babel

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Turmbau zu Babel? Vielleicht eine der bekanntesten Geschichten auf der Welt, zumindest da, wo die Bibel gelesen wird. Es geht darum, dass die Menschen sich eine Turm bauen wollen, der in den Himmel reicht. Weil Gott dies aber als Hochmut bewertet, gibt er den Erbauern verschiedenen Sprachen und zerstreut sie in die Welt. Seitdem können Sie sich nicht mehr verstehen und das Bauvorhaben wird nie vollendet. Viele Probleme der heutigen Welt ergründen sich darin, dass wir uns nicht (mehr) verstehen, selbst wenn wir angeblich die gleiche Sprache sprechen.

„Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt, aber wer sich erniedrigt, wird erhöht.“ (Lukas 18:14)

Wie soll eigentlich ein Musiker in der heutigen Zeit damit umgehen? Erhöht er sich, wenn er seine Musik auf allen Plattformen anpreist und sich selbst darstellt, damit er auf seine Musik aufmerksam macht? Wie weit darf sein Narzissmus gehen, dies zu tun? Und wenn er nicht selbst von seiner Musik überzeugt ist, um seinen kreativen Prozess aufrecht zu erhalten, erhöht er sich dann? Ich persönlich habe noch keine Antworten auf die Fragen gefunden!

babel


Auf den Namen Babel für mein neues Stück kam ich über den gleichnamigen Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu, den ich neulich sah. Ein Film aus einer Trilogie, die die Abgründe der Menschheit zeigen soll. Und dieser Film hat mich tagelang beschäftigt. Drei Episoden, die mit völlig anderen Menschen spielen, an drei Orten der Welt, sind miteinander verwoben und zeigen ein Stück der Dramatik dieser Welt. Besonders gut gefiel mir die Filmmusik, die vom preisgekrönten Filmmusiker Gustavo Santaolalla beigetragen wurde.

Das Stück findet Eingang in meine neue CD „go east“. Das Beitragsbild muss natürlich einen Turm zeigen. In diesem Fall nehme ich das Bild des Kellerwaldturmes im Wüstegarten bei Jesberg zur Hand, der im Winter diesen Jahres besucht wurde. Der 28 Meter hohe Kellerwaldturm wurde – genau wie dieser heutige Beitrag am 09.05. geschrieben – am 09.05.2004 errichtet und löste den älteren Turm von 1971, der nur 18 Meter hoch war, ab. Wollten hier die Hessen auch näher an den Himmel kommen? Hatten Sie die Geschichte nicht gelesen?

yellow market

Was verbindet wirklich alle Menschen auf der Erde? Ja richtig, das Essen. Und wo kauft man die Lebensmittel ein? Meistens im Supermarkt, aber nicht nur. Es gibt ja noch gelegentlich die kleinen Läden, die man unbedingt unterstützen sollte und es gibt den Wochenmarkt. Hier bei uns am Samstag auf dem Marktplatz. Diese Saison geht gerade wieder los. Gemüse, was von meiner Frau nicht selber aus dem Garten geholt wird, wird bevorzugt vom Biobauern auf dem Markt – wer Bio will, der geht zu Till – besorgt, oder vom kleinen Bioladen. Erst dann geht es in den Supermarkt. Die meisten Seiten im Internet drehen sich – sieht man man von Seiten mit pornographischen Inhalt ab – ums Essen und natürlich um dessen Zubereitung. Es gehört zu den angenehmen Möglichkeiten des WWW, dass man sich die herrlichsten Rezepte besorgen kann. Bisher habe ich jedes Rezept gefunden, was ich gesucht habe.

Das Beitragsbild zeigt einen Stand in Mallorca, der vor etlichen Jahren von uns besucht wurde. Die Mittelmeeranrainer, dazu zähle ich jetzt auch mal die Mallorquiner, haben natürlich eine lange Marktplatztradition und ich habe den Eindruck, dass die Märkte dort selbstverständlicher genutzt werden, als bei uns in Mitteleuropa. Das Foto mit dem Marktstand von Schwämmen wurde mit der Software Sketcher verändert.

yellow market


Zugegeben: Ich habe den Titel des Stückes dem Titel Black Market der Gruppe Weather Report entlehnt, da es sich bei dem heutigen Beitragsstück um so eine Art soundalike handelt. Die Idee, den Anfang mit einem Soundscape eines exotischen Marktplatzes zu belegen, habe ich übernommen, indem ich aus mehreren Samples von freesound.org etwas zusammengestellt habe, sowie die Basslinie, die doch deutlich an das Original erinnert. In der Mitte des Stückes habe ich ein kleines musikalisches Zitat eingebaut. Entstanden ist das Stück eigentlich, weil ich meinen Oberstufenschülern die Anwendung des sogenannten Fauxbourduns klingend erklären wollte. Der Fauxbourdun – auch „Bordun“ geschrieben – erweitert eine Melodiestimme um parallel geführte Terzen und Sexten und fand in der weltlichen Musik – auch in der kirchlichen – des Mittelalters häufige Anwendung. Man bekommt damit schnell einen sogenannten Sound hin, der an die Voicings von Joe Zawinul (Gründer der Gruppe Weather Report) erinnert. Am Ende des Stückes benutze ich erstmals ein Gitarren Synthesizer Plug-In. Einen schnellen Rechner vorausgesetzt, ersetzt das Plug-In einen eigenständigen Gitarrensynthesizer mit einem speziellen Tonabnehmer, da das Plug-In in der Lage ist, in Echtzeit die Gitarrensignale einem Klangerzeuger zur Verfügung zu stellen. Natürlich hätte ich diese Stimme auch direkt mit dem Keyboard einspielen können, aber ich spiele mit der Gitarre andere Linien und daher war es einen Versuch wert. Mal schauen, wohin diese Reise noch führt!

go east(er)

Es wird vermutet, dass die Wörter Osten und auch Ostern von dem altgermanischen Ausro abgeleitet wurden, was so viel wie Morgenröte bedeutet. Dies ergibt Sinn, denn die Morgensonne weist ja in das sogenannte Morgenland. Zu Ostern, insbesondere am Ostermontag solle sich die Morgensonne am Grab Christi gezeigt haben. Andere Autoren geben aber auch die germanische Göttin der Fruchtbarkeit Ostera oder auch Ostara als Ursprung für das Wort Ostern an.

