik bezeichnet wird. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich zum ersten Mal die fantastische Platte Wired von Jeff Beck aus dem Jahre 1976 hörte. Ich besuchte meine Schulfreundin aus der Nachbarschaft, deren damaliger Freund mir diese Platte vorspielte. Dies war ein absolut prägendes Erlebnis. Jeff Beck – bekannt durch sein Mitwirken in den 1960ern Jahren bei den Yardbirds – ist der absolute Meister melodiöser Leadgitarrenparts und lässt die Gitarre nuancenreich wie eine Gesangsstimme erklingen. Die Platte Wired wurde maßgeblich durch das Solo-Syntheziserspiel des tschechischen Keyboarder Jan Hammer, der durch seine Filmmusik zur Miami Vice TV Serie berühmt wurde, geprägt. Der frühere Keyboarder des 1. Mahavishnu Orchestras verstand es wie kein anderer „elektrogitarrengleich“ mit dem Mini-Moog-Synthesizer Soli einzuspielen. Auf der Platte Wired „battelt“ er sich leidenschaftlich mit Beck.

Das Stück „black lady“ bezeichne ich auch als ein Fusion-Stück. Der kurze Sologitarrenpart in der Mitte des Stückes wird Jan Hammer „like“ mit einem Keyboard gespielt. Den Sound der Suzuki Savage am Anfang und am Ende des Stückes habe ich auf YouTube gefunden. Ich danke FtpTillDeath für das Soundfile. Jetzt aber bitte unbedingt selber hören:

black lady


princess of the night

Ich staunte vor einigen Woche nicht schlecht, als ich bemerkte, dass meine Kaktuspflanze plötzlich wunderschön blühte, um am nächsten Morgen bereits verblüht zu sein. Diese Kaktuspflanze bekam ich zur Pflege vor über 35 Jahren und sie überlebte in unserem Badezimmer. Dann zog sie in das Dachzimmer um. Ich habe nach diesem spektakulären Ereignis ein bisschen recherchiert und meine die Pflanze Epiphyllum oxypetalum bestimmt zu haben. Diese Pflanzen blühen nur sehr selten, manchmal nur alle 10 Jahre und manchmal nur einmal überhaupt. Auf der englischen Wikipedia-Seite wird diese Pflanze auch als „Princess of the Night“ bezeichnet. Diesen Titel finde ich ein bisschen exotisch und daher habe ich mir erlaubt, diesen Titel für das heutige Beitragsstück herzunehmen, denn ich verbinde damit irgend etwas im fernöstlichen Raum. Eine Geschichte einer indischen Prinzessin würde mir dazu auch einfallen.

Es ist erstaunlich, welche besonderen Lebenszyklen in der Natur zu finden sind. Jetzt machte ja gerade das Schwärmen einer bestimmten Zikadenart in Amerika medial die Runde. Unzählige Seiten im Netz wussten darüber zu berichten. Diese Zikaden schwärmen alle 17 Jahre. Von Maikäfern ist bekannt, dass sie sich in einem Zyklus von 4 Jahren entwickeln. Bestimmt gibt es noch andere Beispiele und wer dazu etwas weiß, mag es mir gerne mitteilen.

princess of the night


Das Stück Princess of the night hat wieder mit meiner Vorliebe für generative Musik zu tun, denn die komplette Begleitung ist generativ erzeugt, wird sozusagen errechnet und verwendet einen Zufallsgeber. Zur generativen Musik habe ich schon mal in dem Beitrag pianologie three etwas geschrieben und auf verschiedene spannende Seiten zum Thema verwiesen. Inzwischen habe ich mir eine Linkliste zu Fundstellen über generative Musik im Netz eingerichtet, die ich hier teilen möchte.

Ich habe nun – gemäß der Vorgabe, alle Kategorien mit einen „s“ beginnen zu lassen – eine neue Kategorie „south“ eingerichtet. „South“ verweist nun auf alle Stücke, die man klanglich außereuropäischen Klangkulturen zuordnen kann. Ich werde in Balde eine neue CD unter dem Namen „go east“ veröffentlichen und damit bei allen bekannten Streamingdiensten vertreten sein.

Das Beitragsbild zeigt natürlich die Blüte der erwähnten Kakteenpflanze. Die Aufnahme wurde mit der Software Prisma verändert.

what means soft machine?

Nachdem ich einige Stunden an dem Stück „geschraubt“ hatte, fiel mir eine gewisse Nähe zu den Stücken der englischen Gruppe soft machine auf. Es ist vor allem die Stimmung, die ich von Stücken der Gruppe in Erinnerung habe, nicht unbedingt das musikalisch direkt Vergleichbare, obwohl hier auch Ähnlichkeiten bestehen. Und es viel mir noch etwas auf: Ich hatte mir seit 45 Jahren noch nie Gedanken darüber gemacht, was der Name eigentlich bedeuten könnte. Was ist denn mit „Weich-Maschine“ eigentlich gemeint?

The Soft Machine ist ein Romantitel aus dem Jahr 1961 des amerikanischen Autors William S. Burroughs, der der Keimzelle der sogenannten Beat-Generation zugerechnet wird. Es ist der erste Teil der Nova-Trilogie. (Kleine Anmerkung: Manche Freunde nennen mich „Nova“.) Ein schrecklich obszönes, chaotisches Werk, was vielleicht deshalb einen großen Fankreis gefunden hat. Das Werk Naket Lunch gehört zu den bekanntesten Werken des Autors. Einige der Musiker von Soft Machine hatten den Roman gelesen und baten den Autor in Paris persönlich, den Titel als Bandnamen verwenden zu dürfen. Anscheinend hat Burroughs mit dem Begriff „soft machine“ den Menschen gemeint. Darauf wäre ich nicht gekommen.

what means soft machine?


