sad will lead the way

Neulich probierte ich ein wenig mit der Playerfunktion in meiner Digital Audi Workstation (DAW) herum, um eine Akkordfolge zu erzeugen und stieß auf die hier veröffentlichte Melodie, die mir dazu passend zu den Harmonien erschien. Das Stück hört sich ein bisschen traurig an, allein mir wollte kein passender Titel einfallen. Kein Problem, gibt es doch unzählige Song-Title-Generatoren im Netz, die einem da schnell weiterhelfen können. Auch der heutige Titel ist nach Eingabe des Wortes „sad“ aus einem solchen Generator „herausgepurzelt“. Gibt man nun dem Netz die Suchanfrage nach der saddest songs list, wird man auch erstaunlicherweise schnell fündig, wie hier zum Beispiel. Je nach Geschmack des Sammlers fällt diese Liste natürlich sehr unterschiedlich aus. Welchen Platz würde mein Song in dieser Liste bekommen, was meint ihr?

sad will lead the way

Hier das Stück in herkömmlicher Notation.

Das Beitragsbild zeigt das hier in den Landen weiterverbreitete Schilfrohrgras Phragmites australis und wurde im Gegenlicht bei einem Spaziergang 2019 aufgenommen.

go(o)d morning

Diese kleine Akkordfolge „besuchte“ mich eines schönen Morgens in den letzten zwei Wochen, als ich ein bisschen rufgeklimpert habe. Es handelt sich abermals um eine der „4 bar chords“ Geschichten, die ja hier auch schon mal Thema waren und dem ein eigener Beitrag gewidmet wurde. Diesmal liegt die simple Folge: C Am Fma7 Db zugrunde. Das kleine typografische Wortspiel ergibt sich aus der Tatsache, dass der Hacker GOD – so berichteten zumindest die Medien – für das letzte große Datenleak verantwortlich gewesen sein soll. Hier passt auch gut das Beitragsphoto, welches Gehackte Stühle auf dem 35 CCC in Leibzig am Ende des Jahres 2018 zeigt und von mir dort aufgenommen wurde. Auf dem Chaos Communication Congress ging es ja bekanntermaßen auch um die Herausforderungen unserer sogennanten modernen Mediengesellschaft, die sich immer mehr eingestehen muss, dass die Geister, die sie rief, immer weniger kontrollieren kann. Wir müssen uns fragen, ob wir jeden medialen Trend mitmachen wollen, aber zumindest müssen wir versuchen „schlau“ zu agieren. Schlau agieren setzt eine gewisse Entspannung des Denkens voraus, dieser kleine Song mag dazu helfen. Hört selbst!

go(o)d morning

m.f.b cut

2006 fand am 02. September eine Museumsnacht in Kassel unter dem Motto „Sterne“ statt. Zu diesem Anlass gründeten wir das Trio M.F.B. Die Buchstaben stehen einfach für die Nachnamen der Mitspieler. Abends, als es schon dunkel war, spielten wir vor einer hübsch illuminierten Kulisse direkt vor dem Staatstheater mit drei Computern, die über eine MIDI Clock so verbunden waren, dass sich unsere Musiksoftware im Tempo synchronisierten. Wir benutzen Motive des Kasseler Minimal Komponisten Dr. Ulli Götte, in dessen Minimal Orchester wir jahrelang zusammengespielt hatten. Jörg & Michael spielen noch immer in diesem Orchester. Wir hatten für diesen Auftritt mehrfach geprobt, aber trotzdem war das Ergebnis jedesmal ein anderes, allein doch die Improvisationsanteile immens waren.

m.f.b. music to go

Hier sieht man das Cover der nach dem Auftritt herausgegebenen CD, die ein Live-Mitschnitt war. Der musikalische Beitrag ist eine Mischung aus verschiedenen Stücken der CD. Das Beitragsbild wurde 2004 im Jemen aufgenommen und war Bestandteil des CD Covers.

player piano (pianologie two)