Die Kelten und andere germanische Stämme feierten zur Frühjahrsonnenwende um den 21. März das Fest Ostara oder Ostera und huldigten damit auch der gleichnamigen Fruchtbarkeitsgöttin. Diese Fest wurde immer zum ersten Frühjahrsvollmond gefeiert. Der Brauch des Osterhasen soll unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass man bei klaren Vollmondnächten einen Hasen auf der Mondoberfläche, den sogenannten Mondhasen, erblicken kann, der in den asiatischen Kulturen noch immer eine große Rolle spielt. Das Frühjahrsfest hatte mehrere Funktionen. Der Astrologieforscher Hans Cousto erzählte mir mal nach einem Vortrag, dass es beim Osterafest auch darum gegangen sei, den z.B. bei den Kelten üblichen Mondkalender mit dem Sonnenjahr abzugleichen. Auf der Seite 74 dieses Textes kann man dazu interessante Einzelheiten nachschlagen. Es mussten Tage eingeschoben werden, um die Verschiebung des Mondlaufes bezogen auf das Sonnenjahr anzupassen.

Die Christen haben das alte Brauchtum mit ihrer Ostergeschichte besetzt und gleichzeitig das Osterfest extra auf den ersten Sonntag nach dem Frühjahrsmond gelegt. Weil bei ihnen strikt nach dem julianischen Kalender vorgegangen wird, kann es passieren, dass Ostern früher oder sehr viel später als die Frühjahrssonnenwende stattfindet, die ja auch gleichzeitig die Tag- und Nachtgleiche markiert. Die Christen konnten den sogenannten Heiden ihre Brauchtüme ja nicht vollständig nehmen, zeigten aber sehr großes Geschick darin, die alten Feste für ihre christlichen Zwecke zu benutzen und umzudeuten.

go east(er)


Das heutige „Kling-Klang-Stück“ reiht sich in die Auskoppelung „go east“ ein, denn es kommt mit dem Klang des Melodieinstrumentes asiatischen Klängen sehr nahe. Beispielsweise gehören die Stücke L. und Tama auch in diese Sammlung, die ich bald bei den Streamingdiensten zur Verfügung stellen werde. Go east soll natürlich an das berühmte Stück go west erinnern. Für die Begleitstimmen habe ich drei Generatoren benutzt, die eine Auswahl vordefinierter Töne in zufälliger Frequenz errechnen. Hinzukommt ein flächiger Padsound, der das ganze zusammenhält. Der Rhythmus der Begleitspuren bleibt undeutlich und fragil, während sich die Melodie sphärisch durchzusetzen versucht. Für die Begleitstimmen hab ich wieder das fantastische Algiritm und für die Melodie das Instrument Friktion der Firma propellerheadstudios verwendet.

Das heutige Beitragsbild zeigt – wie kann es anders sein – eine sogenannte Osterglocke, auch Märzenbecher genannt, die ich in meinem Vorgarten fotografiert habe. Dieses Narzissengewächs ist in vielen Variationen die beliebteste Osterblume in Deutschland und war Blume des Jahres 1981.

gamelan & bali song

Als Jugendlicher begann ich mich für die balinesische Gamelan Musik aus Indonesien zu interessieren. Ich glaube es war die Biographie des amerikanischen Minimal Music Pioniers Steve Reich, den ich hier schon mehrfach erwähnt habe (u.a. hier bei dem Beitrag Streich), die mich auf diese Musik aufmerksam machte, denn Steve Reich studierte neben Meistertrommlern aus Mittelafrika die balinesische Gamelan Musik, die ja viel mit der klassischen Minimal Musik gemein hat. Ermöglicht wurde das Studium unter anderem aufgrund der fantastischen Aufzeichnungen des kanadischen Komponisten Colin McPhee, der jahrzehntelang damit zubrachte, die traditionelle Musik der Gamelanorchester minutiös aufzuzeichnen. Diese traditionelle Orchester drohten auszusterben und es war unter anderem McPhees Verdienst, dass diese Musik nicht in Vergessenheit geriet, sondern aufgrund seiner Aufzeichnungen konnte die aussterbende Tradition wiederbelebt werden und erfreut nicht nur die jährlichen Touristenströme der Insel.

Balinesische Gamelanmusik bedient sich bestimmter Instrumentengruppen wie Trommeln, Flöten, aber vor allen Dingen den charakterbildenden Metallophonen, die unter anderem pentatonisch (fünftönig) gestimmt sind und in ihren genauen Tonhöhen von unserer westlichen Stimmung abweichen (slendro), was vielleicht für den besonderen Zauber dieser Musik ausschlaggebend ist.

