kalimbaba and the fourty sufis

Zugegeben, ein etwas merkwürdiger Titel, der dem Märchen aus 1000 und eine Nacht „Ali Baba und die vierzig Räuber“ entlehnt ist, welches ja hinlänglich bekannt sein sollte. Der Titel rührt daher, dass ich den Song mit einer Kalimbasequenz begonnen habe. Das Kalimba wird hierzulande auch als „Daumenklavier“ bezeichnet; dieser Name verrät uns ein bisschen über die Spielweise dieses Instruments. Als ich neulich meine kleine Enkelin besuchte, fand ich zufällig ein Kalimba in ihrem Musikinstrumentenkorb und machte ein Photo für diesen Beitrag, welches mit der Software prisma verändert wurde. Ich war der Meinung, es fehlen ein bisschen vokale Klänge, daher benutzte ich das sample von einem Sufi. Sufis sind Anhänger des islamischen Sufismus und werden auch Derwisch genannt. Zu ihrer spirituellen Praxis gehören die Kreistänze, die dem Derwisch ermöglichen bestimmte Zustände zu erreichen, um ihrem Transformationsziel näher zu kommen. In der sufistischen Tradition spielt dabei die Intuition eine große Rolle.

Intuition wiederum ist auch ein wichtiger Bestandteil des Erfindungsreichtum Musikschaffender. Während ich an diesem Stück arbeitete, fragte ich mich, welchen Anteil eigentlich Komposition und welchen Anteil Improvisation hat. Moderne elektronische Musik wird meistens nicht herkömmlich komponiert, also Note für Note „auf dem Papier“, sondern der Musiker spielt ein bisschen mit seinem Instrumentarium herum – er improvisiert – und setzt dann intuitiv einzelne Teile zusammen. Dabei entstehen Abschnitte während des Improvisieren, aber auch in den Schaffenspausen, wenn ihm neue Ideen in den Sinn kommen. Zumindest ist es mir so bei diesem Stück so widerfahren. Wen das interessiert, der kann bei diesem blog darüber etwas nachlesen. Wenn du jetzt das Stück hörst, scheu dich nicht, dich dabei tanzend im Kreis zu drehen!

kalimbaba and the fourty sufis

absynth morph

Das legendäre Synthesizer Plugin der Firma Native Instruments Absynth wurde im Jahre 2000 erstmals vertrieben. Für die damalige Zeit war es sehr innovativ, vereinte es doch erstmals verschiedenste Möglichkeiten und Kombinationen von Klangsynthese in einem Gerät. Die Modulationsmöglichkeiten waren enorm und stießen sofort auf mein Interesse. Durch die Schnittstelle VST konnte der Synthesizer in allen gängigen DAWs eingesetzt werden. Ich hatte eine Demoversion für eine bestimmte Zeit zur Verfügung und experimentierte mit den Klangmöglichkeiten herum und nahm ein paar Klänge auf, die ich absynthmorph getauft habe. „Morph“ steht dabei für sich wandelnde akustische Texturen.

Vom Wort „absynth“ ist es nicht weit zu dem legendären Getränk „absinth“ mit Kultstatus, was es sogar geschafft hatte für über 80 Jahre verboten zu sein, bis man durch wissenschaftliche Untersuchungen nachweisen konnte, dass das Getränk keine anderen besonderen Wirkungen wie anderer sehr hochprozentiger Alkohol hat. Auf jeden Fall ist der Anteil an dem Stoff Thujon – von dem die besondere Wirkung wie zum Beispiel Halluzinationen ausgehen sollte – nur so gering, dass dies nachweislich nicht der Fall ist. Absinth wurde auch die grüne Fee genannt, kommt doch die Spirituose „grün“ daher, weil das verwendete Wermutkraut die Färbung verursacht. Über die besondere Geschichte des Absinth kann man sich aufgrund vieler Artikel schlau machen, auch der Wikipediaeintrag ist sehr aufschlußreich.

Ich habe heute drei variierende Audios im Angebot. Das erste Sounddesign bringt die erwähnten Absynthdateien mit einem Holzblockrhythmus und einigen Streicher- und Chorklängen zusammen. Das zweite Sounddesign verwendet ausschließlich die ursprünglichen Dateien, die ich vor vielen Jahren aufgenommen habe. Das dritte Sounddesign letztendlich ist ein Resample des Zweiten, angereichert mit einem Drumbeat und einem lustigen elektronischen Bass.

absynth mix

absynth morph

absynth resample

Das Beitragsbild habe ich neulich bei einer Frühjahrsgartenparty geknipst. Dort war die ca. 2 Meter große Figur ausstellig und wurde mit der Software Comic Life verfremdet.