Wenn man sich das Cover der Originalausgabe anschaut, kann man schnell die Brücke zum heutigen Beitragsbild erkennen. Das heutige Beitragsbild stammt aus der aktuellen Krickel-Krakel Serie, die mit Hilfe einer Zeichensoftware auf einem iPad entstanden ist.

Als Urvater der Entstehung des Jazz-Rock bzw. Rock-Jazz, heute auch Fusion genannt, wird in erster Linie immer Miles Davis und Konsorten – wie zum Beispiel auf dieser Seite – genannt. Ich will die Verdienste dieser Musiker auf keinen Fall in Abrede stellen, möchte aber gleichzeitig betonen, dass Musik der sogenannten Canterbury Scene Bewegung aus England, und dazu zählt insbesondere die Gruppe Soft Machine, einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des Jazz-Rocks hatten und gerade auch viel Einfluß auf die späteren Entwicklungen des genannten Genres sowohl in Europa, als auch in Amerika.

babel

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Turmbau zu Babel? Vielleicht eine der bekanntesten Geschichten auf der Welt, zumindest da, wo die Bibel gelesen wird. Es geht darum, dass die Menschen sich eine Turm bauen wollen, der in den Himmel reicht. Weil Gott dies aber als Hochmut bewertet, gibt er den Erbauern verschiedenen Sprachen und zerstreut sie in die Welt. Seitdem können Sie sich nicht mehr verstehen und das Bauvorhaben wird nie vollendet. Viele Probleme der heutigen Welt ergründen sich darin, dass wir uns nicht (mehr) verstehen, selbst wenn wir angeblich die gleiche Sprache sprechen.

„Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt, aber wer sich erniedrigt, wird erhöht.“ (Lukas 18:14)

Wie soll eigentlich ein Musiker in der heutigen Zeit damit umgehen? Erhöht er sich, wenn er seine Musik auf allen Plattformen anpreist und sich selbst darstellt, damit er auf seine Musik aufmerksam macht? Wie weit darf sein Narzissmus gehen, dies zu tun? Und wenn er nicht selbst von seiner Musik überzeugt ist, um seinen kreativen Prozess aufrecht zu erhalten, erhöht er sich dann? Ich persönlich habe noch keine Antworten auf die Fragen gefunden!

babel


Auf den Namen Babel für mein neues Stück kam ich über den gleichnamigen Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu, den ich neulich sah. Ein Film aus einer Trilogie, die die Abgründe der Menschheit zeigen soll. Und dieser Film hat mich tagelang beschäftigt. Drei Episoden, die mit völlig anderen Menschen spielen, an drei Orten der Welt, sind miteinander verwoben und zeigen ein Stück der Dramatik dieser Welt. Besonders gut gefiel mir die Filmmusik, die vom preisgekrönten Filmmusiker Gustavo Santaolalla beigetragen wurde.

Das Stück findet Eingang in meine neue CD „go east“. Das Beitragsbild muss natürlich einen Turm zeigen. In diesem Fall nehme ich das Bild des Kellerwaldturmes im Wüstegarten bei Jesberg zur Hand, der im Winter diesen Jahres besucht wurde. Der 28 Meter hohe Kellerwaldturm wurde – genau wie dieser heutige Beitrag am 09.05. geschrieben – am 09.05.2004 errichtet und löste den älteren Turm von 1971, der nur 18 Meter hoch war, ab. Wollten hier die Hessen auch näher an den Himmel kommen? Hatten Sie die Geschichte nicht gelesen?

yellow market

Was verbindet wirklich alle Menschen auf der Erde? Ja richtig, das Essen. Und wo kauft man die Lebensmittel ein? Meistens im Supermarkt, aber nicht nur. Es gibt ja noch gelegentlich die kleinen Läden, die man unbedingt unterstützen sollte und es gibt den Wochenmarkt. Hier bei uns am Samstag auf dem Marktplatz. Diese Saison geht gerade wieder los. Gemüse, was von meiner Frau nicht selber aus dem Garten geholt wird, wird bevorzugt vom Biobauern auf dem Markt – wer Bio will, der geht zu Till – besorgt, oder vom kleinen Bioladen. Erst dann geht es in den Supermarkt. Die meisten Seiten im Internet drehen sich – sieht man man von Seiten mit pornographischen Inhalt ab – ums Essen und natürlich um dessen Zubereitung. Es gehört zu den angenehmen Möglichkeiten des WWW, dass man sich die herrlichsten Rezepte besorgen kann. Bisher habe ich jedes Rezept gefunden, was ich gesucht habe.

Das Beitragsbild zeigt einen Stand in Mallorca, der vor etlichen Jahren von uns besucht wurde. Die Mittelmeeranrainer, dazu zähle ich jetzt auch mal die Mallorquiner, haben natürlich eine lange Marktplatztradition und ich habe den Eindruck, dass die Märkte dort selbstverständlicher genutzt werden, als bei uns in Mitteleuropa. Das Foto mit dem Marktstand von Schwämmen wurde mit der Software Sketcher verändert.