Conlon Nancarrow (1912 – 1997) gehört sicherlich zu den Pionieren der Musik für Musikautomaten. Er erkannte das Potential der sogenannten player pianos und nutzte die Möglichkeiten Kompositionen zu kreieren, die ohne den Automaten nicht möglich gewesen wäre. Dazu fertigte er umfangreiche Lochbändern an und übertrug akribisch seine Werke auf dieses Medium, um seine Kompositionen zu Klang zu bringen. Es gibt einige schöne Webseiten zu diesem außerordentlichen Komponisten. Eine davon ist von Beatrix Hocker ins Netz gestellt worden. Hier sieht man die Arbeitsweise und einige Original Dokumente Nancarrows.

pianoroll

Aktuelle Musikverarbeitsprogramme – sogenannt DAWs – bedienen sich alle einer sogenannten Pianorollen-Darstellung, die im Prinzip den guten alten Lochbändern der ersten Musikautomaten nachempfunden sind. Auf einer X/Y Achse werden die Zeit, die Tondauer und die Tonhöhe in einem Koordinatensystem dargestellt. Das Bild zeigt den Anfang des heutigen Beitragstückes in dieser Art der Darstellung, welches von einem sogenannten Player errechnet wird. Der Player liefert unter Einschränkung bestimmter Parameter, die während der Aufnahme verändert wurden, die Tonhöhen- und Längendaten. Das Stück hat mich auch aufgrund der Arbeitsweise an die Arbeiten von Conlon Nancarrow erinnert. Es ist ein minimalistisches Stück und mal wieder überwiegend in einer lyrischen Tonleiter mit dem Grundton D verfasst. Ab ca. 04:50h passiert etwas Eigenartiges. Der Rechner scheint sich zu „verschlucken“, wirkt „irritiert“, als wenn er sich verspielt hätte und fängt sich dann aber wieder, um das Stück fortzusetzen. Das Stück setzt die „Ologie-Reihe“ fort und ist das zweite Stück der Version für Pianoklänge. Bitte einfach mal den Beitrag pianologie one oder stringologie one aufsuchen.

player piano (pianologie two)

Das Beitragsbild ist ein screenshot des Bildschirms mit dem Anfang des Stückes in der erwähnten Pianorolldarstellung. Aus verschiedenen Farbvariaten des screenshots habe ich ein kleines Video gebastelt.

player piano (pianologie two) • pianoroll

yambient

Jedes Jahr erwartet uns fast pünktlich um 24:00h nachts das gleiche Schauspiel. Tonnenweise Feinstaub wird unter dem Vorwand böse Geister zu vertreiben in die Luft entlassen, weil wir angeblich Freude am Knallen, Zischen, Böllern und bunten Glitzereffekten haben. Sogar das Bundes Umweltamt weist darauf hin. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich als Kind wirklich Freude an Silvester hatte, mich danach sehnte endlich Knaller loslassen und Raketen abschießen zu dürfen. Aber dies hat sich bei mir verändert. Eher fürchte ich mich vor den lauten Knallern und die Raketen üben schon lange nicht mehr die gleiche Faszination auf mich aus. Ich meine sogar, dass in den letzten Jahren die Raketen mit extra lauten Knalleffekten ausgestattet sind, die es früher in dieser Ausprägung nicht gegeben hat. Aber vielleicht täusche ich mich auch. Heute kam mir eine Petition zu Gehör, die die Silvesterknallerei abschaffen will. In der Begründung wurde behauptet, dass in der Silvesternacht genauso viel Feinstaub in die Luft entlassen wie im ganzen Jahr durch PKWs erzeugt wird. Diese Zahl erscheint mir etwas hoch. Doch die grundsätzliche Überlegung scheint in die richtige Richtung zu gehen. Auf der einen Seite werden in diesem Jahr innerstädtisch Fahrverbote verhängt, weil die Autos zu viel umweltbelastendes Material ausstoßen, aber zu Neujahr dürfen wir dieses Einsparungen wieder mit einem Schlag zu Nichte machen.
Das heutige Beitragsstück „yambient“ – dies Kunstwort ergibt sich aus „new year ambient“ – bringt einige der Knall- und Zischlaute zu Gehör, die über einer Textur, die ich mit einem sonic pi code habe errechnen lassen, erklingen, während eine getragene Melodie, erzeugt durch die frozen strings libraries von Spitfireaudio die ganze Textur melancholisch klingen lässt. Wir wissen nicht was das Neue Jahr bringen wird. Es stehen viele Herausforderungen an, denken wir an die politische Lage, die Vergiftung der Welt, die Umwelt und das tumorartige Wachstum des Neokapitalismus, aber wir wünschen uns gerade deswegen alle das Beste und hoffen abermals auf ein gutes Neues Jahr!

yambient

Das Beitragsbild habe ich aktuell heute morgen in der Neujahrsnacht in meinem Dorf aufgenommen.