Es gab einen Film über das Schaffen McPhee, den ich auf VHS Kassette aufgenommen hatte. Diese Kassette lieh ich einem befreundeten Musiker und sah sie dann zu meinem großen Bedauern nie wieder. Hoch erfreut bin ich deshalb, weil mittlerweile dieses wertvolle Dokument als Leihvideo im Internet zu beziehen ist und eine ganz klare Empfehlung erhält. McPhee hat sich außerordentlich von der balinesischen Musik in seinem Schaffen beeinflussen lassen und auf YouTube findet man eine Menge seiner Komposition, die ich sehr hörenswert finde. Ich nenne hier mal als Beispiel das Stück Tabuh tabuhan for 2 pianos & orchestra.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Musiklehrer versuche ich immer wieder Anregungen zu finden, die Schüler zum aktiven Musikmachen zu bewegen und weil ich ein Freund der sogenannten Worldmusic bin, habe ich für Einsteiger eine Reihe von sehr kleinen und einfachen Stückchen entwickelt, die schnelles und gut klingendes Musizieren mit unterschiedlichen Gruppen ermöglicht und gleichzeitig die verschiedenen Tonleitern wie chinesische Pentatonik, japanische Hexatonic usw. in ihrer Klangcharakteristik den jungen Leuten näher bringt. Dabei sind auch zwei Stückchen entstanden, die mit entsprechenden Klangerzeugern durchaus niedlich klingen und ich heute zum Besten geben will. Dabei habe ich das aktuelle PlugIn Algoritm der Firma reasonstudios verwendet.

Bei dem Stück „Bali Song“ hat der Musikpädagoge David Gray mit seinem Stück Sunset in Bali kräftig mitgeholfen und ich möchte an dieser Stelle dafür außerordentlich danken. Ich hatte vor Jahren den Artikel Music of the Far East gefunden und das Stück mit als Vorlage für den Bali Song verwendet.

gamelan song

Download

bali song

Download

Das Beitragsbild zeigt ein Blatt mit fünf Spitzen und symbolisiert die pentatonische Tonleiter. Im ganz ersten Moment hatte ich mich gewundert einen Seestern auf der Straße zu finden, der ja auch fünf „Arme“ hat, aber ich erkannte Bruchteile von Sekunden später, dass es sich um ein Blatt handelte.

bladerunner artic

Heute mal wieder ein neuer Betrag zur unglaublich beliebten Bladerunner Serie, diesmal mit dem vierten Stück dazu. Wir hören ein harmonisches Geflecht, welches ausschließlich auf sogenannten Medianten basiert. Medianten sind Akkordverbindungen, die sich die Terzverwandschaft zunutze machen. Gebräuchlicher ist ja die Quint/Quartverwandschaft, wie wir sie aus der „normalen“ Kadenz kennen. Die Mediantentechnik wurde vor allen Dingen von den Komponisten der Romantik und Spätromantik verwendet, die ihr musikalisches Vokabular erweitern wollten und findet sich heute zuhauf in moderner Filmmusik sowie im Jazz wieder.

Ich habe ausschließlich die Abfolge der Akkorde F A Db und D verwendet. Man kann sich das Leadsheet des Stückes hier herunterladen: bladerunner artic. Hier der Anfang des Stückes:

Wer mehr über die Mediatentechnik erfahren möchte, schaut bei den Lehrklängen vorbei, oder schaut sich dieses gut nachvollziehbare Video von MusicTheoryForGuitar an. Ein anderes Video geht u.a. darauf ein, wie in der Filmmusik Medianten Verwendung finden.

bladerunner artic


Das Beitragsbild entstand zufällig bei einem Spaziergang. Von der Farbwahl her gesehen passt es.

detroit algoritm

Mit dem heutigen Beitragsstück nehme ich an der Songchallange initiiert von DJs vor Climate & Greenpeace teil. Aufgabe war es Samples des Greenpeace Folders zu benutzen und in beliebiger Form in einem Track zu verwenden. Einige Samples sind unschwer zu erkennen, andere, wie z.B. die des zunächst einsetzenden Schlagzeugs nicht von anderen Drumsounds zu unterscheiden.

Bis auf die elektronische Gitarre stammen alle Sounds von einem neuartigen FM Synthesizer der Firma reasonstudios mit dem Namen Algoritm, der eine breite Palette von druckvollen Pluck- and Bellssounds liefert und darüber hinaus knarzende Bässe, sowie wundervolle retrospektivische Leadklänge bereitstellt. Dieses virtuelle Instrument ist einfach zu bedienen und das Besondere ist, auf Knopfdruck werden zufällige neue Klänge geliefert. Detroit fand Einzug in den Titel, da ein verwendeter Drumsound so benannt ist.

detroit algoritm (djs for climate one)


Die Corona-Pandemie hat viele Themen verdrängt, aber allmählich kommt das Thema „Klimawandel“ wieder ins Bewusstsein zurück. Gestern wurde ein Statistik des deutschen Wetterdienstes verflicht, die besagt, dass obwohl wir zwei wirklich kalte Winterwochen – hier wurden bis zu -24° Celsius gemessen – mit Schnee hatten, der gesamte Winter schon wieder durchschnittlich zu warm und trocken war. In wie weit diese Klimaveränderung menschlich bedingt ist, kann schwer eingeschätzt werden. Sicher ist, die menschliche Umweltverschmutzung trägt deutlich bei und die Art und Weise der Landwirtschaft begünstigt das Sterben der Böden. Ich hatte vor etlichen Monaten in dem Beitrag we live in a strange world feat. greta thunberg schon mal ähnliche Gedanken ausgeführt.

DJs for climate & Greenpeace wollen auf dem kulturellen Weg einen Betrag zum Klimawandel leisten und schreiben:

We believe that culture and music can play an important role in the climate movement, offering inspiring visions, unity and the opportunity for the music community to come together and get involved. We are looking for inspiring visions of the future, trying to create an opportunity for momentum and change from a time of huge uncertainty.