yellow market


Zugegeben: Ich habe den Titel des Stückes dem Titel Black Market der Gruppe Weather Report entlehnt, da es sich bei dem heutigen Beitragsstück um so eine Art soundalike handelt. Die Idee, den Anfang mit einem Soundscape eines exotischen Marktplatzes zu belegen, habe ich übernommen, indem ich aus mehreren Samples von freesound.org etwas zusammengestellt habe, sowie die Basslinie, die doch deutlich an das Original erinnert. In der Mitte des Stückes habe ich ein kleines musikalisches Zitat eingebaut. Entstanden ist das Stück eigentlich, weil ich meinen Oberstufenschülern die Anwendung des sogenannten Fauxbourduns klingend erklären wollte. Der Fauxbourdun – auch „Bordun“ geschrieben – erweitert eine Melodiestimme um parallel geführte Terzen und Sexten und fand in der weltlichen Musik – auch in der kirchlichen – des Mittelalters häufige Anwendung. Man bekommt damit schnell einen sogenannten Sound hin, der an die Voicings von Joe Zawinul (Gründer der Gruppe Weather Report) erinnert. Am Ende des Stückes benutze ich erstmals ein Gitarren Synthesizer Plug-In. Einen schnellen Rechner vorausgesetzt, ersetzt das Plug-In einen eigenständigen Gitarrensynthesizer mit einem speziellen Tonabnehmer, da das Plug-In in der Lage ist, in Echtzeit die Gitarrensignale einem Klangerzeuger zur Verfügung zu stellen. Natürlich hätte ich diese Stimme auch direkt mit dem Keyboard einspielen können, aber ich spiele mit der Gitarre andere Linien und daher war es einen Versuch wert. Mal schauen, wohin diese Reise noch führt!

go east(er)

Es wird vermutet, dass die Wörter Osten und auch Ostern von dem altgermanischen Ausro abgeleitet wurden, was so viel wie Morgenröte bedeutet. Dies ergibt Sinn, denn die Morgensonne weist ja in das sogenannte Morgenland. Zu Ostern, insbesondere am Ostermontag solle sich die Morgensonne am Grab Christi gezeigt haben. Andere Autoren geben aber auch die germanische Göttin der Fruchtbarkeit Ostera oder auch Ostara als Ursprung für das Wort Ostern an.

Die Kelten und andere germanische Stämme feierten zur Frühjahrsonnenwende um den 21. März das Fest Ostara oder Ostera und huldigten damit auch der gleichnamigen Fruchtbarkeitsgöttin. Diese Fest wurde immer zum ersten Frühjahrsvollmond gefeiert. Der Brauch des Osterhasen soll unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass man bei klaren Vollmondnächten einen Hasen auf der Mondoberfläche, den sogenannten Mondhasen, erblicken kann, der in den asiatischen Kulturen noch immer eine große Rolle spielt. Das Frühjahrsfest hatte mehrere Funktionen. Der Astrologieforscher Hans Cousto erzählte mir mal nach einem Vortrag, dass es beim Osterafest auch darum gegangen sei, den z.B. bei den Kelten üblichen Mondkalender mit dem Sonnenjahr abzugleichen. Auf der Seite 74 dieses Textes kann man dazu interessante Einzelheiten nachschlagen. Es mussten Tage eingeschoben werden, um die Verschiebung des Mondlaufes bezogen auf das Sonnenjahr anzupassen.

Die Christen haben das alte Brauchtum mit ihrer Ostergeschichte besetzt und gleichzeitig das Osterfest extra auf den ersten Sonntag nach dem Frühjahrsmond gelegt. Weil bei ihnen strikt nach dem julianischen Kalender vorgegangen wird, kann es passieren, dass Ostern früher oder sehr viel später als die Frühjahrssonnenwende stattfindet, die ja auch gleichzeitig die Tag- und Nachtgleiche markiert. Die Christen konnten den sogenannten Heiden ihre Brauchtüme ja nicht vollständig nehmen, zeigten aber sehr großes Geschick darin, die alten Feste für ihre christlichen Zwecke zu benutzen und umzudeuten.

go east(er)


Das heutige „Kling-Klang-Stück“ reiht sich in die Auskoppelung „go east“ ein, denn es kommt mit dem Klang des Melodieinstrumentes asiatischen Klängen sehr nahe. Beispielsweise gehören die Stücke L. und Tama auch in diese Sammlung, die ich bald bei den Streamingdiensten zur Verfügung stellen werde. Go east soll natürlich an das berühmte Stück go west erinnern. Für die Begleitstimmen habe ich drei Generatoren benutzt, die eine Auswahl vordefinierter Töne in zufälliger Frequenz errechnen. Hinzukommt ein flächiger Padsound, der das ganze zusammenhält. Der Rhythmus der Begleitspuren bleibt undeutlich und fragil, während sich die Melodie sphärisch durchzusetzen versucht. Für die Begleitstimmen hab ich wieder das fantastische Algiritm und für die Melodie das Instrument Friktion der Firma propellerheadstudios verwendet.

Das heutige Beitragsbild zeigt – wie kann es anders sein – eine sogenannte Osterglocke, auch Märzenbecher genannt, die ich in meinem Vorgarten fotografiert habe. Dieses Narzissengewächs ist in vielen Variationen die beliebteste Osterblume in Deutschland und war Blume des Jahres 1981.

gamelan & bali song

Als Jugendlicher begann ich mich für die balinesische Gamelan Musik aus Indonesien zu interessieren. Ich glaube es war die Biographie des amerikanischen Minimal Music Pioniers Steve Reich, den ich hier schon mehrfach erwähnt habe (u.a. hier bei dem Beitrag Streich), die mich auf diese Musik aufmerksam machte, denn Steve Reich studierte neben Meistertrommlern aus Mittelafrika die balinesische Gamelan Musik, die ja viel mit der klassischen Minimal Musik gemein hat. Ermöglicht wurde das Studium unter anderem aufgrund der fantastischen Aufzeichnungen des kanadischen Komponisten Colin McPhee, der jahrzehntelang damit zubrachte, die traditionelle Musik der Gamelanorchester minutiös aufzuzeichnen. Diese traditionelle Orchester drohten auszusterben und es war unter anderem McPhees Verdienst, dass diese Musik nicht in Vergessenheit geriet, sondern aufgrund seiner Aufzeichnungen konnte die aussterbende Tradition wiederbelebt werden und erfreut nicht nur die jährlichen Touristenströme der Insel.