Hier ist der sonic pi code, der als Grundlage von yambient verwendet wurde:

# Coded by Darin Wilson adapted by falk
#
# The piece consists of three long loops, each of which
# plays one of two randomly selected pitches. Each note
# has different attack, release and sleep values, so that
# they move in and out of phase with each other. This can
# play for quite awhile without repeating itself :)

use_synth :hollow
with_fx :reverb, mix: 1, room: 0.5 do
  
  live_loop :note1 do
    play choose([:D4,:E4]), pan: rrand(-1, 1), attack: 8, release: 7
    sleep rrand(6,10)
  end
   
  live_loop :note2 do
    play choose([:F2,:G4]), pan: rrand(-1, 1), attack: 10, release: 6
    sleep rrand(6, 8)
  end
  
  live_loop :note3 do
    play choose([:A1, :C5]), pan: rrand(-1, 1), attack: 12, release: 8
    sleep rrand(8, 12)
  end
end

indian waterdrops

Zu dem Stück „indian waterdrops“ brachten mich zwei Dinge. Zum einen erinnerte ich mich daran, meine Gitarre mal (wieder) in einer offenen Stimmung (open tuning) zu stimmen. Verwendung findet die Stimmung „Open D“ mit den Tönen D – A – D – F# – A – D. Zum anderen stieß ich bei Youtube auf eine Reihe von indischen Musikern: An der Sitar die Tochter von Ravi Shankar Anoushka Shankar , an der Flöte den unvergleichlichen Rakesh Chaurasia und an der Sarod, ein Instrument was mir bis dato noch nie aufgefallen war, Debasmita Bhattacharya. Letzteres Instrument inspirierte mich meine Gitarre in der offenen Stimmung mit einem Bottleneck zu spielen, um den Klang der Sarod im entferntesten nachzuahmen. Den Titel bekam das Stück aufgrund des Synthesizer-Sounds, der entfernt an Wassertropfen erinnert.

indian waterdrops

Das Beitragsbild wurde 2004 bei einer Reise in den Jemen aufgenommen, eine Zeit, die es noch zuließ, in den Jemen zu reisen. Das Farbenspiel des arabischen Fenster hat mich stark beeindruckt.

silent night

Letzte Woche hatte ich beruflich in Frankfurt zu tun. Wegen einer Zugpreisbindung fand ich noch Gelegenheit nach der Veranstaltung auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt am Römer eine kleine Tonaufnahme zu machen, welche ich in einem Ausschnitt hier vorstelle. Das Beitragsbild entstand an der besagten Stelle. Mich fasziniert immer wieder das fast babylonische Stimmengewirr auf solchen Märkten, welches sich mit Musik aus den Lautsprechern der Ständebetreiber mischt. Wenn man bei dem folgenden soundscape genau hinhört,, kann man Stille Nacht, heilige Nacht von Franz Xaver Gruber im Hintergrund erklingend heraushören. Was es mit soundscapes auf sich hat, kann man in älteren Beiträgen nachlesen, wenn man beispielsweise in der rechten Seitenleiste die Kategorie soundscape anklickt oder diesem Link folgt.

silent night frankfurt

Bei Stille Nacht, heilige Nacht handelt es sich vermutlich um das bekannteste traditionellen Weihnachtslied. Es wurde von Franz Xaver Gruber im Jahre 1818 zum ersten Male aufgeführt und ist seitdem nicht mehr aus der Weihnachtzeit wegzudenken. Eigentlich hätte es diese Lied verdient bewußt gehört zu werden, aber auf Weihnachtsmärkten verkommt es zur Geräuschkulisse, indem es funktionalisiert wird.

Vor einigen Jahren fand ich eine interessante Reharmonization des Stückes von Martan Mann. Ich hoffe, er erlaubt mir seine Reharmonization hier wiederzugeben.

