we live in a strange world feat. greta thurnberg

We live in a strange world, so prononcierte Greta Thurnberg bei der Goldenen Kamera Verleihung 2019. Es ist schon verwunderlich, dass gerade die Wesen unserer Erde, die nachweislich in der Lage sind in einer metareflexiven Weise über den den Untergang der Welt nachdenken zu können, auch diejenigen sind, die den Untergang höchstwahrscheinlich auslösen oder zumindest gewaltig beschleunigen werden.

Vielleicht habe ich das Glück den Untergang nicht mehr zu erleben, aber um das Leben meiner Kinder mache ich mir echte große Sorgen. Ein Lichtschein am Horizont ist die Tatsache, dass sich – auch meine – Kinder durchaus bewusst sind, dass Ihnen die Zukunft gehört und sie haben begonnen ihre Politiklustlosigkeit des letzten Jahrzehnts abzulegen und Initiativen gegründet, die in den letzten Monaten in der Republik schon Erstaunliches bewirkt haben. Sie beteiligen sich auch an einer Regionalgruppe der europaweiten friday for future Bewegung, die ja von Greta angestoßen wurde. Erst heute, fand wieder eine Freitagsdemonstration statt. Plötzlich ist das Thema Klimawandel und Umweltzerstörung, Nachhaltigkeit und Müllvermeidung ein Thema aller Strömungen und Parteien. Jutta Ditfurth, eine ehemalige Politikerin der Grünen und im damaligen sogenannten Fundi-Flügel verortet, hat einmal in einem Interview gesagt, dass letztendlich alle maßgeblichen politischen Veränderungen in der Bundesrepublik durch die APO (Außerparlamentarische Opposition) bewirkt wurden. Auch konnte ich beobachten, dass Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung anfangen Dinge in ihrem Alltag zu ändern, denn sie haben erkannt, dass man nur dann etwas ändern kann, wenn man persönlich handelt. Gut so! Das heutige Stück möchte diese Gedanken musikalisch unterstreichen.

we live in a strange world feat. greta thurnberg

Das Stück „we live in a strange world“ bedient sich der Worte Greta Thurnbergs, die durch ihr hartnäckiges Handel zum Thema Klimawandel eine ganze Generation wachgerüttelt hat.

Das Beitragsbild zeigt eine Sammlung von Elektroschrott in einem Container einer Kasseler Berufsschule. Es ist erschreckend, was alles weggeschmissen wird und dann irgendwo in Afrika landet. Jeder ist aufgerufen etwas zur Nachhaltigkeit beizutragen. Muss es jedes Jahr ein neues Smartphone sein? Wie lange kann ich mein „altes“ Gerät noch nutzen? Wann muss ich wirklich Dinge neu kaufen und Altes in den Müll schmeißen?

signaltower of hope

Als 1992 anlässlich der dokumenta IX der afrikanische Künstlers Mo Edoga seinen Signalturm der Hoffnung aus Schwemmhölzern auf dem Friederichplatz in Kassel errichtete, ahnte keiner, dass das letzte Stück Holz dieses vergänglichen Kunstwerkes seit 1992 hier in unserem Dorf vor dem Hause steht und uns in den warmen Monaten des Jahres als ausgezeichnete Bank dienlich ist. Die Kinder entdeckten das Kunstwerk in Kassel schnell als außergewöhnliche Klettergelegenheit, was den Veranstaltern und der Stadt Kassel nicht gefiel. Der Signalturm wurde zunächst wegen der Sicherheit abgesperrt und sollte dann abtransportiert werden. Unsere damalige WG durfte sich bedienen und wir konnten mit dem Holz des Kunstwerkes einen Winter lang die Öfen des Fachwerkhauses heizen. Ein ganz großer Holzblock aus Eichenholz, blieb übrig. Ich finde, es wurde jetzt mal Zeit diesem außergewöhnlichen Stück Eichenholz ein Musikstück zu widmen. Dabei habe ich überwiegend Klänge benutzt, die an Xylophone, also an Selbsttöner (Idiophone), die mittels Holz Klänge erzeugen, erinnern.

signaltower of hope

Das Beitragsbild zeigt das erwähnte Stück Eichenholz vor dem Haus. Da es der alljährlichen Witterung ausgesetzt ist, hat der Zahn der Zeit am unbehandelten Holz teilweise schon erhebliche Spuren hinterlassen.