Balinesische Gamelanmusik bedient sich bestimmter Instrumentengruppen wie Trommeln, Flöten, aber vor allen Dingen den charakterbildenden Metallophonen, die unter anderem pentatonisch (fünftönig) gestimmt sind und in ihren genauen Tonhöhen von unserer westlichen Stimmung abweichen (slendro), was vielleicht für den besonderen Zauber dieser Musik ausschlaggebend ist.

Es gab einen Film über das Schaffen McPhee, den ich auf VHS Kassette aufgenommen hatte. Diese Kassette lieh ich einem befreundeten Musiker und sah sie dann zu meinem großen Bedauern nie wieder. Hoch erfreut bin ich deshalb, weil mittlerweile dieses wertvolle Dokument als Leihvideo im Internet zu beziehen ist und eine ganz klare Empfehlung erhält. McPhee hat sich außerordentlich von der balinesischen Musik in seinem Schaffen beeinflussen lassen und auf YouTube findet man eine Menge seiner Komposition, die ich sehr hörenswert finde. Ich nenne hier mal als Beispiel das Stück Tabuh tabuhan for 2 pianos & orchestra.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Musiklehrer versuche ich immer wieder Anregungen zu finden, die Schüler zum aktiven Musikmachen zu bewegen und weil ich ein Freund der sogenannten Worldmusic bin, habe ich für Einsteiger eine Reihe von sehr kleinen und einfachen Stückchen entwickelt, die schnelles und gut klingendes Musizieren mit unterschiedlichen Gruppen ermöglicht und gleichzeitig die verschiedenen Tonleitern wie chinesische Pentatonik, japanische Hexatonic usw. in ihrer Klangcharakteristik den jungen Leuten näher bringt. Dabei sind auch zwei Stückchen entstanden, die mit entsprechenden Klangerzeugern durchaus niedlich klingen und ich heute zum Besten geben will. Dabei habe ich das aktuelle PlugIn Algoritm der Firma reasonstudios verwendet.

Bei dem Stück „Bali Song“ hat der Musikpädagoge David Gray mit seinem Stück Sunset in Bali kräftig mitgeholfen und ich möchte an dieser Stelle dafür außerordentlich danken. Ich hatte vor Jahren den Artikel Music of the Far East gefunden und das Stück mit als Vorlage für den Bali Song verwendet.

gamelan song

Download

bali song

Download

Das Beitragsbild zeigt ein Blatt mit fünf Spitzen und symbolisiert die pentatonische Tonleiter. Im ganz ersten Moment hatte ich mich gewundert einen Seestern auf der Straße zu finden, der ja auch fünf „Arme“ hat, aber ich erkannte Bruchteile von Sekunden später, dass es sich um ein Blatt handelte.

bladerunner artic

Heute mal wieder ein neuer Betrag zur unglaublich beliebten Bladerunner Serie, diesmal mit dem vierten Stück dazu. Wir hören ein harmonisches Geflecht, welches ausschließlich auf sogenannten Medianten basiert. Medianten sind Akkordverbindungen, die sich die Terzverwandschaft zunutze machen. Gebräuchlicher ist ja die Quint/Quartverwandschaft, wie wir sie aus der „normalen“ Kadenz kennen. Die Mediantentechnik wurde vor allen Dingen von den Komponisten der Romantik und Spätromantik verwendet, die ihr musikalisches Vokabular erweitern wollten und findet sich heute zuhauf in moderner Filmmusik sowie im Jazz wieder.

Ich habe ausschließlich die Abfolge der Akkorde F A Db und D verwendet. Man kann sich das Leadsheet des Stückes hier herunterladen: bladerunner artic. Hier der Anfang des Stückes:

Wer mehr über die Mediatentechnik erfahren möchte, schaut bei den Lehrklängen vorbei, oder schaut sich dieses gut nachvollziehbare Video von MusicTheoryForGuitar an. Ein anderes Video geht u.a. darauf ein, wie in der Filmmusik Medianten Verwendung finden.

bladerunner artic


Das Beitragsbild entstand zufällig bei einem Spaziergang. Von der Farbwahl her gesehen passt es.

detroit algoritm

Mit dem heutigen Beitragsstück nehme ich an der Songchallange initiiert von DJs vor Climate & Greenpeace teil. Aufgabe war es Samples des Greenpeace Folders zu benutzen und in beliebiger Form in einem Track zu verwenden. Einige Samples sind unschwer zu erkennen, andere, wie z.B. die des zunächst einsetzenden Schlagzeugs nicht von anderen Drumsounds zu unterscheiden.