 

In der folgenden Version wird der Klang des Klaviers noch durch einen Stringsound aufgehübscht.

silent night piano & strings

advent orison

Es heißt ja immer so schön „Jetzt beginnt die besinnliche Zeit!“, die Zeit des Advents. „Advent“ meint ja die Zeit des Wartens oder die Zeit der Ankunft. Auf welche Ankunft warten wir? Und ich frage mich dann, was ist eigentlich mit „besinnlicher“ Zeit gemeint? Ich wundere mich jedes Jahr, wie schnell die Zeit vergangen ist und rufe aus „Was, schon wieder Weihnachten?“ Und jedes Jahr der gleiche Trubel. Immer wieder die gleichen Lieder. Selbst die Familie möchte an ganz bestimmten Bräuchen festhalten. Eigentlich habe ich zunächst meistens gar keine Lust auf Weihnachten. Es wird zwar immer so getan, dass es sich um ein „besinnliches“ Fest handelt, aber im Vordergrund steht doch der Kommerz. Wie viel wird wann wie verkauft? Welche Lichterkette ist noch prunkvoller als die des Nachbarn? Wer hat die teuersten und die meisten Geschenke gekauft? Daran habe ich keinen Spass! Und die heuchlerische Vermischung mit dem Christentum. Jesus sei geboren, die heiligen drei Könige und das ganze Trallala. Und nur, weil die Christen die Wintersonnenwende für ihre Zwecke ausgenutzt haben. Im Nachhinein freue ich mich dann meistens doch. Die Familie hat schön gefeiert, Verwandte und Freunde kamen zu Besuch, es wurde schön gekocht und gegessen und man hat ein bisschen Zeit für sich und die Familie, wenn man sich diese nimmt.

So auch gestern, als ich ein bisschen Musik gemacht habe und nur kurz etwas ausprobieren wollte. Da entstand dieses kleine Stück, was mich persönlich besinnlich macht und mir hilft, mich ein bisschen zurückzunehmen und durchzuatmen, mich zu beruhigen! Daher hat es auch den Namen „advent orison“  bekommen, meine besinnliche Zeit. Orison ist eine altes Wort für so etwas wie Gebet. Musikalisch handelt es sich um ein diatonische – also einer bestimmten Tonleiter folgende – Akkordfolge, die wie die alte Tradition heterophoner Musik (Mehrstimmgkeit) des Organum aus dem Mittelalter mit allerlei anderen Klängen und verschiedenen Oktaven die Akkordtöne parallel verdoppelt, um das Frequenzspektrum nach oben und unten zu bereichern. Hinzu kommen die Synthesizer Arpeggios, die das ganze Stück untermalen und eine indische Sängerei einer Samplelibrary, die mir ihre Stimme geliehen hat.

advent orison

Das Beitragsbild zeigt eine verfremdete Aufnahme unserer Lichterkette im Flur mit einer Schale in der die Geschenktütchen für die Kinder lagerten, die am Nikolaustag an die Tür klopfen, ein Gedicht aufsagen und sich kleine Geschenke, bestehend vor allen Dingen aus Süßigkeiten, wünschen.

sleeping stone

Wer kennt nicht das Spiel Werwolf, welches sich bei Jugendlichen einer großen Beliebtheit erfreut. Ich hatte die Freude einmal im Jahr mit einer Gruppe unterwegs zu sein, die genau dieses Spiel abends zum Ausklang des Tages spielte. Immer wenn der Erzähler, der bei dem Spiel die einzelnen Runden moderiert, die Formel „Das Dorf schläft ein!“ intonierte, fiel ich wie von einem geheimen hypnotischen Befehl getrieben in einen leichten Dämmerzustand. Schnell hatte ich den Indianernamen „Schlafender Stein“ bekommen und brauchte mich seitdem auch nicht mehr bemühen, diesen Namen wieder los zu werden. Man beachte bei dem Namen „Schlafender Stein“ diese schöne Tautologie. Nicht das der Stein schon an sich – in sich ruhen bzw. schlafen würde. Anlass genug für ein kleines, ruhiges und minimalistisches „Kling-Klang-Stück“. Die sonore Männerstimme spendete Amal. Amal arbeitet bei der indischen Windows-Hotline, die mich ab und zu ungefragt, aber stets freundlich, anruft, um mir zu verkünden, dass mein Windows-Computer verseucht sei und er mir sofort helfen könnte, obwohl ich gar nicht mit einem Windows-Computer arbeite. Ich fragte ihn, ob er mir ein tiefes „Om“ aufsingen könne und wir wurden uns sofort einig, wie man hören kann.

sleeping stone

Den ruhenden Stein, der mit Moos bewachsen ist, habe ich 2017 bei einer kleines Wanderung in den Bergen der Vogesen – in der Nähe der Moselquelle – aufgenommen. Diese Gegend ist für Wanderung wärmstens zu empfehlen.

my foolish heart is dark?