The CLIMATE SAMPLE PACK offers an entry point to dig into this question. Using field recordings made by Greenpeace during years of vital action on behalf of our planet, we’ve crafted a wild array of unique sounds: Arctic ice claps, Amazonian storm loops, Pacific wave crashes, Synth whales and many more sparks for sonic exploration.These sounds have stories and we’re excited to hear you channel them into an amazing track which inspires, elevates or simply moves butts. We’ll release our favorites next year, and pick a select few to press on greenest vinyl ever made.

Das Beitragbild wurde vor wenigen Wochen aufgenommen und zeigt eine Schneelandschaft, die symbolisch für das Weltklima steht.

winterdance

Noch immer beschäftigt uns die Pandemie und wenn man eine realistische Prognose wagen darf, so behaupte ich, dass sich erst frühestens Ende des Jahres die Lage beruhigen wird. Die Pandemie hat gewichtige Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen: Es gibt die „ansichige“ pandemiolgogische, die logistisch medizinische, die wirtschaftlich gesellschaftliche und nicht zuletzt die menschlich psychologische Ebene. Bisweilen fühlen sich manche Menschen vereinsamt und unberührt. Grund genug, auch mal ein wenig Freude und Beschwingtheit in das tägliche Leben zu mischen.

Dazu mag der kleine musikalische Snapshot dieses Artikels beitragen. Mich persönlich lädt er sofort zum Tanzen und Mitschwingen ein. Die kess vorgetragene Flötenmelodie wird durch ein fetziges Gitarrensolo unterbrochen. Ich habe seit langer Zeit mal wieder viele Stücke des mexikanischen Gitarristen Carlos Santana gehört und fühlte mich dadurch direkt angeregt auch mal wieder in die Saiten zu greifen. Carlos darf als Gitarrengott bei fast allen seiner Songs immer Solo spielen und ich war erstaunt, als ich aufgrund der Spotify Diskographie bemerkte, dass er fast JEDES Jahr seit 1969 eine LP bzw. CD auf den Markt gebracht hat.

Vor über zwei Jahren habe ich den Titel Dancing in the Snow veröffentlicht, der mich ein bisschen – zumindest was die Winterthematik angeht – an das heutige Stück erinnert.

winterdance


Das Beitragsbild entstand bei einem kleinen Winterausflug in der Nähe des Kellerwaldturms im Wüstegarten und besticht durch seine kontrastreiche Ornamentik.

bladerunner oseney

Das dritte Stück aus der Bladerunner Fortsetzungsreihe. Das Stück erinnert ein wenig an den 1980 Jahre Technosound des distopischen Filmes die Klapperschlange (englischer Originaltitel = Escape from New York) aus dem Jahre 1981 von John Carpenter, der nicht nur Regie führte, sondern auch die Filmmusik beisteuerte. In der Hauptrolle war Kurt Russel zu sehen. Ich war damals von der Musik so begeistert, dass ich mir sofort die LP kaufen musste. Die Ähnlichkeiten meines Stückes sind unter anderem dem durchgehenden rhythmischen Synthibeat und der Verwendung analoger Synthesizerklänge geschuldet.

bladerunner oseney


Das Stück besteht aus einer großen Kadenz, die dreimal wiederholt wird. Bei jeder Wiederholung kommen andere Diskantklänge hinzu. Die letzte Wiederholung schließt mit einer fast orchestralen Klangverdichtung. Einer der verwendeten Klänge aus dem Spitfireaudio Labs Universum trägt den Namen oseney, der dann namensgebend wurde.

Das Betragsbild wurde in einer Baugrube aufgenommen und farblich wiederum ins Orange verschoben und erinnert ein bisschen an eine Marslandschaft. Auch dazu sollte man wieder die Bildsprache des Filmes Bladerunner 2049 vergleichen.

panta rhei

panta rhei

Eigentlich sollte dieses Stück eine Fortsetzung der Bladerunner Serie werden, doch ich merkte schnell, dass das Stück zu wenig distopisch klingt und wie der Zufall so wollte, flatterte gerade ein Newsletter von der Seite neueswort.de ins Haus. Neueswort.de schickt alle paar Tage Fremdwörter des Tages und erklärt ihre Herkunft. Einige Wörter sind mir bekannt, andere sind wahrhaftig neu für mich und panta rhei kannte ich noch gar nicht. Allerdings passt dieser Name wunderbar zu dem heutigen Stück, denn es bedeutet so viel wie „alles fließt“. Ich zitiere jetzt mal aus dem Newsletter wörtlich:

  • Der aus dem Griechischen stammende Aphorismus panta rhei bedeutet wörtlich „alles fließt“ und beschreibt, dass alles in unaufhörlicher Bewegung ist. Die Welt steht also nicht still, alles ist im Werden. Dinge, Wesen und Zustände entstehen und vergehen unablässig.
  • Die Formel geht auf den vorsokratischen Philosophen Heraklit zurück, der damit die grundlegende Struktur der Realität als prozesshafte Einheit aus Sein und Werden beschreibt. Er vergleicht die Realität dabei mit einem Fluss, der als Ding begrenzt und erkennbar ist, sich aber gleichzeitig (durch das Fließen des Wassers) in stetigem Wandel befindet. Er sagt: „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen“.

pantha rhei


Das Beitragsbild entstand auf einem Spaziergang im hessischen Kellerwald leicht oberhalb der Schneegrenze unlängst zwischen den Jahren – wie man so schönt sagt – und symbolisiert das Fließen der Natur im Wechsel der Jahreszeiten.

the advent begins

Die renommierte Musikzeitschrift „MusicImpress“ schrieb unlängst in der weihnachtlichen Jahresendausgabe dieses Jahres mit dem Titel »Stücke, die die Welt verzaubern« zu diesem wundervollen Stück:

Falkbossa alias bossanova nimmt uns mit diesem zauberhaften Stück auf eine dreiminütige Reise mit, die uns in dieser in mehrfacher Hinsicht dunklen Zeit ein Licht am Ende des Tunnels offenbart und uns die Hoffnung auf bessere Zeiten zurückgibt, indem unser persönliches Gefühl für eine verheißungsvolle Zukunft angesprochen wird. Seinem Alias bossanova macht er dabei alle Ehre, wenn er sich geschmackvolle Bossanovarhythmen zu Nutze macht. Weiterhin bedient er sich feingestrickter mehrteiliger Melodiekaskaden, die von gegenläufigen Rhythmen versetzt begleitet werden und sich erst allmählich als konsistent entpuppen. Die glockengestützte Pianofigur ist dabei das stabile Gerüst, welches durch den krude gewagt inszenierten Bass bisweilen in Frage gestellt wird. Aber das Ergreifendste an diesem Stück sind die geschickt verwobenen Klangtrauben der Modulation im Melodieklang, wenn violoneske Artikulationen mit pluckartigen Untertönen fröhlich ondulieren. (Raga Columna 2020 MusicImpress)

MusicImpress X-Mas Special „Pieces that enchant the world“ 2020

the advent begins


Das Beitragsbild zeigt abermals unseren alljährlichen Fluradventslichterschmuck, der die vorweihnachtliche Zeit häuslich begleitet. Wer mag, der schaut sich nochmal den Betrag advent orizon an, der ein ähnliches Motiv benutzt hat. 

bladerunner cyclosa

Heute gibt es nicht viel Text zu der Musik. Ich habe mich entschlossen Bladerunner-Stücke zu einer Serie zusammenzufassen. Hier nun das zweite Stück dieser Serie. Namensgebend abermals ein Sound der Spitfireaudio Lab Serie, die kostenlos zur Verfügung gestellt wird und mir immer wieder eine große Inspiration gerade für sphärische Stücke geworden ist. Ich möchte darum bitten, nochmals den Beitrag bladerunner durchzulesen, weil ich da einiges zur Musik des Films gesagt habe und dies trifft auch auf das heutige Stück zu.

Vor vielen Jahren beschäftigten sich ein paar Kollegen mit den Möglichkeiten mittels eines Computers Musik zu machen. Dazu wurden verschiedene Wettbewerbe (siehe hier S. 16) für junge Menschen gestartet. Einer dieser Wettbewerbe hatte das Thema „music without films“ frei nach Brian Enos music for films. Bei der Aufgabe ging es darum zu einem fiktiven Film bzw. einer Szene Musik mit dem Computer zu komponieren, ohne das der Film oder die Filmszene wahrhaftig vorlag. Ähnlich ist es mit meiner Bladerunner Serie.

bladerunner cyclosa


Das Beitragsbild zeigt einen Wolkenhimmel, der farblich ins Organgene verschoben wurde, um dem Thema gerecht zu werden. Wer genau hinschaut entdeckt einen fliegenden Greifvogel.

write is not a crime

Dieses interessante Mem – wie man heutzutage dazu sagt – fand ich vor ein paar Wochen in einem kleinen Städtchen in Nordhessen. Irgendwie bin ich ja als sogenannter Audio-Blogger auch ein Autor bzw. Schreiberling und so fühlte ich mich ein wenig angesprochen. Ich streife durch die Gegend und manchmal fällt mir etwas auf, was ich für dieses Blog benutze. „Was will der Autor uns mit diesem Graffiti sagen?“ Ich habe dazu ein bisschen im Internet gesucht und fand unter dem Hashtag #writingisnotacrime wie schon vermutet zweierlei: 1. Versammeln sich zu dem Hashtag Autoren, die ihre Gedanken u.a. an einer Zensur vorbei schmuggeln müssen. 2. Graffitikünstler, die am Rande der Kriminalität Hauswände und Stromkästen besprühen. Im Fall zwei lässt sich das Mem dahingehend deuten, dass der Sprayer für sich eine Entkriminalisierung durch das Mem fordert. Ohne ein besonderer Kenner der englischen Sprache zu sein, würde ich behaupten, dass das Mem korrekt eigentlich „Writing is not a crime“ bzw. „to write ist not a crime“ heißen müsste. Was meint ihr?

write is not a crime


vergrößern

Das Stück ist auszusagen in einem One-Shot Verfahren eingespielt worden, also direkt spontan und die einzelnen Spuren hintereinander für 16 Takte. Diese 16 Takte dienten dann als Grundlage. In der Filmbranche werden Produktionen, die ohne Schnitt das gesamte Filmmaterial „in einem Rutsch“ aufnehmen, als One-Shot Filme bezeichnet. Der Musiker und Produzent Sean Murray veröffentlichte unlängst ein Soundpack für mein neues Lieblingsinstrument #reasonfriktion, von dem ich schon mehrfach berichtet habe. Ausschließlich die Patches dieses Soundpacks fanden bei dem Stück Verwendung.

L.

L. steht für den Namen Lakshminarayana Shankar. Der Ausnahmemusiker ist ein indischer Violinist und Komponist. Obwohl er eine klassische indische Musikausbildung erworben hat und immer noch viele Konzerte mit traditioneller indischer Musik spielt, hat er sich bei etlichen Projekten im Westen einen Namen gemacht und Einfluss auf die Rock-, Pop-, Jazz- und World-Musik genommen. Die Liste der Musiker mit denen er gespielt hat ist lang, am bekanntesten ist wohl die Zusammenarbeit mit Frank Zappa und vor allen Dingen mit John McLaughin, in dessen Band Shakti er maßgeblich mitwirkte. In Deutschland kennen ihn viele – jetzt schon ältere – Radiohörer, weil die legendäre HR3 Sendung Volkers Kramladen das Shankar Stück Darleene aus dem Album Touch Me There von 1979 als Trailermusik verwendete. Erstaunlicherweise gibt es davon eine sehr genaue Transkription. Da will man kaum glauben, dass man das transkribieren kann! Der interessierte Hörer findet ab Takt 32 den Violinenpart.