Bis auf die elektronische Gitarre stammen alle Sounds von einem neuartigen FM Synthesizer der Firma reasonstudios mit dem Namen Algoritm, der eine breite Palette von druckvollen Pluck- and Bellssounds liefert und darüber hinaus knarzende Bässe, sowie wundervolle retrospektivische Leadklänge bereitstellt. Dieses virtuelle Instrument ist einfach zu bedienen und das Besondere ist, auf Knopfdruck werden zufällige neue Klänge geliefert. Detroit fand Einzug in den Titel, da ein verwendeter Drumsound so benannt ist.

detroit algoritm (djs for climate one)


Die Corona-Pandemie hat viele Themen verdrängt, aber allmählich kommt das Thema „Klimawandel“ wieder ins Bewusstsein zurück. Gestern wurde ein Statistik des deutschen Wetterdienstes verflicht, die besagt, dass obwohl wir zwei wirklich kalte Winterwochen – hier wurden bis zu -24° Celsius gemessen – mit Schnee hatten, der gesamte Winter schon wieder durchschnittlich zu warm und trocken war. In wie weit diese Klimaveränderung menschlich bedingt ist, kann schwer eingeschätzt werden. Sicher ist, die menschliche Umweltverschmutzung trägt deutlich bei und die Art und Weise der Landwirtschaft begünstigt das Sterben der Böden. Ich hatte vor etlichen Monaten in dem Beitrag we live in a strange world feat. greta thunberg schon mal ähnliche Gedanken ausgeführt.

DJs for climate & Greenpeace wollen auf dem kulturellen Weg einen Betrag zum Klimawandel leisten und schreiben:

We believe that culture and music can play an important role in the climate movement, offering inspiring visions, unity and the opportunity for the music community to come together and get involved. We are looking for inspiring visions of the future, trying to create an opportunity for momentum and change from a time of huge uncertainty.

The CLIMATE SAMPLE PACK offers an entry point to dig into this question. Using field recordings made by Greenpeace during years of vital action on behalf of our planet, we’ve crafted a wild array of unique sounds: Arctic ice claps, Amazonian storm loops, Pacific wave crashes, Synth whales and many more sparks for sonic exploration.These sounds have stories and we’re excited to hear you channel them into an amazing track which inspires, elevates or simply moves butts. We’ll release our favorites next year, and pick a select few to press on greenest vinyl ever made.

Das Beitragbild wurde vor wenigen Wochen aufgenommen und zeigt eine Schneelandschaft, die symbolisch für das Weltklima steht.

winterdance

Noch immer beschäftigt uns die Pandemie und wenn man eine realistische Prognose wagen darf, so behaupte ich, dass sich erst frühestens Ende des Jahres die Lage beruhigen wird. Die Pandemie hat gewichtige Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen: Es gibt die „ansichige“ pandemiolgogische, die logistisch medizinische, die wirtschaftlich gesellschaftliche und nicht zuletzt die menschlich psychologische Ebene. Bisweilen fühlen sich manche Menschen vereinsamt und unberührt. Grund genug, auch mal ein wenig Freude und Beschwingtheit in das tägliche Leben zu mischen.

Dazu mag der kleine musikalische Snapshot dieses Artikels beitragen. Mich persönlich lädt er sofort zum Tanzen und Mitschwingen ein. Die kess vorgetragene Flötenmelodie wird durch ein fetziges Gitarrensolo unterbrochen. Ich habe seit langer Zeit mal wieder viele Stücke des mexikanischen Gitarristen Carlos Santana gehört und fühlte mich dadurch direkt angeregt auch mal wieder in die Saiten zu greifen. Carlos darf als Gitarrengott bei fast allen seiner Songs immer Solo spielen und ich war erstaunt, als ich aufgrund der Spotify Diskographie bemerkte, dass er fast JEDES Jahr seit 1969 eine LP bzw. CD auf den Markt gebracht hat.

Vor über zwei Jahren habe ich den Titel Dancing in the Snow veröffentlicht, der mich ein bisschen – zumindest was die Winterthematik angeht – an das heutige Stück erinnert.

winterdance


Das Beitragsbild entstand bei einem kleinen Winterausflug in der Nähe des Kellerwaldturms im Wüstegarten und besticht durch seine kontrastreiche Ornamentik.

bladerunner oseney

Das dritte Stück aus der Bladerunner Fortsetzungsreihe. Das Stück erinnert ein wenig an den 1980 Jahre Technosound des dystopischen Filmes die Klapperschlange (englischer Originaltitel = Escape from New York) aus dem Jahre 1981 von John Carpenter, der nicht nur Regie führte, sondern auch die Filmmusik beisteuerte. In der Hauptrolle war Kurt Russel zu sehen. Ich war damals von der Musik so begeistert, dass ich mir sofort die LP kaufen musste. Die Ähnlichkeiten meines Stückes sind unter anderem dem durchgehenden rhythmischen Synthibeat und der Verwendung analoger Synthesizerklänge geschuldet.

bladerunner oseney


Das Stück besteht aus einer großen Kadenz, die dreimal wiederholt wird. Bei jeder Wiederholung kommen andere Diskantklänge hinzu. Die letzte Wiederholung schließt mit einer fast orchestralen Klangverdichtung. Einer der verwendeten Klänge aus dem Spitfireaudio Labs Universum trägt den Namen oseney, der dann namensgebend wurde.