Das dieser Song etwas mit dem berühmte Song My Foolish Heart – hier im Link eine wundervolle Version des Jazzpianisten Bill Evans – zu schaffen haben könnte, konnte ich nicht ahnen, als ich heute morgen mit einer kleinen minimalistischen Pianosequenz mit dem Klang aus der LAB Serie von spitfireaudio begann. Aber manchmal passieren Dinge unerwartet und man ordnet sie dem Zufall zu. Ob es Zufälle gibt oder aber Schicksal, lässt sich wohl niemals vollends ergründen. Auf jeden Fall fand ich die Übersetzung des Textes zu „My Foolish Heart“ interessant. Das Stück ist ein sehr bekannter Jazzstandard und unzählige Mal gecovert worden. Diese Seite zählt alleine 108 Versionen. Gesungen wird die kurze  Gesangspassage von einer in London ansässigen Sängerin namens Elisa Le Bon. Elisa tauchte natürlich nicht persönlich – warum eigentlich nicht? – bei mir im Studio auf, sondern man kann ihre Stimme bei einer Sample-Library-Bude, so möchte ich es nennen, ausleihen. Diese Libraries finden sich  zur Zeit vermehrt im Netz. Neulich flatterte mir ein gutes Angebot ins Haus, welches ich seither manchmal benutzte. Die andere Stimme habe ich mir bei freesoundorg besorgt. Diese Quelle ist immer wieder lohnend, wenn man zu bestimmten Orten, Ländern und Schlagwörtern Klänge sucht, die nicht kommerziell produziert sind und dadurch oft eine gewissen Authenzität haben.

 

my foolish heart is dark?

 

Das Beitragsbild, welches ich dieses Jahr aufgenommen hab, zeigt eine Kartoffel, die ich im Feld fand. Amüsiert hat mich die Herzform der Kartoffel.

monoemoticon one

„monoemoticon one“ ist ein Stück ohne Schlagzeug, wenngleich es natürlich auch Rhythmus hat, hier vor allen Dingen getragen von einem Synthesizerarpeggio. Der Name verrät, dass es hier nicht um Spannungskurven geht, sondern um den „Transport“ eines einzelnen durchgehenden Ausdrucks bzw. einer Emotion. Dies erinnert ein wenig an die Monochromes von Yves Klein in der bildenden Kunst. Ulrich Pontes schreibt zu Emotionen:

Emotionen machen das Leben lebenswert, sind zentraler Bestandteil unseres Seelenlebens. Aber sie sind noch mehr: mächtige Bewertungssysteme, die uns viele Situationen automatisch einschätzen lassen, so dass wir schnell und richtig reagieren können.

Dieser einzelne Ausdruck – diese eine Emotion – wird im Laufe des Stückes nur ein wenig verdichtet und durch die Sologitarre verstärkt. „monoemoticon one“ ist möglicherweise der Auftakt zu Stücken gleicher Machart in der Zukunft.

monoemoticon one

Der Emotionsforscher Robert Plutchik entwarf ein gängiges Modell der Emotionen. Zu welcher Emotion würde man das Stück „monoemoticon one“ zuordnen?

 

Das Beitragsbild zeigt meine Kellertür, die in einem mediterranen Blau monochromatisch gehalten ist. Das Bild wurde 2011 aufgenommen.

instinct

Schweinen wird ein besonders guter Geruchsinn nachgesagt. Sie wühlen im Boden, erschnüffeln sich Leckereien und graben dabei in kurzer Zeit eine abgesteckte Weide um. So auch die ungarischen Wollschweine, die im Beitragsbild zu sehen sind. Die Grasnarbe der Wiese war binnen zwei Wochen vollständig abgetragen.