Das heute vorstellig Stück hat mich sofort an die „balladiösen“ Stücke Shaktis erinnert und daher habe ich es mit L. benannt. Gleichzeitig möchte ich dieses Stück L. widmen. Ich habe mich damals gefragt, warum der Name Shankars immer mit L. abgekürzt wurde und als ich den ausgeschriebenen Namen zum ersten Mal sah, konnte ich mir einen Reim machen.

Ich bin immer noch beeindruckt, wie das Friktion-PlugIn der elektronischen Klangerzeugung durch entsprechende Spielweise eine organische Note geben kann. Die perkusiven Plugsounds werden durch einen Sequenzer gesteuert, der durch die Wahl einer sogenannten Prohability generativ zufällige Rhythmen erzeugt. Die Melodie bedient sich ausführlicher Beugungen der Töne ([pitch]bedings) wie sie typisch für das indische Viololinspiel und L. Shankars sind. Ich frage mich, wie man diese Melodie mit vielen Bedings in richtige Notenschrift übertragen kann.

L.


Das Beitragsbild zeigt eine Arbeit meiner Tochter. Die Malerei ist an die Gartenteichbilder Giverney Monets angelehnt. Die Teichrosen erinnern ein wenig an die Lotusblumen Indiens und dies ist meine Verbindung mit dem Stück „L.“. Ich habe dazu in dem Beitrag lotus eat schon darauf hingewiesen und würde mich freuen, wenn dieser Beitrag nochmal angeschaut wird. Der Stückname taucht diesmal in einem Großbuchstaben auf und nicht wie hier in diesem blog üblich in Kleinschreibweise. Das kleine „L“ sieht einfach in dieser Funktion nicht „schön“ aus.

chakalaka (home edit)

Ich möchte hier noch die „Heim-Version“ des Titelstücks des Live-Konzerts im Rahmen der Soundfromwood-Reihe der letzten Woche nachreichen. Viel Freude beim konzentrierten Hören! Ich empfehle diesmal dringend einen Kopfhörer, um den feinen Veränderungen der Wiederholungen nachgehen zu können! Ich danke an dieser Stelle auch nochmals dem Musiker Cameron alias Venus Theory – er nennt sich anscheinend wirklich so – für die interessanten Soundpatches des Friktion-PlugIns, welche maßgeblich zum Timbre des Stückes beigetragen haben.

chakalaka (home edit)

chakalaka (spice of africa)

Letzte Woche wurde ich von einem befreundeten Musiker zu einer live-stream-session eingeladen (soundsfromwood). Dies war für mich eine echte Premiere. Jede Woche pünktlich um 20:20h gehen 40min Session Musik auf Sendung, es ist immer ein Gast vertreten. Unsere Session war das 36 Konzert in Folge. Heiko hat dieses Format schon vor der Coronazeit entwickelt. Es schauen wohl so ungefähr 30 Leute live zu und nach der Sendung kann man die Sessions auf Youtube nachören. Für den Lifestream fand die Software mimo Live (boinx software USA) Verwendung. Am Ende des Streams gibt es passend zur Musik und Jahreszeit das Gedicht Herbsttag von Rainer Maria Rilke zu hören.


Ehrlich gesagt war ich doch – obwohl ich nun schon ein bisschen erfahren bin – etwas nervös, wie denn unsere Session ablaufen würde. Ich fand das ganze sehr spannend und aufregend, allein es hat uns eine Menge Freude bereitet und wir haben die ganze Sache auch nicht nur ernst genommen, sondern auch mit der nötigen Portion Humor verarbeitet. Heiko und ich haben früher bei den „Römern“ gespielt, eine Band mit der Besetzung Saxophon, Elektrobass, Drums und Gitarre und Gitarrensynthesizer. Wir haben damals Eigenkompositionen aufgeführt. Zwar spielen die Römer praktisch gar nicht mehr, aber die Gruppe hat sich offiziell nie aufgelöst und wir treffen uns noch regelmäßig, um gemeinsam Musik zu hören.

Zur Session habe ich meine aktuellen musikalische Arbeiten mitgenommen und als Grundlage für die Session ausgerollt. Dabei kamen vor allen wieder die exotischen Sounds des #reasonfriktion Plug-Ins zum tragen. Der Name chakalaka – die Würze Afrikas – führt etwas in die Irre, denn die Klänge gehen eher in den orientalischen bis japanischen Raum. Der Name chakalaka wurde kurzerhand einer Chipstüte entnommen und die schmeckten nicht schlecht, auch wenn ich die Gewürzmischung nicht sehr gut vertragen habe.

the village of sakura

Letzte Woche wurde ein inspirierender Ordner mit Klängen für das fantastische Instrumenten-PlugIn Friktion mit dem bezeichnenden Namen Japanese Horror Castle Friktion Pack zur freien Verwendung herausgegeben. Ich möchte das Ergebnis meines Tests mit euch teilen. Ganz so horrorhaft ist mein Stück nun nicht geworden, vielleicht höchstens ein bisschen gespenstisch, aber ich meine doch japanische Anklänge heraushören zu können. Dies liegt wohl an dem Flötensound, der an eine japanische bzw. chinesische Bambusflöte erinnert. Es handelt sich im wesentlichen um eine Direktaufnahme, denn die einzelnen Spuren wurden ohne Schnitte und nachtägliche Veränderungen hintereinander eingespielt.