Das Betragsbild wurde in einer Baugrube aufgenommen und farblich wiederum ins Orange verschoben und erinnert ein bisschen an eine Marslandschaft. Auch dazu sollte man wieder die Bildsprache des Filmes Bladerunner 2049 vergleichen.

panta rhei

panta rhei

Eigentlich sollte dieses Stück eine Fortsetzung der Bladerunner Serie werden, doch ich merkte schnell, dass das Stück zu wenig distopisch klingt und wie der Zufall so wollte, flatterte gerade ein Newsletter von der Seite neueswort.de ins Haus. Neueswort.de schickt alle paar Tage Fremdwörter des Tages und erklärt ihre Herkunft. Einige Wörter sind mir bekannt, andere sind wahrhaftig neu für mich und panta rhei kannte ich noch gar nicht. Allerdings passt dieser Name wunderbar zu dem heutigen Stück, denn es bedeutet so viel wie „alles fließt“. Ich zitiere jetzt mal aus dem Newsletter wörtlich:

  • Der aus dem Griechischen stammende Aphorismus panta rhei bedeutet wörtlich „alles fließt“ und beschreibt, dass alles in unaufhörlicher Bewegung ist. Die Welt steht also nicht still, alles ist im Werden. Dinge, Wesen und Zustände entstehen und vergehen unablässig.
  • Die Formel geht auf den vorsokratischen Philosophen Heraklit zurück, der damit die grundlegende Struktur der Realität als prozesshafte Einheit aus Sein und Werden beschreibt. Er vergleicht die Realität dabei mit einem Fluss, der als Ding begrenzt und erkennbar ist, sich aber gleichzeitig (durch das Fließen des Wassers) in stetigem Wandel befindet. Er sagt: „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen“.

pantha rhei


Das Beitragsbild entstand auf einem Spaziergang im hessischen Kellerwald leicht oberhalb der Schneegrenze unlängst zwischen den Jahren – wie man so schönt sagt – und symbolisiert das Fließen der Natur im Wechsel der Jahreszeiten.

mirror in the night

Nun geht es schon wieder stark auf Weihnachten zu und ich kann mich erinnern, wie ich letztes Jahr zu einer ähnlichen Zeit einen Beitrag formuliert habe. Nur diesmal, wie wir alle wissen, ist es ein besonderes Weihnachten. Nach wie vor zwingt uns die aktuelle Pandemielage zu Verhaltensveränderungen. Rauschende Weihnachtsfeiern mit zahllosen Gästen sind schlichtweg nicht drin und so könnte man sich ja mal anderer Weihnachtstugenden erinnern, wie zum Beispiel die der Besinnlichkeit, die ja zu Weihnachten gemeinhin so hoch gepriesen wird. Ich verstehe Besinnlichkeit – wie auch der Eintrag auf einer Yogaseite im Netz – als eine Art Kontemplation oder Meditation, also eine Geistestechnik, die zu anderen Ergebnissen kommen kann, als rationale Verstandesleistung oder pure Emotionalität. Das heutige Beitragsstück mag dazu beitragen, in diese meditativ besinnliche Stimmung zu gelangen, so hoffe ich es.

Bei dem sehr meditativen minimalistischen Stück des heutigen Beitrags habe ich mich stark an das Stück Spiegel im Spiegel des estnischen Komponisten Arvo Pärt angelehnt. Man darf sogar soweit gehen, dass es sich um ein sogenanntes soundalike handelt. Diejenigen, die dieses blog schon länger verfolgen, erinnern sich bestimmt an den Beitrag mit dem Stück selinas spiegel, welches sehr ähnlich aufgebaut ist. Diesmal ist allerdings die Harmoniefolge ein wenig moderner und die Abfolge folgt einer strengen Gesetzmäßigkeit in Gruppen zu 4 + 3 Takten, was ein wenig ungewöhnlich ist, aber interessanterweise logischer als 4 + 4 Takte klingt. Ich habe es ausprobiert und sorgfältig abgewogen. Während die Harmonien wechseln, bleibt die simple Violinstimme immer gleich und nimmt dabei jeweils eine andere Relation zu den Harmonien ein, um Spannung und Entspannung zu variieren. Das vollständige Notat des Stückes findet sich im Link „vergrößern“ unter dem Notenbeispiel. Und ganz nebenbei: Wer sich fragt, was mano sinistra heißt, dem sei gesagt, dass dies die italienische Bezeichnung für linke Hand ist.

Vergrößern und Partitur

mirror in the night


Das Beitragsbild entstand am Main in Frankfurt am Main, als ich mit Kollegen in der Mitte des Oktobers noch abends am Main draußen sitzen konnte, um ein Bierchen zu genießen, denn es war fast sommerlich warm. Die Lichter der Stadt spiegeln sich an der Wasseroberfläche des Flusses und damit ist ein wenig dem Titel Genüge getan. Da das Bild digital sehr verrauscht ist und zusätzlich ein extremer Ausschnitt gewählt wurde, entsteht fast der Eindruck, dass es sich um ein artifizielles Bild handelt.

the advent begins

Die renommierte Musikzeitschrift „MusicImpress“ schrieb unlängst in der weihnachtlichen Jahresendausgabe dieses Jahres mit dem Titel »Stücke, die die Welt verzaubern« zu diesem wundervollen Stück:

Falkbossa alias bossanova nimmt uns mit diesem zauberhaften Stück auf eine dreiminütige Reise mit, die uns in dieser in mehrfacher Hinsicht dunklen Zeit ein Licht am Ende des Tunnels offenbart und uns die Hoffnung auf bessere Zeiten zurückgibt, indem unser persönliches Gefühl für eine verheißungsvolle Zukunft angesprochen wird. Seinem Alias bossanova macht er dabei alle Ehre, wenn er sich geschmackvolle Bossanovarhythmen zu Nutze macht. Weiterhin bedient er sich feingestrickter mehrteiliger Melodiekaskaden, die von gegenläufigen Rhythmen versetzt begleitet werden und sich erst allmählich als konsistent entpuppen. Die glockengestützte Pianofigur ist dabei das stabile Gerüst, welches durch den krude gewagt inszenierten Bass bisweilen in Frage gestellt wird. Aber das Ergreifendste an diesem Stück sind die geschickt verwobenen Klangtrauben der Modulation im Melodieklang, wenn violoneske Artikulationen mit pluckartigen Untertönen fröhlich ondulieren. (Raga Columna 2020 MusicImpress)