Wenn jemand ein besonderes Gespür für bestimmte Situationen hat, attestiert der Volksmund diesem einen „guten Riecher“. Manche sprechen auch von einem guten Instinkt. Dem Hauptdarsteller – Dr. Dylan Reinhart – der amerikanischen Fernsehserie Instinct wird auch dieser Spürsinn nachgesagt, löst er doch Kriminalfälle auf geniale Weise. Ich frage mich allerdings, ob nicht der Begriff Instinkt mit Intuition verwechselt wird. Zum Beispiel vielleicht wie hier in dieser Aufnahme einer Kriminalserie zu hören ist:

Intuition ist eine kognitive Fähigkeit, die auf Erfahrungen beruht und unbewusst und manchmal schnell abgerufen werden kann, Instinkt hingegen ist eine angeborene Verhaltensweise, die uns zu automatischen Reaktionen verhilft. Beim Menschen ist möglicherweise der „gute Riecher“ eine gelungene Mischung von beidem, von Instinkt und Intuition. Sogenannte Experten im Netz sehen den Unterschied ähnlich wie ich.

instinct

Der kleine „Snapshot“ des heutigen Beitrages ist ein „Soundalike“ des TV Serien Musik Themas und versucht das Original etwas verändert nachzustellen. Ich glaube, es ist bis jetzt der kürzeste auditive Beitrag dieses blogs. Das Original kann natürlich aus urheberrechtlichen Gründen nicht wiedergeben werden. Ich habe das Original auch im weiten Netz nicht isoliert finden können. Hier der Score zum Audiobeitrag.

raceme

Das Stück „raceme“ erinnert mich an eine Klangtraube. Daher habe ich für das Beitragsbild eine Aufnahme des Blütenstandes der Pflanze Wilde Karde ausgewählt, die ich vor ein paar Wochen in einer Sandgrube fotografierte. „raceme“ ist der botanische Name für eine Traube bei Pflanzen  auf englisch. Die wilde Karde wird im Volksmund auch Hausdistel oder Rotdistel genannt.

raceme

Die Firma Spitfire Audio produziert fantastisch klingende Soundbibliotheken. In letzter Zeit bringen sie im LAB kostenlose Klänge heraus. Aus diesem Fundus habe ich mich für das Stück „raceme“ bedient und die Chor- sowie eine String-Bibliothek benutzt. Hinzu kommt meine Elektrogitarre, die hier dank bestimmter Effekte  eher wie eine klingende Säge daherkommt. Als UKO dienen diesmal synthetisch erzeugte Klänge, die abermals mit sonic pi herausgerechnet wurden. Zu UKOs habe ich ja schon etwas geschrieben. UKOs sind Unbekannte Klang Objekte. Man kann es hier in diesem Beitrag nochmal nachlesen: Always on simple. Es ist immer wieder erstaunlich, mit wie viel wenig „code“ man bemerkenswerte Klanggebilde mit sonic pi erstellen kann. Die errechneten Klänge wurden transponiert und zeitlich gedehnt.

Update: Mein Freund – ein begnadeter Musiker, Tontechniker und Filmkomponist – hat mir „auf die Schnelle“ eine alternative Tonmischung zu „raceme“ gezaubert.

racem alternative mix

Hier ist der Klang und der Programmcode des sonic pi Stückes:

16 times mod do II

use_bpm 65
use_debug false

with_fx :reverb do
16.times do
use_synth :mod_fm
play rrand(50, 60), cutoff: rrand(40, 80), attack: 0.5, release: rrand(0.1, 0.5), cutoff_max: 110
sleep 0.25
play rrand(60, 70)
sleep 0.75
end

16.times do
play rrand(70, 90)
sleep 0.25
play rrand(50, 60)
sleep 0.5
end

16.times do
play rrand(50, 60)
sleep 0.25
play rrand(60, 70)
sleep 0.25

4.times do
use_synth :mod_tri
play rrand(50, 60), cutoff: rrand(40, 80), release: rrand(0.1, 1), cutoff_max: 110
sleep 0.25
play rrand(60, 70)
sleep 0.015
end
end
end

hymn

Das Beitragsbild inspirierte mich zu einem hymnenartigen Stück. Das Bild wurde unlängst im Watt in der Nähe von Cuxhaven von einer guten Freundin aufgenommen, die es mir dankenswerterweise zur Verfügung stellt. Wie man nachlesen kann, ist die Hymne ein Lobpreisung bzw. ein Lobgesang und in der ursprünglichen griechischen Bedeutung des Wortes wahrhaftig ein Tongefüge. Na, dann habe ich ja alles richtig gemacht und preise sozusagen das Watt der Nordsee.