Das japanische Volk ist ja jedes Jahr ganz wild, wenn die japanische Zierkirche blüht. Die Japaner pilgern zu Tausenden zu den Kirchbaumgärten des Landes und halten beispielsweise ein ausführliches Picknick ab.

the village of sakura


Sakura Sakura ist wohl das in Europa bekannteste Volkslied aus Japan und hat es sogar in die Schulliederbücher Deutschlands geschafft. Man möge nur mal „Sakura Sakura“ bei YouTube eingeben, dann bekommt man jede Menge Versionen dieses Volksliedes präsentiert. Ich habe passend dazu ein Video eines chinesischen Flötenspielers herausgesucht, der das Stück in Toronto während der Kirschblüte aufnahm. Auch hier im Dorf haben wir eine japanische Blütenkirsche, wie das Beitragsbild zeigt. Eine andere Aufnahme dieses Baumes ist bereits für den Beitrag mahavishnu is coming verwendet worden.

promised land

Als Martin Luther King seine berühmte promised land Rede am 03. April des Jahres 1968  in der Meason Temple Church in Memphis hielt, ahnte er vielleicht schon, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. So zumindest wird gedeutet, dass er in der Rede auch große Teile seines Werdeganges ausbreitete. Am folgenden Tag wurde Martin Luther King in Memphis/Tennessee ermordet. Für mich ist diese Rede in zweierlei Hinsicht besonders bemerkenswert:

1. Es ist kaum zu glauben, dass das amerikanische Volk im Besonderen und die Bevölkerung der Erde im Allgemeinen anscheinend noch nichts aus den Aussagen der Rede gelernt hat, denn 50 Jahre später muss eine Sozialbewegung wie Black Lives Matter darum kämpfen, den Rassismus gegen die afroamerikanische Bevölkerung abzuschaffen und dieser Bevölkerungsgruppe das in der Verfassung verbriefte Recht auf Gleichberechtigung zuzugestehen.

2. Die Betonung der Sprachmelodie die Luther King an den Tag legt, hat mich sofort fasziniert. Er zog dadurch wie kaum ein anderer Redner seine Zuhörer regelrecht in den Bann.

Ich möchte mit diesem Stück aus der „VoiceOver Reihe“ an die Taten und Hoffnungen von Martin Luther King eindringlich erinnern und gleichzeitig der Black Live Matter Bewegung viel Kraft wünschen, für ihre Ziele einzustehen und den gewaltfreien Weg konsequent beizubehalten.

promised land (voiceover edit)


große Ansicht

Das Stück verwendet die neusten Samples der spitfireaudio lab Serie. Im zweiten Teil des Stückes melodiert eine Elektrogitarre, die mit dem Sound des fantastischen Friktion PlugIns der Firma reasonstudios aus Schweden gedoppelt wird. Ich habe hier zusätzlich eine instrumentale Version angefügt. Zum Zeitpunkt 01:36min kommt die einsetzende Melodie von Gitarre und Violine dadurch natürlich viel besser zur Geltung.

promised land (instrumental)

Das Beitragsbild greift den Gedanke des gelobten Landes auf, denn zumindest in der Metapher werden fruchtbare Landschaften versprochen.

tama

Ich habe in der letzten Zeit selten einen „Wow-Effekt“ erlebt, wenn ein Hersteller von virtuellen Instrumenten ein neues Produkt auf den Markt bringt. Diese Woche war es aber wieder soweit. Ich habe mir die Testversion von Friktion heruntergeladen, die neuste Rackextension der Firma reason studios (ehemals propellerheads) aus Schweden und der Klang hat mich regelrecht umgehauen. Sofort habe ich ein kleines Stück aufgenommen und es Tama getauft.

tama


Bei Friktion handelt es sich um ein Instrument, welches auf der Physical Modeling Technologie (PM Synthese) basiert. Im Gegensatz zu der weiterverbreiteten Sampling Technik – und dies meint Klänge komplett digital aufzunehmen und wiederzugeben, um wirkliche Instrumente abzubilden, – wird hier eine kurze Trägerwelle durch Berechnungen so manipuliert, dass der Eindruck eines authentischen Instruments entsteht. Diese Technik ist nicht neu und wurde schon 1993 erfunden, aber erst in den letzten beiden Jahren kamen virtuelle Instrumente mit Physical Modeling auf den Markt, die zu überzeugen wissen. Dieser Artikel führt das Gesagte weiter aus.

Tama ist eine Form von Taman und wird als Name verwendet. Im Slowenischen bedeutet es „dunkel“ bzw. „schwarz“. In Japan erlangte eine Katze Namens Tama Berühmtheit, weil Sie jahrelang an einem Bahnhof ausharrte. Vor einigen Wochen schlug mir Spotify ein Stück namens Tara vor. Tara findet sich auf dem neusten Album des Musikers John McLaughlin, der sich abermals mit indischen Musikern versammelt hat, um dieses ausgezeichnete Album aufzunehmen. Insbesondere fasziniert mich an diesem Album das Tuning des indischen Sängers. Inder wachsen in einer Hörtradition mit 22 Tönen (Shrutis) auf, während wir in der westlichen Welt mit 12 Tönen auskommen.