MusicImpress X-Mas Special „Pieces that enchant the world“ 2020

the advent begins


Das Beitragsbild zeigt abermals unseren alljährlichen Fluradventslichterschmuck, der die vorweihnachtliche Zeit häuslich begleitet. Wer mag, der schaut sich nochmal den Betrag advent orizon an, der ein ähnliches Motiv benutzt hat. 

bladerunner cyclosa

Heute gibt es nicht viel Text zu der Musik. Ich habe mich entschlossen Bladerunner-Stücke zu einer Serie zusammenzufassen. Hier nun das zweite Stück dieser Serie. Namensgebend abermals ein Sound der Spitfireaudio Lab Serie, die kostenlos zur Verfügung gestellt wird und mir immer wieder eine große Inspiration gerade für sphärische Stücke geworden ist. Ich möchte darum bitten, nochmals den Beitrag bladerunner durchzulesen, weil ich da einiges zur Musik des Films gesagt habe und dies trifft auch auf das heutige Stück zu.

Vor vielen Jahren beschäftigten sich ein paar Kollegen mit den Möglichkeiten mittels eines Computers Musik zu machen. Dazu wurden verschiedene Wettbewerbe (siehe hier S. 16) für junge Menschen gestartet. Einer dieser Wettbewerbe hatte das Thema „music without films“ frei nach Brian Enos music for films. Bei der Aufgabe ging es darum zu einem fiktiven Film bzw. einer Szene Musik mit dem Computer zu komponieren, ohne das der Film oder die Filmszene wahrhaftig vorlag. Ähnlich ist es mit meiner Bladerunner Serie.

bladerunner cyclosa


Das Beitragsbild zeigt einen Wolkenhimmel, der farblich ins Organgene verschoben wurde, um dem Thema gerecht zu werden. Wer genau hinschaut entdeckt einen fliegenden Greifvogel.

write is not a crime

Dieses interessante Mem – wie man heutzutage dazu sagt – fand ich vor ein paar Wochen in einem kleinen Städtchen in Nordhessen. Irgendwie bin ich ja als sogenannter Audio-Blogger auch ein Autor bzw. Schreiberling und so fühlte ich mich ein wenig angesprochen. Ich streife durch die Gegend und manchmal fällt mir etwas auf, was ich für dieses Blog benutze. „Was will der Autor uns mit diesem Graffiti sagen?“ Ich habe dazu ein bisschen im Internet gesucht und fand unter dem Hashtag #writingisnotacrime wie schon vermutet zweierlei: 1. Versammeln sich zu dem Hashtag Autoren, die ihre Gedanken u.a. an einer Zensur vorbei schmuggeln müssen. 2. Graffitikünstler, die am Rande der Kriminalität Hauswände und Stromkästen besprühen. Im Fall zwei lässt sich das Mem dahingehend deuten, dass der Sprayer für sich eine Entkriminalisierung durch das Mem fordert. Ohne ein besonderer Kenner der englischen Sprache zu sein, würde ich behaupten, dass das Mem korrekt eigentlich „Writing is not a crime“ bzw. „to write ist not a crime“ heißen müsste. Was meint ihr?

write is not a crime


vergrößern

Das Stück ist auszusagen in einem One-Shot Verfahren eingespielt worden, also direkt spontan und die einzelnen Spuren hintereinander für 16 Takte. Diese 16 Takte dienten dann als Grundlage. In der Filmbranche werden Produktionen, die ohne Schnitt das gesamte Filmmaterial „in einem Rutsch“ aufnehmen, als One-Shot Filme bezeichnet. Der Musiker und Produzent Sean Murray veröffentlichte unlängst ein Soundpack für mein neues Lieblingsinstrument #reasonfriktion, von dem ich schon mehrfach berichtet habe. Ausschließlich die Patches dieses Soundpacks fanden bei dem Stück Verwendung.

bladerunner

Der Film Blade Runner 2049 – die Fortsetzung des Originals aus dem Jahre 1982 – besticht in zweierlei Hinsicht, sowohl durch seine Bildgewaltigkeit als auch durch die Filmmusik. Beide Aspekte stellen sich in den Dienst der Ausgestaltung des Filmes, der sehr dystopisch ist. Die Bilder sind einzigartig, die Musik sehr passend, der Inhalt ist meiner Meinung zu vernachlässigen. Ich werde mir den Film, den ich vor ein paar Monaten zum ersten Mal sah, unbedingt ein zweites Mal anschauen, alleine schon wegen der Bild- und Lichtsprache und der Filmmusik, die Hans Zimmer zusammen mit Benjamin Wallfisch komponierte. Die beiden Musiker haben sich in einigen Kompositionen sehr an die Musik der Originals von Vangelis gehalten und sogar einzele Motive und Themen wieder verwendet.

Als ich das Stück einspielte, kamen mir unweigerlich die Bilder und Stimmungen des Filmes in den Sinn und somit stand der Titel fest. Es handelt sich um eine Klangskulptur, die Flächen zeichnet und keiner Form zu gehorchen braucht.

bladerunner


Das Betragsbild zeigt den misslungenen Versuch den Vollmond hinter Wolken mit einem normalen Smartphone aufzunehmen, während die Straßenlaternen den Kontrast vermindern. Dabei sind die Farben ins rötlich Orange abgeglitten.

L.