Das Stück basiert auf einer lydischen Tonleiter, die sich durch eine erhöhte Quarte (#4) von einer ionischen Tonleiter, besser bekannt als eine „normale“ Durtonleiter,  unterscheidet und verwendet viele metallische Klänge, die ich zur Zeit besonders liebe. Angereichert wird das Stück von einem sanft klingenden Pianoklang, weichen Streicherklängen und einer Elektrogitarre, die ein bisschen soliert.

hymn

selinas spiegel

Der Titel des Beitragsstückes leitet sich von dem Stück Spiegel im Spiegel des estnischen Komponisten Arvo Pärt ab, der auf 1978 auf dem Album Alina veröffentlichte. Pärt erlangte mit seinen mutig einfach gehaltenen Stücken, die nur einen Teil seines Schaffens ausmachen, Berühmtheit in der Klassik-Szene. Ich bin froh, das es solche Komponisten gibt. Zu dem Stück „Spiegel im Spiegel“ habe ich eine besondere persönliche Beziehung, daher widme ich mein „soundalike“ dazu meiner jüngsten Tochter. Das Stück „Selinas Spiegel“ darf man getrost als „soundalike“ betrachten, bedient es sich der gleichen Mittel, sowohl in Auswahl der Instrumente, des Klanges und der musikalischen Strukturen, die weitestgehend auf Dreiklangsbrechungen beruhen.

selinas spiegel

Selinas Spiegel – Partitur

Das Beitragsbild anstand vor zwei Wochen in der Nähe des Ortes Wega in den Morgenstunden, als der Nebel noch über dem Land lag. Das Rauschen des Digitalbildes wirkt hier fast wie ein guter Analogeffekt.

the future of music

Manchmal frage ich mich, wo die Reise der Musikgeschichte hin geht. Kann man sich eine Zukunftsmusik erträumen? Kann man sich vorstellen, wie die Musik in 10, 20, 50 Jahren klingen wird? Ich habe selten das Gefühl, wenn ich eine mir unbekannte Musik höre, diese Musik stößt eine Tür in eine ganz unbekannte Dimensionen auf. Ich entdecke immer wieder spannende, schöne, wohlklingende Musik, die ich noch nicht kannte, aber das Gefühl, hier handelt es sich um etwas ganz Neues, stellt sich selten ein. Das vorliegende Stück kennt keinen Rhythmus, keine Harmonie, keine Melodie und keine Form. Nur unbekannte Klänge. Ist dies die Zukunft der Musik?

the future of music

Dieses Stück ist aus einer Sessiondatei entstanden. Ich habe abermals den Grainsynthesizer mit einem eigenen Sample geladen und durch eine bestimmte Programmierungen die oben gehörten Klänge herausbekommen. Manchmal ist es nicht vorhersehbar, welche klanglichen Ergebnisse man erzielt. Im folgenden ist ein Ausschnitt aus der ursprünglichen Audiosession zu hören.

ohne hand und fuß

Das Beitragsbild anstand im Somer 2013 in Polen in der Nähe von Jelenia Góra (Hirschberg) am Fuße des Riesengebirges in Polen. Es erinnert mich an Bilder, die ich aus Zukunftsfilmen mit Endzeitcharakter kenne.

zeyno

Die CD „remember the easter island“ kam 1992 heraus. Das Stück „zeyno“ war einer Kasseler Künstlerin – Zeyno Arcan – gleichen Namens gewidmet, die meinen Musikerferund Jörg und mich gebeten hatte, für eine ihrer Ausstellungen die Hintergrundmusik aufzuführen. Aufgrund dieser Zusammenarbeit gründeten für das Duo „falkfest“, welches uns über 15 Jahre zusammenhalten sollte. Warum ich mich in dieser Zeit für die Osterinsel – früher dachte ich immer, es wären DIE OsterinselN, es ist aber nur eine Insel – interessierte, weiß ich nicht mehr genau. Irgendwo vielen mir die Schriftzeichen der Rapa Nui Kultur auf und ich fing ein wenig nachzulesen, warum die Einwohner die riesigen Skulpturen aufstellten und dadurch eine ökologische Katastrophe erschufen. Ungefähr zu dieser Zeit kam auch der Film über das Schicksal der Osterinsel von Kevin Costner heraus. Er brachte zwar ein wenig Licht ins Dunkel, wiederholte aber im Nachgang der aufwendigen Dreharbeiten abermals eine neue Katastrophe für die Inselbewohner.