Das Beitragsbild habe ich 2014 bei einem Besuch der Türkei in der Nähe von Izmir bei einer antiken Ausgrabungsstätte aufgenommen. Es handelt sich dabei um die Ruinen der antiken Stadt Teos. Die Nähe zum arabischen Raum passt gut zu der leicht orientalisch klingenden Musik.

always on advanced (steve jobs edit)

Als Steve Jobs im Jahr 2007 bei einer seiner berühmtesten Keynote auf der Macworld 2007 Convention im Moscone Center in San Francisco das erste iPhone vorstellte, löste dies eine regelrechte Medienrevolution aus. Schon 10 Jahre später konnte sich die reiche westliche Welt nicht mehr vorstellen, dass es eine Zeit ohne Smartphones gegeben hat, so stark hatte dieses kleine Gerät die Medienlandschaft und die Gewohnheiten der Nutzer verändert. Nicht das es nicht vor 2007 schon Versuche gegeben hätte ein solches Gerät mit Touchscreen zu bauen und auf den Markt zu bringen. Allerdings hatte es Apple mal wieder als erste Firma verstanden, das Gerät so bedienerfreundlich und funktionell zu gestalten, dass fortan alle anderen Hersteller – die mittlerweile durchaus auch bessere Geräte zu freundlicheren Preisen auf den Markt bringen – auf diesen Zug aufsprangen. Apple zählt aufgrund dieses Erfolges bekanntermaßen zu den reichsten Firmen der Welt.

Über Steve Jobs ist viel geschrieben worden und man kann über ihn viel nachlesen. Es gibt eine offizielle Biographie, die auch verfilmt worden ist. Diese Verfilmung habe ich noch nicht gesehen, freue mich aber schon darauf. Ich habe einen anderen Film (Jobs) über Steve Jobs – gespielt von Ashton Kutcher – gesehen, der den Rauswurf aus der Apple-Firma und seine erneute Einstellung thematisiert. Ich fand diesen Film trotz schlechter Kritiken gar nicht schlecht. Auch Ashton Kutcher hat seine Rolle meiner Meinung nach gut gespielt. Der besondere Genius von Steve Jobs bestand – so sehe ich das – darin, dass er 1. starke Visionen hatte, 2. in der Lage war vortreffliche Leute in sein Team zu holen, die seine Visionen unter Zeitdruck und Stress umsetzten konnten und 3. er ohne Rücksicht auf Verluste diese Leute bis zur Erschöpfung antrieb. Es ist immer wieder darüber zu lesen, welch unangenehmer Zeitgenosse Stehe Jobs zuweilen gewesen ist, insbesondere wenn es darum ging, die Firmeninteressen zu gewährleisten.

In seiner berühmten Rede in der Stanford Universität 2005 – wenn ich mich nicht täusche, hatte die Universität ihm eine Ehrendoktorwürde zukommen lassen – kommt Steve auf seinen Rauswurf zu sprechen. Dies kann man auch bei dem heutigen Stück hören, denn es beinhaltet Ausschnitte dieser Rede. Aus dieser Rede stammt folgendes Zitat:

Eure Arbeit wird einen großen Teil eures Lebens ausmachen und der einzige Weg, wirklich zufrieden zu sein, ist etwas zu tun, das ihr für großartiges Schaffen haltet. Und der einzige Weg, Großartiges zu leisten, ist, wenn ihr liebt, was ihr tut. Und falls ihr es noch nicht gefunden habt, haltet Ausschau. Gebt euch nicht zufrieden. Genau wie bei allen Herzensangelegenheiten werdet ihr merken, wenn ihr es gefunden habt.

Steve Jobs: Stanford commencement speech (2005)

always on advanced (steve jobs edit)


Bei dem heutigen Beitragstück handelt es sich um einen eigenen Remix. Ich habe das Stück always on (simply) mit Rhythmen, Bass und der Stimme Steve Jobs erweitert und dadurch in ein EDM Gewand gegossen.

Das Beitragsbild entstand 2017 im Zeppelin Bunker in Wünsdorf (Brandenburg), wo die Nationalsozialisten während des 2. Weltkrieges eine riesige Bunkeranlage als Nachrichtenzentrale errichtet hatten. Diese Bunkeranlage kann man besichtigen. Keiner hätte sich in den 40er-Jahren erträumen können, wie sich 50 Jahre später die Handhabung von Telefonen ändern würde.

mother of the nation

Zur Zeit erfreut sich „Mutti“ – noch Bundeskanzlerin Angela Merkel – laut ARD Deutschlandtrend sehr hoher Zustimmungswerte von 71% und liegt damit an erster Stelle vor Gesundheitsminister Jens Spahn, der sich bis zum zweiten Platz vorgearbeitet hat. Frau Merkel hat sich nicht zuletzt durch ihr Entscheidungsverhalten in Coronazeiten und durch den aktuellen Europavorsitz wieder die Spitze der Beliebtheit zurückerobert.

Zwar polarisiert Merkel die Nation, doch kenne ich etliche Menschen aus den verschiedensten politischen Lagern, die behaupten, Merkel hätte mit ihrer stets ruhigen unaufgeregten eigentlich stoischen Art ohne übertriebenen Narzissmus einen sehr guten Job gemacht und uns durch mehrere politische Krisen geführt. Ich behaupte sogar Frau Merkel ist der beste SPD Kanzler, den wir je hatten, obwohl sie ja der CDU angehört. Dadurch wurde ihr der Titel Mutti der Nation verliehen. Den Titel Mutter der Nation hatte zuvor die schon lange verstorbene Schauspielerin Inge Meysel inne.

Grund genug „Mutti“ (Angela) heute zu Wort kommen zu lassen. Die einzelnen und im Grunde unzusammenhängenden Zitate entstammen einem sogenannten soundboard. Soundboards zu Persönlichkeiten finden sich zahlreich im Internet. Sie dienen dazu, sozusagen auf Knopfdruck bestimmte Klangschnipsel – hier Zitate – auditiv abzurufen und erfreuen sich großer Beliebtheit.

mother of the nation


Das Stück reiht sich ein in die Reihe der Stücke mit sogenanntem voiceover. Vielleicht kann ich bei Gelegenheit die VoiceOver Stücke der Kategorie spoken zusammenfassen.

Das Beitragsbild zeigt passenderweise die Glaskuppel des deutschen Bundestagsgebäudes bei einem Besuch im Jahr 2019 in Berlin.