L. steht für den Namen Lakshminarayana Shankar. Der Ausnahmemusiker ist ein indischer Violinist und Komponist. Obwohl er eine klassische indische Musikausbildung erworben hat und immer noch viele Konzerte mit traditioneller indischer Musik spielt, hat er sich bei etlichen Projekten im Westen einen Namen gemacht und Einfluss auf die Rock-, Pop-, Jazz- und World-Musik genommen. Die Liste der Musiker mit denen er gespielt hat ist lang, am bekanntesten ist wohl die Zusammenarbeit mit Frank Zappa und vor allen Dingen mit John McLaughin, in dessen Band Shakti er maßgeblich mitwirkte. In Deutschland kennen ihn viele – jetzt schon ältere – Radiohörer, weil die legendäre HR3 Sendung Volkers Kramladen das Shankar Stück Darleene aus dem Album Touch Me There von 1979 als Trailermusik verwendete. Erstaunlicherweise gibt es davon eine sehr genaue Transkription. Da will man kaum glauben, dass man das transkribieren kann! Der interessierte Hörer findet ab Takt 32 den Violinenpart.

Das heute vorstellig Stück hat mich sofort an die „balladiösen“ Stücke Shaktis erinnert und daher habe ich es mit L. benannt. Gleichzeitig möchte ich dieses Stück L. widmen. Ich habe mich damals gefragt, warum der Name Shankars immer mit L. abgekürzt wurde und als ich den ausgeschriebenen Namen zum ersten Mal sah, konnte ich mir einen Reim machen.

Ich bin immer noch beeindruckt, wie das Friktion-PlugIn der elektronischen Klangerzeugung durch entsprechende Spielweise eine organische Note geben kann. Die perkusiven Plugsounds werden durch einen Sequenzer gesteuert, der durch die Wahl einer sogenannten Prohability generativ zufällige Rhythmen erzeugt. Die Melodie bedient sich ausführlicher Beugungen der Töne ([pitch]bedings) wie sie typisch für das indische Viololinspiel und L. Shankars sind. Ich frage mich, wie man diese Melodie mit vielen Bedings in richtige Notenschrift übertragen kann.

L.


Das Beitragsbild zeigt eine Arbeit meiner Tochter. Die Malerei ist an die Gartenteichbilder Giverney Monets angelehnt. Die Teichrosen erinnern ein wenig an die Lotusblumen Indiens und dies ist meine Verbindung mit dem Stück „L.“. Ich habe dazu in dem Beitrag lotus eat schon darauf hingewiesen und würde mich freuen, wenn dieser Beitrag nochmal angeschaut wird. Der Stückname taucht diesmal in einem Großbuchstaben auf und nicht wie hier in diesem blog üblich in Kleinschreibweise. Das kleine „L“ sieht einfach in dieser Funktion nicht „schön“ aus.

chakalaka (home edit)

Ich möchte hier noch die „Heim-Version“ des Titelstücks des Live-Konzerts im Rahmen der Soundfromwood-Reihe der letzten Woche nachreichen. Viel Freude beim konzentrierten Hören! Ich empfehle diesmal dringend einen Kopfhörer, um den feinen Veränderungen der Wiederholungen nachgehen zu können! Ich danke an dieser Stelle auch nochmals dem Musiker Cameron alias Venus Theory – er nennt sich anscheinend wirklich so – für die interessanten Soundpatches des Friktion-PlugIns, welche maßgeblich zum Timbre des Stückes beigetragen haben.

chakalaka (home edit)

chakalaka (spice of africa)

Letzte Woche wurde ich von einem befreundeten Musiker zu einer live-stream-session eingeladen (soundsfromwood). Dies war für mich eine echte Premiere. Jede Woche pünktlich um 20:20h gehen 40min Session Musik auf Sendung, es ist immer ein Gast vertreten. Unsere Session war das 36 Konzert in Folge. Heiko hat dieses Format schon vor der Coronazeit entwickelt. Es schauen wohl so ungefähr 30 Leute live zu und nach der Sendung kann man die Sessions auf Youtube nachören. Für den Lifestream fand die Software mimo Live (boinx software USA) Verwendung. Am Ende des Streams gibt es passend zur Musik und Jahreszeit das Gedicht Herbsttag von Rainer Maria Rilke zu hören.


Ehrlich gesagt war ich doch – obwohl ich nun schon ein bisschen erfahren bin – etwas nervös, wie denn unsere Session ablaufen würde. Ich fand das ganze sehr spannend und aufregend, allein es hat uns eine Menge Freude bereitet und wir haben die ganze Sache auch nicht nur ernst genommen, sondern auch mit der nötigen Portion Humor verarbeitet. Heiko und ich haben früher bei den „Römern“ gespielt, eine Band mit der Besetzung Saxophon, Elektrobass, Drums und Gitarre und Gitarrensynthesizer. Wir haben damals Eigenkompositionen aufgeführt. Zwar spielen die Römer praktisch gar nicht mehr, aber die Gruppe hat sich offiziell nie aufgelöst und wir treffen uns noch regelmäßig, um gemeinsam Musik zu hören.

Zur Session habe ich meine aktuellen musikalische Arbeiten mitgenommen und als Grundlage für die Session ausgerollt. Dabei kamen vor allen wieder die exotischen Sounds des #reasonfriktion Plug-Ins zum tragen. Der Name chakalaka – die Würze Afrikas – führt etwas in die Irre, denn die Klänge gehen eher in den orientalischen bis japanischen Raum. Der Name chakalaka wurde kurzerhand einer Chipstüte entnommen und die schmeckten nicht schlecht, auch wenn ich die Gewürzmischung nicht sehr gut vertragen habe.