So sah das Cover der CD aus: 

Für die CD „remember the easter island“ spielten wir gleichzeitig mit einer Korg Wavestation – ein zur der Zeit revolutionärer Synthesizer – die Klänge ein. Ich bediente die Tasten, während Jörg, und dies war zu der Zeit wirklich ein bisschen innovativ, die Wavestation mit anschlagempfindlichen Pads und Trommelstöcken ansteuerte und so Signale lieferte, die von der Wavestation in Klänge umgesetzt wurden. Heraus kam eine Musik, die man in der Richtung Ambient und Chillout ansiedeln könnte. Ab ca. ab Minute 02:00 hört man ein Solo mit einem gitarrenartigen Klang. Wem es gefällt, der darf sich gerne melden und erhält von mir weitere Titel des Albums.

Das Betragsbild zeigt das CD Layout.

zeyno

 

physical

Man sollte es schon gemerkt haben: Mich faszinieren zufällig erzeugte Klangfolgen. Hierfür kann man sogenannte Player verwenden, die zufällige Spannungen errechnen und an Klangerzeuger abgeben. Auch heute geht es um das physical modeling. Im letzten Beitrag [how it works] kam diese Art der Klangerzeugung ja auch zum Einsatz, diesmal kombiniert mit Zufallsgeneratoren. Ich habe dieses Klangstück in drei Versionen aufgenommen.

Version 1 ist die sogenannte „stop & go Version“. Durch zufälliges abspielen, stoppen und wieder abspielen des Arrangenments ergeben sich die Pausen, die mit den langen Hallfahnen der generierten Klänge gefüllt sind.

physical (stop & go version)

Version 2  wird um langgehaltene Streicherklänge ergänzt, die chromatisch absteigen und die Pausen zusammenhalten.

physical (stop & go string version)

Version 3 ist ein „live mix“, was bedeutet, dass die Klänge während der Aufnahme gemischt wurden. [Achtung! Dieser Mix ist viel lauter als Version 1]

physical (live version)

Das Beitragsbild zeigt diesmal ein Kieswerk in der Nähe von Gudensberg. Das schwarz/weiß gehaltene Bild aus dem Jahre 2013 – schon wieder 2013 – betont das Industriedesign des Kieswerkes und passt sehr gut zu den metallischen Klängen der Aufnahmen.

how it works

Kürzlich fand ich eine Datei auf meinem Computer, die ich 2013 erstellt hatte und die mich zu dem heutigen Beitragsstück brachte. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr daran erinnern, unter welchen Umständen diese musikalische Skizze entstanden ist, geschweige denn wie der Titel zustande kam. Ich glaube, ich wollte etwas ausprobieren und mir mit dem Titel selber signalisieren, wie eine bestimmte Technik in der DAW zu bewerkstelligen ist. Trotzdem freute ich mich diese Vorlage gefunden zu haben. Ich habe der Rohfassung einen „break“, ein Gitarrensolo und eine Chromaphone Sequenz hinzugefügt. Chromaphone ist ein virtuelles Instrument, welches durch physical modeling Klänge erzeugt, die wie Röhreninstrumente, wie zum Beispiel Boomwhackers oder auch alle möglichen Arten von Malletinstrumenten, wie Xylophone oder Vibraphone, klingen. Dabei werden diese Klänge nicht wie sonst üblich bei virtuellen Instrumenten  zunächst digital aufgenommen, sondern durch einen Algorithmus erzeugt, was einerseits den Speicherbedarf der Klänge drastisch senkt, andererseits die Manipulationsmöglichkeiten der Klänge enorm erhöht. Das ganze Stück erinnert ein wenig an Joe Zawinuls Band Syndikat.

Für das Beitragsbild habe ich ein Bild aus dem Jahr 2013 herausgesucht. Ich fand die Farbe des Abendliches in Nordhessen beeindruckend.